5 Sterne für 86 gelungene Minuten - Identität
07.03.2004
Pro:
Jede der 86 Minuten
Kontra:
fällt mir nichts ein
Empfehlenswert:
Ja
 Labbing
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:9
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 49 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Der Titel des Films. Klingt weder besonders spannend, noch nach einer Low-Budget Produktion. Aber später wird sich herausstellen, dass der Film dafür ein absolutes Top-Werk ist. Doch der Reihe nach. Fangen wir mit dem Genre an. Hochoffiziell ist es ein Thriller, aber rekapitulierend stellt man fest, dass es sich eigentlich um eine gut abgestimmte Mischung vieler Sparten handelt. An manchen stellen hockt man gespannt und regunglos vor dem Fernsehgerät, dann wieder zuckt man zusammen, denn der Regisseur wusste, wie man geschickt Überraschungseffekte einbaut. Und hin und wieder kommt es vor, dass man laut loslacht. Ok, das liegt vielleicht an mir, denn der Film ist eigentlich keine Komödie ;) Inhalt
Ein Unwetter tobt in einer verlassenen Gegend. Zehn Menschen sind unterwegs in verschiedene Richtungen ohne zu wissen, dass sie sich später alle über den Weg laufen werden, denn ihr Schicksal ist schon beschlossen. Und dieses sagt, dass sich alle durch eine Verkettung dummer Zufälle in einem einsamen Motel irgendwo in der Pampa treffen werden. Es fängt an mit der Familie York, die wegen einer Reifenpanne im strömenden Regen anhalten muss. Während der Vater sich um das Malheur kümmert, kümmert sich die Mutter um den kleinen Sohn Timmy. In diesem Moment rauscht ein Auto heran und fegt die Mutter von der Straße. So kommt es, dass die Familie mit der schwerverletzten Frau und dem Unglücksfahrer Ed auf der verzweifelten Suche nach Hilfe und einem Telefon in besagtem Motel landen. Doch durch das Unwetter ist die Verbindung tot. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf. Weitere Teile dieses Ensembles sind die Nutte Paris, das frisch vermählte Paar Ginny und Lou, der Polizist Rhodes, der seinen Gefangenen Maine transportiert, die frustrierte Schauspielerin Caroline Susanne und der Motelbesitzer Larry. Man sieht, es ist eine bunte Mischung der Gesellschaft, die sich hier trifft. So würde man sie nie miteinander in einem Satz erwähnen, doch sie alle haben eine Gemeinsamkeit und diese herauszufinden ist Sinn und Zweck dieses Films. Vielleicht denkt ihr, das klingt nicht spannend? Nun, vielleicht sollte ich erwähnen, dass ein Mörder sich ebenfalls in dem Motel befindet. Ist es einer der 10 Herrschaften? Spätestens nach dem ersten Mord, ist ein Kanditat raus aus dem Spiel. Die Suche beginnt. Wird sie erfolgreich sein? Darstellerauszug
John Cusack. Bekannt aus „Der schmale Grat“, „ConAir“ oder auch dem Klassiker „Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers“. Spielt den ehemaligen Cop und Chauffeur. Ist in seiner Rolle überzeugend und der rote Faden des Films. Ray Liotta. Hat mitgespielt in „Hannibal“ und auch sonst überall da, wo ein fieses Gesicht gebraucht wird. Hier allerdings einmal in der Rolle des Cops, also auf der Seite des Gesetzes. Auch er ist ein Träger der Handlung und wichtig für den Film.
John C. McGinley. Glänzend in seiner Rolle als Dr. Cox in „Scrubs – Die Anfänger“. Hier als Mister York, der den Stein durch seine unfreiwilige Reifenpanne erst ins Rollen bringt. Weitere Darsteller:
Alfred Molina, Amanda Peet, William Lee Scott, Jake Busey u.a.
Die Stimmung Düster, regnerisch. Typische Grundlage eines jeden Horrorfilms. Aber hier steckt ja viel mehr dahinter. Ohne den strömenden Regen wären einige Dinge gar nicht so gekommen. Man kann also sagen, der Regen spielt hier wirklich eine „Rolle“. __
Meinung Zusammenfassend gesagt: ein Bombenfilm. Ich hab lange keinen Film mehr gesehen, bei dem ich gleichzeitig so sehr aufpassen musste, die Handlung mitzubekommen und der noch dazu so spannend ist, weil es eigentlich klar ist, was als nächstes passiert. Ja, das klingt jetzt komisch, aber man wird schon nach kurzer Zeit eines besseren belehrt und somit ist der Film so vorhersehbar wie der Wetterbericht für nächstes Jahr. Die Stimmung des Films kommt natürlich besonders in einem abgedunkelten Raum zur vollen Entfaltung seiner Wirkung. Teilweise fühlt man sich so, als würde man selbst in einem Zimmer dieses unheimlichen Motels sitzen. Und während man auf den „Aha-Effekt“ wartet, verstrickt sich der Film immer weiter und die vielen, unerwarteten Wendungen machen es einem nicht grade leichter, den Film auch zu verstehen. Was einem relativ am Anfang Rätsel aufgibt, ist folgendes: ab und an wird die Szene gewechselt von dem Motel, in einen Raum an einem anderen Ort, in dem eine Art Prozess geführt wird. Hierbei geht es um einen Gefangenen, der hingerichtet werden soll. Natürlich denkt man hier sofort an den Gefangenen von Cop Rhodes. Aber geht es wirklich um ihn? Und so geht das Schauspiel weiter und irgendwann zweifelt man an seinem Verstand, besonders gegen Ende des Films, an dem eigentlich alles aufgeklärt wird. Der Part, wo man den Film versteht, kommt wirklich erst ganz, ganz am Ende.
Es ist eine geschickte Inszenierung und erst wenn man den Film gesehen hat, begreift man, wie kompliziert und gut durchdacht die Story eigentlich ist. Schon alleine die Idee ist einen Oscar wert. Und ich lehne mich sogar so weit aus dem Fenster und sage, dass dieser Film sogar Genre-Fremden Zuschauern gefallen würde. Vorallem ist er nicht übertrieben blutig oder brutal. Es gibt keine wirklich schlimme Szene (naja, vielleicht eine am Anfang, aber ich möchte nicht zuviel verraten), bei der man sich besonders ekeln könnte. Aber mit einem schwachen Herz sollte man den Film dennoch nicht unbedingt anschauen.
Sonstiges Also ich habe den Film auf DVD angeschaut. Auf dieser gab es eine Kinofassung und eine „Extended Version“. Natürlich habe ich letztere gesehen und diese ging 86 Minuten. Wie lang die Kinoversion nun ging weiß ich nicht, aber ich nutze die Gelegenheit nocheinmal um den Regisseur zu loben, dass er es hinbekommen hat, eine so komplizierte Story in so ein kleines Zeitpaket zu packen. Das schaffen nicht viele. Es ist auch keine Minute überflüssig. Jede Szene hat Sinn und passt genau ins Konzept.
Eine Sache möchte ich noch erwähnen, die aber nichts mit dem Film an sich zu tun hat. Ich habe den Film auf deutsch angeschaut. Aber an manchen Stellen kamen plötzlich die Originalstimmen mit deutschen Untertiteln. Ich weiß nicht, ob es ein Fehler der DVD war oder ob die Produzenten vielleicht unter Zeitdruck bei der Veröffentlichung waren. Es waren meist entscheidende Szenen, so dass es nicht daran liegen kann, dass ich mir die „extended Version“ angeschaut habe. Aber das wird wohl genauso ein Rätsel bleiben, wie der Film.
Wenn ihr mal wieder einen gelungenen Filmabend machen wollt, dann schnappt euch „Identität“. Top! Euer Labbing
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Verwandte Tags für Identität (2003)
|
|
04.11.2005 17:28
Richtig super Film und was für ein Ende!
27.03.2004 07:48
HAt mir auch gut gefallen, mußte mir zwar das Ende von menem Partner etwas erklären lassen, habe dann aber auch verstanden. Gruß Matthias
10.03.2004 16:41
hab den FIlm damals in der Sneak Preview gesehen.... hat mir relativ gut gefallen... allerdings nicht so gut wie erhofft. die DVD ist wirklich klasse... da zusätzliche Szenen usw. Daumen hoch