Lärmende Stille

3  12.10.2007

Pro:
-

Kontra:
-

Empfehlenswert: Ja 

Krroete

Über sich:

Mitglied seit:12.09.2007

Erfahrungsberichte:3

Vertrauende:7

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Reptilien hören wesentlich besser als wir Menschen, und sogar noch viel mehr als eine Hälfte davon, die in Fachkreisen auch als Männer bezeichnet werden. Das ist, auf die Evolution bezogen, nicht verwunderlich, begann sich diese Fähigkeit doch schon vor Abermillionen von Jahren bei den Reptilien zu entwickeln und zu perfektionieren. Bei den Männern soll sich dieser Sinn sogar noch im Prototypen-Stadium befinden.

Nicht umsonst führte eine fesche Prinzessin in der Weltliteratur angeregt lange Gespräche mit einem Frosch. Diese adelige Nuss konnte Amphibien zwar nicht von Reptilien unterscheiden, und wusste nicht, dass Frösche genauso taub wie Männer sind, aber diese Bildungslücke wurde doch recht schnell geschlossen, den Ausgang dieser Gespräche kennt hoffentlich jedes Kind. Nicht ohne Grund entführte ein Drachen eine holde Maid. Viele denken, das geschah nur, um das tägliche Buffet mit einer Vorspeise zu bereichern. Weit gefehlt, die Giga-Echse sehnte sich nur nach den täglichen News aus einem quasselnden Dauerlautsprecher, um endlich genügend unterhaltsamer und informativer akustischer Dauerberieselung ausgesetzt zu werden, und das Gehör gewinnbringend zu nutzen.

Man sagt, das gute Gehör soll den Reptilien geholfen haben, es sich auch an dunklen Orten gemütlich zu machen, diese zu besiedeln, sich dort fortzubewegen, ohne auf jede Gartenharke zu treten, und in aller Ruhe die Schuppen hochzulegen. Wenn irgendwas stören sollte, konnte man es rechtzeitig hören.

Der Mensch kann so etwas nicht. Darum erfand er das Licht und den Lichtschalter. Er erkennt im Scheinwerferkegel seines Autos, ob vor ihm auf der Straße eine Kröte oder Echse spazieren geht und fährt drüber - das gute Gehör verhilft eben doch nicht zu einem besseren Ende.

Oder wurde nur zu viel gehört? Ging am Straßenrand einer mit einem Laubsauger vorüber? Erklangen gerade Klingeltöne aus einem Mobiltelefon? Schallte aus einem Autoradio das basslastige Wummern eines neuen Hits, begleitet vom sonoren Dröhnen des ofenrohrgroßen Sportauspuffs? Wurde gerade eine fünf Quadratmeter große Rasenfläche mit einem elektrischen Rasenmäher gemäht? Hören wir, aufgrund dieser auf uns herabstürzenden Flut an Geräuschen, nicht mehr richtig zu, können uns nicht auf eine Sache konzentrieren, wie die plattgefahrenen Hüpfer oder Echsen? Sehnen uns manchmal wieder nach einer dunklen Höhle ohne Lärm? Oder sind wir schon soweit, Stille als lärmende Unruhe zu empfinden?

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
sussmannwerner

sussmannwerner

22.07.2010 14:09

sehr gründig, tief - lach, der Lärm die Stille - Krötenampelstille lg

Leuchttuermin

Leuchttuermin

08.04.2010 14:48

ich reiche dir ne Lärmampel rüber! ;-P

Chaoscrash

Chaoscrash

20.10.2009 15:28

...in der Stille liegt der Lärm, der Lärm selbst ist nur die Begleitmusik *schmunzel* CC

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