"Mama! Halt doch mal beim Bananensplit!"

5  11.09.2002

Pro:
sehr sauber und künstlerisch Gestaltet .

Kontra:
nix

Empfehlenswert: Ja 

Hanni64

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Ich bin eine leidenschaftliche Autofahrerin und sehr viel auf unseren Autobahnen unterwegs. Meine Verwandtschaft ist in ganz Deutschland verteilt und so kommt es vor, dass ich oft zwischen Kempten, Wuppertal, Braunschweig, Frankfurt und Augsburg unterwegs bin.
Es ist bei mir durchaus normal, dass ich in einem Jahr bis zu 30.000km auf Autobahnen zurücklege. Dazu kommen noch Fahrten zu Seminaren, wie nach Karlsruhe, Trossingen und München. Da ist es ganz selbstverständlich, dass man oft Raststätten aufsuchen muss, die mittlerweile sehr an Sauberkeit und auch Gemütlichkeit zugenommen haben. Früher war man froh, wenn man eine einigermaßen saubere Toilette vorgefunden hatte, oder suchte doch lieber einen Rastplatz, der von einem Wald umgeben war. Doch was macht man alleine als Frau bei Dunkelheit? Da hat man keine andere Wahl, als eine Raststätte anzufahren und zum Glück hat sich da mittlerweile in ganz Deutschland viel geändert.

Wenn ich unterwegs bin, dann habe ich natürlich Raststätten, die ich besonders gerne anfahre, weil sie einiges zu bieten haben. Neben der Raststätte Bruchsal (A5 bei Karlsruhe), halte ich auch gerne an der Raststätte Sindelfingen (A8 Stuttgart). Doch meine absolute Lieblingsraststätte liegt an der A7 Kempten Richtung Ulm. Das ist schon fast eine Augenweide und ich habe solch ein Bauwerk an Deutschen Autobahnen noch nirgendwo gesehen.
Sie fällt alleine schon durch ihre einzigartige Bauart auf und macht neugierig auf eine nähere Betrachtung.
Als mein Sohnemann und ich sie das erste Mal erblickten, meinte mein Junior, ob es hier einen orientalischen Märchenwald oder Freizeitpark gibt! Mich erinnert das ganze irgendwie an einen Bananensplit. (Denke halt immer ans Futtern!)

Der Bau dieser Kunstraststätte begann 1994 und ist die erste künstlerisch gestaltete Raststätte Deutschlands von Herbert Maierhofer, einem Österreicher. Sein Ziel war es, dass sich ermüdete Autofahrer erholen, Kraft tanken und auch etwas erleben sollten.
Das Aussehen des Baues ist schon sehr extravagant und ich versuche es so gut wie möglich zu beschreiben:
Besonders in`s Auge fallen drei hohe Türme, die unterschiedliche Formen haben. Einer sieht aus wie eine Schnecke oder Eistüte, einer wie ein Maiskolben der auch mit einem Elfenbeinzahn verglichen werden kann und ein anderer wie ein Sahnehäubchen. Dazu sind sie in verschiedenen Farben angemalt wie gelb und hellblau. Es gibt zwar reichlich Parkplätze, doch sie sind immer gut belegt.
Wenn man einen Parkplatz ergattert hat und man läuft zu der Raststätte hin, dann sieht man überall Skulpturen aus Eisen oder Kunststoff und der Baustil ist wirklich multikulti. Venezianische Fenster, Chinesische Dächer und sogar etwas griechisches ist darin zu erkennen. Man geht über ein kleines Brücklein unter dem aber kein Bach fließt, sondern der „Bachlauf“ ist bepflanzt. Dort sind auch Sitzgelegenheiten geboten um sich zu erfrischen und auszuruhen.
Die Raststätte selber betritt man durch eine große Drehtür und dann steht man drin und weiß erst einmal nicht wohin man gehen und sehen soll. Es ist alles sehr bunt und harmonisch gestaltet. Natürlich wird der erste Gang zur Toilette sein, welche sich im ersten Stock befindet. Ausnahme ist die Behindertentoilette, die ist im Erdgeschoss im Eingansbereich.
Die Toiletten selber sind schon ein kleines Kunstwerk für sich. Es ist durchgehend alles kunterbunt gefliest und so mancher Fliesenleger muss hier durchgedreht sein, denn es handelt sich hier um lauter Fliesenbruchteile, die mühevoll und total durcheinander angebracht wurden. Ein angenehmes Vogelgezwitscher ist zu hören und die Toiletten sind wirklich sehr sauber.

Bleiben wir gleich mal im oberen Stock, denn dort befinden sich mehrere Räume, die alle sehenswert sind. Es gibt dort unter anderem einen Raum, der für die unterschiedlichsten Veranstaltungen gebucht werden kann. Sogar Hochzeiten sollen dort gefeiert werden. In einem Raum gibt es die Möglichkeit Billard zu spielen. Die einzelnen Räume tragen auch unterschiedliche Namen, z.B. das Landhaus, mit alten Kirchenbänken und alten Bauernmöbeln, das L`Egant, das Bistro Cämilione mit einer super Beleuchtung, ein Wintergarten und einer
High Fish Bar. Eine Augenweide ist auch das Zirkulanum, ein runder Raum mit geschwungenen Lampen an den Seitenwänden, Mosaiken an den Decken und Wänden.

In der “Omni” kann man einkaufen. Dort gibt es alles was das Herz begehrt. Souvenirs der Raststätte, wie Tassen, T – Shirts und Postkarten, genauso wie Snaks, Getränke und Eis. Die Preise sind natürlich etwas gesalzen. Eine 1Liter Flasche Cola kostet 2,50 Euro, aber das ist bei Raststätten ganz normal. Eine Riesenkugel Eis mit einer frischen Waffel kostet ebenso 2,50 Euro, schmeckt aber sehr lecker.
Im Erdgeschoss befindet sich auch das Bistro, indem wir allerdings noch nie gegessen haben. Wir haben unseren Reiseproviant immer dabei. Das Verkaufspersonal in der „Omni“ sowie im Toilettenbereich ist sehr höflich und was die Sauberkeit auf der ganzen Anlage betrifft, so kann ich nur sagen, dass dort ständig Reinigungspersonal unterwegs ist und es selten vorkommt, dass Abfall auf dem Boden liegt.

Im Außenbereich befindet sich ein Skulpturenpark mit den
zwölf Tierkreiszeichen, ein kleines Biotop und ein Kinderspielplatz. Die gesamte Anlage ist zwar nicht besonders groß, doch sehr vielfältig gestaltet, so dass man immer wieder etwas Neues entdecken kann.

Mein Sohnemann und ich waren und sind immer wieder von dieser Raststätte begeistert und wenn man die Reisenden beobachtet, die erstaunt durch diesen kunstvollen Bau schlendern, dann geht es nicht nur uns so.
Es ist schade, wenn man auf den A7 Kempten – Ulm unterwegs ist und nach Memmingen nicht an dieser tollen Raststätte einen kleinen Halt macht.

Ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen Einblick geben und wenn Ihr neugierig geworden seit, dann seht doch mal unter:
www.illertal.com
nach. Auf dieser Seite gibt es viel Bilder und auch Info über diese Kunst – Raststätte.


*Eure Hanni64*


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
DamonaKing

DamonaKing

24.09.2005 19:15

Schon beim Lesen des Wortes "Bananensplit" weckte mich die Lust, dort auch mal hinzukommen, Gruss DK

Japonika

Japonika

07.10.2003 03:03

Klasse Bericht, ich kenne diese Raststätte sehr gut, und wenn sie weiterhin so bleibt wie sie ist, dann können wir uns weiter freuen!!! LG Japonika :-)

TurboHanni

TurboHanni

13.09.2002 18:07

30.000km sind ganz schön viel im Jahr.Ich bringe es auf nur 20.000km im Jahr, allerdings fahre ich überwiegend nur in Thüringen. Einmal im Jahr dann mal quer durch Deutschland, wenn wir Urlaub haben. Vielleicht sind wir mal dort, dann sehen wir uns die schöne Raststätte an. Schönes Wochenende, Gruß TurboHanni

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