Ilulissat, Jakobshavn - Grönland

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Ilulissat, Jakobshavn - Grönland

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Erfahrungsbericht über "Ilulissat, Jakobshavn - Grönland"

veröffentlicht 21.11.2017 | dik1609
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Ausgezeichnet
Pro Unbeschreiblich schönes Naturschauspiel
Kontra Nichts, absolut gar nichts.
besonders hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

"Das Beste zum Schluss"

Vor dem Eisfjord: Die Ausflugsschiffe ermöglichen hier wunderschöne Ansichten.

Vor dem Eisfjord: Die Ausflugsschiffe ermöglichen hier wunderschöne Ansichten.

Unsere zehntägige Kreuzfahrt an der Westküste Grönlands entlang im August diesen Jahres ging so langsam ihrem Ende entgegen. Das Beste aber kam zum Schluss, wenn auch mit Hindernissen: Unser Schiff, die MS Hamburg, ankerte vor Ilulissat. Zwar fielen sowohl eine geplante Wanderung sowie ein Flug über den Eisfjord wegen schlechter Wetterbedingungen aus, zudem konnten wie die Stadt selbst nicht erreichen, weil die Hamburg des starken Eisganges wegen nicht nahe genug an deren Hafen heran kam, aber all das spielte am Abend keine Rolle mehr, denn nahezu alle Passagiere des Schiffes hatten einen Bootsausflug zum und in den Eisfjord hinein unternommen - und überboten sich nach ihrer Rückkehr im Schwärmen über diesen Ausflug, der entsprechend auch im Mittelpunkt meines letzten Berichts über die Grönland-Reise steht.

Allgemeine Informationen

Ilulissat (dänisch: Jakobshavn) ist mit knapp 5.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Grönlands. Die Kommune liegt in Westgrönland am Ostufer der Disko-Bucht. Ilulissat ist berühmt für den Ilulissat-Eisfjord, ein UNESCO-Weltnaturerbe. Die Stadt wurde zwei Kilometer nördlich von Sermermiut, der mit 250 Einwohnern damals größten Inuit-Siedlung Grönlands, gegründet. 1741 errichtete Jacob Severin die erste Niederlassung. Bekanntester Einwohner Ilulissats war der Polarforscher Knud Rasmussen, der in vielen Expeditionen die Arktis erkundete und für den Zusammenhalt und ein neues Selbstbewusstsein der Inuit eintrat. Am 16. August 2007 besuchte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen mit dem dänischen Staatsminister Anders Fogh Rasmussen den Ort, um die Klimaerwärmung und das Abschmelzen des Grönlandeises zu thematisieren. Bis zur Gründung der Kommune Qaasuitsup Kommunia 2009 war es Hauptort der eigenständigen Gemeinde Ilulissat mit insgesamt 4.996 Einwohnern (Stand 2007), von denen 4.512 in der Stadt lebten. Die übrigen Einwohner verteilten sich auf umliegende Siedlungen.

Ilulissat liegt rund zwei Kilometer nördlich von der Mündung des Ilulissat-Eisfjords. An seinem Ursprung liegt der Jakobshavn Isbrae, der schnellste Gletscher der Welt. Täglich schiebt er sich bis zu 22 Meter nach Westen. Dabei brechen riesige Eisberge ab, die mehrere Kilometer lang und bis zu 1.000 Meter hoch sein können. Sie ragen bis zu 150 Meter aus dem Wasser. Mit dem Tidenstrom schwimmen sie im Fjord hin und her, bis sie über die Isfjeldsbanken, eine Untiefe von etwas mehr als 200 Meter, geschoben werden. Größere Eisberge stranden und zerbrechen dort. Der Fjord wurde 2004 durch die UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Im Westen liegt die Disko-Bucht mit der Disko-Insel. Mit dem Schiff oder Hubschrauber kommt man gut dorthin oder zu den anderen Orten der Disko-Bucht. (Informationen: Wikipedia)

Der Eisfjord

Der Ilulissat Eisfjord hat eine Länge von vielen Kilometern und wird an einigen Stellen bis zu sieben Kilometer breitz. Die Wassertiefe liegt im Fjordinneren bei mehr als 1.000 Metern, an der Mündung des Flusses beträgt sie aber nur etwas mehr als 200 Meter. Diese Fjordschwelle ist dafür verantwortlich, dass die gewaltigen Eisberge regelrecht auf Grund laufen und ein Stau aus Eisbergen entsteht. Erst wenn der Druck der nachrückenden Eismassen zu groß wird oder die Eisberge so weit zerbrochen sind, dass sie die Schwelle schwimmend überwinden können, gelangt das Eis ins freie Meer. Die Eisberge treiben dann meist aus der Diskobucht hinaus nach Norden in die Baffinbucht und dann wieder Richtung Süden bis etwa auf die Höhe von New York.

Die Eismassen stammen vom Gletscher Sermeq Kujalleq. Mit einer Geschwindigkeit von mehr als 20 Metern am Tag schiebt der sich Richtung Meer. Der Gletscher hat seinen ursprung rund 600 Kilometer vom Fjord entfernt im zentralen Inlandeis. Im Schnitt brechen pro Tag etwa 20 Millionen Tonnen Eis vom Gletscher ab. Die größten Stücke sind über 1.000 Meter dick und über eine Million Tonnen schwer. Es dauert über ein Jahr, bis das abgebrochene Eis die Fjordmündung erreicht. Berechnungen haben ergeben, dass der Sermeq Kujalleq mehr als fünf Prozent der Wassermenge abgibt, die von Grönland pro Jahr insgesamt ins Meer fließt.

Unser Ausflug

Vom Eisfjord hatte ich schon vor unserer Kreuzfahrt etwas gehört - und das klang spannend. Deswegen hatte ich für unsere Zeit in Ilulissat gleich zwei Ausflüge gebucht, nämlich eine Wanderung zum Eisfjord und nach Sermermiut sowie eine Bootsfahrt zum Eisfjord. Die Wanderung wurde aus Witterungsgründen abgesagt, die Bootsfahrt aber gab es. Und an der nahmen praktisch alle Passagiere der MS Hamburg teil, die natürlich nicht alle gleichzeitig aufbrechen konnten. Fünf kleine Boote mit einheimischen Skippern, die mehr Fischer- denn Ausflugsbooten ähnelten, nahmen nach und nach die Ausflugswilligen auf und machten sich auf die rund eineinhalbstündige Fahrt.

Meine Partnerin und ich gehörten zu den ersten Passagieren, die eines der Ausflugsboote bestiegen, nachdem das direkt an der Hamburg festgemacht hatte. Schon von Bord des großen Schiffes aus hatten wir die riesigen Eisberge gesehen, aber was nun auf uns wartete, stellte alles zuvor Gesehene in den Schatten. Das kleine Boot mit knapp 20 Ausflüglern an Bord machte sich am frühen Morgen auf den Weg - direkt in die Richtung des Eisfjordes, direkt dorthin, wo die Eisberge die Schwelle überwinden und ins offene Meer treiben. Das Licht veränderte sich ständig - schon das ist einfach nicht mit Worten zu beschreiben, war aber enorm faszinierend. Und dann all diese Eisberge, zwischenen denen unser kleines Boot bald kurvte: Die MS Hamburg im Rücken wirkte winzig, und bald waren nur noch Wasser uns Eis zu sehen. Berge mit phantastischen Formen, mal rund, mal zackig, mal schneeweiß, mal bräunlich gestreift, mal enorm hoch, dann wieder sehr lang und breit. Wir alle konnten uns an diesen Riesen einfach nicht satt sehen, wobei es natürlich besonders schöne Fotomotive gab, wenn ein anderes der Ausflugsboot vermeintlich einsam vor einem der Eisberge kreuzte. Übrigens ankerte vor Ilullisat auch ein Hurtigruten-Schiff, das trotz einer höheren Eisklasse als die MS Hamburg ebenfalls den Hafen der Stadt nicht erreichen konnte und seinen Passagieren Ausflusgmöglichkeiten mit Zodiacs anbot, denen wir natürlich unterwegs auf dem Wasser begegneten.

Ja, all das Eis mit seinen bizarren Formen und Verformungen war faszinierend. Aber es gab noch eine weitere Steigerung, denn bald darauf entdeckten wir den Rücken eines Wals, dann seine Schwanzflosse. Das Tier blies nur wenige Meter vom Schiff entfernt seine Fontäne in die Luft, tauchte ab und nach einer Weile an einer Stelle wieder auf, wo wir es ganz und gar nicht vermutet hatten. Bald darauf war ein zweiter Wal zu sehen, es folgte ein dritter - und natürlich versuchten die Skipper, den Tieren so nahe wie möglich zu kommen, ohne sie allerdings zu verschrecken oder gar zu verjagen. Für all die Vögel, die auf den Eisbergen landeten, hatten wir alle keine Augen mehr - das Schauspiel der Wale vor den weißen Riesen war einfach zu faszinierend. Und natürlich klickten die Verschlüsse der Foto-Kameras ohne Ende - irgendwie allerdings war ich bei meiner Foto-Pirsch nicht besonders erfolgreich: Nun ja, wenn es einem gesagt wird, dass ein Wal auf dem Bild zu sehen ist, dann mag er auch als solcher erkannt werden. Dank der Meeres-Säuger und dem Verständnis der Skipper der Ausflugsboote waren wir länger unterwegs als geplant, genossen diesen Ausfug, der übrigens immerhin 99 Euro pro Person kostete, aber derart, dass wir uns später sicher waren, er sei das investierte Geld wert gewesen. Angemerkt sei noch, dass wir wirklich Glück hatten, zu den ersten Ausflüglern zu gehören, denn gerade am frühen Morgen gab es dank Sonne und Wolken ganz besondere Farbspiele, zudem blieb es auch trocken - andere Passagiere hatten nicht ganz so viel Glück, waren aber nichtsdestotrotz genau so begeistert wie wir.
Meine Meinung

Eisberge kannten wir ja schon, schließlich hielten wir uns bereits einige Tage vor der grönländischen Küste auf. Aber solche Eisberge - die hatten wir zuvor noch nicht gesehen! Das war einfach phänomenal, beeindruckend. Und der Mensch fühlt sich im Schatten der weißen Riesen ganz, ganz klein. Ich erinnerte mich während unseres Ausflugs noch an die Worte von Anne, die uns in Qeqertarsuaq fünf Tage zuvor, als wir dort die ersten Eisberge bestaunten, aufforderte, die Größe der dort gesehenen Eisberge mit denen vor Ilulissat zu vergleichen. Die junge Frau sagte das damals mit einem Lachen - und natürlich wusste ich jetzt warum: Das ist gar kein Vergleich.

Natürlich genossen wir die Natur, das Wasser, das Eis, die Wale. Aber: Genau so wichtig war es auch, an Bord des Kreuzfahrtschiffes Informationen über all das zu bekommen, was da zu sehen war. Und das gelang hervorragend durch das Lektoren-Team der MS Hamburg, das uns mit wirklich allem Wissenswerten versorgte. Auch der Strom der Eisberge wurde erläutert - und erst jetzt wurde uns allen bewusst, wie das damals, im Jahr 1912, mit der Titanic passieren konnte, denn es waren grönländische Eisberge, die für den Untergang dieses Schiffes sorgten. Und allgemein bekannt sein dürfte, dass nur etwas mehr als 10 Prozent eines Eisberges über der Wasser-Oberfläche zu sehen sind - der Rest befindet sich unter dem Meeresspiegel und kann auch in seiner Breite ganz anders sein als das zu Sehende. Heutzutage sind die Schiffe dank entsprechender Technik besser vor Eisbergen geschützt als noch vor rund 100 Jahren - komplette Sicherheit aber gibt es nicht, weswegen die Hamburg auch in respektvoller Entfernung zu den Eismassen ankerte und zudem auch den Hafen von Ilulissat nicht anlief. In solchen Fragen hat nur einer an Bord Recht - und das ist der Kapitän, dessen Urteil und Weisungen natürlich auch die Passagiere unterworfen sind.

Dass wir die Stadt Ilulissat selbst nicht besuchen konnten, dass die geplante Wanderung (die übrigens 35 Euro pro Person hätte kosten sollen) abgesagt wurde - all das spielte am Abend dieses Tages überhaupt keine Rolle mehr. Das, was wir gesehen hatten, war derart beeindruckend, dass zumindest ich es wohl niemals in meinem Leben mehr vergessen werde. Ohne mich selbst beweihräuchern zu wollen, behaupte ich, dass mir am Eisfjord einige gute Fotos gelungen sind - aber sie geben nicht annähernd das wieder, was das menschliche Auge zu sehen bekommt - es fehlt halt der Rundum-Blick. Wer also jemals nach Grönland kommen sollte, der darf auf gar keinen Fall dieses Naturschauspiel verpassen. Es war der Höhepunkt unserer Reise, die wir wenig später mit bleibenden Eindrücken beendeten und die Lust auf weitere Stippvisiten in polare Regionen machte.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • witch56 veröffentlicht 30.11.2017
    BH
  • Ciaochsi veröffentlicht 29.11.2017
    sh, bh käme zu spät
  • PfuuPegasus veröffentlicht 28.11.2017
    BH
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Produktdaten : Ilulissat, Jakobshavn - Grönland

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Kontinent: Europa

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Auf Ciao gelistet seit: 04/05/2000