Für das Leben anderer Menschen ...
08.04.2005
Pro:
Einfach nur Mitreißend !
Kontra:
Die deutsche Übersetzung des Titels "Im Feuer" kingt nach einem 08/15 TV - Film
Empfehlenswert:
Ja
 Maniac-Dave
Über sich:
Mitglied seit:08.09.2004
Erfahrungsberichte:21
Vertrauende:19
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 52 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Seid ich von diesem Film auf der imdb das Poster gesehen habe, wollte ich ihn sehen. Nun war es soweit und ob der Film wirklich eine Tiefgründige Geschichte bringt, wie er verspricht, das könnt ihr im Folgenden nachlesen. 1. Story 2. Schauspieler 3. Regie 4. Eigene Meinung
= Story =
Bevor wir irgendetwas von der Geschichte erfahren, werden wir direkt ins Geschehen geschmissen. Die Fauerwehreinheit 33 ist bei der Brandbekämpfung in einem größeren Gebäude, wo alles zu explodieren droht. Die Feuerwehrmänner gehen in das Gebäude rein, da sich im 12. Stock noch verletzte befinden sollen. Als sie 2 Männer gefunden haben, deutet einer der beiden an, dass noch ein 3. irgendwo auf der Etage ist. Jack begibt sich auf die Suche nach dem einen Mann und findet ihn auch recht schnell, aber kurz danach bricht alles zusammen und es gibt nur einen Ausweg für den Mann: Er muss durch eine Art großes Fenster abgeseilt werden. Zu zweit würden sie da niemals rauskommen. Als Jack den Mann abseilt explodiert es in dem Gebäude und ihm kracht wörtlich der Boden unter den Füßen weg und er fällt ein paar Stockwerke tiefer, überlebt es aber ganz knapp.
Während Jack da unten liegt, versuchen seine Freunde von der Feuerwache ihn da rauszuholen, was sich aber als äußerst schwierig erweist, da die Explosionen einiges verschüttet haben, somit beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, da die Explosionsgefahren noch nicht vorüber sind und Jack sich in einem gefährlichen Gebiet befindet. Während er darauf wartet dass ihm per Funk gesagt wird was er tun soll, lässt er sein ganzes Leben noch mal Revue passieren...
= Schauspieler =Jack Morris wird von Joaquin Phoenix gespielt. Er spielt den Anfangs jungen Mann, der sich erstmal auf der Feuerwehrwache zurecht finden muss und zum Einstand direkt gehörig verarscht wird. Während der Rückblicke sieht man was er alles durchmachen musste, zwischen Freude und der Angst der Frau, dass er eines Tages nicht nach Hause kommt, dass sie das rote Auto der Feuerwehr vorfahren sieht. Joaquin, Bruder des verstorbenen River Phoenix, spielt hier eine durchweg gute Leistung, obwohl ich sagen muss, dass er an einigen Stellen etwas unsicher und auch verkrampft wirkt. Vor allem am Anfang kommt es mir so vor, als hätte er entweder wenig Lust auf den Film oder er weiß einfach nicht wie er damit umgehen soll, das ein John Travolta neben ihm spielt. In Signs hat er das gute gemeistert (da spielte er neben Mel Gibson), aber hier hatte er Anfangs seine Schwierigkeiten, welche allerdings nichtmal bis zur Hälfte des Filmes anhielten. Danach ging es nur Bergauf und gerade am Ende bringt er seine Rolle so sehr authentisch rüber, dass man die Anfänglichen Schwierigkeiten fast ganz vergisst.
John Travolta spielt Jack´s „Ausbilder” und Freund, Captain Mike Kennedy. Als er am Anfang Jack empfängt, macht er schon einen, etwas komische, aber sehr sympathischen und treuen Eindruck. Im Laufe des Filmes bzw. der Rückblendungen wird dem Zuschauer schnell klar, dass zwischen Jack und Mike mehr als nur Arbeitnehmer – Arbeitgeber Verhältnisse herrschen. Man merkt dass sich dort eine tiefe Freundschaft entwickelt und Mike wird auch der beste Freund der Familie, ab und an passt er auf die Kinder auf etc. Vor allem am Ende merkt man wie tief die Freundschaft der beiden geht. Dieser Charakter wurde von John Travolta sehr authentisch und bewegend rübergebracht. Da man ihn auch Zweifelsohne zu Hollywoods Premium Garde zählen darf, erwartet man von ihm auch nichts anderes als eine Klasse Darstellung. Travolta ist meiner Meinung nach eines der Vielfältigsten Gesichter Hollywoods, er kann sowohl in Komödien, Action Filmen als auch in Filmen mit Charakterrollen mitspielen und mir fällt kein Film ein, in dem er seine Arbeit nicht souverän gemacht hat. Zu den Nebendarstellern kann man zusammengefasst sagen, dass allesamt eine sehr gute Leistung abgegeben haben und auch Bekannte Gesichter sind vorhanden (z.B. Robert Patric aus Terminator 2, wo er den T-1000 spielt)
= Regie =
Jay Russel nahm bei „Im Feuer“ auf dem Regiestuhl platz. Von ihm habe ich noch gar nichts gehört und laut imdb hat er auch noch nicht wirklich viel gemacht, außer Mein Hund Skip, welcher einigen Cineasten vielleicht ein Begriff ist. Er hat es sicherlich nicht leicht gehabt, sich solch einem Thema anzunehmen und auch den Feuerwehrmännern gerecht zu verfilmen, aber ich muss sagen, mich hat er von Anfang an direkt überzeugt! Die Schnitte sind gut gewählt, die Locations auch gut ausgesucht, die einzelnen Aktionen und Brandlocations wurden auch gut erstellt und gut ins Bild gesetzt. Er hat meiner Meinung nach eine sehr gute Crew zusammengestellt, die weiß wie man tragische Momente, Glückliche Momente und auch Momente des Nachdenkens gut ins Bild setzt. Außerdem hat er nicht, wie typisch für das Genre, bei Nacht gedreht, sondern vieles ist am Tag gedreht, wobei die richtige Kombination mit Nachtaufnahmen gut gewählt ist und somit ein schönes Bild abgibt.
= Eigene Meinung =Seid dem Terror-Anschlag auf das World Trade Center sind Feuerwehrmänner die unumstrittenen Helden Amerikas. Sie laufen in brennende Gebäude rein, während andere versuchen schnellstmöglich aus diesen zu Flüchten. Etliche Feuerwehrmänner ließen damals ihr Leben, aber sie gingen immer und immer wieder in das brennende WTC um Menschen zu retten.
Demnach war es nur eine Frage der Zeit, bis selbige in einem Film geehrt werden (wobei es ja schon etliche Filme mit Feuerwehrmännern gibt, aber man merkt doch schon, dass dieser sich auf die Ereignisse am 11.09.2001 konzentriert, auch wenn dies nichts mit der Geschichte im Film zu tun hat). Nun ist es aber eine Frage der Umsetzung, ob man diesen Helden auch würdig wird, was bei einem Film aus Hollywood sicherlich eine Frage ist, die nicht ganz unvermeidbar ist. Denkt man bei Hollywood doch immerzu an Effekthascherei, riesige Explosionen, unrealistische Stunts etc.
Ich hatte Anfangs auch gedacht: Da wird wohl so ein riesiges Gebäude brennen, die düsen da rein, rennen da etliche mal drin rum weil immer irgendwer noch drin ist und am Ende, kurz nachdem der letzte das Gebäude verlässt, macht’s Bum. Aber falsch gedacht! Ok, das Gebäude, in dem sich alles abspielt ist riesig und brennt, aber unnötige Effekthascherei? Nicht die Spur! Bei „Im Feuer“ wird viel mehr darauf eingegangen, dass Feuerwehrmänner ganz normale Menschen sind, sie vielleicht auch Familie haben und ihr Job besteht nun mal darin, in brennende Gebäude zu gehen und Leben zu retten.
Der ganze Film beschränkt sich auf das Leben von Jack Morris. Man sieht seine Anfänge von der Feuerwehr bis hin zu dem Zeitpunkt, wo er sich in jenem Gebäude befindet. Der Film zeigt, wie er sich in eine Frau verliebt, sie heiratet, 2 Kinder bekommt und zwischendurch auch mal Leute aus brennenden Gebäuden rettet. Jay Russel zeigte die Geschehnisse aber nicht aber der Reihe nach, sondern unterbricht sie zwischenzeitig und zeigt, wie es Jack in dem Gebäude ergeht und wie seine Kumpels mit aller Macht versuchen ihn da rauszuholen.
Die Szenen werden sehr gut ins Bild gesetzt, sehr bewegend und auch ruhig, also es ist nicht so dass da ständig irgendwas in die Luft fliegt und Jack, Hollywoodtypisch, alles überlebt, im Gegenteil, wenn denn etwas explodiert sieht man ihm an, dass er getroffen wurde. Um noch mal auf das Leben von Jack einzugehen, hier wirkt alles sehr realistisch. Es wird gezeigt wie Jack Spass hat mit seinen Kumpels, seiner Frau, aber auch wie sich die beiden mal Streiten oder nicht alles Super verläuft, was großteils daran liegt, dass Mike Jack einen Posten im Büro bei der Zentrale angeboten hat, da Jack ja doch 2 Kinder und eine Frau hat und somit wäre es sicherer für ihn wenn er diesen Posten annehmen würde. Seine Frau möchte dass er das tut, da sie sich jeden Tag Sorgen macht, dass plötzlich ein rotes Feuerwehrauto vorfährt (in diesem Auto ist der Leiter der Einheit und ein Pastor, die der Familie mitteilen dass das Familienmitglied, dass bei der Feuerwehr war, gestorben ist). Jack allerdings möchte viel lieber da bleiben wo er jetzt ist und dass entfacht natürlich einen Streit in der Familie.
Auch sieht man sehr schön, wie Jack sich mit seinen Kindern versteht und dass er für seinen Sohn DER Held ist, da sie auch im Fernsehen gesehen haben wie Jack einen Mann aus einem Hochhaus rettet. Man sieht zwar nicht sehr viele Rettungsaktionen, aber jede der Aktionen hat es in sich, welche sind sehr tragisch und welche sind einfach nur Klasse, sodass der Zuschauer automatisch ein lächeln ins Gesicht bekommt.
Allerdings gibt es auch Szenen bei denen man Lachen darf und somit lockert sich die Angespannte Stimmung etwas, aber das ändert nicht wirklich etwas daran, dass man während des ganzen Filmes mit Jack mitfiebert und angespannt ist. Um noch kurz auf die Effekte einzugehen, möchte ich zuerst sagen, dass hier keinerlei unrealistischen Stunts gemacht wurden oder dass es Effekte gibt, die einfach nur überdimensional sind. Alles hier hielt sich im realistischen Rahmen (bei den Dreharbeiten waren echte Feuerwehrmänner dabei und haben der Crew mit Rat und Tat zur Seite gestanden und als der Film fertig war, hat jeder gesagt das er, von den Brandszenen her, sehr realistisch ist.
Die verwendeten Effekte sehen sehr schön aus und machen einem noch einmal mehr bewusst, wie gefährlich Feuer eigentlich ist, was dass Ende des Filmes noch einmal sehr schön betont. Abschließend bleibt mir zu sagen, dass mich der Film komplett mitgerissen hat und ich mich teilweise wirklich in die Situationen versetzt gefühlt habe, sowohl bei den freudigen Szenen als auch bei den tragischen. Einziges Contra: Die deutsche Titulierung „Im Feuer“ klingt für mich eher nach einem 08/15 TV Film …
Der Film schafft es den Helden vom 11.09.2001 würdig zu werden und zeigt nocheinmal wie viel hinter den Arbeiten eines Feuerwehrmannes steckt. Respekt! Ich bedanke mich fürs Lesen und hoffe ich konnte dem ein oder anderen den Film etwas näher bringen.
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24.07.2005 11:09
Noch nie was von dem Titel gehört... trotzdem BH ;-)
25.06.2005 12:33
'Fauerwehreinheit 33' ^^ ... Da haste schon das dicke Officepaket und kannst nichtmal die Rechtschreibkontrolle anwenden - deswegen nur ein sehr hilfreich, sorry =) ... Gruß -.-'
09.04.2005 10:19
Du bist gemein. Du hättest ja ruhig verraten können, ob Jack nun überlebt, oder nicht ;o)... Naja, dann muß ich mir den Film halt doch anschauen müssen :o)... Lieben Gruß :o)