Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
nichts |
| Kontra: |
Zeitverschwendung, und jetzt habe ich auch noch einen Verriß geschrieben |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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I. Vorbericht
Er ist am 5. Oktober 1962 in Liverpool geboren und wächst auch dort auf, als Sohn eines bürgerlichen Ehepaares, das bis heute nicht weiß, wie es zu einem solchen Sohn kommt. Der Papa heißt Leonard, die Mama heißt Joan. Der Sohn bleibt in Liverpool (während die Beatles, die ja ein klein wenig älter sind, fortziehen), er besucht sogar die Universität dort – sie zählt nicht gerade zu den sakralen Orten der Kulturvermittlung, die in England eigentlich so viel sorgfältiger und unschuldiger geschieht als bei uns, weil es eine scheinbar ungebrochene Kultur gibt, die vermittelt werden kann, während die unsere gebrochen ist wie ein falsch zusammengesetztes Kirchenfenster, prachtvoll, aber nicht zu enträtseln – und studiert, ganz unspektakulär, Englische Literatur und Philosophie. Er schreibt Theaterstücke, zum Teil im Stil des „Grand Guignol“¹, die so gut sind, daß er sie vor etlichen Jahren veröffentlicht hat.
So. Außerdem ist er ein veritabler Zeichner und ein weniger guter Maler; er hat sich als Regisseur versucht – mit achtbaren Ergebnissen, aber ohne dabei wirklich überzeugen zu können –, und wer ihn genauer kennt als ich, könnte die Aufzählung sicherlich noch verlängern. Man könnte meinen, er sei einer dieser schwulen englischen Künstler, die irgendwie als Genies beginnen und als Talente enden. Schwul ist er, daraus hat er nie einen Hehl gemacht, auch sein Werk strahlt etwas davon aus, und der Rest der Sentenz stimmt auch, irgendwie. Der Mann heißt Clive Barker.
1984 erscheinen verschiedene Sammlungen von Kurzgeschichten, die wirklich – und aus gutem Grund – Furore machten und die doch zugleich den Keim des Niedergangs in sich trugen. Der Gedanke würde ihm sicherlich gefallen, würde er ihn kennen, weil er einem der zentralen Gedanken in seinen Werken entspricht, das immer wieder den inneren Verfall bis zur vollkommenen Kraftlosigkeit vorführt.
Aber diese Sammlungen von Kurzgeschichten sind doch so spektakulär, daß der Altmeister des Genres, Stephen King, sich zu mehreren prägnanten Elogen hinreißen läßt. Inzwischen, denke ich, würde er sie so nicht mehr von sich geben; dazu ist King ein zu redlicher Künstler. (Über ihn selbst wäre manches zu sagen, aber das verschieben wir auf einen gelegeneren Zeitpunkt. Wir können ihm – King – aber abnehmen, daß er weiß, wovon er spricht.)
Wie auch immer. Diese Sammlung von sechs Bänden mit Erzählungen ist längst ein Klassiker des Genres, was wir auch daran sehen, daß sie inzwischen für das Moderne Antiquariat produziert und dort zusammen mit anderen klassischen Werken der Phantastik und des Horrors für insgesamt rd. € 20 verramscht. Jawohl, verramscht. Ich komme darauf bitte noch zurück. Es wird nämlich irgendwann alles von ihm irgendwie verramscht.
Anfang der Neunziger veröffentlicht Clive Barker „Imagica“ (englisch „Imajica“), einen Wälzer, der es in der deutschen Ausgabe auf über 1.000 lieblos engbedruckte Seiten bringt; seine Fans (davon hat er reichlich) vergleichen den Roman alsbald mit Tolkiens „Herr der Ringe“, allerdings mit dem Zusatz, daß Clive Barker (1) alle seine Charaktere sorgfältig ausarbeite (was Tolkien nur bei einigen wenigen Hauptfiguren getan habe) und daß er (2) anders als Tolkien nicht mit Klischees arbeite oder seine Charaktere sorgsam in Gut und Böse einteile.
Hmm. Wer würde da nicht schwach. Ich sah mich schon die Tastatur vom Staube befreien und die Bierflasche zum Mund heben, um mit den unsterblichen Sätzen zu beginnen: „Liebe Leserinnen und Leser bei ciao, heute will ich Euch² mal ein Buch vorstellen, daß² ich gerade ausgelesen habe, und was soll ich sagen? Ich bin noch ganz hin und weg.“
Leider gibt es diesen Beitrag schon. Von, ich glaube, dreizehn Autoren, die vor mir geschrieben haben und die mich etwas ratlos hier sitzen lassen. Ich gebe hier offensichtlich eine Minderheitenmeinung ab (minority report), aber wie wir dank Philip K. Dick und Tom Cruise wissen, ist die nicht immer falsch, sondern manchmal richtig richtig. Ich halte nämlich Clive Barker für einen ziemlich schlechten Schriftsteller, der so schreibt, wie er malt. Das werde ich gleich kurz begründen.
„Ich habe die Zukunft des Horrors gesehen – sein Name ist Clive Barker“, wird Stephen King zitiert. Die Übersetzung ist grammatikalisch fragwürdig. Die Aussage freilich trifft zum Glück nicht zu. Stephen King hat sich geirrt, und ich wette, inzwischen weiß er es auch.
II. Für den positiv gestimmten Leser
1. Worum geht es in diesem Buch?
Imagica ist eine Welt aus fünf „Domänen“, die einst vereint waren. Seit Jahrhunderten aber ist die fünfte „Domäne“ – die Erde, auf der wir leben“ – abgetrennt, und die erste, in welcher ein gewalttätiger Gott wohnt, ist nicht mehr zugänglich. In der zweiten herrscht seit längerer Zeit ein Autokrat, der im Gefolge des unerschaubaren Gottes ein Terrorregime über seine drei „Domänen“ ausübt; darunter leiden vor allem die Frauen (und Kinder). Auf der Erde aber nähert sich der Zeitpunkt, an dem eine Wiedervereinigung der fünf „Domänen“ versucht werden könnte.
Es stellt sich heraus, daß ein Geheimbund seit dem letzten spektakulären Fehlschlag einer solchen Wiedervereinigung neuerliche Versuche in dieser Richtung rigoros zu unterbinden trachtet, während einige mächtige Menschen auf der Erde und undurchschaubare Kräfte in den anderen „Domänen“ ihre eigenen (oft ihnen selbst nicht wirklich bewußten) Absichten hegen, die darin gipfeln, daß eine solche Wiedervereinigung (Rekonziliation) eben doch nicht nur versucht, sondern auch vollbracht werden soll. Natürlich wird dieser Konflikt durch allerlei zusätzliche Erschwernisse mit zusätzlicher Spannung sehr angereichert.
Zugleich ist der Roman ein Spiel mit der Identität von Personen. Zwei Hauptfiguren haben sich vor langer Zeit verdoppelt, existieren also zweimal, wobei nicht einfach einer das negative Spiegelbild des positiven darstellt. Die Gegenbilder verhalten sich eher wie Klone, die eine eigene, ambivalente Entwicklung nehmen, mit durchaus ungewissem Ausgang.
Unweigerlich werden wir mit der Frage konfrontiert: Bin ich die Summe meiner Erfahrungen, kann mich also selbst formen, indem ich mich zwinge zu vergessen? Oder gibt es einen unzerstörbaren Kern, der mich unweigerlich dazu bringt, aus allen Erfahrungen letzten Endes immer wieder zum gleichen Punkt zurückzukehren? Ein weicher Stein wird von der Umwelt zu zufälligen Mustern geformt. Ein harter Stein wird durch die Elemente aus seiner Umgebung – gleichviel, auf welche Weise – immer wieder zur gleichen Form herausgeschält – das etwa ist der Gegensatz und die Frage, von dem dieses Buch handelt. Oder handeln könnte.
Wir bekommen reichlich Blut und Scheiße geboten. Was freilich 1984 noch modern war, als Clive Barker das eigene Genre so aufrührte wie Dashiell Hammett sechzig Jahre den verstaubten Detektivroman, wirkte knapp zehn Jahre später schon buchstäblich blutlos. Schlimmer noch: die Behauptung von Erotik auf jeder dritten oder zweiten Seite und die ausführliche Darstellung sexueller Akte und Verfahrensweisen und mancher Perversionen oder Seltsamkeiten ersetzt nicht die Erotik der Sprache, der Atmosphäre, der Figuren und Konstellationen selbst.
2. Was ist gelungen?
Immerhin habe ich das Buch in ein paar Stunden ausgelesen, anstatt es einfach liegen zu lassen. Zuweilen war ich versucht, das zu tun. Besseren Büchern ist das schon widerfahren. Manchmal gibt es einen zweiten, einen dritten Anlauf zur Not. Aber dieses habe ich gleich durchgelesen, etwa 100 Seiten pro Stunde am Ende, damit es endlich zu Ende ging. Gelohnt hat es sich nicht.
Es spricht aber für die Spannung, die Clive Barker aufbaut. Sie mag sehr oberflächlich sein, aber sie wirkt. Das kann man nicht leugnen.
Außerdem ist Clive Barker sehr erfindungsreich. Er ist so erfindungsreich, daß er sich – leider – nicht auf die Kraft seiner Erfindungen verläßt, sondern manchmal schon das nächste Bonbon auspackt, während wir noch am ersten lutschen. Damit verzieht er uns. Wir schlucken das erste Bonbon hastig hinunter, ohne es wirklich zu genießen, und reißen ihm das nächste aus den Fingern. Er hält das – fälschlich – für echtes Interesse und fahndet eilig in seiner unergründlichen Hosentasche nach dem nächsten; wir erkennen die wühlende Hand und schlucken noch eifriger.
Manchmal begreift er, was passiert, und fängt an, sich Zeit zu nehmen, aber-
Nein, ich wollte ja über die gelungenen Zutaten schreiben, und darunter ist die verschwendete Erfindungsgabe sicherlich die erfreulichste. Auch ist das Bemühen anzuerkennen, den Charakteren Vielschichtigkeit zu verleihen. Leider bleibt es bei dem Bemühen.
III. Fünf Gründe, warum dieser Roman mißlungen ist – und eigentlich alles, was Clive Barker in den letzten fünfzehn Jahren geschrieben hat
1. Die Charaktere
Einfachste Regel für angehende Schriftsteller: Der Leser muß jemand finden, mit dem er sich identifizieren kann, im Guten oder im Bösen. Solche Figuren gibt es Cilve Barker nicht. Und das hat nichts mit dem Genre zu tun, wie zahlreiche sehr gelungene phantastische Romane beweisen. Die Figuren in IMAGICA sind so vielschichtig, daß sie jede Kontur verlieren. Jede Wendung der Handlung schleift sie entweder ab oder nicht (denn zuweilen wehren sie sich, manchmal sogar erfolgreich), aber wir erkennen die Gründe dafür nicht und auch nicht eine bestimmte Kontur, die dabei entsteht. Entweder werden die Persönlichkeiten zu Staub zerrieben, oder das Endergebnis entzieht sich unserem Verständnis.
Da ist zum Beispiel der Klon Judith, der zwei Jahrhunderte überlebt (ohne daß uns erklärt wird, warum, denn sie ist kein „Maestro“, dem wir das zubilligen, sondern eine ganz normale Frau), alle zehn Jahre das Gedächtnis verliert – was psychologisch vollkommen unmöglich ist (danach kann man nicht weiterleben, aber wir wollen einmal annehmen, es sei eine Art von selektiver Löschung, die die Lebens- und Orientierungsfähigkeit nicht beeinträchtigt) –, und in die Geschichte eingeführt wird als ein Art von besonderer Konkubine. Sie gewinnt im Lauf der 1.068 Seiten ihre Eigenständigkeit und verschwindet am Ende mitsamt einem neugeborenen Kind im Nichts, ohne daß wir begreifen, welche Art diese Emanzipation ist, wodurch sie bewirkt wurde und wohin sie nun wirklich führt. Immerhin haben wir zwischendurch das zweifelhafte Vergnügen, Judith in Situationen von staunenswerter Dummheit und Passivität zu erleben. Solche Frauen WILL ICH NICHT kennenlernen. Von mir aus können sie alle von Dämonen gefressen werden.
Es gibt Figuren, die etwas erleben, das Clive Barker, glauben wir, vielleicht selbst gerne erleben würden. Die eigentliche Hauptfigur, Zacharias Furie Gentle, zum Beispiel heiratet ein androgynes Wesen, einen Gestaltwandler, einen Mystif, und erlebt mit ihm Augenblicke reiner Liebe und Hingabe und Aufopferung. Diese Konstellation zeigt zum einen etwas von der realen Vieldeutigkeit einer gleichgeschlechtlichen Beziehung (ich weiß nicht, ob die Vieldeutigkeit in der Beziehung selbst begründet ist oder in ihrer gesellschaftlichen Einordnung; das ist hier auch nicht die Frage). Ganz offensichtlich liegt sie Clive Barker sehr am Herzen. Aber auch diese Beziehung entwickelt sich nur auf eine sehr oberflächliche Art. Die einzige Art und Weise, auf die Clive Barker uns in sie hineinziehen kann, scheint durch die Schilderung sexueller Akte oder Akte von schrecklichster Gewalt zu sein. Beides ist aber entsetzlich öde. Wenigstens hier.
Ich fürchte, Clive Barker liebt seine Figuren nicht wirklich. Er nimmt sie auch nicht ernst. Er schläft nicht mit ihnen ein und wacht nicht mit ihnen auf. Selbst da, wo wir annehmen können, daß wenigstens er sich mit ihnen identifiziert, stattet er sie mit so vielen widersprüchlichen und – offen gestanden – überflüssigen Charakterzügen aus, daß sie für uns nicht real werden, sondern immer beliebiger. Da lobe ich mir die kritisierte Einfachheit bei Tolkien. Das können wir doch immerhin nachvollziehen, auch wenn wir vielleicht keine der Helden sein wollen oder könnten, die durch Mittelerde ziehen.
2. Der Detailreichtum
der Welten, die Clive Barker erfindet, führt zu einem ähnlichen Ergebnis. Ich habe oben schon kurz darauf hingewiesen. Es ist nicht schwer, eine Suppe zu komponieren, wenn man die teuerste Schokolade der Welt hineinschüttet, Kaviar und Krebs, Pfauenzungen und Trüffel, Mango, Glasnudeln und Ahornsirup, und dann das ganze mit Tokaier und teuerstem Sake abschmeckt. Aber was soll das?
3. Die Handlung
Es gibt eine spannende und geradlinig vorangetriebene Handlung. An einigen wenigen Stellen gelingt es ihm sogar, Puzzlesteinchen richtig zusammenzusetzen. Aber meistens schummelt er. Was er braucht, um ein Problem zu lösen, zaubert er einfach als weitere Zutat aus dem Kühlschrank. Das ist unfair.
Da liebe ich mir die wirklichen Meister des Erzählens, Dan Simmons zum Beispiel, Gene Wolf oder meinethalben auch Stephen King in seinen besten Werken (dazu gehören seine aktuellen Hervorbringungen leider nicht), die ohne großes Getue etwas ungezwungen in die Handlung hineinmotivieren, aber erst viele Seiten später die Mine hochgehen lassen, deren Draht sie vor unseren Augen gelegt haben, ohne daß wir seine Funktion erkannt haben. In ihren besten Werken sind alle Elemente ineinander verzahnt wie bei einem Kontrapunkt von Johann Sebastian Bach: Jedes Teil der Handlung dient mehreren Zwecken. Es entwickelt die Charaktere und die Handlung gleichermaßen und bleibt immer noch potentieller Rohstoff, um irgendwann auch noch eine überraschende Lösung, ein unerwartetes, aber schlüssiges Motiv beizusteuern. Diese bewundernswerte Ökonomie der Handlung zeigt den wahren Künstler, der uns ein klein wenig von dem vermittelt, was Tolkien den Zauber der „Sub-Creation“ nennt und als die gottähnlichste Fähigkeit des Menschen preist.
Wie arm ist dagegen die dürftige Handlungsstruktur von Clive Barker, die von Hilfskonstruktionen, Flickwerk und flimmernden Sinnestäuschungen nur so wimmelt. Das hält nur, weil es so interessant ist. Aber man fühlt sich getäuscht. Und das ist bitter.
4. Die Sprache
ist weitgehend tot. Wer ein bißchen Sprachgefühl hat, merkt das sehr schnell. Da sind nicht nur die vielen sprachlichen Ungenauigkeiten und Schnitzer, die sicherlich nicht allein auf Rechnung der Übersetzer zu schreiben sind; da ist auch die Beliebigkeit der Sprache selbst und der Namen (verstärkt noch um die immer mal wieder zutage tretende Ungeschicklichkeit in der Wahl der Namen selbst; das ist allerdings auch nicht leicht).
Gene Wolfe zum Beispiel, der mit dem „Buch der kurzen Sonne“ einen Roman vorgelegt hat, der auf bezaubernde Weise langatmig ist und nur unwesentlich länger als IMAGICA, macht sich die Mühe, die Namen der Protagonisten und ihre Sprache sorgsam aufeinander abzustimmen. Das erzeugt eine so hohe innere Stimmigkeit, daß wir bereit sind, alles zu glauben, was in diesen Welten geschieht. Dazu ist Clive Barker offensichtlich viel zu faul. Er will gar nicht, daß wir ihm glauben, weil er so geschickt und so schön erzählt. Wir sollen ihm glauben, weil auf dem Umschlag der Geschichte sein Name steht.
Nun ja, hier haben schon einmal dreizehn Leute gute Noten verteilt.
5. Geheimnisse
Clive Barker will alles anschaulich machen, indem er es en detail beschreibt oder indem er ungefragt Erklärungen abliefert. Das raubt den Erscheinungen die Tiefe. Überdies sind es die falschen Details und die falschen Erklärungen. Es ist, als würde einer einen zauberhaften Sonnenuntergang beschreiben und uns zugleich erklären, das käme von den Abgasen der Hochöfen im Tal, deren Geschichte die und die wäre. Was hat das mit dem Sonnenuntergang zu tun? Alles und nichts. Der über zwei Meter hohe „Man Eater“, der durch die Sümpfe von Gene Wolfes Freen stakst, ist bedrohlicher (weil wir außer diesen Worten und der sehr, sehr kargen Beschreibung nicht über ihn wissen) als die absonderlichen Wesen, die vielleicht einem Bild von Hieronymus Bosch entsprungen sind (dort hat Clive Barker sich manche Anregung für das Gewimmel in IMAGICA geholt), aber sicherlich auch besser dort geblieben wären, anstatt im Barker’schen Zoo zu landen, wo wir sie anschauen und studieren können, welche Teile des Menschen sie besonders bevorzugen.
Nein, Clive Barkers IMAGICA liegt da unter einen aseptischen Licht. Es hat die falschen Geheimnisse und viele unnötigen Offenbarungen, und was immer wir an Grauen und Geheimnis geboten bekommen, ist banal, langweilig, peinlich.
6. Clive Barker hat keinen Humor.
IV. Fazit
Clive Barker schreibt zu viel. Er schreibt lieblos. Wer daran Gefallen finden kann, mag vermutlich auch Spülwasser und Kantinenessen.
Ob es überhaupt heutzutage gute phantastische Literatur gibt?
Wenig genug, fürchte ich, und nicht viel davon hat einen Einschlag von Grauen und Erotik, wie Clive Barker ihn gerne mitliefern wird. Selbst wenn wir von Schriftstellern wie Neil Gaiman oder Gene Wolfe sprechen, zögern wir, weil sie klug genug sind, nicht alles zugleich erreichen zu wollen. Nach wie vor ist die grauenhafteste Geschichte, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, eine von Peter Straub (aus dem Band MAGIC TERROR); ich habe sie hier besprochen. Ihre seltene Wirkung liegt vielleicht darin begründet, weil sie eine innere Wahrheit, mit der wir alle vertraut sind, fast zu Ende denkt – und weil wir uns lebhaft vorstellen können, daß uns etwas dergleichen jederzeit widerfahren kann... wäre die Welt nur so, wie Peter Straub sie für einen kleinen Augenblick beschreibt.
MAGIC TERROR von Peter Straub wiegt alles auf, was Clive Barker jemals geschrieben hat. Alles. Es landet ohnehin auf dem Ramsch, Ich fürchte, außer den sechs Büchern des Blutes wird nichts überleben. Es ist einfach zu langweilig, zu nichtssagend.
Was sollen wir also mit Clive Barker? Wir sind ja schon mit den Hohlbeins geschlagen.
¹ Das heißt, sehr vereinfacht gesagt, Theaterstücke, die auf wunderbar naive Weise eben sorgsam grauenhaft erscheinen wie eine in Szene gesetzte Kurzgeschichte von Edgar Alan Poe, aber viel blutrünstiger, und die zugleich noch verdrehter sind als die Werke von Monty Python und Konsorten, und die zugleich einen Hauch von Gesellschaftskritik ausströmen wie ein vermodertes Taschentuch einen letzten Rest vom Parfum, mit dem es einst getränkt war; es ist aber eine anarchistische Gesellschaftskritik, natürlich. Was sonst?
² Einmal, e i n m a l möchte ich gerne darauf hinweisen, daß nach allen nur denkbaren Regeln der deutschen Sprache und aller anderen vergleichbar strukturierten Sprachen der Welt „euch“ nicht – NICHT, N I C H T – groß geschrieben wird, wenn eine Mehrzahl von Leuten angesprochen wird, aber IMMER dann groß geschrieben werden muß, wenn ein einzelner so angeredet wird, weil die Anrede dann förmlich gebraucht wird. Denkbar ist allenfalls die förmliche Anrede einer Mehrzahl – dann doch Großschreibung. „Euch/euch“ wird nicht anders verwendet als das gute alte „Sie/sie“. Groß in der förmlichen Anrede, klein in jeder (IN JEDER) anderen Anwendung.
Und kein Wort über „daß“. Es ist hier natürlich absichtlich falsch geschrieben.
Clive Barker: Imagica (Imajica)
ISBN: 3-453-08206-0
1038 Seiten
Heyne-Verlag. München
Übersetzer : Andreas Brandhorst
€ 9,95 (vergriffen)
http://www.splatting-image.com/Artikel/Barker/barker.html
| weitere Erfahrungsberichte |
kraftvolle Fantasy in moderner Sprache
Bewertung für Imagica / Clive Barker von
Araxas
Pro: siehe Text
Kontra: konnte nichts entdecken
Ein wahrhaft episches Werk, dass Barker da geschaffen hat. Besonders bei seinen Fantasy Werken führt sein außergewöhnlicher Einfallsreichtum zu einem Ergebnis dass mich ehrfürchtig und sprachlos staunend zurücklässt. Ein paar Worte zu Handlung
...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich |
|
sehr hilfreich
14.09.2003
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Fantasy vom Feinsten
Bewertung für Imagica / Clive Barker von
danol
Pro: farbenprächtiger Fantasy-Roman
Kontra: meiner Meinung nach nichts
...Eigentlich bin ich ja mehr ein Horror-Fan, aber da ich Clive Barker gern lese, habe ich mir Imagica gekauft. Das Buch hat über 1000 Seiten, was für mich immer schon eine Empfehlung an sich ist, weil ich keine dünnen Bücher mag*gg*.
Zur Story:
Barker ers ...
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|
sehr hilfreich
29.01.2001
|
Eine magische Suche voller Abenteuer
Bewertung für Imagica / Clive Barker von
Sowan
Pro: Einfach alles, das Buch ist gut geschrieben, spannend und unterhaltsam.
Kontra: Für mich keine Kontras.
Als Fan von SF, Horror und Phantastik versteht es sich beinahe von selbst, daß auf dem Gebiet der Unterhaltungsliteratur (Kurzgeschichten und Romane) Clive Barker zu den modernen Autoren gehört, die ich, Sowan, mit am liebsten lese. Seine Fähigkeit Elemen ...
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|
sehr hilfreich
20.09.2001
(16.06.2002)
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ein Werk so gut wie Tolkins "Herr der Ringe"
Bewertung für Imagica / Clive Barker von
pieohpah
Pro: fantastisch, spannend, herrlich zu lesen... süchtig machend
Kontra: enthält viele Namen, dass man machmal den Überblick verlieren kann
Clive Barker gehört für mich zu den besten Autoren der phantastischen Literatur überhaupt, obwohl sich seine Werke nur schwer einordnen lassen. Meistens sind es die Elemente aus Fantasy und Horror mit denen Barker, der auch als Produzent und Regisseur tät ...
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|
sehr hilfreich
14.07.2001
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Kaum ein Buch der letzten Zeit ist so lesenswert
Bewertung für Imagica / Clive Barker von
HHenning
Pro: Geniales Buch
Kontra: Sehr lange Lesezeit
Heyne 41/49
Jumbo 1993 (GB 1991)
ISBN 3-453-06451-8
Übersetzung: Andreas Brandhorst
Originaltitel: Imagjica
835 Seiten 3600
Bei dieser Fantasystory versteht es Barker ausgesprochen gut, den Leser in eine für ihn völlig neue Weltordnung einzuführen ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich |
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sehr hilfreich
07.12.2002
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