Raffe, schaffe, Häusle baue ...
31.07.2002
Pro:
mehr Möglichkeiten als bei Mietgebäuden, flexibeler, Absicherung für die Zukunft, . . .
Kontra:
hohe Verantwortung, Kostenfaktor
Empfehlenswert:
Ja
 Lilima
Über sich:
*Freue mich immer über nette GB Einträge* ... *Hey! Nur noch 170.000 Punkte bis silber, *hüstel* ......
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Heute möchte ich mich einem Thema zuwenden, dass vielleicht etwas aus dem Rahmen meiner üblichen Berichte fällt, mit dem ich allerdings aus beruflichen Gründen täglich zu tun habe und zwar handelt es sich hierbei um Immobilien. Ich denke die wenigsten Leute, die ungefähr in meinem Alter sind, machen sich wirkliche Gedanken zum Thema Immobilien, doch muss ich sagen, dass man solche Gedanken eigentlich nicht am Alter festmachen kann. Es kann nie zu früh sein sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen ob eine eigene Immobilie für einen das Richtige ist und wenn man sich mit diesem Gedanken angefreundet hat, sich dann damit zu beschäftigen in welche Richtung dies gehen soll. Hiermit meine ich, dass man sich Gedanken machen sollte was einem wichtiger oder angenehmer wäre, ob man beispielsweise eher eine Eigentumswohnung besitzen möchte, ein normales Einfamilienhaus, dass völlig frei steht, ein Reihenhaus oder ähnliche Dinge. Da ich in einer Bank arbeite habe ich täglich mit diesem Thema zu tun, da wir dort sowohl Immobilien zum Kauf in der Vermittlung anbieten, aber ebenso auch die Finanzierungen zum Hausbau, -kauf oder auch zur Renovierung bereits bestehender Gebäude. Hierbei gibt es immer verschiedene Aspekte, die beachtet werden sollten wenn man sich mit diesen Gedanken beschäftigt und ich möchte hier versuchen die wichtigsten Dinge zu Immobilien niederzuschreiben. Zunächst einmal sollte man sich mit dem Grundgedanken der Immobilie beschäftigen und zwar in dem Sinne warum und ob eine eigene Immobilie für einen das Richtige ist. Das Warum ist hierbei der relativ einfachere Punkt, denn eine eigene Immobilie hat sehr viele Vorteile. Der einleuchtendste Punkte ist dabei, dass man nicht mehr die monatliche Miete bezahlen muss, sondern das man dieses Geld sparen kann und in seine eigenen vier Wände investieren kann in Form von Ratenzahlungen für einen Bausparvertrag oder ähnliches. Viele Leute denken manchmal gar nicht darüber nach, dass Miete eigentlich im Hinblick auf die Zukunft verlorenes Geld ist, denn davon hat man in dreißig Jahren nichts mehr. Investiert man das gleiche Geld dreißig Jahre lang in seine eigene Immobilie, ist diese später abgezahlt und man hat sein eigenes Eigentum und spart danach die monatliche Mietzahlung und hat so im Alter mehr Geld zu Verfügung. Dies ist wiederum ein weiterer Vorteil warum viele Leute immer davon sprechen, dass eine Immobilie auch eine Altersvorsorge ist. Das Rentenniveau heutzutage und auch in der Zukunft wird immer geringer und wenn man später im Alter keine monatliche Miete mehr zu bezahlen hat stellt dies eine eindeutige Erleichterung für die Lebensweise dar. Was ein weiterer - und für viele Leute sehr wichtiger Vorteil ist – ist dass man bei einer eigenen Immobilie sein eigener Herr ist, denn man kann sich sein Wohnen so einrichten wie es einem selber lieb ist und auch seine Lebensweise. Man muss weniger Rücksicht nehmen auf andere Mieter oder Absprachen mit dem Vermieter halten. Dies sind nur einige Vorteile für das Warum. Das Ob muss sich jeder selber beantworten, indem man sich die Frage stellt ob man diese Verantwortung auf sich nehmen will, denn auch damit hängt eine Immobilie zusammen, alleine schon durch die langfristigen, hohen und regelmäßigen Kosten, die durch eine eventuelle Finanzierung entstehen. Eine Immobilie ist nicht nur mit Vorteilen sondern auch mit Verpflichtungen verbunden. Hat man sich darüber Gedanken gemacht und sich entschieden, ist die Frage zu beantworten, ob man ein Eigenheim käuflich erwerben möchte oder ob man selber bauen möchte. Entscheidet man sich ein Eigenheim käuflich zu erwerben gibt es bei Immobilien verschiedene Dinge zu beachten. Ein besonders wichtiger Punkt ist hierbei vor allem die Ortswahl, denn wenn man eine Immobilie erwirbt, ist dies eine örtliche Bindung für die Zukunft. Es sollte also darauf geachtet werden, dass der zukünftige Wohnort den Vorstellungen entspricht und dies in jeder Hinsicht. Zieht man an einen völlig fremden Ort, so sollte man ihn sich vorher wenigstens einige Male angesehen habe und wahrsten Sinne des Wortes das Gebiet auskundschaften. Natürlich ist auch hierbei wichtig für einen selber zu entscheiden ob es sich um eine ländliche Gegend halten soll oder ob man sich zukünftig lieber in städtischen Gebieten aufhalten möchte. Was häufig außer Acht gelassen wird ist auch die Verkehrsanbindung eines Hauses, dass man eventuell kaufen möchte. Das Haus und die Gegend kann noch so schön sein, wenn man sich zukünftig nie wieder ohne Auto fortbewegen kann, was vor allem auch bei der Kinderplanung in Bezug auf Kindergarten und Schule wichtig sein kann. Hat man eine konkrete Immobilie ins Auge gefasst sollte man sich unbedingt einen Eindruck darüber verschaffen in welchem Zustand sich diese befindet. Leider passiert es immer wieder, dass Käufer durch einen niedrig erscheinenden Preis angelockt werden und später völlig hilflos sind, da die Folgekosten durch Renovierung oder ähnliches das komplette Budget oder mehr als das verschlingen. Hierbei sollte man also darüber nachdenken, dass es durchaus Sinn macht zu Anfang mehr zu investieren um spätere Kosten überschaubar zu halten. Zu diesem Zustand zählen auch Dinge wie die sanitären Einrichtungen, die Heizungsanlage des Hauses oder ähnliches. Die Größe und bauliche Gestaltung einer käuflich zu erwerbenden Immobilie ist durchaus wichtig, eben aufgrund der langen Zukunftsplanung. So ist es wichtig zu entscheiden ob die Anzahl der Zimmer oder die gesamte Wohnfläche auch für später ausreichend ist, ebenso wie die Zimmeraufteilung. Dies sind sicherlich nur einige Aspekte, aber die dennoch die wichtigsten.Ein Haus selber zu bauen hingegen verlangt nicht nur die Beobachtung gewisser Dinge, sondern vor allem eine genaue Planung. Bevor man daran konkret daran denkt wie das Haus nun genau aussehen sollte, ist es wichtig ein geeignetes Baugrundstück zu finden, was sowohl von der Größe (meist wird hier eine ungefähre Größe von 400-600 qm angestrebt) den Vorstellungen entspricht, aber ebenso auch von der allgemeinen Beschaffenheit, der Lage, des Ortes, die Bebaubarkeit und vor allem auch im richtigen preislichen Niveau. Viele Dinge, die bei einem Grundstück wichtig sind, wissen die wenigsten, denn wichtig ist auch zu wissen ob das Grundstück auch mit Energie versorgt ist oder ob dies in der Zukunft noch geregelt wird und ob eventuelle Altlasten bestehen, die einen Bau einschränken würden. So kann man auch hier schon im Vorfeld mögliche Folgekosten einschätzen. Allgemein sollte das Baugrundstück nicht zu teuer sein, da so dann auch die Gesamtkosten der Immobilie steigen und bei dem Grundstückskauf auch immer noch fest anzurechnende Kosten wie z.B. Maklerprovision, Notarkosten, Vermessungskosten, Grunderwerbsteuer und ähnliches hinzu kommen. Hat man sich für das Grundstück entschieden geht es in die Planung des Hauses über. Hierbei hat man natürlich die Möglichkeit sich zwischen vielen verschiedenen Haustypen zu entscheiden, was alleine von den jeweiligen Vorstellungen oder Bedürfnissen abhängt, denn jeder Haustyp hat andere Vorteile. Das Fertighaus wäre eine Möglichkeit, die durch ihren relativ geringen finanziellen Aufwand zu überzeugen weiß. Allerdings auch durch die sehr kurze Bauzeit, die einem ein sehr schneller Einziehen in die eigenen vier Wände ermöglicht. Natürlich ist nicht zu verachten, dass Fertighäuser für die Zukunft recht flexibel sind, denn durch die von Grund auf immer gleiche Bauweise durch Zusammensetzung bestehender Einzelteile, kann ein Fertighaus in der Zukunft einfacher verändert werden als ein normal gemauertes Haus. Ebenso können Wände leichter versetzt werden. Was für viele Familien überzeugend ist, ist dass Fertighäuser wirklich schlüsselfertig erstellt werden und man keine Eigenarbeit leisten muss. Ein Nachteil ist bei vielen Fertighäusern allerdings, dass sie im Hausinneren recht flexibel sind, jedoch die Grundmaße festgesetzt sind und eine Wohnflächenerweiterung dadurch nur schwer möglich ist. Es gibt allerdings auch eine einfachere Form der Fertighäuser, das so genannte Ausbauhaus. Sinngemäß ist es das gleiche wie ein Fertighaus und auch die Vor- und Nachteile sind weitesgehend ähnlich, jedoch ist der Unterschied daran, dass man hier auch Eigenleistung als zukünftiger Besitzer mit einbringt, denn diese Häuser werden einem nicht schlüsselfertig „überreicht“. Durch diesen Unterschied sind die Häuser natürlich billiger, allerdings sollte man sich im Vorfeld wirklich überlegen ob man selber in der Lage ist, den Vorteil der Eigenleistung und Kosteneinsparung wirklich effektiv nutzen zu können und nicht nachher einen Nachteil daraus zu ziehen, indem man doch wesentlich mehr Geld dafür ausgeben muss, da man sich oder seine Fähigkeiten überschätzt hat. Möchte man sich bei dem Bau eines Eigenheimes eher der Arbeit und der Verantwortung enthalten, so bleibt einem die Möglichkeit ein so genanntes Architektenhaus in Betracht zu sehen. Hier hat man die Möglichkeit alles genau nach seinen Vorstellung zu bauen, allerdings liegt die Umsetzung dessen nicht bei einem selber, sondern wie der Name schon sagt kümmert sich ein Architekt um alles was nötig ist. Dies schließt die Beschaffung der benötigten Baumaterialien, ebenso wie Genehmigungen oder auch die Überwachung der Bauphase ein. Dies ist natürlich eine sehr gute Möglichkeit, allerdings muss auch beachtet werden, dass Architekten auch ein festgesetztes Honorar berechnen, was man nicht außer Acht lassen sollte. Dies sind die wohl bekanntesten Formen des Hausbaus, allerdings gibt es auch noch andere wie z.B. Niedrigenergie-Häuser, Ökohäuser oder ähnliches. Die Grundlage all dessen ist natürlich die geeignete Finanzierung, da kaum jemand eine Immobilie komplett mit eigenen Mitteln finanzieren kann. Diesen Punkt möchte ich hier allerdings nur kurz anschneiden, da es nicht direkt mit dem Thema Immobilie zusammenhängt, sondern nur ein Unterpunkt dessen ist. Der Grundgedanke einer Immoblienfinanzierung liegt natürlich in der Summe, die zur Verfügung stehen muss um alle Kosten abzudecken. Es ist sehr wichtig, dass man dies nicht zu knapp kalkuliert, was leider häufig der Fall ist, denn ansonsten entstehen während der Bauphase eventuelle finanzielle Engpässe, die man dann kurzfristig meist teuer überbrücken muss. Man sollte sich eine komplette Kostenrechnung erstellen, die alle anfallenden zu zahlenden Beträge beinhaltet, von Grundstückspreis bis hin zu Notarkosten, Innenausstattung und ähnlichem. Auf der anderen Seite sollte eine Aufrechnung gemacht werden wie die momentanen Einkommensverhältnisse sind, d.h. die monatlichen Einnahmen mit den regelmäßig anfallenden Kosten, wie Versicherungen, Lebenshaltungskosten usw. aufzurechnen um so zu sehen wie viel Geld einem am Ende des Monats zur Verfügung steht. Daraus ergibt sich dann auch der Betrag, der für eine Finanzierung einer Immobilie durch eine Bank, Sparkasse oder Bausparkasse verwendet werden kann. Hat man noch einen Teil an Eigenkapital durch bestehendes Sparguthaben, Bausparverträge oder sonstigem sollte man dieses teilweise auch in die Finanzierung mit einplanen, da so die monatliche Ratenbelastung wesentlich geringer ausfallen wird. Besteht die Möglichkeit staatliche Förderung – Eigenheimzulage oder ähnliches – in Anspruch zu nehmen, sollte man auch dies unbedingt in Betracht ziehen. Ich persönlich halte eigene Immobilien für eine wichtige und auch sinnvolle Investition für die Zukunft. Einen Hausbau oder auch Hauskauf ziehe ich persönlich nicht unbedingt in Betracht, da mir die allgemeine Summe der Kosten dort zu hoch ist, jedoch ist mir eine Eigentumswohnung sehr wichtig. Sowohl aus dem Grund, dass ich nicht gerne als „normaler“ Mieter wohne, da ich so weniger Rücksicht nehmen muss auf andere Mitbewohner des Hausees, aber auch, dass ich das Geld, dass ich monatlich zahle lieber in meine eigenen 4 Wände investiere als in die Tasche eines Vermieters. Mir selber wurde die Situation relativ einfach gemacht, dadurch dass meine Eltern im Besitz mehrerer Immobilien – sowohl freistehende Einfamilienhäuser als auch Mehrfamilienhäuser, die zur Vermietung stehen – sind. So bestand für mich von Anfang an die Möglichkeit eine dieser Wohnungen als meine Eigentumswohnung zu nutzen und das auch mit relativ hohem Entgegenkommen meiner Eltern was die Finanzierung dieser angeht, was natürlich erheblich zu der Entscheidung beigetragen hat mich an diese Wohnung zu binden. Den Nachteil, dass ich für lange Zeit an diesen Wohnort gebunden bin empfinde ich persönlich nicht als solchen, da ich schon von Kind an hier wohne und mich in dieser Gegend wirklich wohl fühle und hier eigentlich auch nicht weg möchte. Sollte dies dennoch irgendwann aus privaten oder beruflichen Gründen der Fall sein besteht für mich bei dieser Wohnung immer noch die Möglichkeit sie zur Vermietung freizugeben oder natürlich zu einem Kauf, was ich allerdings nicht in Betracht ziehe momentan. Ich kann für mich nur sagen, dass ich die Entscheidung einer eigenen Immobilie immer wieder treffen würde und auch in meinem nun doch relativ jungen Alter, wo viele andere vielleicht noch nicht darüber nachdenken. Ich kann für mich selber nur Vorteile aus dieser Situation herausziehen. Sollte ich für euch wichtige Punkte vergessen haben so macht mich bitte darauf aufmerksam, dann ergänze ich den Bericht dahin gehend. Ich danke euch wie immer für eure Lesungen und freue mich über Kommentare.
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14.01.2003 10:47
Hi, verstehe ich nicht: "Der einleuchtendste Punkte ist dabei, dass man nicht mehr die monatliche Miete bezahlen muss, sondern das man dieses Geld sparen kann und in seine eigenen vier Wände investieren kann in Form von Ratenzahlungen für einen Bausparvertrag oder ähnliches." Wenn ich eine Wohnung finanziert habe, kann ich das Geld nicht sparen, sondern zahle es für einen Kredit zurück. Und Finanzwirtschaftlich ist es doch egal, ob das Geld der Vermieter oder das Bauunternehmen/Bank bekommt. Es fehlt in auf meinem Konto. Und wenn ich nach 30 Jahren die Immobilie Schuldenfrei habe, kann ich wieder investieren, weil das Dach kaputt ist, die Fenster habe ich dann schon vor 10 Jahren erneuert, genauso wie die Badezimmer. Also die Rechnung, ob und für wem es sich lohnt ist nicht so ganz einfach. Hier in Leipzig kann ich viel einfacher Mieten, die Mieten sind so niedrig, das es sich nicht lohnt Wohneigentum zu haben.
19.09.2002 19:08
Meine Eltern haben auch gebaut, sogar zweimal. Das erste Haus ist vermietet und wird demnächst verkauft, bei dem anderen ist seit 4 (!!) Jahren Baustillstand, da Architekt, Zimmermann und noch ein paar Handwerker gut gepfuscht haben. Inzwischen ist bekannt, dass das Haus einsturzgefährdet ist .. da ich das alles so mitbekommen habe, hab ich nicht vor, mal selber zu bauen :) .. Liebe Grüße, Tina
14.09.2002 14:23
Sehr informativer Bericht! Haben grad für unsere Tochter (nebst Freund) eine Eigentumswohnung geakuft, sie ziehen heute um. Persönlich ziehe unser Häuschen vor, da ist man doch ungezwungener und nicht von dem Willen, oder unwillen der Gemeinschaft abhängig! LG von Ria