Seit über einem Monat habe ich (trnd-Partnerin Polly100 - Projektblog: http://infocus.trnd.com) die Möglichkeit, den InFocus IN81 ausgiebig zu testen und möchte euch in meinem Erfahrungsbericht mitteilen, dass sich sehr viel bei den DLP-Modellen von InFocus verändert hat.
Unter dem folgenden Link: "http://de.youtube.com/user/Pollymouse" habe ich vier Videos hochgeladen, um euch ein wenig von der Bildqualität des IN81 zu zeigen (auf meine Leinwand projizierte Szenen - aufgenommen mit einer Sony DSC-T2).
Vorwort:
Es war ruhig im DLP-Lager, gerade in Sachen Full-HD. Mit übertrieben hohen Preisen und meist nur mäßiger Qualität, hat die einstige Referenztechnik in den letzten Monaten viel Boden verloren.
In meinem Erfahrungsbericht geht es um den InFocus IN81, ein Gerät aus dem wohlbekannten Hause: InFocus. Die Marke stand bis vor nicht allzu langer Zeit für Qualität und ein faires Preis- / Leistungsverhältnis. Doch in den letzten zwei Jahren wurde es leider ruhig um InFocus. Die produzierten Geräte waren zwar weiterhin gut, doch technisch unspektakulär und hierzulande schwer zu finden. Dies soll sich nun mit der Full-HD Generation ändern, die die typischen DLP-Qualitäten auch in der 2K Auflösung bieten soll - und das zu Preisen wie die aktuelle LCD-Konkurrenz!
1. Technik, Anschlüsse, Bildsignale und Aufstellung:
Am Design hat der Hersteller sichtlich hinzugelernt. Sahen vergangene InFocus-Beamer nicht selten wie Plastik-Präsentationsgeräte aus den 90ern aus, so kommt der IN81 im eleganten Klavierlack-Finish daher.
Die geschwungenen Formen vermitteln ebenfalls ein edles Äußeres, dass durch hochwertige Materialien und eine gute Verarbeitung unterstrichen wird. Lediglich die unzentrierte Optik an der rechten Seite mögen Perfektionisten stören, weil sie die Achsensymmetrie bricht.
In Anbetracht des günstigen Preises wirkt der IN81 überraschend hochwertig, deutlich besser als die meisten LCD-Konkurrenten. Gerade bei der Deckenmontage hat man so einen ansprechenden Blickfang im Raum.
1.1 Technik:
Für das notwendige Licht sorgt eine 300Watt UHP Lampe, die im Eco-Modus auf 250W gedrosselt wird. Ihre Lebensdauer beträgt die typischen 2000-3000 Stunden, die in Kombination mit dem moderaten Ersatzteilpreis einen kostengünstigen Einsatz erlaubt. Die notwendige Kühlung durch Lüfter arbeitet auf einem guten Niveau, das im Geräuschpegel den Filmbetrieb nicht stört.
Im Falle eines Wechsels muss das Lampenmodul auf der Projektorenunterseite getauscht werden. Dies ist gerade bei Deckenmontagen umständlich, da hierfür der Projektor aus seiner Halterung gelöst werden muss.
Ein weiteres Detail der Heimkinooptimierung ist die Lichtblende vor der Projektionsoptik. Sie kann vom Anwender in ihrem Öffnungsgrad beeinflusst werden, so dass sich Helligkeit und Kontrast auf die gewünschte Anwendung anpassen lassen.
Es handelt sich bei dieser Blende allerdings nicht um eine adaptive Blende, wie sie bei LCD-Projektoren zu Einsatz kommt.
1.2 Anschlüsse und Bildsignale:
Die Anschlüsse befinden sich allesamt leicht vertieft auf der Projektorenrückseite.
Bei den Anschlüssen ist der Projektor vielfältig und gut ausgestattet. 1x HDMI, 1x Composite (RCA), 1x SVideo (Hosiden), 1x YUV (RCA), 1x RGB H/V (SubD) und 1x DVI-D. Die beiden letzten Signalarten teilen sich allerdings den Infocus-typischen "M1-DA" Anschluss, der umständliche Stecker-Adapter unumgänglich macht. Immerhin liegt ein HDMI-Adapter bei, so dass der Projektor ab Werk mit zwei HDMI-Eingängen aufwarten kann, beide nach dem aktuellen HDM1.3 Standard mit Deep-Color Unterstützung. Hinzu kommt noch eine RS232 Schnittstelle, die zur Gerätesteuerung und für Software-Updates einfach genutzt werden kann. Auch die Triggerausgänge für Leinwände sind lobenswert, so dass automatisierte Systeme realisiert werden können.
An Signalarten versteht der IN81 alles, was derzeit in einem Heimkino auftauchen kann: PAL, NTSC, RGB, HDTV 720p/1080i/1080p. Große Frage: Wie sieht es mit dem Filmstandard schlechthin, 1080 / 24p aus, bei dem die originale Kinofrequenz eingehalten wird? Ich kann euch beruhigen: Der IN81 versteht nicht nur diese begehrte HD-Variante, sondern stellt sie auch noch adäquat dar, ohne Bildruckler. Damit ist der IN81 zukunftssicher und heimkinooptimiert.
1.3 Aufstellung:
Die meisten DLP-Projektoren zeigen nach wie vor Defizite in der Aufstellungsflexibilität, der InFocus Playbig IN81 ist da leider keine Ausnahme. Hauptgrund zur Kritik sind die großen Abstände, die der Projektor für angemessene Bildbreiten erfordert.
Bei der Raumplanung des Heimkinos muss der Anwender bei den Abständen besondere Sorgfalt walten lassen. Typisch amerikanisch ist der InFocus-Projektor nichts für kleine Räume. Hinzu kommt das Fehlen eines Lensshifts sowie ein DLP-typischer Offset. Als Faustformel kann man sich merken: Die benötigte Raumlänge entspricht ungefähr der zweifachen Bildbreite (z.B. bei 2,4m Bildbreite = ca. 4,8m Raumlänge).
2. Fernbedienung und Menu:
Die Bedienung des Gerätes entspricht der InFocus Tradition, sowohl das Layout der Fernbedienung als auch das der Menüführung hat sich in den letzten Jahren kaum verändert.
2.1 Fernbedienung:
Funktionell kompakt zeigt sich die Fernbedienung. Sie bietet ein für Heimkinoprojektoren typisches Design mit Steuerkreuz und gruppierten Funktionstasten. Mit ebenfalls schwarzem Hochglanz-Finish und einer dezent blauen Beleuchtung passt sie hervorragend zu dem Design des Projektors.
Die Anzahl der gebotenen Tasten ist aber nach wie vor ein wenig eingeschränkt und zu kompakt in der Aufteilung. Ein handliches Steuerkreuz zur Navigation fehlt mir persönlich. In der Infrarot-Reichweite hingegen überzeugt die Fernbedienung auf ganzer Linie, auch reflektiv über die Leinwand reagiert der Projektor schnell und zuverlässig auf die Signale.
2.2 Menu:
Das Menu ist nur in drei Kategorien (Bild, Einstellungen und Source-Information) eingeteilt. Besonders interessant sind die Bildfunktionen. Diese Unterkategorie öffnet sich direkt mit zahlreichen Parametern.
Die gebotenen Bildparameter werden im Umfang vielseitig und auch in der Struktur übersichtlich präsentiert. Wenn sie dementsprechend zuverlässig funktionieren, steht einer genauen Bildkalibrierung nichts im Wege.
Praktisch ist die "Quellen"-Funktion, mit der man verschiedene Eingänge einer Quellennummer zuordnen kann. Ungenutzte Anschlüsse können damit deaktiviert werden. Hinter "Service" verbirgt sich ein komplett weiteres Untermenü mit noch mehr Funktionen zur Projektoreninstallation.
Die dritte Hauptkategorie dient nicht der Anpassung von Parametern auf die eigenen Bedürfnisse, sondern ist eine reine Informationskategorie mit sehr vielen nützlichen Angaben über das gerade eingespeiste Signal. Der Anwender kann so genau überprüfen, ob der Projektor auch wirklich in dem gewünschten Modus arbeitet. Derartige Info-Screens sind sehr vorbildlich und leider noch viel zu selten bei Projektoren zu finden.
3. Bildqualität, De-Interlacing, Overscan und DLP-Artefakte:
3.1 Bildqualität:
In Sachen Bildqualität wird der IN81 Projektor dem hohen Anspruch an Full-HD Projektoren gerecht. Der hochwertigen Optik gelingt es, ohne nennenswerte Defizite auch Kleinstdetails bis hin zu einem Pixel Größe scharf auf der Leinwand abzubilden. Im HD-Bild wird diese Genauigkeit belohnt - passende Bildquelle vorausgesetzt.
Auch in der Ausleuchtung bietet der Projektor gute Ergebnisse, das Bild wirkt gleichmäßig hell.
3.2 De-Interlacing:
Das De-Interlacing wird vom Pixelworks-Chip übernommen. Sicher keine High-End Lösung, doch auch mit diesem Chip sind gute Ergebnisse möglich.
Bei Videomaterial aus dem Fernsehen zeigt der Projektor eine mittelprächtige Qualität. Das Motion Adaptive Verfahren hat stellenweise mit nichtbewegten Bildinhalten Probleme, wodurch unnötig Zeilenflimmern und Detailverlust provoziert wird. Gut hingegen ist die Bewegungsschärfe bei mittelschnellen Bewegungen.
Einen PAL-tauglichen Filmmode bietet der Projektor ebenfalls.
3.3 Overscan:
Früher war ein Overscan notwendig, um störende Signale aus dem Bild zu verbannen, seit der DVD oder HDTV ist der Overscan unerwünscht, um tatsächlich den vollen Bildinhalt ohne beschnittene Ränder auf die Leinwand zu bringen. Das Beste aus beiden Welten kombinieren Projektoren mit variablem Overscan. Hier kann man bei Bedarf den Bildausschnitt auf das Signal anpassen.
Der InFocus IN81 gibt sich keine Blöße, er bietet neben einem ausschaltbaren Overscan sogar eine zusätzliche Blankingfunktion. Schaltet man den Overscan "off", so wird wie erwartet der gesamte Bildinhalt angezeigt, keine Teile des Bildes werden unterschlagen.
3.4 DLP-Artefakte:
Eines der meist diskutierten DLP-Artefakte ist der berühmte Regenbogeneffekt, er resultiert aus der sequentiellen Farberzeugung per Farbrad. Grundsätzlich gilt: Je schneller das Farbrad, desto geringer der Regenbogeneffekt. Man kann das Farbrad aber nicht beliebig schnell machen, da sonst die Farbgenauigkeit leidet. Der IN81 erreicht eine Farbfrequenz von 200Hz bei PAL (NTSC: 240Hz), dies entspricht einer vierfachen Farbradgeschwindigkeit. Damit ist der Regenbogeneffekt angenehm unauffällig und viele Anwender werden sich hieran nicht groß stören, aber bei genauem Hinsehen ist er dennoch wahrnehmbar.
Anmerkung: Der Regenbogeneffekt unterliegt stark dem persönlichen Empfinden. Die eigene Empfindlichkeit gegenüber dem Rainbow-Effekt, sollte der Anwender vor dem Kauf bei der Vorführung selber testen!
4. Fazit:
Es wurde daher Zeit für einen günstigen DLP-Projektor, der die typischen Stärken der Technik mit Qualität und einem bezahlbaren Preis kombiniert. Lange blieb der Wunsch unerfüllt, doch nun ist es InFocus gelungen, diese Lücke zu schließen.
Schon direkt nach dem ersten Einschalten wird man von dem InFocus IN81 mit seiner enormen Bildhelligkeit überrascht. Überprüft man den Lampenmodus und bemerkt, dass es sich tatsächlich um den Eco-Modus handelt und der Projektor noch zusätzliche Lichtreserven bietet, weicht die Überraschung einem Staunen. Der IN81 ist zweifelsohne der hellste Projektor seiner Preisklasse im Full-HD Segment. Dies macht ihn tauglich für große Bildbreiten und einen flexiblen Einsatz unter Restlichtbedingungen. Er ist damit besonders für Wohnzimmer hervorragend geeignet.
Nicht selten kommt nach der Begeisterung Ernüchterung, nämlich dann, wenn man mit einem schlechten Schwarzwert und mäßigen Kontrast konfrontiert wird, wie er bei hellen Projektoren oft üblich ist. Und wieder überrascht der IN81: Mit 3000:1 nativem Kontrast bei richtiger Farbdarstellung bietet das Modell eine unglaubliche Bildtiefe. Die hohe Helligkeit in Kombination mit dem DLP-typisch hohen Inbild-Kontrast verleihen dem Bild eine einzigartige Charakteristik auch in der Bildschärfe. Und sollte der Schwarzwert für einen Science-Fiction noch einen Tick zu hell sein, so kann man ihn mit der Blende verbessern.
Doch nicht alles ist perfekt: Mein Hauptkritikpunkt betrifft die Signalverarbeitung für PAL-Material, wie wir es noch längere Zeit im Fernsehen und auf DVD haben werden. Vermutlich wurde zu Gunsten des günstigen Preises auf hochwertige Prozessoren wie HQV, Faroudja oder VXP verzichtet und stattdessen der Pixelworks herangezogen. Dieser macht seine Arbeit zwar nicht wirklich schlecht, doch ein Projektor mit Full-HD Auflösung bietet einfach mehr Potenzial zur Detailverbesserung. Zudem sollte man stets auf eine progressive Zuspielung achten, denn der De-Interlacer hat sowohl bei Video- als auch Filmmaterial sichtbare Schwächen. Zum Glück sind Zuspieler mit hochwertiger Skalierung nicht mehr teuer, so kann man schnell einen kostengünstigen Workaround für diese Mankos finden.
Voll des Lobes bin ich bezüglich der Wiedergabe von HDTV-Material: Die pixelgenaue Ansteuerung und vor allem die hochwertieg Optik, die auch Kleinstdetails sehr scharf abbildet, sorgen für ein unglaublich scharfes und detailliertes Full-HD Erlebnis. Mit den IN81 wird man die Vorteile von Blu-ray und HD-DVD schnell zu schätzen wissen und sie nicht mehr missen wollen.
Bleiben die DLP-typischen Artefakte: Sicherlich sind DLP-Artefakte auch bei dem InFocus IN81 Projektor technisch bedingt vorhanden, durch das spezielle Farbrad hat man aber gute Wege gefunden, sie zu minimieren.
Alles in allem macht der Infocus eines der schönsten DLP-Bilder, das ich seit langem gesehen haben. Er besticht vor allem durch seine ansprechende Helligkeit und den hohen Kontrast.
Vom Bild her ist der IN81 ein Gewinner, der es mit seinen Konkurrenten, gerade in dieser Preisklasse mehr als aufnehmen kann. Es wird eine ausgesprochen hohe Qualität geboten. Gleiches gilt für die Ausstattung und Technik, denn dank der vielen Eingänge und der hochwertigen Verarbeitung, ist das Preis- / Leistungsverhältnis vorbildlich.
Technische Details:
- Auflösung Full HD 1080p (1920 x 1080)
- DLP Technologie von Texas Instruments
- DarkChip2™
- Max. 1400 ANSI Lumen video-optimiert
- Lamp Life: 2500h
- Kontrast: nativ 3000:1; 10.000:1 mit offener Irisblende
- leiser Betriebsmodus
- bis zu 1.07 Milliarden anzeigbare Farben mit Deep Color™ BrilliantColor™
Weitere Informationen zum IN81 findet ihr auf der deutschen InFocus-Website.
Preis: 3.499,-
(Empf. VK inkl. MwSt.)
25.01.2008 04:03
wirklich Erstbericht oder neuer Account ? ;-)
24.01.2008 22:24
...ehrlich gesagt habe ich den Preis erwartete:))CC
24.01.2008 20:03
super Erstbericht