... In diesem Buch müssen sich die Helden auch im Kampf Mann gegen Mann (oder Frau) bewähren. Der Krieg und der Kampf bekommen plötzlich ein sehr persönliches Gesicht.
Die Peeps werden nach ihrer Revolution von Leuten geführt, die man zum Teil einfach als wahnsinnig ansehen muß. Es ist kein Zufall, ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von wmueller über In Enemy Hands / David Weber 24.11.1999
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Die Tatsache, daß in dieser Serie die Heldin, Honor Harrington, überleben muß, damit es weitergehen kann, mindert nicht die Spannung, mit der man um sie bangt. Denn schließlich gerät sie in diesem Teil in Gefangenschaft der Peeps, der Gegner in dem interstellaren Krieg, welcher sich nun schon über sieben Bände erstreckt. Leider stellt sich echte Spannung erst nach etwa einem Drittel des Buches ein, als die langen Auslassungen Webers über die Politik der Haveniten (der Peeps also) und verschiedene Personengruppen auf beiden Seiten sich erschöpft haben. Er kann sicher als Autor einer sehr erfolgreichen Reihe auch mal ein halbes Buch dafür verwenden, den Hintergrund näher auszuleuchten und mit der näheren Bekanntschaft der gegnerischen Seite neue Aspekte hineinzubringen. Man merkt als Leser, daß die beiden Handlungsstränge auf etwas hinauslaufen, das verhängnisvoll für Honor sein wird. Die Fans der schnellen und lauten Action haben ihm das übel genommen, und wenn man von MSF nur solches erwartet, wird Webers neuestes Taschenbuch vielleicht eine gewisse Verwunderung hervorrufen. Ob er nun sein Steckenpferd reitet oder das Gefühl hatte, seinen Lesern nun auch einmal etwas tiefsinnigeres zumuten zu können, sei dahingestellt. Zumindest gewinnt die Handlung dann doch noch an Dynamik und rast förmlich ihrem Ende entgegen. Diesmal gibt es jedoch keine Raumschlachten, wo der Tod ein fernes Aufblitzen von nuklearen Explosionen ist. In diesem Buch müssen sich die Helden auch im Kampf Mann gegen Mann (oder Frau) bewähren. Der Krieg und der Kampf bekommen plötzlich ein sehr persönliches Gesicht. Die Peeps werden nach ihrer Revolution von Leuten geführt, die man zum Teil einfach als wahnsinnig ansehen muß. Es ist kein Zufall, daß der Sicherheitsdienst der Volksrepublik mit SS bezeichnet wird (state security - also Staatssicherheit). Gegen die 'Volksfeinde' wird nur offener Terror angewendet, Andersdenkende werden erschossen, ebenso übrigens Militärs, die den Fehler machten, eine Schlacht zu verlieren. Weber hat den Konflikt zwischen der Volksrepublik Haven und der Allianz um Manticore frei nach dem zwischen England und Frankreich im 18. und 19. Jahrhundert gestaltet. Aber er spielt nicht einfach vergangene Schlachten nach, sondern entwickelt auf Grund wirtschaftlicher und sozialpolitischer Überlegungen die Situation auf dem Niveau von Sternennationen weiter. Wenn er in diesem Buch ein wenig genauer auf diese Hintergründe eingeht, zeigt das nur, daß er sich als Autor mehr Gedanken macht, als mancher Leser verkraften kann. Honor Harrington, die mit ihren Schiffen einen Konvoi oder Geleitzug begleitet, gerät in einen Hinterhalt. Peeps haben mit einem Überraschungsangriff ein System der Allianz eingenommen und greifen sie an. Als Honor sie mit ihrem Schiff von der Stelle weg lockt, wo ihr Konvoi ankommen muß, rettet sie damit zwar diesen, aber sie wird mit ihrer Crew gefangengenommen. Eigentlich gibt es auch in diesem erbitterten interstellaren Krieg Regeln, wie man Kriegsgefangene zu behandeln hat, doch die werden von einer der politischen Führerinnen der Peeps kurzerhand außer Kraft gesetzt. Honor und ihre Offiziere sollen hingerichtet werden. Kurz vor der Ankunft auf dem Gefängnisplaneten Hades gelingt es einem scheinbar zum Feind übergelaufenen Offizier, die anderen und Honor zu befreien und das Schiff mit manipulierten Computerprogrammen ins Chaos zu stürzen. Bei der Flucht wird Honor schwer verletzt und viele andere opfern für sie ihr Leben. Das Schiff der Peeps fliegt mitsamt der Oberverrückten in die Luft, und unsere Helden landen insgeheim auf Hades. Und was weiter geschah, steht im nächsten Buch...
...und Verwicklungen, wie man sich leicht denken kann.
Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden - da man in den nächsten Jahren die Bücher auf Deutsch erwarten kann, sollte sie doch jeder interessierte Fan selbst lesen.
Ein lustiges kleines Detail noch: Honor liest in einer der wenigen ruhigen Minuten ein altes Buch und findet es trotz der archaischen Sprache sehr gut. Es ist von einem gewissen Forester - das ist der Mann, der 'Horatio Hornblower' schrieb, das Standardwerk auf dem Gebiet militärischer Belletristik. Kleine Verbeugung Webers vor dem großen Vorbild.
Und David Weber schreibt weiter: 'In Enemy Hands' ist schon angekündigt....
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