Der Konsument ist gefordert
13.02.2012
Pro:
Intelligente Story, enorme Spannung
Kontra:
Es bleiben Fragen offen
Empfehlenswert:
Ja
 dik1609
Über sich:
Ich bin 54 und bedanke mich für Lesungen, Bewertungen und Kommentare - Gegenlesungen sind selbstvers...
Mitglied seit:04.06.2010
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Wie das manchmal so ist: Da war ich doch völlig erpicht darauf, den Hollywood-Streifen "Inception" zu sehen - und nachdem ich ihn im Kino prompt wieder einmal verpasst hatte, wurde er sofort bestellt, als das Werk auch auf DVD erhältlich war. Und dann lag er daheim im Wohnzimmer herum. Und lag. Und lag. Irgendwie passte es nie. Jetzt aber - endlich! - habe auch ich "Inception" gesehen - und berichte gern darüber.
Der Kauf Erworben wurde die DVD beim Internet-Anbieter buecher.de, der aktuell für den am 1.4. 2011 erschienenen Film nur noch 9,99 Euro verlangt. Ich glaube aber, damals noch den "regulären" Preis von 16,99 Euro bezahlt zu haben - ich war halt ungeduldig, obwohl ich, wie ich jetzt weiß, mit dem Kauf durchaus noch hätte warten können.
Das Aussehen
Die Metallscheibe, auf der eine Kopie des Films gespeichert ist, ziert ein geographisches Muster, das an ein Labyrinth erinnert. Verpackt ist sie in einer Kunststoffhülle, deren Titelbild sechs zum Teil mit Gewehren bzw. Pistolen bewaffnete Menschen zeigt, die auf einer Straße stehen. Im Hintergrund sind Hochhäuser zu sehen, das Bild ist durch den Titel des Films überschrieben. Zudem gibt es das Zitat "Bahnbrechendes Kino!" der Zeitschrift TV Digital zu lesen. Die Rückseite der Hülle zeigt Szenenfotos und knappe Informationen über den Film.
Technische Angaben Anzahl der Datenträger: 1 Spieldauer: ca. 142 Minuten FSK-Freigabe: ab 12 JahreSprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch Untertitel für Hörgeschädigte: Deutsch, Englisch Tonformat: Dolby Digital Regional-Code: 0, 2 Bildformat: 1:2,35 / 16:9 Specials: Extraktions-Modus: Erfahren Sie, wie Christopher Nolan die Schlüsselmomente des Films erschaffen hat; Das japanische Schloss: der Traum stürzt ein - Erschaffung und Zerstörung der Schloss-Kulisse; Eine Einführung in paradoxe Architektur - Erschaffen der Treppen ins Nichts; Der Güterzug - Gestaltung eines stahlverkleideten Güterzuges.
Der Inhalt (buecher.de)
Dom Cobb ist Spezialist, wenn es darum geht, in die Köpfe anderer Menschen einzubrechen und Ideen zu stehlen. Nun soll er im Auftrag des Magnaten Saito einen Schritt weiter gehen: Im Kopf des jungen Erben Robert Fischer soll er eine Idee einpflanzen, die dafür sorgen soll, dass der den Konzern seines verstorbenen Vaters zerschlägt. Cobb versammelt ein neues Team um sich und macht sich an die Arbeit. Als größtes Hindernis erweist sich seine Erinnerung an seine verstorbene Frau Mal, die seine Pläne in der Traumwelt torpediert. Zunächst von Christopher Nolan als Intermezzo zwischen "Dark Knight" und einem dritten "Batman"-Film ersonnen, entpuppt sich der virtuos verschachtelte und visuell visionäre Science-Fiction-Actionthriller als das inhaltlich wie technisch ambitionierteste Projekt in der Karriere des Briten. Ein Stoff mit Blockbuster-Aufwand, Megabudget und Staraufgebot (DiCaprio, Cotillard, Page), das nicht nur auf Spektakel im Stil von "Matrix" setzt, sondern auch Futter für graue Zellen im Genregewand bietet. Jetzt schon ein Klassiker. Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Mitwirkende
Drehbuch und Regie: Christopher Nolan Musik: Hans Zimmer Schnitt: Lee Smith Kamera: Wally Pfister Produzenten: Emma Thomas und Christopher Nolan Schauspieler: Leonardo diCaprio, Ken Watanabe, Joseph Gordon-Levitt, Marion Cotillard, Ellen Page, Tom Hardy, Tom Berenger, Michael Caine.
Meine Meinung "Bei dem Film musst du aufpassen", sprach die beste Tochter von allen, bevor die DVD in das entsprechende Abspielgerät eingelegt wurde - schließlich hatte sie es damals rechtzeitig ins Kino geschafft. Und sie hatte Recht. Ich wollte nun mal diesen Film unbedingt sehen - und irgendwie schien dies der richtige Abend dafür zu sein. Aber ich war müde. Das war nicht gut. Nach rund einer halben Stunde hatte ich Probleme, der Handlungs-Logik zu folgen und stellte Fragen, die die Tochter dazu veranlasste, mir vom weiteren Ansehen des Films abzuraten. Irgendwie war meine Aufmerksamkeit offenbar doch eingeschränkt. Ich folgte also dem Ratschlag des Nachwuchses und verschob den Konsum dieses Films erneut.
Im zweiten Anlauf klappte es besser. Dieses Mal war nicht nur genügend Zeit vorhanden (immerhin warten auf den Zuschauer fast zweieinhalb Stunden Filmgenuss), auch der Müdigkeitsgrad tendierte gegen Null. Ich konnte mich also voll und ganz auf diesen Film einlassen. Das tat ich denn auch - und daran tat ich recht, denn wer anfangs nicht ganz bei der Sache ist, der wird im Fortlauf der Geschichte immer mehr Verständnisprobleme bekommen. Aber, wie gesagt, dieses Mal war ich aufmerksam. Und rund zweieinhalb Stunden später begeistert. Die Grundidee des Streifens ist schon faszinierend, wobei ich mich durchaus frage, inwieweit das Eintauchen in oder gar Manipulieren der Gedanken anderer Menschen wirklich nur Fiktion ist, wobei in diesem Fall nicht nur reine Suggestition zum Erfolg führt. Und dann die Mischung: Nolan hat sich wirklich zumindest zum kleinen Teil überall bedient. Da gibt es Erinnerungen an "Mission Impossible", an "Oceans Eleven" oder "Matrix" - und ein wenig James Bond ist auch noch dabei. Das mag nach einer Reihe von Plagiaten klingen, ist es aber nicht, weil diese Elemente natürlich keineswegs eins zu eins übernommen wurden, die Ideen aus all diesen filmischen Vorlagen nur eingearbeitet und weitergeführt wurden. Und natürlich besteht der Film entsprechend gleichermaßen aus philosophischen Fragen, Emotionen und Action, wobei das alles wunderbar zusammengefügt ist und nicht wie eine willkürliche Mixtur wirkt.
Der Spannungsbogen indes ist interessant konstruiert, denn er steigt praktisch sofort beim Filmstart auf die höchste Ebene an, wo er lange verharrt, zwischenzeitlich nur leicht wieder abfällt, um dann wieder ganz oben zu landen - und selbst zum Schluss hin nicht ins Nichts zu stürzen - denn es bleiben Fragen offen. Fragen, die sich der Zuschauer selbst wird beantworten müssen. Ein Sonderlob gebührt Leonardo DiCaprio, der trotz einer komplexen Rolle eine ganz starke Leistung zeigt und Emotionen offenlegt. In der Summe war ich von diesem intelligenten Streifen wirklich begeistert und es wundert mich nicht, dass er gleich mit vier Oscars (beste Kamera, bester Ton, bester Tonschnitt, beste visuelle Effekte) ausgezeichnet wurde und weitere vier Nominierungen (bester Film, bestes Drehbuch, beste Filmmusik, bestes Szenebild) erhielt. Sicher ist aber auch, dass der Konsument gefordert ist - er muss sich wirklich auf den Film einlassen, anderenfalls wird er Verständnis-Probleme haben und entsprechend enttäuscht sein.
Verlieren sollte ich an dieser Stelle eigentlich noch ein Wort über die Extras, kann das aber nicht wirklich: Ich habe sie völlig unbeachtet gelassen. Der reine Film-Genuss reichte mir völlig aus.
Eine Auszeichnung Auch in Deutschland wurde der Film ausgezeichnet. Besonders bemerkenswert für mich: Die Deutsche Film- und Medienbewertung verlieh der Produktion das "Prädikat besonders wertvoll". In der Bewertung heißt es unter anderem: "In der Traumwelt dieses Films ist alles möglich - es muss nur realistisch dargestellt und in sich schlüssig sein. Und diese Aufgabe meistert Nolan souverän, [...]. So glaubwürdig und spielerisch wie hier wurde vorher noch nie im Kino die Illusion von Schwerelosigkeit erzeugt und auch sonst ist Inception prall gefüllt mit Phantasmagorien, die von Nolan grandios konzipiert und in Szene gesetzt wurden. Durch die intensiven Leistungen der genau passend besetzten Darsteller gelingt es Nolan zu verhindern, dass seine Geschichte nach dem Motto "wenn alles möglich ist, ist auch alles egal" zu einer reinen cineastischen Trickkiste wird. Vor allem Leonardo DiCaprio und Ellen Page erden so diesen Traum von einem Film."
Mein Fazit
Ein wirklich starker Film für Freunde des Genres. Intelligente Story, guter Schnitt, hervorragende Kamera-Führung mit atmosphärisch gelungenen Bildern. Zwar gibt es eine FSK-Freigabe ab 12 Jahren, ich würde allerdings keinem Jugendlichen in diesem Alter den Film vorsetzen. Und auch Erwachsene sollten ihn nicht als Nebenbei-Unterhaltung verstehen, sondern sich voll und ganz auf das Werk einlassen, um es genießen zu können. Insofern eigentlich war der Film sicher im Kino besser zu genießen als auf DVD.
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01.04.2012 16:05
nicht so meines, sh & lg
20.02.2012 14:51
ich fand den Film einfach genial und auch bei mir blieben Fragen offen, aber das bei Matrix ja auch so :-)
14.02.2012 20:31
Bei mir liegt der auch schon seit über einem halben Jahr ungesehen im Schrank. Vielleicht schaue ich ihn mir nun doch endlich mal an. LG