Insel Senja, Hamn i Senja

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Insel Senja, Hamn i Senja

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Erfahrungsbericht über "Insel Senja, Hamn i Senja"

veröffentlicht 15.07.2017 | Regan
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Über sich :
Aktuell nehme ich euch Schritt für Schritt auf meinem Roadtrip durch Florida mit, den ich letztes Jahr gemacht habe. Lese aus der Kommi-Spalte gegen! Dauert aber manchmal etwas. :-)
Ausgezeichnet
Pro Atemberaubende Natur, Wander- und Outdoor-Paradies, einsame Orte, selbst in der Hochsaison
Kontra Nichts
besonders hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

"{Jenseits des Polarkreises 5} Ein Schatzkästchen im Norden"

Bei Hamn i Senja

Bei Hamn i Senja

Hallo zusammen,

die Mitternachtssonne, ebenso wie das Nordlicht, in Skandinavien zu erleben stand schon eine geraume Weile auf meiner Bucket List. Das Nordlicht konnte ich bereits letztes Jahr im November abhaken, die Mitternachtssonne war dieses Jahr im Juni dran. Schon sehr früh musste ich den Flug buchen und habe trotz An- und Abreisetage unter der Woche immer noch mehr Geld dafür bezahlt als sonst, aber da ich dieses Mal so wahnsinniges Glück mit dem Wetter hatte, hat sich jeder Cent gelohnt.

Und wo könnte man die Mitternachtssonne bei so einem Bomben-Wetter besser erleben als in Norwegens schöner Natur?


..::Wieso nach Senja?::..

Die Insel Senja ist neben ihren großen Geschwistern, den Lofoten und den Vesteralen, ein weiteres landschaftliches, allerdings noch kaum bekanntes Juwel Norwegens. Noch liegt der Fokus des internationalen Tourismus mehr auf der bekannten Inselgruppe der Lofoten, sodass man auf Senja selbst in der Hauptsaison hauptsächlich auf Einheimische, bzw. Touristen aus der näheren Umgebung trifft. Das heißt jedoch nicht, dass Senja weniger zu bieten hat als die Lofoten und die Vesteralen, ganz im Gegenteil. Man findet spektakuläre Ausblicke von und auf die Berge und Felsformtionen, Seen, rauschende Wasserfälle, Fjorde und geheimnisvolle Wälder. Wanderern erschließen sich unzählige Routen überall verstreut auf der Insel, die mal länger, mal kürzer, mal leicht und mal anspruchsvoll sind - für jeden ist hier der passende Wanderweg dabei und man kann nach Lust und Laune anhalten und einfach drauf los wandern. Generell bietet Senja Aktiv-Urlaubern eine Menge Möglichkeiten vor einer beeindruckenden Kulisse. Im Gegensatz zu den Lofoten bietet Senja zudem eine Ruhe und Einsamkeit, selbst während der Hauptreisezeit, welche man auf den Lofoten nur noch bedingt findet. Senja ist wie ein kleines Schatzkästchen, das demjenigen, der es erschließt, die wunderschönsten Orte offenbaren kann.


..::Die Anreise::..

Je nach dem, von wo und mit welchem Verkehrsmittel man anreisen möchte, ergeben sich verschiedene Möglichkeiten.

Bei einer Fluganreise bieten sich die Flughäfen Tromsö oder Andenes an. Tromsö wird von Frankfurt aus teilweise direkt angeflogen, i. d. R. muss man aber in Oslo einmal umsteigen. Von Tromsö sind es mit dem Auto nach Senja etwa 2 bis 2,5 Stunden. Entweder man fährt über das Festland und Finnsnes, oder man nimmt im Sommer die Route über Kvartöya und von Brensholmen die Fähre nach Botnhamn im Norden Senjas. Diese fährt aber nur in den Sommermonaten.

Fliegt man Andenes auf den Vesteralen an, muss man mindestens einmal in Oslo umsteigen. Von Andenes aus kann man direkt mit der Fähre nach Gryllefjord im Westen der Insel fahren (Achtung, das geht nur im Sommer! Wenn die Fähre nicht geht, ist es ein ziemlich langer Umweg und nicht zu empfehlen).

Wir erreichten Senja mit dem Auto aus dem Süden. Hier kann ich die Straße 84 bis nach Sörreisa empfehlen, da diese landschaftlich mehr zu bieten hat als die E6. Der Weg verlängert sich dadurch nicht, bzw. wenn, dann kaum merklich. Wer Zeit hat und noch die Landschaftsroute auf den Vesteralen mitnehmen möchte, kann im Sommer auch einen Umweg über die Vesteralen nach Andöya fähren und ab Andenes wieder die Fähre nehmen.

Ist man mit den Hurtigruten unterwegs und möchte einen Stopp auf Senja einlegen, sollte man das Schiff in Finnsnes verlassen.


..::Nasjonale turistveger - die Landschaftsroute auf Senja::..

In ganz Norwegen gibt es die sog. nasjonale turistveger, die Nationalen Landschaftsrouten, die landschaftliche Highlights gepaart mit Design und Architektur zu bieten haben. Insgesamt gibt es 18 solcher Straßen in Norwegen, die gemeinsam 1850 km lang sind. Diese Routen zeichnen sich nicht nur durch atemberaubende Natur aus, sondern wurden auch von verschiedenen norwegischen Architekten, Designern und Künstlern verschönert, um die Straßen und Wege zu etwas Einzigartigem zu machen. Die Werke der Architekten und Künstler können Aussichtspunkte im speziellen Design sein, aber auch Rastplätze und Parkflächen. Sogar ein speziell konstruiertes Toilettenhäuschen reiht sich in diese Auflistung mit ein.

Eine dieser Landschaftsrouten befindet sich auch auf der Insel Senja. Diese verläuft von Botnhamn bis nach Gryllefjord, mit Abstechern nach Husöy und nach Medfjordvaer. Auf rund 100 km fährt man an einigen der schönsten Fleckchen vorbei, die Senja zu bieten hat. Erweitert wird die Landschaftsroute auf Andöya, der nördlichsten Insel der Vesteralen-Gruppe. Die Fähre zwischen Gryllefjord und Andenes fährt aber nur im Sommer.


Bergsbotn
Eines der Highlights auf der Landschaftsroute Senjas liegt in Bergsbotn - oder besser gesagt weit oberhalb davon. Bergsbotn ist ein kleines Dorf im Bergsfjord, der von spektakulären Bergen umrahmt wird. Die Landschaftsstraße schlängelt sich, komt man vom Süden, einen dieser Berge hinab. Auf halber Strecke befindet sich eine 44 m lange, wellenförmige Aussichtsplattform, von der aus maneinen atemberaubenden Blick über den Bergsfjord hat.


Ersfjordstranda
In Ersfjordstranda befindet sich einer der schönsten Strände Senjas. Umrandet wird der feine Sanstrand von hohen Bergformationen und lädt zum Verweilen ein. Als ich dort war, war an diesem Strand allerdings recht viel los, im Gegensatz zu den anderen Orten auf Senja. Viele Norweger hatten hier ihre Zelte aufgeschlagen und das schöne Wetter genossen. Da an diesem Wochenende angeblich das eine oder andere Konzert bzw. Festival stattfand, weiß ich nicht, ob das ein Ausnahmezustand war oder das im Sommer dort öfters so aussieht. Von der idyllischen Ruhe und Einsamkeit, die wir auf Senja sonst erfahren haben, war hier nicht viel zu spüren.

Neben dem Strand, auf der anderen Straßenseite befindet sich ein Rastplatz mit einer etwas eigentümlichen Toilette. Die eckige Form mit der goldenen Fassade ist in jedem Fall einzigartig und wirkt fast ein bisschen wie von einer anderen Dimension.


Husöy
Husöy ist, wie der Name schon verrät ("hus" = Haus, "öy" = Insel), eine kleine Insel im Norden Senjas, genauer gesagt im Öyfjord, die völlig zugebaut ist mit Häusern. Angeblich befindet sich auf diesem kleinen Eiland kein einziges Fleckchen Erde mehr, wo man ein neues Haus hätte hinbauen können. Warum ausgerechnet auf dieser Insel so viele Häuser gebaut wurden, weiß ich allerdings nicht.


Tungeneset
Eines DER Wahrzeichen Senjas und ein absolutes Muss für jeden Besucher ist Tungeneset. Dieser Designer-Rastplatz befindet sich zwischen Ersfjord und Steinfjord. Über einen hölzernen Weg mit ein paar Treppenstufen gelangt man zu einer flachen Felsformation, von der aus man einen wunderschönen Blick auf das zackige Bergmassiv Okshornan hat, die ein bisschen wie spitze Hörner oder Zähne aussehen. Schon allein von dem hölzernen Weg aus hat man eine gute Aussicht, man kann aber auch noch ein Stückchen weiter über die Felsen laufen.


Nicht nur diese genannten Hotspots auf der Landschaftsroute sind einen Stopp wert. Immer wieder bieten sich auf Senja Gelegenheiten, einen kurzen Fotostopp, eine längere Rast mit schöner Aussicht oder eine spontane Wanderung zu machen.


..::Anderdalen Nasjonalpark::..

Der Anderdalen Nasjonalpark befindet sich im Süd-Westen Senjas und ist mit dem Auto nicht passierbar. Man kann lediglich für eine Weile daran entlangfahren. Wer den einzigen Nationalpark am Nordmeer erkunden möchte, muss die Wanderstiefel schnüren und auf einem der zahlreichen Wanderwege in den Park hinein laufen.

Der Nationalpark mit einer Gesamtfläche von 124,86 km² bietet eine einsame Landschaft aus unberührter Natur. Verwunschene Wälder, Seen, Wasserläufe und Wasserfälle, Berge und Moore.

Verschiedene Wanderwege führen in den Nationalpark hinein. Fährt man an der Westküste entlang des Nationalparks, befindet man sich stellenweise schon ganz nah an der Grenze. Hier haben wir, als wir in Richtung Flakkstadvag gefahren sind, schon von Weiten einem sehr großen, mächtigen Wasserfall in der Ferne gesehen. Spontan entschieden wir, trotz der späten Stunde (aber schließlich ist es im Juni 24 Stunden hell), uns diesen Wasserfall einmal genauer anzusehen. Wir stellten unser Auto ab, zogen unsere Wanderstiefel an und wanderten einen Waldpfad an einem Bach entlang, bis uns irgendwann ein Schild im Anderdalen Nasjonalpark Willkommen hieß. Der Wald hatte etwas an sich, was mich faszinierte. Vielleicht war es das Licht im Wald, oder auch die Stille, das ferne Rauschen des Wasserfalls und des Bachs, aber ich fühlte mich, als wäre ich in einem Zauberwald unterwegs. Irgendwann wandelten wir nicht mehr auf einem Pfad, sondern direkt durch das Moor, wo allerlei Pflanzenarten, wie Weidenkätzchen, Moose und Wollgräser wuchsen. Eine Stelle war etwas kompliziert, als wir über einen schmalen Wasserfall hinüber gelangen mussten, denn der Bach führte ziemlich viel Wasser. Dennoch, eine passende Stelle war bald gefunden und kurz darauf wurden wir durch den Anblick des tosenden Wasserfalls belohnt. Theoretisch hätte man diesen Weg noch weiter laufen können, den Wasserfall nach oben klettern und weiter in den Nationalpark hinein laufen können, doch dafür war es uns einfach schon zu spät - trotz strahlendem Sonnenschein war es immerhin schon fast halb elf. Auf dem Rückweg konnten wir noch eine Gruppe Rentiere beobachten. Insgesamt waren wir nicht lange unterwegs, vielleicht eine Stunde oder etwas mehr, aber es hat sich mehr als gelohnt.

Am nächsten Tag wollten mein Freund und ich noch ein bisschen mehr vom Nationalpark sehen. Wir fuhren an der anderen Seite, an der Südküste Senjas, entlang und hielten an zwei verschiedenen Stellen. An einer Stelle sind wir bloß einen Hügel hinauf gelaufen, um uns einen besseren Überblick über den Fjord und die Inseln in der Ferne zu verschaffen. Und das andere Mal hielten wir an einem Rastplatz, wo man in einem kleinen Restaurant Kaffee und Kuchen bekommen konnte. Direkt daneben befanden sich, wenn ich mich nicht täusche, Stellplätze für Wohnmobile und Wohnwägen. Hier startete ein weiterer Wanderweg hinein in den Anderdalen Nationalpark. Der komplette Weg bis zu einem See im Nationalpark dauerte angeblich etwas mehr als drei Stunden, wir liefen aber wieder einmal nicht den ganzen Weg. Wir liefen wieder ein Stück durch den Wald, dann über Bretter durch ein Moor. An dieser Stelle sah der Nationalpark wieder völlig anders aus. Hier standen weniger Bäume und die Flora war definitiv eine andere, bei Weitem nicht so sattgrün wie in dem Bereich, in welchem wir am Vortag unterwegs waren. Dafür hatten wir stellenweise eine schöne und weite Aussicht auf den Park sowie verschiedene Berge in der Ferne.


..::Hamn i Senja::..

Von Hamn i Senja erwartete ich, dass es sich um einen größeren Ort handele, aber Pustekuchen. Dort gibt es ein Hotel und ein Restaurant, wo wir an einem Tag zu Mittag gegessen haben. Ein paar Ferienchalets, welche auch zum Verkauf stehen, gab es auch, aber viel mehr war da nicht. Das Mittagessen dort war teuer (Norwegen eben!), aber in Ordnung.

Frisch gestärkt vom Essen fuhren wir vielleicht zehn oder fünfzehn Minuten weiter nach Süden, als wir auf einem kleinen Parkplatz hielten und uns entschlossen, einen Berg hoch zu steigen. Der Anstieg dauerte vielleicht eine dreiviertel Stunde bis Stunde und war eigentlich nicht besonders anstrengend, hätte man nicht wie ich einen vollen Magen gehabt. Dieser Umstand erschwerte meinen Aufstieg und erforderte mehrere Pausen. Dennoch, stolz wie Bolle kam ich letzten Endes zwar nicht ganz oben auf dem Gipfel, dafür am Gipfelbuch an, wo wir unsere Namen hineinschrieben. Geschafft!


..::Fazit::..

Die Insel Senja hat für Wanderer und Naturliebhaber so einiges zu bieten und muss sich ganz sicher nicht hinter den Lofoten verstecken. Zwar weniger berühmt, aber dennoch wunderschön und ruhig. Im Sommer lässt sich Senja super mit den Lofoten und den Vesteralen, vielleicht auch noch mit Tromsö, zu einer Rundreise verbinden. Definitiv sollte man sich diesen Ort auf einer Rundreise in Nordnorwegen nicht entgehen lassen!

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • MadderSky87 veröffentlicht 21.09.2017
    Bh jetzt wie versprochen nachgereicht.
  • Sommergirl-Mary veröffentlicht 20.09.2017
    toll
  • MadderSky87 veröffentlicht 09.09.2017
    Gz zum Brilli. Hab deinen Bericht auf meiner leider immer länger werdenden BH-Nachholliste parken müssen. Gruß, Flo.
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