InstallBug
24.10.2001
Pro:
siehe Text
Kontra:
siehe Text
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Stabilität:
Benutzerfreundlichkeit
mehr
 MatthiasHuehr
Über sich:
Ich bin gerade mit den Texten für meine neuen Seite www.MV-Trip.de beschäftigt. Da bleibt leider nic...
Mitglied seit:21.07.2000
Erfahrungsberichte:294
Vertrauende:178
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 92 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Wenn man professionelle Programme erstellt, dann muß man dafür sorgen, daß der Anwender die Programme einfach und ohne Probleme auf seinem Rechner installieren kann. Für dieses Problem gibt es professionelle Programme, die dem Entwickler helfen sollen, es zu lösen. Das bekannteste dieser Programme ist InstallShield der amerikanischen Firma InstallShield Corporation. Da ich vor ein paar Monaten ein Softwareprojekt übernommen habe, bei der eine Installation nötig ist, habe ich seit einiger Zeit das zweifelhafte Vergnügen mit diesem Programm arbeiten zu dürfen. Eigentlich müßte ich müssen sagen, da es beruflich bedingt ist. In meiner Firma programmiere ich mit Hilfe von Delphi 5.0 Enterprise. Bei der Installation von Delphi hat man die Möglichkeit auch InstallShield Express mit zu installieren. Die bei Delphi mitgelieferte Version ist die 2.12 limited Edition. Die Installation dieses Programms erfolgt ohne Probleme und nimmt etwa 9,5 MBytes auf der Festplatte in Anspruch.
Startet man das Programm, so erblickt man eine Art Notizblock, auf dem die Reihenfolge der Arbeitsschritte steht, die man durchführen muß, um das Installationsprogramm erstellen zu können. Wenn man einen Arbeitsschritt fertig hat, so wird er als erledigt auf dem Block markiert. Wenn man alles erledigt hat, dann kann man das Installationsprogramm erstellen. So ist die Theorie, die Praxis ist aber leider doch etwas anders. Die Handhabung des Programms ist relativ einfach und die Übersichtlichkeit ist gegeben, wenn man eine sehr einfache Installation erstellen möchte. Spezielle Einstellungen sind irgendwo zu finden, aber nicht dort, wo man sie finden müßte. Da ich eine etwas Installation erstellen muß, wo man viele Auswahlmöglichkeiten haben soll, wird es etwas kompliziert. Beispielsweise will ich die Option aktivieren, daß die installierten Datenbanken bei eine Deinstallation nicht gelöscht werden sollen. Einen Hinweis auf diese Option ist in der mitgelieferten Onlinehilfe des Programms nicht zu finden. Mehr durch Zufall wurde diese Option von meiner Kollegin gefunden. In einem Untermenü im Auswahlmenü, wo man festlegen kann, ob der Nutzer die Datenbank in ein von ihm gewünschtes Verzeichnis installieren kann, findet man den benötigten Eintrag. Das eine hat mit dem anderen absolut nicht wirklich etwas zu tun, weshalb man diese Option dort plaziert hat. Ob man wohl die Möglichkeiten für die Anfragen bei der Hotline vergrößern wollte? Jedenfalls sind einige Optionen im Programm etwas falsch, da unlogisch, plaziert worden.
Das Problem, weshalb ich dem Programm keine gute Bewertung geben kann, ist die Unfähigkeit die selber angelegten Daten richtig zu verarbeiten. Wenn man individuelle Installationen generiert, dann legt man Gruppen an, für die man die dazugehörigen Dateien definieren muß. Das ist relativ einfach durchzuführen, bis man auf den Bug im Programm stößt, der das Arbeiten mit dieser Version zu einer reinen Zumutung werden läßt. Beispielsweise ignoriert das Programm Änderungen in den Gruppen, so daß man vor jeder Installationserstellung nachschauen muß, ob das Programm nicht schon wieder die Daten selbständig verändert hat. In meinem Fall setzt er die Änderungen wieder zurück, so daß eine alte Fassung der Installationseinstellungen aktiviert wird. Merkwürdigerweise ändert das Programm bei der Erstellung der Installation die Datei, in der die Einstellungen gespeichert sind. Die Datei liegt im Format für INI-Dateien vor, so daß man sie auch per Editor verändern kann. Ich hatte die Datei für eine Installation von Hand geändert und dann mit InstallShield geöffnet, wobei ich die Datei im Editor geöffnet ließ. Nach der erfolgten Neuerstellung der Installation meldete mir der Editor, daß die Datei von einem anderen Programm geändert worden ist. Und siehe da, das Programm hatte schon wieder die Installationseinstellungen durcheinandergebracht. Bei diesem auftretenden Problem ist es jedenfalls für mich kein optimales Arbeiten möglich. Dank der kundenorientieren Geschäftspolitik der Firma hat man als antwortsuchender Anwender ein doch etwas unschönes Problem. Wegen Kosteneinsparung wurde die deutsche Filiale geschlossen, so daß man nicht einmal mehr die „kostengünstige“ Hotline nutzen kann, die nur lächerliche 3,63 DM pro Minute kostete. Wer jetzt Probleme haben sollte, der kann sich an die amerikanische Hotline wenden. Die Hilfestellung, die man dort erhalten kann, ist abhängig von dem Servicestatus, den man beim Kauf des Produktes erlangt hat. Also um so mehr Geld man ausgegeben hat, um so netter ist die Hilfe am anderen Ende der Leitung. Diesen Service können aber nur Leute in Anspruch nehmen, die der englischen Sprache wirklich mächtig sind. Mein Englisch ist jedenfalls nicht so gut, daß ich mit einem Amerikaner, der eventuell noch einen Dialekt hat, eine hilfreiche Konversation über ein technisches Problem führen könnte. Aber da gibt es ja noch ein paar klitzekleine deutsche Softwarebüdchen, die auf das Problem aufmerksam geworden sind und gegen eine üppige Bezahlung Hilfe anbieten. Warum sollte man für viel Geld ein Programm kaufen, wofür man nicht einmal brauchbare Hilfe bekommen kann?
Diese Version wird zwar als Beigabe mit Delphi mitgeliefert, was aber keine Rechtfertigung für die, von mir bemängelten auftretende Probleme des Programms rechtfertigen würden. Der Funktionsumfang ist im Verhältnis zu der teuersten Version, welche weit über Tausend Euro kostet, für den Preis als Beigabe zwar noch ausreichend, bestimmte Fehler sind aber nicht nötig. So bringt die Installation bei einer falschen Pfadangabe die Fehlermeldung, daß das Laufwerk keinen Speicherplatz mehr hat, statt daß es darauf hinweist, daß dar Pfad nicht existiert. Und für die richtige Aussage der Fehlermeldung soll man dann noch Geld bezahlen, wenn man die „Profiversionen“ kaufen möchte? Das Programm funktioniert zwar gut, wenn man eine einfache Installation erstellen möchte, bei Installationen mit höherer Funktionalität zickt es aber zu oft rum, als daß es dafür geeignet wäre. Ob die auftretenden Probleme eine Art Marketing sind, um die teuren Versionen zu verkaufen, die angeblich laut Aussage der Firma, fehlerfrei funktionieren sollen, wage ich nicht einmal zu bezweifeln. Für einen professionellen Einsatz sind die 3 Versionen des Programms, die ich bisher getestet habe, nicht wirklich geeignet, da bei allen dieselben Probleme auftraten. Und diese Firma ist trotz allem Marktführer bei diesen Programmen. Das erinnert mich doch sehr stark an die Firma aus Redmont ...
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Verwandte Tags für InstallShield Express
|
|
31.10.2001 21:11
Hi, also als erstes muß ich sagen, ein guter Bericht. Aber ich kann Deinen hier beschriebenen Bug keines wegs nachvollziehen! Da ich selbst auch beruflich mit Delphi programmiere, bin ich mitunter auch gezwungen Setup´s zu machen. Installshield Express nutze ich schon seit 3 Jahren intensiv und bis jetzt gabs solche Schwierigkeiten nie! Aber trotzdem ein sh. Gruß, Enkin
27.10.2001 15:22
Die von die beschiebenen Probleme sind bei mir mit der Vollversion InsallShield 3.01 nicht aufgetreten. Die Dokumentaion ist aber wirklich eine Katratrophe. *gruß* Jonker
25.10.2001 10:02
Upppps, noch kein Kommentar dazu, wie sträflich ;-). Naja liegt vielleicht daran, daß sich mit der Materie nicht so viele auskennen. Ich programmiere zwar nicht Delphi, aber ein Kumpel von mir ist selbstständiger Softwareentwickler und hat mir auch schon von den gleichen Schwächen berichtet. Die erweiterte Version soll aber wirklich besser sein. Viele Grüße Peter.