Intel schärft die "böse Axt" nach...
07.01.2007
Pro:
Extrem übertaktbar und dabei "rock solid", besserer Raid Controller als beim Vorgänger, Vista Konformer Audio Chip, Teststartbutton auf dem Board
Kontra:
"Nur" noch 5 . 1 Audio, derzeit keine Unterstützung des früher mitgelieferten Overclockingtools für Windows
Empfehlenswert:
Ja
Details:
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Kaum 4 Monate nach dem Intel zum ersten Mal mit der "bösen Axt" (freie Übersetzung des Codenamens "Bad Axe") zugeschlagen hat, kommt jetzt eine Neuauflage des offiziell D975XBX getauften Mainboards. Da einer unserer Kunden das Ding unbedingt in seinem Rechner verbaut haben wollte, hatte ich die Gelegenheit mich mit diesem Hightech Brett mal näher zu beschäftigen. Nachdem ich selbst eine Weile den Vorgänger mein Eigen nennen durfte, war ich gespannt, was sich bei der "2nd Edition" alles geändert hat. Tja - auf den ersten Blick schlicht gar nichts, es gibt kaum eine optische Abweichung zum originalen "Bad Axe". Intels Marketingargumente sind denn auch eher fadenscheinig.
Zum einen wäre da der "Vista Support". Das bezieht sich vor allem auf die 3D Oberfläche "Aero die man bei Windoof Vista Premium und geeigneter Hardware aktivieren kann. Hmmm. Ich hätte da primär eher an Komponenten wie die Grafikkarte und den Hauptspeicher gedacht, die insoweit kritisch werden könnten. Mangels Windows Vista kann ich Intels Argument derzeit allerdings ohnehin nicht überprüfen... Weiterhin wird jetzt offiziel der -mittlerweile für ca. 900 Euro erhältliche- Intel Core 2 Extreme Quad Prozessor QX6700 alias Kentsfield "optimal" unterstützt. Auch das war schon mit dem Vorgänger möglich - wie Intel selbst demonstriert hatte. Darüber, was die "optimale" Unterstützung ausmacht, schweigt Intel sich leider aus...
Dann wäre da noch die offizielle Unterstützung von DDR2 800 Speicher. OK - beim Bad Axe 1 stand davon nichts im Handbuch und auf Intels Website, aber im BIOS gab es die Option trotzdem. Neu ist allerdings, dass man die Speicherspannung zwecks Übertakten auf mehr als 2.2 Volt anheben kann - wäre aber mit einem BIOS Update sicher auch mit dem alten Brett gegangen. Erfreulich für Overclocker ist der Umstand, dass man den Systemtakt jetzt -wie von anderen Boards gewohnt- in 1 MHz Schritten erhöhen kann und nicht mehr umständlich in Prozent rechnen muss.
Beim Onboard Sound ist merkwürdiges geschehen. Hatte der Vorgänger noch einen Sigmatel Chip mit 7.1 Unterstützung ( 8 Kanal) spricht das Handbuch nur noch von 5.1 Sound. In der Tat ist ein anderer Chip auf dem Board - der Sigmatel STAC9227 statt dem älteren 9220. Laut Sigmatel unterstütz 9227 Windows Vista und 8 Kanäle - ??! Laut Intel Website sollte auf dem D975XBX2KR aber ohnehin ein STAC92547 verbaut sein - der gemäss dem Sigmatel Datenblatt sogar 10 Kanäle und einen Anschluss für ein digitales Mikrofon unterstützt. Das mitgelieferte Tool "Intel Audio Studio" beharrt aber auf 5.1 Surround Sound, die Option 7.1 bleibt grau. Besserer Chip und weniger Soundoptionen ? Sehr seltsam... Passend dazu wird ab sofort auch kein Audio+Firewire Frontpanel für den 3.5" Slot mehr mitgeliefert - kann man verschmerzen.
Hinzugekommen ist dagegen ein Startknopf à la Amischlitten. Jawohl, das Bad Axe2 kann man schon in uneingebautem Zustand bequem mit einem kleinen Microschalter zu einem Teststart bewegen, ohne die Zündung kurzzuschliessen (sprich: kurz einen Jumper auf die beiden Powerpins zu stecken). Nettes Gimmick, aber immer noch kein Grund, um ein neues Board zu kaufen. Ebenfalls neu hinzugekommen ist der Support für ein TPM Modul. Hinter TPM (Trusted Platform) verbirgt sich das umstrittene Digital Rights Management, das den Ruf geniesst, eher die Abzocke der Film- Musik- und Softwareindustrie zu unterstützen, als ein Sicherheitsgewinn zu sein. Sehe ich persönlich genauso, aber keine Bange - solange das Modul nicht eingebaut und aktiviert wird, ist das noch kein Thema. Die Entscheidung über Änderungen an der Hard- und Softwarekonfiguration bleibt also bis auf weiteres dem Anwender vorbehalten.
Eine weitere kleine Änderung gab es beim zusätzlichen Festplattenkontroller. Bisher standen den 4 SATA Anschlüssen, den der Intel 975X Chipsatz mitbringt, 4 weitere Ports über einen antiquierten Silicon Image Chip zur Verfügung, der an den lahmen PCI-Bus angebunden war. Der neue Chip stammt von Marvell und nutzt den schnellen PCI Express Bus. Dank Intels Matrix RAID kann man alle 8 Ports für RAID Arrays beliebig kombinieren - da RAID 5 unterstützt wird, kann man also mit vernünftiger Nutzkapazität eine grössere Anzahl Platten (mindestens 3, besser 4 oder mehr) inklusive Ausfallschutz zu einer grossen verbinden und muss dafür nicht wie bei RAID 10 (mindestens 4 Laufwerke) die Hälfte der Plattenkapazität opfern, sondern nur n minus 1, wobei "n"die Anzahl der Platten ist. Je mehr Platten, um so geringer der Kapazitätsverlust. Genügen die 4 Intel Sata Ports, kann man den Marvell Chip im BIOS abschalten. Allerdings leuchtet dann die Festplattenkontrolleuchte non stop - Fehler bei der Implementierung, der hoffentlich mit einem BIOS Update behoben wird... A propos BIOS: das "Bad Axe" wird ja oft wegen der vermeintlich umständlichen Jumperung des Normal- und Konfigurationsmodus gescholten.
Das ist ein Missverständnis - selbstverständlich kann man auch im "Normalmodus" Änderungen im BIOS-Setup vornehmen. Der Konfigurationsmodus bewirkt, dass das Board bei Neustart automatisch mit Default Werten ins BIOS Setup geht - was sehr praktisch ist, wenn man es mit dem Übertakten und fummeln an den Einstellungen so sehr übertrieben hat, dass nichts mehr geht und ein CMOS Reset bzw. Batterieausbau nötig wäre. Mit dem Konfigurationsmodus hat man automatisch wieder die Basiswerte, ohne das Datum und Uhrzeit etc. zurückgesetzt werden. Also eher ein Vorteil. Kein Vorteil ist dagegen, dass Intel offenbar das superpraktische Windows Tool zum Übertakten wieder eingestampft hat - bzw. den Support dafür. Zwar kann man es noch an gut versteckter Stelle auf der Downloadsite ausfindig machen (beim Bad Axe 1 war es BEstandteil der Treiber CD) und es lässt sich auch installieren - nur leider nicht starten ! Statt dessen gibt es jetzt die doofen "Desktop Tools", die nur noch Temperatur- Lüfterdehzahl, VCore usw. auslesen und anzeigen - gääääähn !
Das Engineering Tool, mit dem man das BIOS des Boards Offline bearbeiten und versteckte ZUsatzoptionen freischalten konnte, gibt es zwar noch - nur bietet Intel die speziellen BIOSdateien, die das Tool benötigt, für das Bad Axe2 nicht mehr an. Es gibt nur noch die Auswahl zwischen "Express" (Unter Windows ausführbares Update) und "Normal" (benötigt ein Update Tool im DOS-Modus zum aufspielen). Was Gott sei Dank geblieben ist, ist das unglaubliche Übertaktungspotenzial des Boards - ich konnte mit Luftkühlung aus einem Core 2 Duo E6600 (2.4 GHz standardmässig) mühelos 3.3 GHz herausholen - ohne irgendwas an der Spannung drehen zu müssen. Da könnte sich Asus mal ein Beispiel dran nehmen. OK - haben sie ! Das Ergebnis ist ein Board mit dem martialischen Namen "Kommando", das einzig und allein auf OVerclocking getrimmt wurde. Aber das gehört nicht hier her ! :-) Geblieben ist natürlich auch der Crossfire Support für 2 Ati Grafikkarten in Arbeitsteilung - obwohl Ati jetzt zu AMD gehört.
Fassen wir zusammen: das Bad Axe 2 ist ein hervorragendes Board für die Intel Core 2 und Core 2 Extreme Prozessoren einschliesslich des neuen Quad Core Schlachtschiffs. Die Änderungen gegenüber dem Vorgänger sind letztlich aber minimal (siehe meinen Bericht "das Imperium schlägt zurück"), wer ein Bad Axe 1 mit Conroe Support hat, kann getrost dabei bleiben. Wer tatsächlich 900 Euro für eine Quadcore CPU verballert und Intel abnimmt, dass er auf dem neuen Board besser läuft, wird wohl zum teureren Bad Axe 2 greifen - ansonsten sehe ich da kaum einen Grund für... In diesem Sinne !
Strider
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08.01.2007 00:09
Zauberhaften Sonntagabend noch und lg panico:-)
07.01.2007 23:48
Klasse Bericht ! hatte leider kein b.h mehr zur verfügung . Werde aber wieder in deinem Profil vorbeischauen ;-) LG
07.01.2007 22:17
Das Bad Axe 2 ist schon ein verdammt geiles Board. Ein Kumpel von mir hatte es mit einem QuadCore in Betrieb und das geht ordentlich. Allerdings gibts mitlerweile schon wieder besseres (die neue nForce Serie) und für besonders hohen FSB nimmt man ja sowieso lieber ein P5B Deluxe