Erfahrungsbericht über

Intel Desktop Board D975XBX

Gesamtbewertung (2): Gesamtbewertung Intel Desktop Board D975XBX

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UPDATE: Das Imperium schlägt zurück

5  16.07.2006 (24.07.2006)

Pro:
Top Verarbeitung, hochwertige und umfangreiche Onboardkomponenten,ausschliesslich passive Kühlung der Boardkomponenten, unterstützt Conroe und Kentsfield, CPU Multiplikator freischaltbar

Kontra:
etwas kostspielig, schwer verfügbar, veralteter SATA - RAID Chip

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

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Strider

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 46 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Was ist nur mit Intel los ?
Die werden beinahe sympathisch in letzter Zeit !
Mit dem neuen Core 2 Duo alias "Conroe" Prozessor haben die eine CPU entwickelt , gegen die AMD derzeit selbst mit ihrem sündteuren Topmodell Athlon FX62 komplett einpacken kann. Obendrein ist das Ding deutlich weniger stromhungrig und erheblich preisgünstiger.
Nebenbei haben sie anders als viele andere Unternehmen Personaleinsparungen zur Abwechslung mal in der Sesselfurzeretage vorgenommen und 1000 Manager gefeuert !
Und jetzt bringen die auch noch ein Mainboard, dem selbst Branchenprimus Asus nur schwer Paroli bieten kann.
Die Rede ist -endlich sind wir beim Thema- :-) vom Intel D975XBX, auch als "Bad Axe" bekannt.
Das ist eines der ganz wenigen Boards, die die neue Flaggschiff-CPU bereits unterstützen.

Ich bin in der glücklichen Lage schon vor deren offizieller Markteinführung am 27.07.2006 über ein Engineering Sample zu verfügen, einen Core 2 Duo 6600 ES und konnte auch eines der ebenfalls sehr seltenen Exemplare des D975XBX ergattern.

Das ATX Brett mit dem martialischen Namen kommt in einer schicken Retailverpackung mit dem typischen Intelblau als Grundfarbe gepaart mit anthrazitgrau.

Kenner wissen bereits, was das bedeutet: Extreme Edition !
Soll heissen das Board ist das derzeitige Topmodell im Desktopbereich und speziell für die Extreme-Prozessoren von Intel gedacht. Neben dem Core Duo 965 wird auch die kommende Extreme Version des Conroe, der Core 2 Duo Extreme X6800 bereits unterstützt - und sogar schon die nächste Generation, nämlich der Quad-Core Chip Kentsfield, der Ende 2006 auf den Markt kommt.

Jedenfalls -und darauf ist beim Kauf unbedingt zu achten- gilt die dies für die Version 3.04 des Boards (erkennbar am Seriennummeaufkleber an der rechten Seite der Packung, dieser muss den Schriftzug "AA D27094-304" aufweisen.
Bei älteren Versionen ist der Conroe-Support nicht sichergestellt.
Schon der Lieferumfang ist für Intelverhältnisse ungewohnt beeindruckend: neben dem Board und der obligatorischen ATX-Blende fürs Gehäuse finden sich 4 extrem coole SATA-Festplattenkabel in der Schachtel: eisblau getönt und UV-reaktiv.

Je ein IDE- und Floppykabel in derselben Optik sowie ein ATX Netzteiladapter von 4 PIN auf 8 PIN (sehr wichtig, dazu später mehr) und ein USB-Slotblech runden den Kabelanteil ab.
Besonderes Highlight: ein Frontpanel mit Firewire- USB und Audioanschlüssen in edlem schwarz ist auch enthalten, Intel hat sogar an eine extra Blende in beige gedacht - für die letzten verbliebenen Langweiler, die noch ein Gehäuse in dieser Farbe haben... :-)

Bei dem Board selbst fällt als erstes der mächtige Kühlkörper auf der Northbridge ins Auge. Intel verfolgt konsequent das Prinzip des "Silent PC" und hat im Gegensatz zu anderen Herstellern (hallo Gigabyte !) nervige Lüfter komplett vom Mainboard verbannt.

Bei den Spannungswandlern setzt Intel beim D975XBX auf ein 5 Phasen Design.
Asus prahlt beim Konkurrenzprodukt P5W DH Deluxe mit einem 8 Phasen Design, verwendet aber schwächere Wandlerchips - nimmt sich unterm Strich nicht viel.
Auch hier hat Intel 5 mächtige, blau eloxierte Aluminium-Kühltürme verbaut, um die Betriebstemperatur auch bei extremer Belastung niedrig zu halten.
Wer sich gerade fragt, was zum Teufel Spannungswandler sind: die sorgen dafür, dass aus den 3.3, 5 und 12 Volt, die ein PC-Netzteil liefert, die passende Spannung für die jeweils verbaute CPU generiert wird - die ist von Baureihe zu Baureihe unterschiedlich. Wenn ein Board inkompatibel zu einer bestimmten CPU ist, liegt das meistens daran, dass die benötigte Spannung nicht generiert werden kann, die unscheinbaren kleinen Dinger spielen also durchaus eine wichtige Rolle.

Was im Vergleich zu bisherigen P4 Boards auffällt, ist der 8 polige Anschluss für die Zusatzstromversorgung des Prozessors.
Dieser ist Bestandteil der neuen ATX 2.2 Spezifikation.
Oha - braucht man schon wieder ein neues Netzteil ??
Nein, auch wenn tomshardware.de das in einem Vorabtest des Boards behauptet.
Hier kommt der eingangs erwähnte kleine Adapter ins Spiel, der dafür sorgt, dass das Board auch mit einem älteren Netzteil, das noch den 4 poligen Anschluss besitzt, problemlos gestartet werden kann.

Ein besonderes Highlight sind die drei PCI-Express x16 Steckplätze.
Die können zwar nicht alle gleichzeitig "volles Roääääh" im x16 Modus arbeiten, aber sie ermöglichen im Bedarfsfall den Betrieb von 3 Grafikkarten und bis zu 6 Bildschirmen.
Allerdings arbeiten Slot 1 und 2 dann im x8 Modus und Slot 3 sogar "nur" im x4 Modus.

Wer gerade nur noch "Bahnhof" versteht: x4 / 8 / 16 bezeichnet die Zahl der verwendeten PCI Express Lanes. Anders als beim alten PCI Bus, der gerade mal 133 MB/s für alle Komponenten bietet, hat man bei PCI-Express mehrere sogenannte Lanes, die nach Bandbreitenbedarf zusammengeschaltet werden können.
Jede Lane hat 500 MB/s und in beide Richtungen, darum wird marketingwirksam die Bandbreite auch mit 1 GB/s angegeben - was natürlich Schwachsinn ist.
Wenn man auf der Autobahn Richtgeschwindikeit 130 KM/h hat, kommt ja auch keiner auf die Idee, beide Fahrtrichtungen zusammenzuzählen und die Richtgeschwindigkeit mit 260 KM/h anzugeben...

Für eine Highend Grafikkarte reichen 8 Lanes (4 Gigabyte /s) noch vollkommen aus, daher ist es nicht tragisch, wenn im SLI- bzw. Crossfire Betrieb (2 Grafikkarten machen Arbeitsteilung) nicht mehr den x16 Modus für jede Karte hat.

Die kurzen PCI-Express x1/ x4 Steckplätze, die bei den Boards anderer Hersteller zu finden sind, fehlen beim "Bad Axe" ganz, dafür ist eben der besagte dritte x16 Steckplatz verbaut (faktisch nur x4, aber Grafikkarten passen nur in den längeren Slot).
Ansonsten gibt es nur noch zwei der klassischen PCI Steckplätze - vielleicht will Intel mit der PCI-Express Überzahl sanft darauf hinweisen, dass PCI auf dem Weg zum Anachronismus ist ? :-)

Benötigen wird man die ohnehin kaum, denn bis auf die Grafik ist alles was man braucht schon Onboard.
Insgesamt 8 SATA-Anschlüsse sind vorhanden, für Freunde von Festplattenarrays also ein Eldorado.

Die Southbridge des Intel 975X Chipsatzes (ICH7R) liefert 4 davon, unterstützt aber nur die RAID-Level 0,1,0+1. Wer RAID 5 will, muss die weiteren 4 blauen Anschlüsse am unteren Ende des Boards verwenden. Für die zeichnet ein extra Chip von Silicon Image verantwortlich, der auch den professionellen RAID 5 Modus mit distributed Parity unterstützt - und das schon beim Booten und nicht erst unter Windows !

Dumm nur, das Intel das veraltete Modell 3114 ausgewählt hat - das benutzt den langsamen PCI-Bus.
Der neuere 3132 nutzt den PCI-Express Bus, ist deutlich schneller - und kaum teurer !
Intel fertigt nebenbei übrigens auch SATA RAID Adapter Karten -auch für den PCI-Express Bus... Hono soit, qui mal y pense - ein Schuft, wer da schlechtes denkt :-)

IDE ist nur noch mit einem Port vertreten, der FDD-Anschluss sowieso - andere Hersteller lassen ihn ganz weg mittlerweile.
4x USB 2.0 hat man auf der Rückseite, die übrigen 4 Ports werden über das mitgelieferte Slotblech und das Frontpanel nutzbar. Firewire gibt es auch, ein Port rückseitig, ein weiterer auf dem Frontpanel.

Beim Verdrahten des Firwewire Anschlusses für das Panel muss man höllisch aufpassen: der Header auf dem Board sieht genauso aus, wie der für die zusätzlichen USB-Ports. Wenn man die verwechselt und dann quasi ein Firewire-Gerät am USB anschliesst, gehen ca. 250 Euro in Rauch auf...
Was hat das Board sonst noch zu bieten ?

Neben einer 7.1 High Definition Audiolösung mit Sigmatel Chip (es gibt besseres, aber immerhin...) hat Intel es sich nicht nehmen lassen, einen Gigabit LAN Chip aus eigenem Hause zu verbauen. Der Intel 82573L ist allerdings leider die Variante ohne Management, d.h. er kann z.B. nicht mit weiteren Intel LAN-Adaptern zu einem "Team-Adapter" mit bis zu 4 Gigabit Banbdreite bzw. Load Balancing zusammengefasst werden, wie der 82573E.
Das dürfte aber kaum jemand stören - ausserdem braucht er weniger Strom ("L" = "Low Power").

Eine weitere Besonderheit sind die Lüferanschlüsse.
Wer genau hinsieht, wird feststellen, dass zwei davon mit vier Pins versehen sind, statt mit drei.

Das ist eine Besonderheit des Conroe Prozessors - dieser verfügt einerseits über digitale Temperatursensoren (darum läuft er auch nicht auf älteren Boards, weil diese dort nicht ausgelesen werden können), zum anderen kann der gezielt Einfluss auf die Drehzahl der Lüfter nehmen und ein optimales Verhältnis zwischen Kühlleistung und Lautstärke herstellen.

Sprich: wenn ihm zu heiss wird, kann er selbsttätig die Lüfterdrehzahl anheben !
PWM (Pulsweitenmodulation) nennt man diese Technik.

Ich schätze mal, dass die Boxversion des Prozessors einen entsprechenden Lüfter mit dabei hat - einstweilen passen aber auch Lüfter mit drei Pins noch, der vierte bleibt einfach frei.

Habe ich noch was vergessen ?
Ach ja - der Hauptspeicher !
Vier DDR2 DIMM Steckplätze sind vorhanden und können mit bis zu 8GB dieses Speichertpys bestückt werden.
Der Intel 975X bietet bereits Unterstützung für DDR2 800, also kann der schnellste offiziell spezifizierte Speicher genutzt werden.
Tip: Crucial Ballistix 2 GB DDR2 800 Kit mit niedriger Latenzzeit (4-4-4-12).
Crucial ist die Distribution von Micron, mit der hochwertigste Speicher überhaupt.
Bei OCZ und Konsorten weiss man nie, ob das Modul, das im Test so supertoll abgeschnitten hat, nachher auch in der Serienpackung steckt.
Crucial hat das nicht nötig, ebenfalls von allerbestem Ruf in dieser Hinsicht ist Kingston mit den Hyper X Speichern, aber die DDR2 Module sind schwer verfügbar im Moment.
2 GB sind mit Blick auf Windoof Asta la Vista übrigens nicht übertrieben, sondern eher Minimalvoraussetzung, wenn man alle Features nutzen will...

Damit hätten wir die hardwaretechnischen Besonderheiten des Intel Bad Axe durch.
Ebenfalls gut gelungen ist das Handbuch - zwar in englischer Sprache, aber schon mit den Abbildungen bekommt man fast alles mit, was es beim Aufbau eines Systems zu beachten gilt.
Es ist zwar nicht so ausführlich, wie man es z.B. von Asus gewohnt ist, aber weniger kann manchmal mehr sein.
Vorbildlich auch das Softwarepaket.
Neben der Treiber CD und zwei Treiber Disketten für die SATA-Controller (Intel schreibt sogar extra drauf, welche Diskette man jeweils bei der Nutzung der blauen und der schwarzen SATA Ports vewenden muss) gibt es noch ein Softwarepaket Win DVD5, Media One Gold, Ulead Video Sudio 9 SE, Farstone RestoreIT Gold und Norton Intenet Security.

Kommen wir zur Praxis.
Das BIOS des Bad Axe ist besonders leicht zu konfigurieren - man kann dies nämlich auch von Windows aus mit dem mitgelieferten Intel Tool machen. Das erlaubt -man höre und staune- auch das Übertakten des Boards (etwas versteckt und verschämt im "Engineer Mode" aber immerhin.
Die FSB Taktrate lässt sich allerdings leider nicht in 1 MHz Schritten anpassen, sondern nur in Prozent zur Grundeinstellung - gewöhnungsbedürftig.
Die RAM-Einstellungen werden im BIOS bereits automatisch aus dem SPD-Chip der Module generiert, man kann aber auch alle Einstellungen von Hand tunen.
Besonderer Clou: mit einem Conroe Engineering Sample kann man mit einem speziellen, auf der Intel-Site downloadbaren Tool
den Multiplikator des Prozessors freischalten (ist eigentlich für Systemintegratoren gedacht) !
Ich rede nicht von der Extreme Edition, die das ganz offiziell beherrscht, es geht mit jedem Conroe ES, ist aber etwas fummelig.
Man muss zuerst ein Image des BIOS auf der Festplatte haben, dieses wird mit dem Tool als "new Workspace" geöffnet. Dann sieht man alle Einstelloptionen, die das BIOS bietet - im BIOS selbst, wie es sich nach dem Systemstart darstellt, sind davon erstmal eine ganze Menge unsichtbar.
Mit dem Tool können diese Optionen sichtbar gemacht und als neues BIOS Image gespeichert werden, so das sie nach dem Flashen beim Starten des Systems zur Verfügung stehen.
Mit diesem Tool lässt sich auch der Wechsel des Multiplikators freischalten, was beim Übertakten quasi die Lizenz zum Töten ist :-)
Mit meinem 6600er Engineering Sample, das normalerweise mit 2.4 GHz taktet, waren 3,5 GHz problemlos möglich - und das mit Luftkühlung !

Fazit: ein Board, das in fast jeder Hinsicht überzeugt und erstaunt !
Der Preis liegt dabei kaum über dem anderer Boards mit 975X Chipsatz - zwischen 230 und 250 Euro muss man für die erste Liga allerdings schon investieren...
In jedem Fall eine klare Kaufempfehlung !

Viel Spass & ein schönes Wochenende -

Strider

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
terber

terber

11.04.2007 14:25

Ausgezeichneter Bericht, hilft mir bei meiner Kaufentscheidung sehr weiter.

Dave-e

Dave-e

16.07.2006 14:32

ach ja... wenn einem nur nicht das geld fehlern würde *heul* ;) nein mal im ernst wirklcih ein sehr gut geschriebener und gut zu lesender bericht . von mir ein sehr hilfreich. der Inhalt is wirklich top, ich würde mich aber auch Mundi1 anschließen, der Flattersatzt is manchmal bissl störend. Ansonsten Top ! LG Dave

panico

panico

16.07.2006 14:14

Ich kenn mich mit sowas nicht so gut aus ,aber selbst ich hab Einiges verstanden :-) *freu* lg panico :-)

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