Ergrauter Intel-Prozessor
03.03.2007
Pro:
recht schnell, günstig
Kontra:
Leistungsaufnahme + Wärmeabgabe hoch, wenig technische Features
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Geschwindigkeit
Stabilität
Übertaktung:
Kompatibilität:
Support/Service:
 radinho
Über sich:
Nach langer Zeit endlich mal wieder ein Bericht von mir. lg Hendrik ...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 97 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo liebe Ciao-Leser Nachdem mein letzter Bericht über den Dell Dimension 5000 war drösel ich nun dieses System auf: Als erstes an der Reihe ist der Pentium 4 530-Prozessor, der heute noch für knapp 60 € im Internet zu finden ist. Kaufgrund: Da damals in Dell-Computern nur Pentium-Prozessoren verbaut waren, hatte ich beim Hersteller keine Wahl, wohl aber bei der Taktfrequenz. Zwar hätte ich auch höhere Taktfrequenzen wählen können (3,2 oder sogar 3,4 GHz), allerdings reichten vor Anderthalbjahren 3 GHz noch locker aus.
Leistungsdaten: Chip: Pentium 4 530 Taktfrequenz: 3 GHz Fertigung: 90 nm Sockel: 775 Frontside-Bus: 800 MHz QDR L1-Daten-Cache: 16 kB L2-Cache: 1024 kB Lieferumfang: Der Prozessor war schon im Dell PC verbaut, wenn man so will wurde das große Thermal-Modul als Kühler mitgeliefert. Übrigens habe ich nie gewagt, dieses abzunehmen, weil ich Angst hatte, dieses große und schwere Teil nie wieder montiert zu kriegen.
Einbau: Ich beschreibe jetzt den allgemeinen Einbau von Pentium 4 Prozessoren bei ATX-Systemen, zwar war der Dell PC in BTX gefertigt, dieser Standard hat sich aber nicht durchgesetzt. Wie bei aktuellen Prozessoren sind Prozessor und Mainboardsockel durch Schutzkappen bedeckt, welche abgenommen werden müssen. Dann wird der Hebel neben dem Sockel umgelegt und der Metallrahmen geöffnet. Nun wird der Prozessor in den Sockel eingesetzt, wobei man vorsichtig vorgehen muss, um die Pins auf dem Mainboard (neuerdings sind diese nicht mehr auf den Prozessor) nicht verbogen werden. Vor dem falschen Einsetzen schützen Kerben am Rand von Sockel und Prozessor. Dann wird alles rückgängig gemacht (Metallrahmen wieder aufsetzen und alles mit dem Hebel fixieren). Schlussendlich muss nur noch Wärmeleitpaste auf den Prozessor aufgetragen und der Kühler befestigt werden. Leistung: Obwohl der Pentium 4 530 mit hohen 3 GHz getaktet ist, kann er nicht einmal annähernd mit meinem neuen Core 2 Duo E6300 mit 1,86 GHz mithalten. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen basiert der Pentium 4 noch auf der alten Netburst-Architektur, die im Vergleich zu der neuen Core-Architektur weniger Leistung pro Megaherz bietet. Zum anderen fehlt dem Pentium 4 ein zweiter Rechenkern, das unterstütze Hyper-Threading simuliert nur das Vorhandensein eines zweiten Kerns. Andere Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle (unter anderem 1 gegen 2 MB L2-Cache und 800 gegen 1066 MHz Frontside-Bus.) Trotzdem ist die Leistung immer noch hoch und für alle Anwendungen absolut ausreichend. Selbst die meisten Spiele sind mit einem Prozessor dieser Leistungsklasse noch problemlos spielbar. Viele Bildbearbeitung- und Videoschnittprogramme sind ja sowieso hochgradig Pentium 4 optimiert, so dass es hier auch zu keinen Problemen kommt. Benchmarks: Cinebench: 330 Punkte 3DMark06:1902 Punkte Sciencemark: 85 MB/s
Technische Features: Leider gehört der Pentium 4 530 zu der ältesten Pentium 4 Generation in 90 nm Herstellungsprozess, weshalb viele moderne Features fehlen. So werden 64 Bit, zwei Prozessorkerne und 2 MB L2-Cache (sondern nur 1 MB) nicht geboten. Modernere Pentium 4 Prozessoren unterstützen all diese Funktionen. Auch im Bereich Stromsparen bietet der Pentium 4 530 nicht besonders viele Funktionen. So bietet der Prozessor nur den Thermal Monitor 1, mit dem die Taktfrequenz bei zu hohen Temperaturen reduziert wird (diese Funktion bieten aber wirklich jeder Pentium 4 Prozessor). Andere moderne Merkmale wie 60 nm Herstellungsverfahren oder EIST, mit der Leistungsaufnahme und Wärmeabgabe reduziert werden könnten fehlen ebenso. Wie oben bereits gesagt beherrscht der Pentium 4 530 die Zweikern-Simulation Hyper-Threading, welche zwar einen Performance-Schub bringt, der aber weit unterhalb des Gewinns durch einen "echten" zweiten Kern liegt. Dafür ist der Virenschutz XD-Bit integriert. Betrieb: Wie in meinem Dell Bericht beschrieben ist es unmöglich die Temperatur des Prozessors mit Programmen auszulesen, deshalb kann ich nur eine grobe Einschätzung geben. Der große Thermal Modul Kühler wurde nicht besonders warm und das Heruntertakten konnte ich ebenfalls nicht feststellen, deshalb lag die Temperatur wohl unterhalb von 60°C. Das kann man aber auch von so einem Riesenkühler erwarten.
Overclocking: Wieder ein Nachteil des Dell PCs-Übertakten ist nicht möglich, weder im Bios noch mit irgendwelchen Programmen. Eigentlich Schade, denn Pentium 4 Prozessoren boten immer recht hohes Potenzial zur Taktsteigerung. Preis-Leistung: Den Pentium 4 530 gibt es noch für ca. 60 € im Handel zu kaufen. Für denselben Preis bekommt man von AMD einen Athlon 64 3000+, wobei sich beide Chips leistungstechnisch nichts schenken. Der Pentium ist in Video-und Bildbearbeitung schneller, dafür liegt der Athlon bei Spielen vorne. Die Entscheidung sollte also vom Anwendungsbereich abhängen. Weitere Pluspunkte für den Athlon 64 sind die geringe Stromaufnahme und geringe Wärmeabgabe.
Fazit: Intels Pentium 4 530 war eines der Komponenten, mit denen ich in meinem Dell PC zufrieden war. Der Prozessor ist immer noch recht schnell und ist sehr günstig, dafür gibt es 3 Sterne und eine Kaufempfehlung. Man sollte sich aber überlegen, ob man nicht für etwas mehr Geld sofort zu einem Core2Duo zu greifen sollte. Ich hoffe euch hat mein Bericht gefallen, nun viel Spaß beim bewerten und kommentieren. Liebe Grüße radinho
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15.04.2007 18:58
Ein wahnsinnig guter Bericht! Weiter so! :)
03.03.2007 21:46
einen pentium 4 hätte ich mir nie gekauft...Go AMD! erst seit dem core 2 duo spiele ich mit dem Gedanken, mir als nächstes einen Intel zu kaufen. Aber wie auch immer...toller Bericht!!! Gruß Jonathan
03.03.2007 12:43
Toller, informativer Bericht! LG Alice