Schon wieder eine "Invasion"
20.04.2008
Pro:
Bekannte Darsteller
Kontra:
Langatmig, einfallloses Remake, überwiegend hölzerne Darsteller
Empfehlenswert:
Nein
 Frontnase
Über sich:
Ich bin hauptberuflich als Medien- und Sozialpädagoge beschäftigt. So, dann schreibe ich noch ein pa...
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Inhalt Das amerikanische Space Shuttle mit dem "treffenden" Namen Patriot geht für die amerikanische Weltraumbehörde verloren. Die Trümmer des Raumgleiters gehen dabei über die USA zwischen Dallas und Washington DC nieder. Bei der Untersuchung der Wrackteile stellen die Wissenschaftler fest, dass dabei eine merkwürdige und sehr resistente Substanz auf die Erde transportiert wurde. Menschen, die mit dieser Substanz in Berührung kommen scheinen sich auf eine merkwürdige Art und Weise zu verändern… Prolog Deutsche Regisseure haben in Hollywood selten große Akzente gesetzt. Man muss dabei nicht so weit in die Vergangenheit zurückgehen und Fritz Langs "Metropolis" kritisieren, ein Film, der seiner Zeit weit voraus war. Vielmehr geht es um aktuelle deutsche Regisseure in Hollywood, wie z. B. Wolfgang Petersen, Roland Emmerich und jüngst auch Robert Schwentke. Während sich Roland Emmerich dem kommerziellen Gefüge in Hollywood scheinbar gänzlich angepasst hat und Filme, zwar auch teilweise unterhaltsam, aber dennoch eher von der Stange produziert, zeichnete sich der "Das Boot"-Veteran des deutschen Films, Wolfgang Petersen, stets für langweilige Durchschnittskamellen wie "Der Sturm", "Troja" oder zuletzt "Poseidon" aus. Letzterer schwappte auf der derzeit in Hollywood angesagten Remakewelle mit und ging kreativ und qualitativ passend dazu baden. Der Mysterythriller "Flightplan" von Robert Schwentke kann als mittelmäßig bezeichnet werden, da er, außer dem Zugpferd Jodie Foster, ebenfalls nicht viel zu bieten hatte und man das meiste Gezeigte schon aus anderen Filmen besser in Erinnerung hatte.
Kritik Nach deutschen "Erfolgen" wie "Das Experiment" und "Der Untergang" machte sich nun Oliver Hirschbiegel auf, um das Filmland des Ex-Terminators und jetzigen Gouverneurs von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, zu erobern. Jedoch war bereits sein erster Fehler, sich an einem Remake zu dem bereits dreimal verfilmten "Invasion of the Body Snatchers" zu versuchen, denn diese Geschichte ist schon richtig gut mit den ersten beiden Verfilmungen "Die Dämonischen" und "Die Körperfresser kommen" erfolgreich erzählt worden. Den TV-Film "Body Snatchers" aus dem Jahr 1993 vergessen wir in dem Zusammenhang lieber schnell wieder. Schlechte Remakes von guten Erstverfilmungen gibt es leider zuhauf in Hollywood; dabei muss man nur an "Die Zeitmaschine", den ersten "Planet der Affen" oder "The Fog - Nebel des Grauens" erinnern, so dass dem deutschen Regisseur ein schweres Erbe bevor stand. Das Oliver Hirschbiegel dieses Erbe nicht antreten konnte lässt sich auch darauf zurückführen, dass er mitten in der Produktion des Films gefeuert worden ist und James McTeigue (V wie Vendetta) die wenig ruhmreiche Aufgabe hatte, den Streifen noch erfolgreich zu "retten". Betrachtet man "Invasion" genauer, so kann man schnell feststellen, warum Oliver Hirschbiegel Hollywoodveteran James McTeigue vor seine Nase gesetzt bekam. Der Film ist stellenweise recht langatmig und schleppend sowie bezüglich seiner Inhalte sehr austauschbar in Szene gesetzt worden. Dem Streifen fehlen auch die Innovationen und überraschenden Storywendungen; Erfordernisse die schon immer eine große (Hollywood)Verfilmung ausgemacht haben. Zudem werden den sehr bekannten Schauspieler in ihren Rollen nicht viel abverlangt, so dass Zugpferde wie Nicole Kidman und Daniel Craig blass und ohne Schwung wirken. Schlimmer noch, der Film ist schon fast ein wenig aufdringlich auf den Star Nicole Kidman zugeschnitten. Szenen, in denen sie einem russischen Diplomaten über den Mund fahren darf oder ihren Körper lasziv in stringtangabehafteter Dessousunterwäsche präsentiert, erinnern eher daran zu versuchen, die Ex von Tom "Scientology" Cruise nachhaltig im schnelllebigen Hollywood präsent erscheinen zu lassen. Die Handlung bringen diese in Szene gesetzten Huldigungen jedenfalls nicht voran. Einziger Lichtblick ist hier der grandiose Jeremy Northam, der seine Nebenrolle mit Eleganz, erfrischenden Echtheit und einer erfrierenden Kaltschnäuzigkeit spielt und damit das restliche Starensemble sozusagen an die Wand spielt. Zudem ist der Streifen auch sehr vorhersehbar und bereits während dem Film dürfte wohl vielen Zuschauern bewusst werden wie das ersehnte Ende wohl aussehen dürfte. Die wenigen Effekte und der Action sind Durchschnitt und entsprechen dem knappen Standard für solche Verfilmungen. Fazit und Empfehlung Als Freund des Films und historisch interessierter Cineast kann ich von einem Kauf bzw. ausleihen der DVD nur abraten. Oliver Hirschbiegel hat sich mit "The Invasion" kein Gefallen getan und meiner Meinung nach versagt. Wer jedoch die interessante Story in einem wesentlich besser verfilmten Gewand begutachten will, dem empfehle ich, die älteren Verfilmungen wie "Die Dämonischen" oder "Die Körperfresser kommen" heranzuziehen. Beide Streifen sind mittlerweile auf DVD erhältlich. Von letzterem Streifen ist übrigens erst kürzlich eine DVD im Rahmen der Edition Cinema Premium erschienen, die dem Liebhaber von Sci-Fi-Filmen mit einem Schuss Horror und düsterer Zukunftsprognose sicherlich gefallen könnte. Hier hat übrigens Leonard Nimoy, vielen auch als Spock aus der ersten "Star Trek"-Serie bekannt, eine, wenn auch hölzern gespielte, Nebenrolle.
DVD Wen ich mit dieser Filmkritik nicht überzeugen konnte und wer sich dennoch hartnäckig den Silberling zu dem Streifen zulegen möchte dem sei gesagt, dass der Film in Deutschland als normale DVD und in den beiden High Definition Standards "Bluray" und "HD DVD" mit jeweils knappem Bonusmaterial erschienen ist.
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20.04.2008 10:12
Ein Film den ich unbedingt noch sehen muß.
20.04.2008 03:17
Toller Bericht! Ich würde mich wirklich sehr über Gegenlesungen freuen, da ich noch ziemlich neu hier bin! Ich wünsche Dir ein stressfreies und angenehmes Wochenende! Liebe Grüße, zauberfuchsi1