Investmentfonds Überblick und Abgeltungssteuer

4  29.07.2008

Pro:
flexibel

Kontra:
Abgeltungssteuer ab 2009

Empfehlenswert: Ja 

julia_gut

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Erfahrungsberichte:23

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Es gibt Investmentfonds in den unterschiedlichsten. So können dort Atktien genauso untergebracht sein, wei Rentenpariere oder auch Mischungen. Im folgenden Bericht möchte ich die einzelnen Formen vorstellen und zum Abschluß auch die Möglichkeitein für die Abgeltungssteuer hervorheben.

Was ist ein Fonds?

Ein Fonds ist ein Topf, in den verschiedene Wertpapiere gepackt werden. Durch Streuung wird das Risiko vermindert. Verwaltet wird ein Fonds durch eine Kapitalanlagegesellschaft, die gleichzeitig als Kapitalsammelstelle fungiert. Dieser Topf wird durch einen Fondsmanager verwaltet, der mit dem Geld Anteile an Wertpapieren kauft. Dadurch wird es dem Kleinanleger ermöglicht, in mehrere Wertpapiere gleichzeitig zu investieren, und das mit überschaubarem Kapitaleinsatz.


Welche Arten von Investmentfonds gibt es?

Es wird unterteilt in Aktienfonds, Rentenfonds, offene Immobilienfonds und gemischte Fonds. Es gibt auch noch Sonderformen wie Dachfonds, AS Fonds oder Spezialfonds. Diese werden von Investmentgesellschaften aufgelegt, die nicht selten Banken gehören und dann verwaltet. Der Vertrieb erfolgt meist durch Banken, Versicherungen, Finanzvermittler oder die Gesellschaft selbst. Immer mehr wird auch übers Internet gemacht.

Aktienfonds

Reine Aktienfonds gibt es eigentlich bei jeder Gesellschaft. Hier wird oft noch nach Anlagegebiet unterschieden. So gibt es Fonds die in verschiedenen Regionen bzw. Ländern investieren, Fonds die in bestimmte Indizes (zB Dow Jones, DAX) investiert sind oder auch welche, die sich auf bestimmte Spezialgebiete wie Biotechnologie oder Telekommunikation konzentrieren. Letztgenannte Fonds nennt man Branchenfonds und unterliegen meist irgendwelchen Trenderscheinungen.
Aktienfonds haben im häufig einen Ausgabeaufschlag von 5 %. Das ist die einmalige Gebühr, die der Anleger bei Kauf von Anteilen zahlen muß. Danach ist es egal, wie lange man diese Anteile hält bzw. wann wieder verkauft wird. Im Normalfall gibt es noch Management bzw. Verwaltungsgebühren (ca. 0,9 - 1,8 %) durch die Fondsgesellschaft selbst. Diese wird oft nicht gleich sichtbar einfach dem Fondsvermögen entnommen obwohl hier die Rechtssprechung für etwas mehr Transparenz gesorgt hat und dies nun angegeben werden muss. Günstiger sind da Indexfonds, die einen bestimmten Index (zB DAX) nachbilden. Aktienfonds unterliegen genau wie Aktien einer einjährigen Spekulationspflicht und werden ab 1.Jan. 2009 mit einer Abgeltungssteuer von 25% auch auf Gewinne abgesteuert. Ab da entfällt die Spekulationsfrist. Besonders geeignet sind Aktienfonds für einen Fondssparplan. Am Besten für die Kinder abschließen, die ihren Freibetrag noch nicht ausgeschöpft haben.

Rentenfonds

Ein Rentenfonds ist eine Zusammensetzung aus Renten, Anleihen, Schatzbriefen und Schuldverschreibungen, also aus festverzinslichen Wertpapieren. Auch bei den Rentenfonds gibt es Unterteilungen nach Region oder auch nach Art der Wertpapiere. So gibt es beispielsweise Fonds, die nur in Euro-Papiere investieren und demzufolge kein Währungsrisiko für den inländischen Anleger bergen. Es gibt auch hier Fonds mit unterschiedlichem Risikoverhalten. Ein grundsätzliches Risiko für Rentenfonds sind Zinsänderungen. Der Ausgabeaufschlag liegt für Rentenfonds meist bei 3 %, ansonsten gilt das Gleiche wie bei Aktienfonds beim Erwerb bzw. der Veräußerung. Wichtig ist es, auf einen ausreichend hohen Freistellungsauftrag zu achten, da Rentenfonds normalerweise eine höhere Ausschüttung haben als Aktenfonds. Da sich hier der Cost-Everage Effekt nicht so bemerkbart macht (Kostendurchschnitt geringer durch regelmäsiges Kaufen) eignet sich ein Rentenfonds nicht so gut als Sparplan. Das Risiko ist durchschnittlich gesehen niedriger als beim Aktenfonds.

offene Immobilienfonds

Der einfachste Weg in Immobilien zu investieren. Der Vorteil gegenüber den geschlossenen Immofonds liegt darin, daß der Fondsmanager hier immer neue Immobilien zukaufen kann und sich somit das Fondsvermögen ständig erhöht. Diese Fonds sind sehr groß und richtige Publikumsfonds. Die Ausschüttung bestehen aus Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung. Dies hat zur Folge, dass auf den Sparerfreibetrag nicht die gesamte Ausschüttungssumme angerechnet wird, sondern nur ein gewisser Teil. Der Rest ist steuerfrei, auch nach Einführung der Abgeltungssteuer. ZB der HAUSINVEST, von der Commerzbank, bei dem im Jahr ca. knapp 75% der Ausschüttung steuerfrei sind. Die Ausschüttung liegt bei ca. 3 - 5 % und ist daher eher für konservative Anleger, die sich mehr Sicherheit wünschen und dafür auf etwas Renditechancen verzichten. Als Sparplan weniger geeignet, dafür als Langfristinvestment mit stabilen Ausschüttungen.

gemischte Fonds

Bestehen aus einer Mischung aus Aktien und Renten. Manche Fonds haben auch noch einen Immobilienanteil. Die breite Streuung dieser Fonds ermöglicht natürlich ein gemindertes Anlagerisiko, bedingt aber auch einen kleineren Gewinn, denn je höher das Risiko, desto höher auch die Renditechance. Das gilt auch bei Investmentfonds. Geeignet sind diese besonders für fondsgebundene Versicherungen und für Anleger, die sich auf ein Produkt beschränken wollen und nicht selbst eine Mischung in ihrem Depot zusammenstellen wollen. Durch die Mischung kann der Fondsmanager gut auf die Marktlage eingehen, allerdings kann er nie ganz in eine Richtung gehen, da die Mindestquoten für Renten oder Aktienanteil vorgegeben sind und demnach immer etwas Performance verloren geht.

Sonderformen

Darunter fallen die Dachfonds. Hier wird unter dem Dach eines bestimmten Risikokonzepts in viele verschiedene Fonds investiert. Das unterscheidet dann beispielsweise in ein sicheres, ein wachstumsorientiertes oder ein spekulatives Konzept. Unterschiede liegen in der jeweiligen Gewichtung von Aktien, Renten oder Immobilien. Der Vorteil der Dachfonds liegt in der superbreiten Risikostreuung und dem etwas geringeren Ausgabeaufschlag. Dieser wird dann aber durch spätere Verwaltungsgebühren oft relativiert.
Durch die hohen Gebühren wurde den Dachfonds ein schnelles Ende prophezeit, jedoch haben sie mit der Einführung der Abgeltungssteuer plötzlich wieder an Attraktivität gewonnen. Dadurch dass die Fonds immer wieder gewechselt werden können, ohne den eigentlichen Fonds verkaufen zu müssen, kann man quasi die noch besthende Steuerfreiheit (nach der Spekulationsfrist) konservieren. Vorausgesetzt, man verkauft nicht einen Teil des Dachfonds für ein neues Investment. Nur das Geld das dort investiert bleibt, bleibt steuerfrei bei der Auszahlung. Wiederangelegt ist es nicht mehr steuerfrei.

Es gibt darüber hinaus noch bestimmte Spezialfonds, die aber für Kleinanleger aufgrund der Komplexität weniger geeignet sind.

Auch die geschlossenen Fonds, bei denen nach Sammeln des Geldes kein Zutritt mehr möglich ist, ist eher was für unternehmerisch Denkende bzw Leute mit viel Geld.

Abgeltungssteuer

Wie schon erwähnt wird diese zum 1.1.2009 eingeführt und besteuert Gewinne, Dividenden und Zinsen gleichermaßen mit 25% + Solizuschlag.
Es empfiehlt sich also noch dieses Jahr mit dem Thema zu befassen und gglfs sein Depot langfristig auszurichten oder eben in einen Dachfonds umzuschichten.

Angeboten werden auch Fonds im sogenannten Versicherungsmantel. Dies sind aber eigentlich Lebens- oder Rentenversicherungen auf Fondsbasis und kosten meist noch mehr als Dachfonds, weil der Versicherungsmantel Geld kostet.

Fazit:

In Zukunft wird es nicht einfacher in Aktien zu investieren, da das Risiko durch die Abgeltungssteuer steigt. Nur gleichartige Gewinne können verrechnet werden. Wer Kinder hat sollte sich überlegen einen Sparplan auf diese laufen zu lassen, da Jeder den gleichen Freibetrag hat, der der Kinder jedoch meist nicht ausgereizt ist.
Für konservative Anleger empfielt sich auch ein offener Immobilienfonds, der einen geringen Steueranteil aufweist. Hier lohnt sich auch ein Verhandeln über den Ausgebeaufschlag, denn das macht sich starkt bemerkbar (bei 5% Ausgabeaufschlag ist sonst die Rendite des ersten Jahres fast verbraucht.)
Für denjenigen, der sich nicht ständig mit Investmentfonds befassen will, kann auch ein Dachfonds genommen werden, bei dem dann der Fondsmanager die Gewichtung vornimmt.

Handeln über den Ausgabeaufschlag ist auch hier erlaubt und geboten.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
markus_atx

markus_atx

29.07.2008 18:25

Super, danke für den Rundumschlag! Ich muss mein Depot auch noch für 2009 modifizieren... LG Markus

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