Lehrte: Helma Eigenheimbau

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Hausbau mit HELMA

4  16.12.2006

Pro:
Individuelle Hausplanung möglich, Zeitfenster eingehalten, sehr bemühter Bauleiter, Hochwertige Baustoffe

Kontra:
Nichts ist so einfach wie es scheint, und bei HELMA arbeiten auch nur Menschen

Empfehlenswert: Ja 

schmiddel71

Über sich:

Mitglied seit:10.12.2006

Erfahrungsberichte:1

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Nach langer Suche nach dem richtigen Bauträger, haben wir uns im November 2004 für HELMA entschieden. Zuvor haben wir uns so einige Bauleistungsbeschreibungen durchgelesen und waren in vielen Internet-Foren unterwegs. Was man dabei schnell merkt ist, dass sich das alles ganz toll anhört und alles ziemlich ähnlich klingt. Da man ja auch möchte, dass sich endlich was bewegt wird man auch leicht ungeduldig (wir zumindest).

Fakt ist aber, dass alles, was ich mir nicht ausdrücklich und detailliert schriftlich geben lasse auch nichts ist, worüber ich mich später wundern darf. HELMA ist wie jeder andere Bauträger ein Unternehmen, dass dadurch existiert, dass es Geld verdient - wie alle anderen auch. Und auch HELMA baut die Häuser nicht aus reiner Nächstenliebe. Aber ich habe bei HELMA die Erfahrung gemacht (zumindest bei Herrn Knigge), dass ich auf konkrete Fragen auch ehrliche Antworten bekam. Und alles, was mir zu schwammig im Vertrag formuliert war, habe ich nachbessern lassen (es ist auch niemand so blauäugig und bestellt einen Golf - oder gleichwertig!). Kurz: was ich will, sollte auch Vertragsinhalt sein. Und wer sich damit nicht auskennt (so wie wir), tritt dem Grundeigentümerverband noch vor dem Hausbau bei und lässt die Verträge prüfen.

Weiterhin gibt es viele Bauträger, die eine Bauzeitgarantie geben. Klingt gut, aber stellt Euch mal die Frage, was das denn in letzter Konsequenz bedeutet. Es wird lediglich garantiert, dass das Haus nach X-Monaten fertig ist. Das reicht aber nicht. Wichtiger ist nämlich, was denn nun passiert, wenn das Haus - trotz Garantie - nicht fertig wurde. Das sind so Feinheiten, wo einfach nachgehakt werden muss (ist aber nur ein Beispiel). Derartige Formulierungen gibt es jede Menge. Aber eben nicht nur bei HELMA, sondern bei allen Bauträgern. Man darf nur nicht über den Bauträger motzen, wenn man sich im Vorwege nicht ausreichend informiert hat.

Um nun zum eigentlichen Bau zu kommen: Die Bemusterung war etwas ernüchternd. Super ist die Auswahl an Farbtönen für die Innentüren, die Drückergarnituren gehören jedoch zur Fraktion sozialer Wohnungsbau. Fenster, Badkeramik, Außenklinker, Dachpfannen u.s.w. ist alles Markenware, aber nichts was man nicht schon gesehen hätte. Würden wir heute noch einmal bauen, würde ich vor Vertragsunterschrift zur Bemusterung gehen und mit den Herren dort mal reden.

Was die Anzahl der Steckdosen betrifft, ist das echt ein Witz, man braucht deutlich mehr. Aber auch das ist bei allen anderen Bauträgern gleich. Und dass im Wohnzimmer fünf Dosen nicht reichen werden und einfach Bedarf besteht, muss jedem auch vor der Vertragsunterschrift klar sein. Hier kann man natürlich pokern und hoffen, dass der Elektriker später vor Ort für `ne Kiste Bier schon die restlichen 15 Dosen einbaut. Bei uns ist das voll in die Hose gegangen und wurde dadurch im Nachhinein richtig teuer (Pech gehabt, ist aber meine Schuld und nicht die des Bauträgers).

An dieser Stelle noch ein Tipp aus eigener Erfahrung: versucht nichts nachzuverhandeln. Vor Vertragsabschluß ist der Vertragspartner immer kompromissbereit, er will ja schließlich verkaufen. Seid Ihr erst einmal an den Vertrag gebunden, braucht er nicht mehr zu verhandeln (schon mal was vom "Friss Vogel oder stirb - Prinzip" gehört?) Daher: vorher genau überlegen was ich will.

Der Bauablauf selbst ging dann ziemlich reibungslos über die Bühne. Uns wurde eine Liste ausgehändigt, was wann von wem und warum gemacht werden sollte und an dieser Liste konnten wir uns, bis auf kleine Ausnahmen, entlanghangeln. Was die Ausführungen der einzelnen Arbeiten betraf, waren wir allerdings auch täglich vor Ort und haben alles nachgefragt was wir nicht verstanden haben. Unseren Bauleiter (Herrn Schwarz) habe ich alles doppelt und dreifach prüfen und messen lassen und eines muss ich ihm lassen: ich bin dem armen Teufel sicher richtig auf die Nerven gegangen und manchmal war mir seine (in meinen Augen) viel zu ruhige Art ein echter Dorn im Auge. Aber er hat sich wirklich immer und sofort um alles gekümmert, wenn ich meine "Meckerliste" gezückt habe.

Zur der besagten "Meckerliste" lässt sich sagen, dass auf einem Bau eben nur Menschen arbeiten und die machen halt auch Fehler. In meinen Augen kein Problem, wenn die Fehler dann eben zeitnah und ohne Diskussion behoben werden, was bei uns der Fall war. Ich muss allerdings zugeben, dass auch wir in der Bauphase mit den Nerven blank lagen (das ist einfach so) und jeder noch so kleine Ausreisser vom geraden Weg ein mittelschweres Beben in uns auslöste. Ich behaupte mal, dass derjenige, der angibt fehlerfrei und ohne Probleme gebaut zu haben, schlichtweg lügt. Sollte es dennoch so jemanden geben: `tschuldigung und Glückwunsch!

Die garantierte Bauzeit wurde von HELMA fast taggenau eingehalten, obgleich wir an den Wochenenden immer ganz Neidisch zu den Nachbarn gelinst haben, denn dort wurde auch am Wochenende gearbeitet. Der Einzige, der das bei uns auch mal hätte versuchen sollen, war unser Zimmermann, der auch das Dach eingedeckt hat. Das Haus war schon fast mit den Innenarbeiten fertig, da war immer noch ein Loch in der Größe von 60 fehlenden Pfannen im Dach.

Alles in Allem sind wir uns beide einig, dass der Bau eines Hauses für ein Leben genügen sollte. Dennoch würde ich mit HELMA wieder bauen. Der Verkaufsberater (Herr Knigge) hat seine Zusagen eingehalten, Herr Schwarz hat seinen Job als Bauleiter gut gemacht und sogar bei Leuten wie uns die Nerven behalten (Respekt!).

Die Moral unserer (Bau)Geschichte: Alles genau hinterfragen, Nebenabreden schriflich fixieren, Vertragsklauseln detailiert erklären lassen. Wer jetzt sagt, er fühlt sich hintergangen wenn er auf diese Art und Weise Verträge unterschreiben muss, dem wünschen wir schon jetzt viel Freude bei der Bank (Thema Hausfinanzierung). Ich möchte mal gern denjenigen kennenlernen, der mir in letzter Konsequenz erklären kann, was er bei der Bank so alles unterschrieben hat


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