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Der Islam – die pauschalisierte Weltreligion

5 4. Mai 2002

Pro:
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TurkishPsycho

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Liebe Leserinnen und Leser,

ich habe mich dazu entschlossen, einen Bericht über den Islam zu schreiben, denn ich glaube, dass gerade in diesem Bereich eine große Wissenslücke bei vielen von Ihnen liegt. Daher möchte ich hier einmal die wichtigsten Grundlagen dieser zweitgrößten Weltreligion veranschaulichen, auch deshalb, weil ich glaube, dass viele Menschen nach den Ereignissen des letzten Jahres, anfangen viel zu pauschalisieren und ihren Vorurteilen einfach freien Lauf lassen. Dem muss man einfach mit allen Mitteln entgegentreten, denn wie wir alle wissen, leben in Deutschland knapp mehrere Mio. Moslems, und der Ausländerhass hat in den letzten Jahren auch nicht gerade abgenommen, im Gegenteil, er steigt von Jahr zu Jahr und solche Anlässen, solche idiotischen Behauptungen wie die der Al- Quaida sind ein gefundenes Fressen für die, die ohnehin den Ausländern in ihrem Land nicht freundschaftlich gesinnt sind. Und die, die es waren bekommen nun erste Zweifel und das darf einfach nicht sein.
Die Menschen müssen einander näher rücken, die EU ist dazu ein erster, sehr, sehr großer Schritt. Dennoch muss viel, viel mehr getan werden, um den Nationalismus auf dieser Welt ein für allemal abzuschaffen. Wir sind alle Menschen dieser Welt, wir alle nutzen die Ressourcen dieser Welt und wir alle haben das Recht darauf, auf dieser Welt zu leben, zu denken, zu glauben und zu handeln, so wie wir es wollen. Niemand darf da etwas dagegen unternehmen und schon gar nicht, wenn er kein bisschen Ahnung hat.
Ich hoffe, dieser Bericht hilft denjenigen, die mehr über eine Religion wissen möchten, der ein Drittel der Erdbevölkerung angehört.
Für weitere Informationen und Fragen stehe ich gerne immer bereit, einfach einen Eintrag ins Gästebuch mit email- Adresse, o.ä. und ich werde die Frage so gut ich kann beantworten.
Euer TurkishPsycho

Der Islam – eine Weltreligion, doch für viele ein ?

Allgemeines:

Das Wort „Islam“ stammt aus dem arabischen und bedeutet „Unterwerfung“ oder „Hingabe“, d.h. also, wer dem Islam angehört, ergibt sich ohne Bedingung in den Willen des einen Gottes Allah. Der Islam ist die jüngste der drei großen Weltreligionen und ist auf den Propheten Mohammed zurückzuführen, die Anhänger werden als Muslime bezeichnet.
Heute schätzt man die Zahl der Muslime auf etwa 1,2 Mrd. Menschen. Die islamische Weltgemeinschaft zählt folgende Länder: arabische Staaten in Nordafrika und im Nahen Osten, die Türkei und teile der ehemaligen UdSSR (Turkvölker), der Iran, Afghanistan, Pakistan, Indien und Bangladesh, Malaysia, Indonesien, Philippinen und Teile Chinas.
Wie gesagt glaubt der Islam an den einen allmächtigen Gott Allah und ist somit wie der Christentum und das Judentum streng monotheistisch.
Gegenüber der Welt und speziell gegenüber der Menschheit nimmt Allah vier fundamentale Aufgaben wahr: Schaffen, Versorgen, Führen und Richten. Die Aufgabe der Menschheit ist der „Dienst an Allah“ sowie der Aufbau einer Gesellschaftsordnung, in der ethische Prinzipien verwirklicht sind.

Geschichte:

Zu Mohammeds Lebzeiten (um 570 bis 632) war die Arabische Halbinsel von nomadischen, Vieh züchtenden Beduinen und von Handel treibenden Arabern, die vornehmlich in Städten wohnten, bevölkert. Die Religion der Araber war polytheistisch. Davon unabhängig existierte eine alte monotheistische Tradition oder zumindest ein überlieferter Glaube an eine höchste Gottheit. Vermutlich trugen auch jüdische und christliche Gemeinden zu einer wachsenden Aufgeschlossenheit gegenüber monotheistischen Lehren bei. Schon vor Mohammed gab es eine Reihe monotheistischer Prediger, die jedoch erfolglos blieben.

Mohammed begann sein Wirken mit 40 Jahren, als ihm, wie er berichtete, in einer Vision der Erzengel Gabriel erschien. Mohammed vertraute seiner Familie und engen Freunden seine Visionen an. Er begann dann, öffentlich in seiner Geburtsstadt Mekka zu predigen, wurde jedoch verspottet. So zog er 622 nach Medina. Diese Auswanderung, die als Hidjra bezeichnet wird, stellt den Beginn der islamischen Zeitrechnung dar. In Medina gewann Mohammed bald weltliche und geistliche Autorität und war als Gesetzgeber und Prophet anerkannt. 630 ergab sich auch Mekka. Bei seinem Tod 632 war Mohammed Herrscher über einen arabischen Staat, dessen Macht rasch zunahm.
Zentral für Mohammeds Lehre war die Güte, Allmacht und Einheit Gottes sowie die Forderung von Großzügigkeit und Gerechtigkeit in zwischenmenschlichen Beziehungen. Wichtige Elemente des Judentums und des Christentums wurden in die neue Religion aufgenommen, die ihre Wurzeln jedoch in den vorislamischen arabischen Traditionen hatte. Zentrale Institutionen wie die Wallfahrt und das Heiligtum der Kaaba wurden in veränderter Form aus dem heidnischen arabischen Glauben übernommen.
Während der ersten Jahrhunderte des Islam (7. bis 10. Jahrhundert) wurden seine Rechtsauffassung und seine Theologie, also die beiden grundlegenden orthodoxen Disziplinen, entwickelt, wobei die Theologie nach dem Recht den zweithöchsten Stellenwert besaß. Der erste große theologische Disput wurde durch die Ermordung des dritten Kalifen, Uthman ibn Affan, und die darauf folgenden politischen Auseinandersetzungen ausgelöst. Dabei ging es um die Frage, ob ein Muslim auch nach einer schweren Sünde noch der muslimischen Gemeinschaft angehöre. Die fanatische Gruppe der Kharidjiten vertrat die Auffassung, dass selbst gläubige Muslime, die schwere Sünden begangen hätten, aber diese nicht angemessen bereuten, aus der islamischen Gemeinschaft ausgeschlossen werden sollten. Die Kharidjiten gingen so weit, alle politischen muslimischen Autoritäten als gottlos zu betrachten. Nach zahlreichen Rebellionen wurden sie jedoch entscheidend geschlagen. Eine gemäßigtere Gruppierung der Kharidjiten, die Ibaditen, konnte sich jedoch halten und existiert heute noch in Nord- und Ostafrika, Syrien und Oman.
Die Übersetzung der griechischen philosophischen Werke ins Arabische im Verlauf des 8. und 9. Jahrhunderts führte zur Entstehung der ersten großen theologischen Schule des Islam, der Mutaziliten. Ihr Hauptanliegen bestand darin, die absolute Einheit und Gerechtigkeit Gottes zu betonen. Daher verstanden sie Gott als reines Sein ohne Eigenschaften, da Eigenschaften bereits Vielfältigkeit implizierten. Die göttliche Gerechtigkeit habe den freien Willen der Menschen zur Voraussetzung, denn wenn der Einzelne sich nicht frei zwischen Gut und Böse entscheiden könne, hätten Belohnung und Bestrafung keine Bedeutung. Da Gott vollkommen gerecht sei, könne er dem Guten seinen Lohn ebenso wenig vorenthalten wie dem Bösen die Strafe. Unter dem Kalifen al-Mamun war die Theologie der Mutaziliten Staatstheologie, im 10. Jahrhundert jedoch setzte eine von dem Philosophen Al-Ashari und seinen Anhängern (Ashariten) angeführte Gegenbewegung ein, die die menschliche Willensfreiheit bestritt, da sie diese Vorstellung als nicht mit Gottes absoluter Macht und seinem unbegrenzten Willen vereinbar ansah. Bestritten wurde auch, dass die naturgegebene Vernunft des Menschen zur Erkenntnis von Gut und Böse führen könne. Dieser Meinung nach werden moralische Wahrheiten von Gott gesetzt und können nur durch Offenbarung erkannt werden. Die Ansichten der Ashariten gelangten im sunnitischen (orthodoxen) Islam allmählich zur Vorherrschaft und sind heute noch bei den meisten konservativen Muslimen verbreitet. Davon unabhängig tendieren die Sunniten eher dazu, kleinere Meinungsverschiedenheiten zu tolerieren und betonen ansonsten den Konsens der islamischen Gemeinschaft in Fragen der Glaubenslehre.

Die mystische Bewegung des Sufismus entstand im 8. Jahrhundert. Damals wandten sich kleine Kreise frommer Muslime in Reaktion auf die wachsende Weltlichkeit der islamischen Gemeinschaft dem inneren geistlichen Leben zu. Im Verlauf des 9. Jahrhunderts wurde der Sufismus zu einer mystischen Glaubenslehre, deren Ideal die Vereinigung mit Gott war. Das Ziel der mystischen Vereinigung verstieß gegen den im Islam vertretenen Monotheismus; so wurde 922 in Bagdad Al-Halladj unter der Anklage hingerichtet, er habe behauptet, eine mystische Erfahrung von Gott gehabt zu haben. In der Folge versuchten berühmte Sufis, eine Synthese zwischen gemäßigtem Sufismus und der Orthodoxie zu schaffen; im 11. Jahrhundert gelang es dem Philosophen und Mystiker Al-Ghazali die Mystik mit der sunnitischen Orthodoxie zu versöhnen.
Im 12. Jahrhundert wandelte sich der Sufismus von der Beschäftigung einer gebildeten Elite zu einer Volksbewegung. Der Wert, den die Sufis dem intuitiven Wissen und der Liebe Gottes beimaßen, trug mit zum Missionserfolg des Islam in Afrika und Ostasien bei. Vom Atlantik bis nach Indonesien entstanden Sufi-Bruderschaften; einige umfassten die ganze islamische Welt, andere waren regional oder lokal begrenzt. Ihren erstaunlichen Erfolg verdanken diese Bruderschaften hauptsächlich den Fähigkeiten und der Menschlichkeit ihrer Gründer und Führer, die nicht nur für die spirituellen Bedürfnisse ihrer Anhänger sorgten, sondern auch den Armen aller Glaubensrichtungen halfen und häufig als Vermittler zwischen dem Volk und seiner Regierung fungierten.

Der Koran:

Die Grundlage der Muslime für ihre Glaubensbekennung ist der Koran, die Heilige Schrift.
Der Koran ist vom Propheten Mohammed in 23 Jahren Wort für Wort durch den Erzengel Gabriel empfangen worden und vermittelte der Welt daher zum erstenmal das unverfälschte, reine, unmittelbar gesprochene Wort des Allmächtigen.
Gottes Wort ist anders als Menschenwort. Ihm eignen Stil und Sprachgebrauch, die manchmal vom Herkömmlichen abweichen und über die von Menschen geschaffenen grammatischen und syntaktischen Gesetze hinwegschreiten. Dank seiner Sprache ist der Koran ein Meisterwerk der hohen Literatur, dessen Schönheit und Reichtum im Ausdruck menschlichen Bemühungen unerreichbar sind.
Der Koran ist aber nicht als ein alphabetisch oder nach Fachgebieten geordnetes Nachschlagewerk aufzufassen. Die Lehren des Islam sind über die 114 Suren verstreut. Die eigenartig erscheinende Anordnung der Suren und der einzelnen Verse ist der menschlichen Natur angepasst. Ein innerer Zusammenhang erweist sich nicht nur zwischen den 6348 Versen der Heiligen Schrift, auch die Suren sind wie Perlen derart zu einer Kette gereiht, dass sich dem Kenner immer neue Schönheiten erschließen.

“Grenzenlose Tautologien und Wiederholungen bilden den Körper dieses heiligen Buches, das uns, sooft wir auch daran gehen, immer von neuem anwidert, dann aber anzieht, in Erstaunen setzt und am Ende Verehrung abnötigt.“
(Johann Wolfgang von Goethe)

So spricht Gott im Koran ohne oberflächlichen Zusammenhang bald von Seiner ehrfurchterregenden Allmacht, bald von Seiner allumfassenden Barmherzigkeit. Seine Gaben für die Ihm Ergebenen und Sein Strafgericht finden immer wieder neue und nachdrückliche Erwähnung. Unserer menschlichen Hilflosigkeit wird Seine Natur gegenübergestellt, in deren vielfältige Erscheinungen wir bis zur letzten Faser einbezogen sind. Also heischt Er unsere Dankbarkeit und unser gläubiges Vertrauen. Aber von allen Seinen Attributen, die zu erstreben uns Gottes Wort auffordert, ist vom Heiligen Buch Seine Barmherzigkeit als Seine wundersame Äußerung bezeugt. In die Barmherzigkeit hat Gott Seine übrigen Attribute eingeschlossen:

„Meine Barmherzigkeit umfasst jedes Ding“ (7 : 157)

Dieser Vers ist reinster Ausdruck der Lehren des Islam über Bestrafung und Belohnung. Das Dogma der ewigen Verdammung hat keinen Platz im Koran.
Dem Koran zufolge ist die „Verbesserung der Welt“ das Ideal aller menschlichen Anstrengungen. Dieser betont, dass die Menschen ihre Kleinlichkeit überwinden und großzügig sein sollen. Dadurch werden sie die Tugend entwickeln. Mit Hilfe dieser Eigenschaft können die Menschen das Gute vom Bösen unterscheiden und vor allem ihre eigenen Handlungen richtig bewerten und die Selbsttäuschung vermeiden. Der wahre Wert der Taten einer Person kann nur durch Tugend beurteilt werden; das Ziel des Einzelnen sollte der höchste Nutzen für die Menschheit sein, nicht die unmittelbaren Freuden oder Wünsche des Selbst.

Propheten

Nach islamischer Auffassung schickte Gott aufgrund der moralischen Schwäche der Menschen Propheten, um den Völkern sowie den Einzelnen das moralisch richtige Verhalten zu lehren. Mit diesem Akt göttlicher Führung sei – neben Schöpfung und Versorgung – Gottes Gnade vollendet. Obwohl Gut und Böse ins Herz des Menschen eingeschrieben seien, hätten die Unfähigkeit oder die Weigerung vieler Menschen, diese Inschrift zu lesen, die Führung durch Propheten erforderlich gemacht. Nach dem Islam war Adam der erste Prophet dem Gott, nachdem er ihn aus dem Garten Eden vertrieb, seinen Sündenfall vergab – deshalb akzeptiert der Islam die Lehre von der Erbsünde nicht. Die Botschaften aller Propheten stammen danach aus derselben göttlichen Quelle, die im Koran als „wohlverwahrte Tafel“, „das verborgene Buch“ und „die Mutter aller göttlichen Bücher“ bezeichnet wird. Nach dieser Auffassung sind im Grunde alle Religionen ein und dieselbe, auch wenn sich ihre institutionalisierten Formen unterscheiden. Die Propheten sind eine untrennbare Einheit. Sie sind menschlicher Natur, haben nicht an der Göttlichkeit teil, sondern sind die vollkommensten Vorbilder für die Menschheit. Da einige Propheten den anderen überlegen sind, speziell bezüglich ihrer Standhaftigkeit gegenüber Versuchungen, bezeichnet der Koran Mohammed als „Siegel aller Propheten“. Deshalb glauben die Anhänger des Islam, dass das Prophetentum mit Mohammed vollendet und beendet und dass der Koran die letztgültige und vollkommene Offenbarung Gottes ist, die alle früheren Offenbarungen vollendet und aufhebt.

Fünf Säulen Des Islam

Im Islam werden die als „fünf Säulen“ bekannten Pflichten als grundlegend und zentral im Leben eines jeden Moslems betrachtet. Die fünf Säulen sind:

(1) das Aufsagen des Glaubensbekenntnisses („kalima“ oder „shahada“)

(2) die Verrichtung der fünf täglichen Gebete („salat“)

(3) das Fasten während des Monats Ramadan („saum“)

(4) das Zahlen der Almosensteuer („zakat“)

(5) wenigstens einmal im Leben die Teilnahme an der großen Pilgerfahrt nach Mekka („Hadsch“)

Mit Ausnahme z. B. des Staates der Wahhabiten von Saudi-Arabien werden in vielen islamischen Ländern Muslime, die diese Pflichten versäumen, nicht bestraft. In vielen islamischen Ländern ist es aber ein Akt der Apostasie und damit ein todeswürdiges Verbrechen, wenn ein Muslim öffentlich den Wert, die Wichtigkeit oder zentrale Bedeutung der fünf Pfeiler in Zweifel zieht.

Das Shahada ist das bloße Aussprechen auf arabisch von: „Es gibt keinen Gott außer Gott, und Mohammed ist sein Prophet.“ Es wird oft als ein Glaubensbekenntnis gedeutet; doch da es andere Glaubenssätze nicht erwähnt, wäre es richtiger, es als ein Bekenntnis der Gläubigkeit zu bezeichnen. Darüber hinaus gibt es im Islam kein orthodoxes oder eindeutig bestimmtes Glaubensbekenntnis, ebenso wenig wie eine orthodoxe Autorität oder einen verbindlichen Satz von Dogmen. Neben der Bekräftigung der religiösen Zugehörigkeit eines Moslems, besonders bei einer Bekehrung zum Islam, dient das Shahada als ein Teil des formelhaften Aufrufs zum Gebet.

Das Salat, im Iran, in Indien und in der Türkei auch als Namaz bekannt, bezieht sich auf die fünf täglichen Gebete. Diese dürfen nur nach einer rituellen Waschung und in einer festen Ordnung zu festen Zeiten des Tages verrichtet werden: vor dem Sonnenaufgang; am Mittag; am frühen Nachmittag; unmittelbar nach Sonnenuntergang und vor Mitternacht. Die Moslems sehen es als erlaubt an, das Mittags- und Nachmittagsgebet sowie das Abend- und Nachtgebet zusammenzulegen, so dass sie nur dreimal am Tag beten müssen. Zum Beten gehört im Islam eine Anzahl von bestimmten Körperhaltungen: stehen, sich verbeugen und sich niederwerfen.

Das Saum ist ein 30-tägiges Fasten während des ganzen Monats Ramadan, das aber nur für gesunde und erwachsene Moslems gilt. Von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang sind Nahrung, Getränke sowie Geschlechtsverkehr untersagt. Stillende Frauen und Kranke sind davon befreit, doch wird erwartet, dass sie das Fasten zu einer anderen Zeit des Jahres nachholen, wenn sie wieder gesund sind oder nicht mehr stillen.

Das Zakat oder Almosensteuer wird jährlich auf Ernte, Viehbestand, Edelmetalle und Bargeld eines jeden erhoben, der über dem Existenzminimum lebt und dessen Schulden nicht sein Vermögen übersteigen. Der Theorie nach soll sie für die Armen eingesammelt und an diese auch verteilt werden.

Die fünfte Pflicht ist die Wallfahrt zur Kaaba in Mekka, das sog. Hadsch. Alle erwachsenen Moslems, die körperlich und wirtschaftlich dazu in der Lage sind, müssen diese Wallfahrt mindestens einmal im Leben machen. Die Wallfahrt findet während der ersten zehn Tage des letzten Monats im Mondjahr statt und beginnt damit, dass sich die Pilger durch Waschungen und Anlegen eines Bußgewandes in einen Zustand der Reinheit versetzen. Der Hadsch besteht im siebenmaligen Umschreiten der Kaaba sowie sieben Pilgergängen zwischen den Hügeln Safa und Marwa in der Nähe des Heiligtums, einem Gang von drei Meilen (etwa 4,5 Kilometer) bis Mina und sieben weiteren Meilen (etwa 11 Kilometer) auf den Berg Arafat, einer symbolischen Steinigung des Teufels und der Schlachtung eines Tieres zur Erinnerung an Abrahams Opfer.

Neben diesen fünf Hauptstützen des Islam gibt es weitere wichtige Vorschriften, beispielsweise das Verbot, Alkohol zu trinken oder Schweinefleisch zu essen. Neben der Kaaba, dem zentralen Heiligtum des Islam, sind die Moscheen, in der die täglichen Gebete sowie das Freitagsgebet stattfinden, die wichtigsten Zentren des islamischen Lebens.


Nachwort

So, liebe Ciaoaner und Ciaoanerinnen, das war eigentlich im groben das, was man über diese Religion wissen sollte. Ich hoffe, mit diesem Beitrag vielen dazu geholfen zu haben, über die Pauschalisierungen und Vorurteile hinweg den Islam mit anderen Augen zu betrachten.
Es ist unentschuldbar, was die Al Quaida mit gemacht hat, und es hat sichtlich wenig mit dem Islam zu tun, was sie getan haben. Es wird wohl für jeden unerklärlich bleiben, warum ein Mensch so etwas anrichten kann, aber es ist sicher, dass es der ganz persönliche Hass Osama Bin Ladens war, der diese Anschläge verursacht hat.
Der Islam ist eine Religion, die es verbietet, Menschen das Leben zu nehmen, denn der Allmächtige ist der Einzige, der dies zu tun berechtigt ist. Niemand darf in Seinem Namen irgendetwas derartiges tun. Ich versichere Ihnen, dass die gesamte Islamische Welt Osama Bin Laden und die Al Quaida verabscheut und ich tue das auch...
Wie gesagt, ich stehe für alle erdenklichen Fragen zur Verfügung.

Hiermit verbleibe ich, in der Hoffnung mit diesem Bericht geholfen zu haben...

Euer TurkishPsycho



 
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Dr_Labude

Dr_Labude

08.11.2004 19:52

Ich finde das einen richtig guten Text. Sehr differenziert, sehr gut recherchiert. Seinem Urheber gehört unser aller Lob http://www.geocities.com/Paris/5276/religion.htm

bopp

bopp

02.09.2004 12:13

muy bien, äh, sehr gut. Finde ich gut, dass sich jemand mit dem Islam beschäftigt, vorallem hast die ganze Thematik sehr ausführlich dargelegt. Habe mir vor ein paar Tagen den Koran gekauft, um ein bisschen nachzulesen. Mal schauen, was wirklich drin steht. Jedenfalls Respekt für deinen Bericht. Grüsse Bopp

fbozok

fbozok

28.08.2003 10:59

Informativer und ausführlicher Bericht... Obwohl mein Wissen über Islam sehr gross ist, habe ich nochmehr sachen dazugelernt!!!

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