Islam allgemein
08.02.2006
Pro:
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Kontra:
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Empfehlenswert:
Ja
 Tulay
Über sich:
Mitglied seit:05.02.2006
Erfahrungsberichte:4
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 37 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo an alle..... zu diesem Thema möchte ich mich auch mal äußern.. Ich bin eine Türkin, eine Muslime Ich möchte jetzt einige Eckdaten etwas genauer erklären. Hin und wieder stelle ich fest, dass auch Moslems einiges über Ihre Religion nicht wissen, was ich aber nicht schlimm finde..... ich weiß ja auch nicht alles .......Fangen wir mit der Fastenzeit an Das Fasten kommt im Jahr einmal vor. Der sogenannte "Ramadan". Die Fastenzeit beträgt einen Monat. Die tägliche Fastenzeit geht von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Während der Fastenzeit am Tag dürfen Moslems nichts essen, nichts trinken, nicht rauchen und nicht mal den Partner oder der Freundin einen Mundkuss geben (geschweige davon Sex haben). Blutabnehmen lassen oder sich Impfen lassen ist auch verboten. Nach Sonnenuntergang darf man übrigens alles wieder !! Jedes Jahr springt der Fastenmonat um 10 Tage zurück..z.B: wenn es dieses Jahr am 20.12.2006 wäre, dann wäre es nächstes Jahr am 10.12.2007. Alle 32 Jahre fällt es auf den aktuellen Tag wie genau vor 32 Jahren auch..z.B: 20.12.2006 in 32 Jahren am 20.12.2038... WANN DARF MAN NICHT FASTEN ?:Frauen, die Ihre Periode haben, dürfen nicht fasten! Während der Schwangerschaft sollte man nicht fasten, darf es aber. Egal aus wesen von beiden Gründen man nicht fastet, nachholen muss man das trotzdem. Menschen, die an einer Krankheit leiden und zwecks Ihrer Gesundheit Ihre Medikamente hauptsächlich am Tag einnehmen müssen, müssen auch nicht fasten. Sie sollten, wenn es finanziell möglich ist, das Geld, was Sie fürs Fastenessen am Abend ausgeben würden, berechnen und an einen hilfebedürftigen spenden. Die Ehe bzw. die Scheidung Die Ehe ist wohl bei jedem gleich. Einmal Standesamtlich und einmal kirchlich. Das kirchliche wird bei uns von einem Imam (auch Hoca genannt) durchgeführt. Während der kirchlichen Trauung kann die Frau von Ihrem Mann einen bestimmten Geldwert an Gold verlangen. Dies bekommt Sie, wenn der Mann sich von Ihre scheiden lässt. Es geht hier darum, die Frau für eine gewisse Zeit finanziell abzusichern z.B: falls Sie Hausfrau ist und keine Einnahmen bezieht. Zustehen tut es der Frau aber so und so. Es spielt dabei keine Rolle ob Sie Geld bezieht oder nicht. Sie kann darauf aber auch verzichten. Es ist Ihre Entscheidung.Natürlich dürfen sich Muslime auch scheiden lassen. Aus wesen Grund ist egal. Der Mann muss Sie ja nicht unbedingt schlagen oder Sie irgendwie schlecht behandeln damit Sie das Recht bekommt sich scheiden zu lassen. Das ist übrigens meine eigene Meinung. Ich erkläre es mal so: Gehen wir davon aus, dass eine Frau Ihren Mann heiraten musste, weil Ihre Familie das für richtig hielt, und Sie versucht Ihn zu lieben, schafft es aber nicht und der Mann ist auch noch ein prima Kerl dazu....so, was soll jetzt die Frau für einen akzeptablen Grund finden um sich von Ihm scheiden zu lassen? "Ich Liebe Ihn nicht", "Das kommt schon noch" heißt es dann vielleicht, oder "Deswegen lässt man sich doch nicht scheiden"...etc. Ist es dann nicht ungerecht der Frau gegenüber Ihren Leben mit jemanden zu verbringen für den Sie nichts oder nicht genügend empfindet um mit Ihm verheiratet zu bleiben. Im Koran sind Frauen und Männer gleichberechtigt. Also warum soll sich ein Mann scheiden lassen können, wenn er nicht mehr will und die Frau braucht erst mal einen Grund dafür... Das wäre ja nicht mehr gleichberechtigt...Das alles könnt Ihr auch anders herum drehen...Hätte ich meine Meinung mit einem Mann erklärt, gilt für Ihn natürlich dasselbe. Soviel zum Thema wer darf und wer nicht.... Wenn ein Mann zur seiner Ehefrau 3 mal hintereinander den Satz sagt: "Ich Scheide mich von Dir"...dann sind Sie ab diesem Zeitpunkt kirchlich nicht mehr verheiratet...jetzt sollte man sich "Auf den Papieren" auch scheiden lassen, also gesetzlich...Der Haken, warum man diesen Satz nicht 3 mal hintereinander sagen sollte!!!: Wenn dieser Mann seine EX-Frau wieder heiraten möchte, muss diese Frau erst einen anderen Mann heiraten, mind. einen Tag lang verheiratet bleiben und die Ehe natürlich auch durchziehen. Also muss Sie mit Ihrem "neuen Mann" auch schlafen.... Meine Meinung allgemein zum Thema GlaubenIch bin ja auch ein Moslem bete aber nicht 5 mal am Tag, trage auch keinen Kopftuch oder tu auch nicht jedes Jahr 30 Tage lang durchfasten, dass heißt aber noch lange nicht, dass ich an Gott weniger glaube als ein Moslem, der dies alles tut...Meiner Meinung nach beginnt der Glaube im Herzen.... Zum Thema "5 mal am Tag Beten" möchte ich eine wahre(?) Geschichte erzählen..."Eine Frau die jeden Tag 5 mal gebetet hat, hat immer für jedes einzelne Gebet am Tag einen Reiskorn in eine Schachtel geworfen. Also jeden Tag 5 Reiskörner. Übrigens hat diese Frau einen älteren Sohn...Nach einigen langen Jahren stirbt diese Frau...Kurze Zeit nach Ihrem Tod sieht Ihr Sohn Sie im Traum...Die Mutter sagt zu Ihrem Sohn, er solle die Schachtel aufmachen und die Reiskörner darin zählen. Er soll das unbedingt tun, Sie muss wissen, wieviele darin sind. Der Sohn tut dies auch am nächsten Tag. Am Abend sieht er wieder seine Mutter im Traum, die Ihn gleich fragt "Hast du es gezählt? Wieviele waren darin?" Der Sohn antwortet, dass es nur einer war...Das glaubt die Frau zuerst nicht. "Kann doch gar nicht sein" sagt Sie "ich habe doch jeden Tag 5 Stück reingelegt". Der Sohn" Mama , es war nur einer!" Die Mutter " Jetzt verstehe ich es,....!" ERKLÄRUNG: Sie mag 5 mal am Tag gebetet haben aber nur ein einziges mal, hat Sie es mit Liebe und mit Ihrem Herzen getan..Aussagen möchte ich dieses: Jemanden zu sagen, es käme in die Hölle, weil es nicht fastet oder nicht betet oder etc. wäre genauso falsch wie einem anderen zu sagen, es käme in den Paradies, weil es fastet oder betet oder etc. Ich habe ziemlich ausgeholt obwohl ich es kurz machen wollte... Deswegen höre ich jetzt auf, denn zum erzählen bzw. erklären hätte ich viel...Eines möchte ich aber noch vermerken...Ich selbst habe den Koran nicht gelesen und glaube auch, dass ich es ein paar mal lesen müsste, um es etwas besser verstehen zu können. Mein Wissen habe ich mir über die Jahren aufgebaut. Ich habe mit vielen erfahrenen Moslems gesprochen, Bücher gelesen, immer wieder nachgefragt "wie ist das und wie ist dies"..... Aber ich glaube nicht alles, was man mir erzählt... es muss schon eine gewisse? Logik beinhalten... Gruß...Tülay
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09.06.2007 02:45
Das ist ein guter Bericht in meinen Augen ... der Islam hat etliche Tugenden, die ich schon lange positiv wahrnehme ... z.B. dasFasten, das der Gesundheit zuträglich ist und auch die (90?) Eigenschaften von Allah sind meist recht gute und sympathische .... Wenn man mir eine Kritik am Islam erlaubt, dann die, daß er gegen andere Denkungsarten (selbst ähnlichen wie Juden- und Christentum) in den Schriften oft ablehnend gegenübersteht. Wie viele Äußerungen kriegerischer Art gibt es bereits in den Suren des Koran ... man sollte als Moslem das nicht unbedingt wörtlich und zeitgemäß nützlich ansehen, es waren bestenfalls damlige historische Moment-Äußerungen ... ich weiß, wieviele Gräuel von der christlichen Kirche begangen wurden. Allerdings waren Kreuzzüge und Inquisition (a long time ago) im krassen Gegensatz zum Evangelium des Propheten Christus, dieser äußerte sich immer friedlich und rief zu keiner Aggression gegen Andersgläubige auf .... im Gegensatz zum Islam, wo eine Vielzahl an Verfolgungs-Sätzen gegen Juden und sog. Ungläubige schon im Koran (seid hart, verschont nicht, etc.) verzeichnet sind. Wenn Mosleme Christen mögen, dann mag ich sie auch, wenn sie sie als Ungläubige verachten, dann logischerweise eher weniger ... auch die Addition der erlaubten Kirchenbauten in moslemischen Staaten im Vergleich zu den tatsächlichen Moschee-Bauten in anderen Kulturen zeigt die christliche Religion keinesfalls als untolerant auf ... aber die Gemeinsamkeiten der Weltreligionen können versöhnlich und verbindend sein .... Guter Bericht LG Thomas
01.03.2006 14:46
Ich fand den Bericht einfach mal sehr interessant.... LG Anita
25.02.2006 19:10
Nun muss man (zumindest in Bezug auf Ehe und Scheidung) hinzufügen, dass die Türkei dank Atatürk laizistisch ist (Trennung von Kirche und Staat), was in der „islamischen Welt“ einzigartig ist. Deshalb ist es nicht ganz korrekt, die türkische Art der Religionsausübung als allgemeingültig zu bezeichnen. Dies ist aber keineswegs als Vorwurf aufzufassen, sondern lediglich als sinnvolle Ergänzung zu deinem durchaus lesenswerten Beitrag…