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Islam - Christentum

5  14.02.2008

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sehr informative Arbeit

Kontra:
etwas lang

Empfehlenswert: Ja 

dddayna

Über sich: Ich bin, was ich erlebe. Ich erlebe, was ich denke. Ich denke, was ich fühle. Ich fühle, was ich ...

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Interreligiöses und interkulturelles Lernen am Beispiel des Islam

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Gibt es Gott?

3. Warum glauben Menschen?

4. Erziehung zum Glauben
4.1 Im Islam
4.2 Im Christentum

5. Die heiligen Schriften (Koran vs. Bibel)
5.1 Der Gläubige
5.2 Gott / Allah
5.3 Die Schöpfungsgeschichte
5.4 Jesus, die Jungfrau Maria und andere Propheten
5.5 Abraham
5.6 Mohammed
5.7 Der Koran verlangt keinen Schleier

6. Allgemeines zum Thema "Interreligiöses und interkulturelles Lernen"

7. Interreligiöses und interkulturelles Lernen
7.1 Definition des Begriffes "Interreligiöses Lernen"
7.2 Definition des Begriffes "Interkulturelles Lernen"

8. Interkulturelle Erziehung

9. Unterschied zwischen theoretischer und gelebter Religion
9.1 Am Beispiel der römisch-katholischen Kirche
9.2 Am Beispiel des Islams

10. Allgemeine Konfliktfelder
10.1 Steinigung nach dem Gesetz der Scharia
10.2 Körperstrafe nach dem Gesetz der Scharia
10.3 Kunst und Intoleranz
10.4 Religionsfreiheit und Minderheitenverfolgung in islamischen Ländern
10.5 Der Djihad "Der Heilige Krieg"
10.6 Die Rolle der Frau
10.7 Islamische Bestattungsriten
10.8 Moscheebau und Muezzinruf


11. Christlich-islamischer Dialog

12. Resümee

13. Quellen- und Literaturverzeichnis
Interreligiöses und interkulturelles Lernen am Beispiel des Islams

1.) Einleitung

Religionen gehören von Beginn an zur Geschichte der Menschheit. Die immer größer werdende Globalisierung führt zu einer Auseinandersetzung mit anderen Religionen und Kulturen. Unwissenheit bringt oft auch viele Vorurteile mit sich, die dazu führen, dass Menschen intolerant werden. Laut Clayton: "Das Leben besteht aus Höhen und Tiefen, egal ob Atheist oder Christ" (aus www.gibtesgott.com "Gibt es Gott", Lektion 1). Eine grundlegende interkulturelle und interreligiöse Aufklärung der Gesellschaft ist unumgänglich.


2.) Gibt es Gott?

Als erstes stellt sich die Frage, ob es überhaupt einen Gott gibt. Wie stehen die wissenschaftlichen Forschungen dazu? Gibt es Beweise für die Existenz eines oder mehrerer Götter?

John Clayton, Public Highschool Teacher, Wissenschaftler und ehemaliger Atheist beschäftigt sich schon seit Jahren mit dem Thema "Gibt es einen Gott?" (www.gibtesgott.com). "Gibt es einen Gott?" ist ein aufklärendes Programm, welches versucht, wissenschaftliche Beweise dafür zu finden, dass die Menschen mit ihrer Logik an Gott glauben zu können und dass das christliche System, so wie es im Neuen Testament dargestellt wird, die beste Alternative für ein erfolgreiches Leben ist. Als Argument, warum Ungläubige als auch Gläubige Informationen sammeln sollen bemerkt Clayton: "Sie müssen Ihren Glauben mit anderen teilen" (aus www.gibtesgott.com "Gibt es Gott", Lektion 1). Für Ungläubige gibt es so viele Beweise gegen Gott, sodass dies ihr dominierender Glaube wird. Die Aufgabe der Gläubigen besteht somit darin, das "Ungläubigen-Level" zu senken, indem sie Fragen beantworten können, die versuchen den Glauben zu schwächen. Für Atheisten sind Wissenschaft und Glaube Gegner. Laut Clayton gibt es jedoch für den Glauben an Gott enorme Unterstützung aus dem Bereich der Wissenschaft. Wissenschaft und Glaube stehen sich nicht gegenüber, sondern unterstützen einander.

Mit der These:" Sie existieren!" versucht Clayton das Eis zwischen Glaube und Unglaube zu brechen. Woher jedoch wissen Sie, dass Sie existieren? Er führt einen praktischen Versuch an: Sie stehen in der Mitte einer Straße. Plötzlich kommt eine Betonmischer die Straße entlang. Wie verhalten Sie sich? Denken Sie darüber nach, ob sie nun existieren, oder nicht? Keine Frage - sie verlassen die Straße, anstatt sich überrollen zu lassen. Auf die Frage: "Gibt es Gott beziehungsweise kann man die Existenz Gottes beweisen?" antwortete Clayton sinngemäß mit: "Können Sie beweisen, dass Sie existieren und nicht nur ein Hologramm einer Parallelwelt sind? Es geht bei der Existenzüberprüfung nicht darum, zu beweisen, ob es Gott gibt, sondern eher um die Bedeutung der Beweise." (aus www.gibtesgott.com "Gibt es Gott", Lektion 1).

Laut wissenschaftlicher Berichte gibt es keinen Beweis für die Existenz von Paralleluniversen. Mit der Frage: "Gibt es einen Gott?" verbindet man wissenschaftliche die Frage nach Anfang von Zeit, Raum, Materie und Energie. Folgende Fragen tauchen auf: Was ist nun mit der Urknalltheorie? Was explodierte? Was war der Grund für die Explosion? Könnte Gott eine Explosion benutzt haben, um das Universum zu formen, so wie wir es sehen? Wissenschaftlich gesehen gab es einen Anfang, weil ja etwas explodierte. Dies ist nur ein kleiner Beweis dafür, dass es einen Anfang gab. Clayton behauptet, dass Atheisten die Urknalltheorie hassen, denn sie beantwortet nicht die eigentliche Frage, mit der wir uns beschäftigen.

Warum ist es besser zu glauben, dass Gott immer schon existiert hat, als daran zu glauben, dass es Materie und Energie schon immer gab? "Wenn wir sagen, Gott habe schon immer existiert, warum ersparen wir uns dann nicht einen Schritt und folgern, das Universum habe immer existiert? (Carl Sagan, "Cosmos", S.257)

Es wurde bereits im Jahr 2000 wissenschaftlich bewiesen, dass sich unser Universum beschleunigt ausbreitet. Daraus folgt: Das Universum wird nie zusammenbrechen, da es stetig beschleunigt und es wird nie mehr zur Ausgangsposition zurückkehren. Auch Genesis 1,1 zeigt die gleiche These auf: "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde." Das Wort Anfang (hebräisch: Reshith) bedeutet "wofür es vorher noch nichts gab, was aufzeigt, dass es keinen Anfang gab. Das hebräische Wort "bara" für "erschuf" wird nur für die göttliche schöpferische Haltung verwendet, "Elohim" der hebräische Begriff für die Weisheit, die Kraft und die Stärke Gottes, womit die Aussage gefestigt wird, dass Gott die Welt erschaffen hat.

Es gibt mehrere Versuche von Philosophen und Denkern, die eine rationale Begründung für die Existenz Gottes suchten, wobei es drei größere Argumente gibt:

• Das Kausalprinzip (Ursache/Wirkung): Jede Folge hat eine Ursache; Das Universum ist eine Folge - doch wer hat es verursacht?
• Teleologischer Beweis: Gott als "Designer" und Planer
• Kategorischer Imperativ nach Immanuel Kant: Man "sollte" gewissen Dinge moralisch tun

Wissenschaftlich gesehen bleiben 2 Fragen offen: Ob es einen Anfang gab und ob dieser Anfang verursacht wurde. Der Rest der Aussagen aus Genesis 1,1 ist wissenschaftlich prüfbar, vollständig und in vollem Umfang präzise darin, die Beschaffenheit des Kosmos und der Welt zu beschreiben.

3.) Warum glauben Menschen?

Glauben lässt sich nicht logisch begründen. Man kann die Existenz Gottes nicht beweisen, gleichwenig, wie man seine eigene Existenz beweisen kann. Die Weltreligionen (Islam, Judentum, Christentum) lehren, dass das Leben einen Sinn haben muss, da Gott ihm diesen Sinn gibt, selbst wenn wir ihn als Einzelne nicht richtig deuten können. Der offensichtliche Schmerz, den Menschen weltweit erleiden, spricht für Atheisten und Agnostiker klar gegen die Existenz Gottes. Manche Theologen unterscheiden zwischen "natürlichem Bösen" (Naturkatastrophen, Seuchen, Krankheiten) und "moralischem Bösen", welches in jedem Menschen steckt (z.B. Neid, Hass, Habgier) und manche Formen von Leid selbst hervorruft. Im Mittelpunkt des christlichen Glaubens steht das Leiden Jesu am Kreuz, wobei das Kreuz ein Symbol dafür ist, dass Gott das Leid der Menschen teilt. Im alten Testament wird das Leid als Strafe Gottes für die Sünden von Adam und Eva dargestellt. Muslime glauben, dass nichts gegen den Willen Allahs geschieht. Der Glaube der Anhänger Allahs wird von Iblis durch Zufügen von Leid auf die Probe gestellt. Leid und Schmerz sind somit Teil des göttlichen Plans Allahs. Nach islamischer Auffassung hat das Leiden einen zwiespältigen Charakter: Zum einen ist es eine verdiente Strafe für Sündhaftigkeit, zum anderen eine von Gott auferlegte Prüfung.


4.) Erziehung zum Glauben

4.1 Im Islam

Umgehend nach der Geburt wird dem muslimischen Neugeborenen der sogenannte "Adhan", der muslimische Gebetsruf, vom Vater ins Ohr geflüstert. Das allererste Wort, welches ein Baby auf dieser Welt hört, soll der Name Allahs sein. Muslimische Kinder werden von klein auf ermutigt, an den fünf täglichen Gebeten teilzuhaben. Ein muslimischer Junge soll entweder in der frühen Kindheit, aber auf alle Fälle noch vor der Pubertät beschnitten werden. Die richtige religiöse Erziehung der Kinder beginnt mit dem Gang zur Madrasah, eine an die Moschee angeschlossene Schule. Dort werden wichtige religiöse islamische Traditionen gelehrt, wie zum Beispiel das Wudu (= die rituelle Waschung) und bestimmte Gebetsrituale. Auch Arabisch wird muslimischen Kindern beigebracht, um den Koran, das heilige Buch des Islams, lesen und verstehen zu können.

4.2 Im Christentum

Die Taufe innerhalb der ersten paar Lebensmonaten ist mehr oder weniger das erste religiöse Ereignis eines christlichen Kindes. Meist im 3. Schuljahr bereiten sich die christlichen Kinder auf die Erstkommunion vor. Wenn Kinder zum ersten Mal zur Kommunion "mitgehen" dürfen, gehen sie einen Schritt weiter ins Zentrum des Glaubens und der kirchlichen Gemeinschaft. Was mit der Taufe als Aufnahme in die Gemeinde begonnen hat, wird weitergeführt in der Erstkommunion und findet einen Abschluss in der Firmung. Die Firmung oder Konfirmation dient dazu, dass Jugendliche dadurch ihre Taufe bestätigen und ihren Glauben erstmals öffentlich bekennen können. In den frühen christlichen Gemeinden, in denen vor allem Erwachsene zum Glauben kamen, waren Taufe, Erstkommunion und Firmung eine Einheit. Manche Eltern schicken ihre Kinder in Sonntagsschulen, legen Wert darauf, dass sie beten und Bibel lesen lernen oder nehmen sie zum Gottesdienst mit, damit die Kinder mehr über ihren Glauben erfahren. So sollen sie zu einem Teil der Gemeinschaft, die unterstützt und einander hilft, werden.


5.)Die heiligen Schriften (Koran vs. Bibel)

5.1 Der Gläubige

Muslim bedeutet in deutscher Übersetzung schlicht und einfach: Ergebener. Es ist nicht von ungefähr, dass die Wörter Islam (Hingabe) und Muslim (Ergebener) vom gleichen Wortstamm S-L-M abstammen, aus dem auch das Wort Salam (Frieden) abgeleitet wird. Wenn Mensch sich ergibt und/oder hingibt, leistet Mensch keinen Widerstand; und die Absenz von Widerstand bedeutet Frieden. In religiösem Sinne bedeutet das also, dass Mensch ein Muslim ist, wenn Mensch sich Gott ergeben hat; alle Gottgläubigen wollen sich Gott ergeben, egal welcher monotheistischer Religion. Der Name "Muslim" stellt keinen besonderen Status oder auch keinen spezifischen Namen dar, sondern ist das Paradigma ALLER Gläubigen (Christen, Juden, Muslime und weitere...). Ergebener zu werden ist der erste Schritt aller Gläubigen.

5.2 Gott / Allah

Islamische Gläubige glauben an den gleichen Gott wie die Christen. Sein Name ist Gott, auf Arabisch übersetzt Allah. Auch Christen und Juden, welche arabisch sprechen sagen zu Gott Allah.

5.3 Die Schöpfungsgeschichte

Beide Weltreligionen, sowohl Christentum als auch Islam sind monotheistische Religionen. Es wird gelehrt, dass die Welt von einem einzigen Gott geschaffen wurde. Gott wird in beiden Religionen als ein überweltliches, persönliches Wesen angesehen, welches die Welt nicht nur erschaffen, sondern auch regiert und erhält. Dadurch entsteht eine Abgrenzung zu anderen Glaubensgemeinschaften, welche Gott zwar als Schöpfer anerkennen, aber davon ausgehen, dass er seitdem nicht mehr ins Weltgeschehen eingreift. Die Welt hat aus muslimischer und christlicher Sicht einen Anfang und ein Ende. Sie beginnt mit der Schöpfung und endet mit dem Tag des Jüngsten Gerichts. Gott bestimmt den Menschen zu seinem Stellvertreter auf Erden. Dadurch etabliert sich der Mensch von anderen Lebewesen deutlich. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass Gläubige mittels Gebete in Kontakt mit ihrem Schöpfer treten.

5.4 Jesus, die Jungfrau Maria und andere Propheten
Der Koran erkennt einige biblische Meister als Propheten an, wie zum Beispiel Noah, Moses,, Josef, Jakob oder David. Auch Jesus wird als einen Prophet betrachtet und erwähnt, nicht als Sohn Gottes oder gar selbst als Gott. Dennoch wird Jesus sehr stark verehrt. Er wird 93x im Koran namentlich erwähnt. Auch glauben sie, dass Jesus von der Jungfrau Maria geboren wurde. Im Koran wird von Jesus Leben erzählt. Es wird auch von Details erzählt, worüber die Bibel schweigt (z.B. Verteidigung der Mutter Maria gegenüber den Einwohnern von Nazareth). Jesus war so bedeutend, dass Gott ihn in den Himmel holte, als ihn seine Feinde kreuzigen wollten. Es hat also laut muslimischer Auffassung keine Kreuzigung gegeben. Der Koran berichtet davon an folgender Stelle: "Gott sprach: "Oh Jesus, ich will dich zu mir erheben und will dich reinigen von den Auswürfen derjenigen, die ungläubig sind!" (Qur'an 3:55).
5.5 Abraham

Im Buch Genesis, in der Geschichte von Abraham liegen die Wurzeln des Islams in der Bibel. Abraham wird im Islam sehr stark verehrt (in jedem Gebet wendet sich ein Moslem an Abraham und seine Nachkommen. Juden, Christen und Muslime verehren Abraham gleichsam als Stammvater aller Stämme Israels, welcher ins gelobte Land aufbricht. Laut Bibel sollen Abraham und sein zweiter Sohn Isaak einen Bund geschlossen haben. Für Muslime ist jedoch der mit der Sklavin Hagar gezeugte Sohn Ismael der legitime Sohn Abrahams. Sie glauben auch, dass Ismael Abraham half den Tempel (Kaaba) in Mekka zu errichten. Abraham:" Es möge ein Wallfahrtsort werden für alle, die an einen allmächtigen Gott glauben". Eine Pilgerfahrt sollte der Moslem einmal in seinem Leben unternehmen. Es handelt sich um ein würfelförmiges Bauwerk, in dessen südöstlicher Ecke sich das Allerheiligste befindet: ein glatter, schwarzer Stein, mit großer Wahrscheinlichkeit ein Meteorit. Bei jeder Passage versuchen ihn die Pilger zu berühren. Dabei kommt es häufig zu Verletzungen - auch Todesfälle sind bekannt - durch die Menschenmassen.

5.6 Mohammed

Muslime glauben, dass Mohammed der letzte und größte Prophet ist, weswegen man oft von Mohammedanern spricht. Während einer 3-tägigen Meditation bekam Muhammed im Alter von 40 Jahren eine Vision. Der Erzengel erschien und sprach zu ihm: "Verkünde im Namen deines Herrn und Wohltäters der erschuf, der erschuf den Menschen aus einem Klumpen Blut. Verkünde, denn dein Herr ist der Allgütige!" (Qur'an 96:1-3). Das Wort Koran bedeutet Vortrag und gilt als direkte Niederschrift der Worte des Propheten Mohammed, welche laut vorgelesen werden soll, damit Allahs Worte, welche durch den Erzengel Gabriel an Mohammed weitergegeben wurden, niemals verstummen. "La ilaha illalah muhammadur-rasul-lullah ...; es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist der Gesandte Gottes ...". So beginnt das Glaubensbekenntnis eines Moslems. Es ist die erste der 5 Säulen des Islams. Die anderen sind Gebet, Fasten, Barmherzigkeit und Pilgerfahrt. Der Islam ist weniger von theologischen Dogmen geprägt, sondern mehr eine Religion, die praktische, juristische und moralische Handlungsanweisungen gibt. Sie prägen moslemische Staaten stärker als christliche. Täglich ruft der Muezzin fünfmal zum Gebet. In diesem Gebet bringen die Moslems Gottes Vorzüge und Charaktereigenschaften in Erinnerung.
Die Ankündigungen auf das Erscheinen eines Propheten Mohammed in der Bibel sind die Beweise für die Wahrhaftigkeit des Islam für die Menschen, die an die Bibel glauben.
Im 5. Buch Moses 18, gibt Moses wieder, was Gott ihm sagte: "Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und Meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde. Doch wer Meine Worte nicht hören wird, die er in Meinem Namen redet, von dem will ich´s fordern" (5.Mose 18:18-19).
5.7 Der Koran verlangt keinen Schleier!
"Und sage den gläubigen Frauen, sie sollen den Blick senken und ihren Anstand bewahren und ihre Schönheit und ihren Schmuck nur im Rahmen des allgemein Üblichen zeigen. Und sage ihnen, sie sollen ihre Brust mit einem Schleier bedecken und ihre Schönheit nur ihren Ehemännern oder Vätern offenbaren."(Koran, 24. Sure, Vers 31 (Sura EI-Nour)). Entsprechend heisst es in der 33. Sure, Vers 59 (Sura Al-Ahzab): "Oh, Prophet! Sage deinen Ehefrauen, Töchtern, ungläubigen Frauen, sie sollen sich ihre Mäntel umlegen (wenn sie das Haus verlassen). Das ist am schicklichsten, denn so werden sie weder erkannt noch belästigt. "Leider ist es ein weit verbreitetes Missverständnis, dass der Koran der Frau vorschreibt, einen Schleier zu tragen. Was der Koran sagt, ist lediglich dass Frauen ihr Haar bedecken und sich schicklich verhalten sollten. Dies gilt jedoch auch für Männer.

6.)Allgemeines zum Thema "Interreligiöses und interkulturelles Lernen"

Interreligiöses und interreligiöses Lernen sind zu einem bedeutenden Teil der heutigen Zeit geworden. Der Großteil der Bevölkerung ist für die Globalisierung. Täglich gehen Millionen von Euros in den außereuropäischen Raum, was zeigt, dass das Volk großes Interesse an der Kultur oder Religionen anderer Länder zeigt. Die Beschäftigung mit anderen Kulturen und Religionen führt zu besserem Verständnis, mehr Akzeptanz und größerer Toleranz.


7.)Interreligiöses und interkulturelles Lernen

7.1 Definition des Begriffes "Interreligiöses Lernen"

Universitätsprofessor Dr. Martin Jäggle nennt zum Thema Interreligiöses Lernen folgende Probleme und Handlungsperspektiven: die Verletzung fremder religiöser Integrität durch Geringschätzung, das Problem des (Religionen-) Vergleichens, das Problem des Verstehens und die Situation der (religiösen) Pluralität. Jäggle sieht die Religion als etwas, " das konkrete Menschen bewegt, beseligt, tröstet, zur Verantwortung ruft"(Balsar) und thematisiert. Der Vergleich von Religionen zeigt einige Punkte auf, welche als Probleme dargestellt werden. Jede Religion hat mehr oder weniger eine Einmaligkeit in ihrer Mitte, womit die Frage aufkommt: Was ist die Mitte dieser Religion? Man soll bei Religionen nur einzelne Segmente vergleichen, nicht die Religion als Ganzheit. Laut Jäggle sollte man auch immer den inneren Zusammenhang von Lehre und Praxis beachten, den innerreligiösen Pluralismus aufzeigen und den Unterschied gelebter und theoretischer Religion berücksichtigen. Bei ähnlichen Entscheidungsformen diverser Religionen (homolog), die das dasselbe aussagen, aber verschiedenes meinen, sollte man nicht analog vergleichen. Auch das Verstehen anderer Religionen kann zu mehreren Problemen führen. Das "Anderssein des anderen und nicht nur das Bild, das ich mir von ihm gemacht habe, und die Erwartung, mit der ich ihm begegne" sollte anerkannt werden (Sundermeier). Laut Zirker lässt die Wahrnehmung anderer Religionen den eigenen Glauben einsichtsvoller werden im Bedenken seiner vielfachen Begrenztheit. Eigene religiöse Selbstreflexion und Selbstidentifizierung geht nur mit Hilfe der Augen anderer. Das Realisieren und Verständnisschwierigkeiten sind zu respektieren und eigens zu thematisieren. Die Situation der religiösen Pluralität beinhaltet religiöses Lernen, das den Plural zum Thema macht. Dieses benötigt ein dialogisches Konzept bei religiöser Erziehung. Ebenfalls Kenntnis und Verständnis fremder Religionen zu vermitteln heißt religiöse Fremdheit zwischen Schüler beziehungsweise Schüler und Lehrer zu thematisieren. Dialog als Projekt der Schülergruppe besteht "im gegenseitigen Kennen- und Verstehenlernen, im Offenhalten der Frage nach der gemeinsamen Wahrheit, im Verdeutlichen der eigenen Überzeugung und Sich-in-Frage-Stellen-Lassen durch die fremde Überzeugung, in Einstellungsänderung und im Idealfall in gemeinsamer Aktion". Der Religionsunterricht muss "die Spannung zwischen Dialog und Fremdheit aushalten" (Herzog).


Weltreligionendidaktische Grundlagen nach Lähnemann:

Gesamtziel: "ein Hören aufeinander und ein Lernen voneinander" zu ermöglichen, "das zur Entgrenzung und Bereicherung der Lebenshorizonte auf beiden Seiten führt - zu einem besseren Verständnis der religiösen und kulturellen Wurzeln des anderen und des eigenen Glaubens.

1.) die religiös-plurale Gegenwartsituation wahr- und ernst nehmen
2.) Die verschiedenen Religionen in ihrem spezifischen historischen und gegenwärtigen Strukturen und Kontexten, sowie in ihren Beziehungen zueinander, darstellen
3.) Die eigenen rel. Traditionen für die Begegnung differenziert vergegenwärtigen
4.) Lernen in der Begegnung und durch die Begegnung organisieren
"Sich gegenseitig kennen > Sich gegenseitig verstehen > Sich gegenseitig achten > Voneinander lernen >Füreinander eintreten"


Subjektorientierte "Didaktik der Weltreligionen" nach Ziebertz/Leimgruber

Die Schüler und Schülerinnen als lernende Subjekte sollen die Relevanz anderer Religionen und deren Äußerungen für ihr eigenes Leben erkennen:

1.) "Religiöse Zeugnisse wahrnehmen lernen"
2.) "Religiöse Phänomene deuten"
3.) "Durch Begegnung lernen"
4.) "Die bleibende Fremdheit respektieren"
5.) "In eine existentielle Auseinandersetzung verwickeln"

Das interreligiöse Modell lebt vom Perspektivenwechsel als Tätigkeit und Ziel. Die Teilnehmenden erwerben durch praktischen Vollzug die Fähigkeit, "die eigene Religion nicht nur aus der eigenen Perspektive, sondern auch aus der Perspektive der anderen Religionen zu verstehen" und "die andere Religion nicht nur mit eigenen Augen sondern auch mit den Augen anderer zu sehen." (M. Jäggle, Interreligiöses Lernen)


7.2 Definition des Begriffes "Interkulturelles Lernen

Interkulturelles Lernen bezeichnet eine Form des sozialen Lernens und ist seit Anfang der 1990er Jahre an den allgemein bildenden Schulen als Unterrichtsprinzip verankert. Es besteht ein gewisser Bezug zum Begriff Globales Lernen. Interkulturelle Arbeit ist ein wesentlicher Beitrag zur Integration. Integration ist keine "Einbahnstraße": Sie verlangt von uns allen die Bereitschaft, auf das "Fremde" in uns und um uns neugierig zu sein.

Dieses Unterrichtsprinzip hilft allen Beteiligten zu entdecken,
• dass Menschen gleichwertig, aber unterschiedlich sind,
• dass die Identität eines Menschen auch, aber nicht ausschließlich kulturell bedingt ist und dass sie sich im Lauf eines Lebens verändern und weiterentwickeln kann;
• dass es möglich ist, mit Unterschieden zu leben,
• dass man voneinander lernen und trotz unterschiedlicher Lebensumstände einander achten, helfen und in Freundschaft leben kann.

Interkulturelle Arbeit heißt,
• die soziokulturellen Verhältnisse, in denen Kinder und Jugendliche aufwachsen, ständig im Auge zu behalten, aber gleichzeitig die SchülerInnen als Individuen und nicht als "VertreterInnen" einer bestimmten "Kultur" zu betrachten und zu behandeln,
• eigene Standpunkte und Sichtweisen zu hinterfragen, sich auf Neues einzulassen und mitunter auch von den Schüler und Schülerinnen zu lernen.
8.)Interkulturelle Erziehung
Interkulturelle Erziehung bezeichnet pädagogische Ansätze, die ein Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft fördern sollen. Dabei geht es insbesondere darum, im gemeinsamen interkulturellen Lernen einen Umgang mit Fremdheit zu finden.
Ausgangspunkt der interkulturellen Erziehung ist die Kulturkontaktthese, die besagt, dass das gemeinsame Leben von Menschen unterschiedlicher Kultur einen Lernprozess bei allen Beteiligten auslöst. Durch das Erkennen von Unterschieden und Gemeinsamkeiten können eigene bis dahin nicht hinterfragte Positionen überdacht werden und gegebenenfalls neue Lösungsstrategien erkannt werden. Dabei geht die interkulturelle Erziehung davon aus, dass alle Kulturen gleichberechtigt nebeneinander bestehen und der Lernprozess auf allen Seiten stattfinden kann.

9.) Unterschied zwischen theoretischer und gelebter Religion


9.1 Am Beispiel der römisch-katholischen Kirche

In der römisch-katholischen Kirche gibt es zahlreiche Beispiele, wie unterschiedlich der Glaube an Jesus und Gott ausgelebt werden kann. Viele ältere Menschen besuchen regelmäßig am Sonntag die Kirche. Jedoch entscheiden sich immer mehr junge Leute für den sogenannten Atheismus beziehungsweise treten aufgrund der von der Bevölkerung oft zu hoch angesehenen Kirchensteuer aus der römisch-katholischen Glaubensgemeinschaft aus. Auch das Gebet zu Tisch wird immer weniger, dennoch legen manche Eltern, Schulen oder Organisationen genau auf das besonders Wert. Hollywood reißt sich um Jesus-Dokumentationen und Bibelauslegungen, welche von vielen als pure Heuchlerei angesehen werden. Die Firmung dient für viele Jugendliche rein als Geschenksquelle, nicht als religiöser Akt.

9.2 Am Beispiel des Islams

Es gibt einige Muslime, welche zwar an den Koran und Mohammed streng glauben, jedoch im Alltag sich nicht so ganz an die muslimischen Regeln halten. Es wurde mir berichtet, dass ein Moslem während seiner Arbeitspause mit seinem röm.-kath. Arbeitskollegen über den Islam sprach. Dieser Arbeitskollege hatte Schweinespeck und Brot mit zur Jause, der Moslem ein Butterbrot mit Paprika. Während des Essens der Jause schielte der Moslem immer mehr und mehr auf den Speck und fragte schließlich, von welchem Tier er sei. Dass der Speck vom Schwein war, wurde dem Moslem von Sekunde zu Sekunde weniger wichtig, da ihm das Wasser im Mund zusammenlief. Als es ihm zuviel wurde, fragte er höflich, ob er nicht auch ein Stück von diesem Speck bekommen könnte. Der römisch-katholische Kollege bejahte, jedoch erwähnte er noch einmal ausdrücklich, dass der Speck vom Schwein sei. Da antwortete der moslemische Herr: "Wir sind 100 Meter unter der Erde. Allah sieht hier nicht rein!" und griff herzhaft beim Speck zu.

Diese Geschichte soll zeigen, dass selbst der muslimische Glaube, welcher meinem Erachten nach viel strenger praktiziert wird als unserer, genauso frei verstanden werden kann, wie manch andere Religionen.


10.)Allgemeine Konfliktfelder

10.1 Steinigung nach dem Gesetz der Scharia

Die für den Ehebruch ursprüngliche Strafe, die der Koran vorsieht, besteht in der öffentlichen Auspeitschung. Spätere Rechtstraditionen haben die Steinigung verlangt. Sie führen ein Wort Mohammeds zur Begründung an. Mohammed hat darin auf die hebräische Bibel verwiesen, die für Ehebruch als Strafe die Steinigung fordert. Im Norden Nigerias, wo in 12 Provinzen Muslime die Mehrheit bilden wurde 1999 die Scharia eingeführt. Dies führte zu sehr blutigen Unruhen zwischen Muslimen und Christen.

10.2 Körperstrafe nach dem Gesetz der Scharia

Die Scharia sieht eine Reihe von harten Körperstrafen in der Öffentlichkeit vor, welche nach unserem Rechtsempfinden einen Verstoß gegen die Menschenwürde darstellen, wie zum Beispiel das Abhacken einer Hand bei Diebstahl.

10.3 Kunst und Intoleranz

Die Taliban - Regierung Afghanistans ließ weltbekannte Buddha-Statuen aus Bamian aus vorislamischer Zeit sprengen. In privaten Galerien und im staatlichen Museum von Kabul mussten Lebewesen - darstellende Bilder vernichtet oder übermalt werden.

10.4 Religionsfreiheit und Minderheitenverfolgung in islamischen Ländern

In der Sichtweise des Korans sind Juden, Christen und Muslime nicht gleich, aber dennoch geschützt. Sie zu verfolgen ist also ein Verstoß gegen die Rechtsprinzipien des Korans.

10.5 Der Djihad "Der Heilige Krieg"

Der Djihad ist in der islamischen Geschichte sehr unterschiedlich interpretiert worden. Fälschlicherweise wird er heute häufig ausschließlich mit politisch-religiös motiviertem Terrorismus verbunden. Jede Religion kann sich radikalisieren, wenn wirklich oder vermeintlich die höchsten Werte des Glaubens bedroht werden. Die Geschichte des Christentums, des Buddhismus und des Hinduismus kennen alle auf ihre Weise zahlreiche große und kleine Kapitel radikal kämpferischer Gesinnung. Der sog. "Heilige Krieg" ist keine Erfindung oder gar ein Monopol des Islams. Der Begriff "Heiliger Krieg" findet sich zwar im Koran. Die Sache aber begegnet in den Grundlinien in allen Religionen.
Ein Großteil der im Westen lebenden Muslimen ist an sich selbst interessiert, möchte in Frieden und Freiheit leben und hält sich an religiöse Vorschriften im Rahmen der eigenen Lebensumstände, der Familientraditionen und der Anforderungen der Umgebung, in der sie leben.


10.6 Die Rolle der Frau

Ungleichheit vor dem Gesetz, ungleiche Chancen der persönlichen Entfaltung, sowie allgemeine Diskriminierung in der Familie und Gesellschaft sind leitende Begriffe dieses Konfliktfeldes. Es gibt auch islamische Frauen, die die ihnen in islamischen Gesellschaften zugewiesene Rolle verteidigen. Die Bestrafung bei Untreue ist für Männer und Frauen unterschiedlich. Eine muslimisch-ägyptische Frau zum Beispiel wird für Untreue zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt, wobei ein Mann maximal 6 Monate bei gleichem Vergehen bekommt. Zudem kann der Mann nur dann schuldig gesprochen werden, wenn er seine Tat im ehelichen Heim begangen hat. Die Frau kann immerhin durch ihren Ehemann von der Strafe befreit werden, während dieses Recht der Frau im Falle einer Verurteilung ihres Mannes nicht zusteht.

10.7 Islamische Bestattungsriten

Die islamischen Bestattungsriten stehen teilweise im Gegensatz zu bestehende Landesgesetzen und Friedhofsordnungen. Für viele ansässige Muslime bedeutsam ist die Totenwaschung und die Bekleidung des Leichnams mit weißen Tüchern, die Verrichtung des Totengebets, die Beisetzung des Leichnams in nur von Muslimen genutzten Gräberfeldern, die Ausrichtung des Gesichtes des Toten in Richtung Mekka und die schlichte Anlage der Grabstätte. Vieles davon lässt sich auf unseren vorhandenen Friedhöfen ausführen, wie zum Beispiel das Totengebet und die Ausrichtung des Toten im Grab. Es können jedoch unterschiedliche Vorstellungen über die Grabpflege oder die Totenwaschung Probleme aufwerfen. Deshalb haben Muslime das Anliegen, eigene Friedhöfe betreiben zu können.

10.8 Moscheebau und Muezzinruf

Ist eine christliche Kirche min der Umgebung, darf auch eine Moschee gebaut werden, solange das Minarett den Kirchturm nicht überragt. Beim Muezzinruf stellt sich die Frage nach der Vergleichbarkeit mit dem christlichen Glockengeläut. Ob der Lautsprecherverstärker-Geräuschpegel die Grenze schädlicher Einwirkungen nach dem Immisionsschutzrecht überschreitet, richtet sich auch nach Herkömmlichkeit, sozialer Adäquanz und allgemeiner Akzeptanz. Deshalb wird man Glocken und Muezzinruf in überwiegend von christlicher Bevölkerung bewohnten Stadtteilen nicht ohne weiteres gleichsetzen können. Eine umstrittene Frage ist daher: Darf der Muezzinruf mit einem Lautsprecher verstärkt werden?


11.)Christlich-islamischer Dialog

Der christlich-islamische Dialog umfasst das Gespräch, die Begegnung, die Konfrontation und den theologischen Diskurs zwischen Christentum und Islam und ist Teil des interreligiösen Dialogs bzw. des Dialogs der Religionen. In Europa findet der christlich-islamische Dialog gegenwärtig meist zwischen christlichen Europäer/-innen und muslimischen Einwanderer/-innen, die vor allem seit den 1960er Jahren nach Europa gekommen sind, statt. In Dialogforen sind die Dialogpartner/-innen häufig christliche Europäer/-innen und vom Christentum zum Islam konvertierte Europäer/-innen. Der Dialog hat meist die Förderung von Respekt und Verständnis zum Ziel. Zwischen Theolog/-innen werden vor allem religiöse Fragen erörtert. Ferner geht es oft um die Auslegung und Interpretation von gesellschaftlichen Regeln und Gesetzen (Religionsunterricht, Kopftuch, Religionsfreiheit, Integration usw.). Seit den Attentaten von muslimischen Fundamentalisten (Stichwort 11. September 2001) wird besonders auch über Fragen der Gewalt und ihrer (vermeintlichen) Rechtfertigung im Koran gesprochen. Auch über diese Organisation(en) hinaus ist der Dialog sehr facettenreich: entsprechende Filme, Bücher, Features, Fotos, Ausstellungen, Interviews u. Ä. sind ebenfalls Teil des christlich-islamischen Dialogs. In einem Forschungsprojekt wurden z. B. Schulbücher analysiert und die häufigsten Vor- und Fehlurteile herausgearbeitet. Auch dort, wo Christ-/innen und Muslim/-innen sich häufig begegnen, z. B. im Wohnbereich oder am Arbeitsplatz, findet Dialog statt.


12.)Resümee

Meiner Meinung nach bedarf es hinsichtlich der immer größer werdenden Globalisierung an großem Verständnis, Akzeptanz, Aufklärung und der Überwindung gesellschaftlicher Ängste. Man könnte zum Beispiel einen interkulturellen bzw. interreligiösen Jahreskalender produzieren, welcher Daten weltweiter religiöser Feste und Feiertage enthält.

Die Frage, die sich bei der Arbeit mit der "Verbindung" beider Religionen für mich stellt, ist eher politisch als religiös. Die Gefahr der Unterwanderung sollte eventuell auch mitberücksichtigt werden. (Asylwerber und Menschenrechtsverletzungen ausgeschlossen). Was wäre, wenn das österreichische Volk mehr als 50% Muslime hat? Besteht dann nicht die Gefahr einer Regierungsstürzung durch die Mehrheit der Wahlstimmen? Könnte die Scharia auch bei uns zum Gesetz werden - auch für uns Christen?

Doch waren es nicht wir Christen, welche bei den Kreuzzügen durch Papst Urban II im Jahr 1095 zur Befreiung Jerusalems und des "Heiligen Landes" aus der Hand der Muslime aufforderten? Mehr als acht Jahrzehnte, nachdem eine Gruppe von Muslimen unter dem fatimidischen Kalifen al-Hakim 1009 die Grabeskirche, eines der größten Heiligtümern des Christentums, zerstört hatte. Die Kreuzzüge, der Terrorismus und der Djihad sind mit Sicherheit sarkastisch gesehen der beste Weg um mit Gott zu kommunizieren oder ihm seinen Glauben zu beweisen. Eine alte Weisheit besagt, dass man nur Frieden finden kann, wenn man auch ein wenig Ungerechtigkeit akzeptiert. Die Vielfalt der Kulturen in unserer Gesellschaft ist eine Tatsache, die nicht reversibel ist und die die Gesellschaft auch nicht zurückdrehen will und kann. Keine Kultur darf sich aus dem gesellschaftlichen Gefüge herauslösen.

Ich habe im Laufe meiner Arbeit mit einigen Rechtsradikalen gesprochen, ihnen auch einen Film über den Islam gezeigt. Anfangs waren sie total gegen den Islam, doch je mehr sich der Film dem Ende zuneigte, desto mehr Verständnis kam für die Religion auf, auch meinerseits. Die Medien stellen den Islam ja meist als eine terroristische Religion hin - daher die Ängste der Bevölkerung. Dazu möchte ich bemerken, dass meiner Meinung nach terroristische Aktionen nichts mit den Religionszugehörigkeit zu tun haben, sondern eher mit der Nicht-Schätzung der Menschenwürde und der totalen Ignorierung der am 10. Dezember 1948 unterzeichneten "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte".

Die goldene Regel ist eine der Gemeinsamkeiten beider Religionen. "Alles, was Ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!" (Jesus Christus, Matthäus 7:12) und "Keiner von Euch ist ein Gläubiger, solange er nicht das für seinen Bruder wünscht, was er für sich selbst gewünscht hätte." (Mohammed). Genauso wie das "Friede sei mit dir!", welches in beiden Religionen von großer Bedeutung ist, stellt eine gute Möglichkeit zur Vereinigung dar.


13.)Quellen- und Literaturverzeichnis:


• Martin Jäggle, Grete Anzengruber - ein Fach Ethik - Ethikunterricht in Österreich (Hintergründe, Kontroversen, Informationen)
• Michael Keene - Was Religionen zu Alltagsthemen sagen (Aktuelle Probleme aus der Sicht von Christen, Juden und Muslimen)
• Helga Kohler-Spiegel, Adrian Loretan - Religionsunterricht an der öffentlichen Schule (Orientierungen und Entscheidungshilfen zum Religionsunterricht)
• www.wikipedia.de
• http://www.kirchenweb .at
• http://www.gibtesgott.com/
• http://www.alrahman.de
 9; http://de.wikisource.org/wiki/Allgemeine_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrech te
• http://www.weltfriede.at/
• http://www.rpigraz.at/www-data /rpi/doc/1178030894_jaeggle_interreligioeses_lernen_1.pdf

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
aswie

aswie

14.02.2008 16:37

@Warum glauben Menschen? Hierzu möchte ich es mit dem Spruch halten, ich denke, also bin ich.

aswie

aswie

14.02.2008 16:26

Mit meinem sh möchte ich in erster Linie diese Fleißarbeit anerkennen. Ein bh wäre es geworden, wenn du hier nicht hauptsächlich mit Faktenwissen geglänzt hättest, sondern tatsächlich mehr eigene Meinung zum Ausdruck gebracht hättest. Gruß aswie

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