Erfahrungsbericht über

JVC DF 480

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Eine Leercassette gibt Gas!

5  12.02.2005

Pro:
Superbe Bildqualität, gute Verarbeitung

Kontra:
Lange Umspulzeiten und (systembedingt) mäßiger Ton; Preis

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Zuverlässigkeit

Robustheit:

Haltbarkeit


SugarMouth69

Über sich:

Mitglied seit:15.10.2004

Erfahrungsberichte:11

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 35 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Was ist up-to-date im Jahre 2005?
Natürlich sind es die DVD-Spieler und die zugehörigen Silberscheiben!
Kaum ein Artikel aus der Consumer-Elektronik-Welt erreichte anno '04 derart exhorbitant hohe Verkaufszahlen, und der Boom scheint auch im neuen Jahr kein Ende zu nehmen.
Herr und Frau Konsument scheinen nichts anderes mehr im Sinne zu haben als auf entsprechende Sonderangebote von einschlägiger Hard- und Software zu lauern - stressgeplagte ALDI-Einzelhandelsangestellte können ein Lied davon singen.
Ganz anders verhält es sich aber mit der guten, alten Videocassette. Das schon mehrmals totgesagte VHS-System fristet nur mehr ein Nischendasein, die Speichermedien des 20. Jahrhunderts werden bei den Elektronik-Supermärkten nur mehr in den untersten Regalen geduldet, den zugehörigen Recordern geht es zum Teil nicht besser.
Was aber spricht in Wirklichkeit gegen das VHS-System, haben wir uns das schon einmal wirklich gefragt?
Klar, heutzutage wollen wir Futter für unsere Wohnzimmerwoofer, wollen nicht lästig herumspulen um von einem Take zu einem anderen auf unseren Speichermedien zu gelangen, wollen einfach dass etwas 'glänzt' in unseren Händen.
Und weiter?
Ach, die die DVDs sind doch kleiner als die klobigen VHS-Cassetten, sind leichter zu archivieren, werfen Sie jetzt ein? Interessantes Argument in Zeiten, in denen dem einzelnen Individium in unseren Breiten mehr Wohnraum denn je zur Verfügung steht (nachzulesen in allen statistischen Erhebungen).
Nun gut, um nicht in den Verdacht der Anwaltschaft für das technisch wirklich in die Jahre gekommene VHS-System zu kommen will ich erst gar nicht das leidige Thema der Disc-Kompatibelität anschneiden oder andere 'Ruhmesblätter' aus dem DVD-Dschungel sondern 'bei den Leisten' bleiben:
Ich persönlich operiere seit etwa einem Jahr mit wiederbespielbaren D-VHS-Cassetten der Frima JVC. Meines Wissens ist dieser japanische Hersteller auch der einzige, der solche Bänder industriell fertigt.
In mein Sortiment habe ich nun - angesichts der fallenden Preise - auch das DF 480er Digitalband von JVC aufgenommen, nachdem ich mit den kürzeren Bändern der JVC-D-VHS-Bandpalette sehr gute Erfahrungen machte.
Mittlerweile kann ich das DF 480er-Band schon deutlich unter 40 Euros bekommen, was immerhin eine Ersparnis zum Listenpreis um 50% bedeutet. Man sieht also, auch das unpopulär-werden eines Systems hat seine guten Seiten (gg).
Natürlich gebe ich mich keinem Selbstbetrug hin und erwarte von einem Magnetband nicht tatsächlich über die Systemvoraussetzungen hinausgehende Leistungen, aber ich bin durchaus der Meinung, dass dieses Videoband sehr wohl aufzeigt, welche Systemresourcen im VHS-System als solchem liegen.

Ich darf nun die wichtigsten Eckdaten zu diesem Band zwecks besserer Übersichtlichkeit hier setzen:
- Wiederbespielbares, im Auslieferungszustand leeres D-VHS-Videoband
- D-VHS = Vollkompatibel zu D-VHS-Recordern
- D-VHS ist teilkompatibel zu S-VHS- und VHS-Recordern
- Mögliche Aufnahme- bezw. Abspielmodi auf diesem Band (bei Verwendung mit einem Digital-VHS-Recorder):
1) HS = 4 Stunden
2) STD = 8 Stunden
3) LS 2 = 16 Stunden
4) LS 3 = 24 Stunden
- Speicherkapazität von
Bilder von JVC DF 480
  • JVC DF 480 Bild 373390 tb
  • JVC DF 480 Bild 373391 tb
  • JVC DF 480 Bild 373392 tb
JVC DF 480 Bild 373390 tb
Die Aussenseite des Covers für die Leercassette JVC DF 480 (D-VHS)
50 GByte
(Herstellerangaben)

DIE HAPTIK
Ausgeliefert wird die Cassette JVC DF 480 in einem schwarzen, mit von Nachkaufcases bekanntem Klappmechanismus mit transparenter Labelhülle, umwickelt mit üblichem Schweißcellophan.
Nach der fachgerechten Entsorgung der Umwicklung und erstmaligen Öffnung der Klappbox sieht man zuerst das Cassettenkleberlabel und erst darunter befindet sich die leere VHS-Cassette.
Dabei fühlt sich die Box etwas schwerer an als andere handelsübliche VHS-Cassetten, und in der Tat dürfte diese Cassette aufgrund der Bonusstrecke an Bandmaterial schwerer wiegen (ich bin allerdings noch nicht so weit gegangen meine Küchenwaage zu bemühen...).
Die Mechanik des eigentlichen Cassettengehäuses macht dabei auf den ersten Blick einen vertrauenserweckenden Grundeindruck.

DIE AUSSTATTUNG
Das bereits angesprochene Cassettenkleberlabel wartet mit edlen bronzefarbenen Selbstklebern zur Kennzeichung der Cassette in mehreren Ausrichtungen auf; so sind für die Oberseite der Cassette zwei Klebeetiketten vorhanden, für die Schmalseite dieser gleich vier und diverse Sparten-, Nummern- und Buchstaben-Kleber. Schön auch, dass JVC hier nicht Eigenwerbung übertreibt und lediglich auf zwei Klebern das Firmenlogo anbringt.
Bei der weiteren Untersuchung des hinter Klarsicht-PVC steckenden Generallabels der Cassette entdeckt man an der Rückseite ein sehr nützliches Feature: Ein Beschriftungsfeld, dass sich, sinnvoll eingeteilt, über die ganze Rückseite des Einlegers erstreckt. Eine feine Sache das, vor allem, wenn man -so wie ich - über das normale Maß hinausgehende Notizen in unmittelbarer Nähe des Bandes selber archivieren will. Also, ich möchte das nicht mehr missen, auch wenn man sich theoretisch so ein Einlegeblatt selber dazuzimmern könnte (und es sicher auch einige Anwender ähnlicher Produkte dies so handhaben). Jedenfalls ist auch dieses Main-Label leicht aus der Klarsichthülle zu ziehen bezw. wieder einsetzbar.
Weiters fallen nützliche Warnhinweise auf dem angesprochenen Teil und auch auf der Rückseite des Klebelabelträgers auf: Dass das Vor- und Rückspulen bei dieser Cassette länger dauern kann beispielsweise oder dass die Bandrestanzeige an herkömmlichen VHS-Recordern bei Verwendung dieses Cassettenfabrikates fehlerhaft arbeiten würde..
Um es gleich vorwegzunehmen: Beides habe ich noch nicht wirklich bewusst registriert - möglichweise bin ich da zu unkritisch und habe noch zuwenig 'auf der Lauer' gelegen um so etwas auszumachen; wer aber einschlägige Erfahrungen hat darf mir gerne die seinigen in dieser Hinsicht zukommen lassen *smile.
Weiters wird auch dezitiert auf das dünne Band hingewisen, mit dem dieser Cassettentyp arbeitet - womit wir gleich bei

DER GEBRAUCH DIESER CASSETTE wären:
Ich nutze diesen Cassettentyp ausschließlich im S-VHS-Modus, was nichts anderes bedeutet, als das ich die Resourcen die in ihrm stecken eigentlich gar nicht wirklich ausreize. Immerhin ist diese Cassette ja für D-VHS-Recorder entwickelt worden, wer aber ein bisschen Einblick in die Szene hat weiss, dass die zugehörigen Recorder schon fast wie Rohdiamanten gehandelt werden und infolge dessen schaue ich einen Erwerb eines derartigen Gerätes nicht so hoffnungsvoll entgegen.
Was aber selbst in meiner Betriebsart - ich recorde und spiele das Berichtsobjekt also auf S-VHS-Recordern - zu beachten ist, vor allem hinblicks auf die Dünnheit des Bandes, ist das sorgsame Einlegen des Bandes in den Recorder.
ich registriere bisweilen eine etwas längere Zeitspanne, bis meine S-VHS-Recorder die Cassette als 'Bereit' im Schacht melden. Dazu muss ich aber sagen, dass mir schon einige andere Cassetten (S-VHS) beim Einlegen oder Ausgeben aus dem Recorder mit Bandsalat gedankt haben, was bei einer D-VHS-Cassette noch nie der Fall war.
Scheinbar ist die Mechanik vulgo das Bandmaterial der D-VHS-Cassetten doch etwas stabiler als dies bei gemeinen S-VHS-Cassetten der Fall ist.
Wichtig im Zusammenhang mit Gebrauch und Storage finde ich auch die Lagerung. Hier finde ich es fair von JVC, dass die Cassettenhülle gleich in einem undurchsichtigen Tray geliefert wird - jeder Mensch weiss inzwischen, wie schädlich sich UV-Strahlen auf Magentbänder auswirken (können).
Das Cassettengehäuse scheint auch aus etwas stabileren Kunststoff gefertigt zu sein, wie sonst wäre es zu erklären, dass beim Besuch der Rasselbande meiner Cousine die eine DF 480 den Killversuch mit Matador-Werkzeug überstehen konnte?
In das Kaptiel 'Gebrauch' fällt zweifelsfrei auch die System-Order, d. h., man muss sich bewusst sein, dass diese D-VHS-Cassette keineswegs Daten (Bilder und Töne) auf normalen VHS-Recordern abspielt, die auf einem D-VHS-Recorder aufgenommen wurden. Wohl aber ist das Cassettensystem kompatibel in dem Sinne, dass man ohne weiteres auch VHS- und S-VHS-Signale damit aufnehmen und auf den entsprechenden Recordern abspielen kann. Und genau so gebrauche ich diese Cassette ja auch, ich verwende sie quasie in einem Dienstsystem aus mehreren S-VHS-Recordern. Ich nehme darauf in S-VHS auf und spiele auch in S-VHS (manchmal auch bei Kollegen/innen nur in VHS) wieder ab.

BILDQUALITÄT UND LAUFGERÄUSCHE
Ohne Übertreibung kann ich behaupten, dass die Bildqualität dieser Cassette über jeden Zweifel erhaben ist.
Ich meine das nicht nur in Bezug auf magnetooptische Bänder, nein, ich gehe sogar einen Schritt weiter und behaupte hier steif und fest, dieses D-VHS-System, dieses Leercassette, kann sich locker mit DVD-Systemen der ersten und zweiten Generation messen!
Vermessen sei dies, meinen Sie, was ich da behaupte?
Ich will kurz auf meine Einsätze der Cassette in meinem Gebrauch eingehen, damit ich meine Meinung besser unterlegt sehe: Ich habe aus diversen Gründen viel mit schlechtem und/oder detailreichem Ausgangsmaterial vom Aufzeichnungsmaterial her zu tun (alte Aufnahmen oder Aufnahmen bei denen es auf Details ankommt).
Letzlich hatte ich besonders rares Archivmaterial zu sichten und eine Kollegin hat sich von diesem Material ebefalls eine Sicherungskopie zugelegt - aufgenommen auf einem DVD-Recorder der ersten Generation.
Auf der Suche nach einem bestimmten Detail in den Aufzeichnungen konnten wir beide (trotz Zoom-Funktion auf ihrem DVD-Player!) das Detail nicht so gut erkennen wie auf meiner D-VHS-Cassette, aufgenommen noch dazu nur im S-VHS-Modus! Ein Quercheck mit einem der besten DVD-Recorder am Markt brachte dann zwar die Ernüchterung, (hier sprang uns das Detail sozusagen ins Auge), dennoch ging der Punkt zweifelsfrei zugunsten der JVC DF 480.
Andere Aufnahmen die ich mit der DF 480 mache sind die zehnte oder zwanigste 'Decke' die ich - weil die vorigen Aufnahmen nicht so wichtig waren, etwa Mitschnitte aus dem TV - über die ersten Aufnahme drüberziehe.
Während bei vorher verwendeten S-VHS-Bändern schon mal leichte Qualitätseinbußen sichtbar wurden bezw. mechanische Geräusche in diesem Stadium begannen aufzutreten, läuft die JVC-Cassette seelenruhig und weiterhin glasklar ihre Bahn.
'Seelenruhig' im wahrsten Sinne des Wortes: ich kenne keine hochwertige S-VHS- und schon gar nicht VHS-Cassette, die so 'smooth' läuft.
Allerdings ist das Laufgeräusch bei VHS-Cassetten stark auch von der Harmonie zwischen Cassettenmechanik und Recorder abhängig, von daher hat hiererorts JVC leichte 'Heimvorteile' (ich besitze zur Zeit ausschließlich JVC-Geräte). Andererseits wiederum sind bei den reinen S-VHS-Cassetten von JVC immer wieder mal unangenehme Laufgeräusche vernehmbar (und auch der eine oder andere Bandriss :-().
Bei der Länge des Bandes (6 Stunden nominell) erlaube ich mir es, meist im qualitätsfördernden SP-Modus aufzunehmen, was aber nicht gleichbedeutend mit den eingangs aufgestellten modi ist. Die erwähnten modi beziehen sich nämlich auf jene Variante, in der man die Cassette in einem zugehörigen D-Videorecorder verwendet. In meinem Falle - bei Verwendung mit S-VHS-Geräten - gelten also: 6 Stunden Aufnahme im Standardmodus.
Hin und wieder bespiele ich auch Teile des 484 meter langen Bandes mit dem LP-Modus eines meiner S-VHS-Geräte, wodurch keine mit freiem Auge sichtbare Qualitätseinbuße greift. Erst wenn mann eine solche Aufnahme kopiert, erkennt man Qualitätsunterschiede zum SP-Modus.
Ich erspare mir weiteres Eingehen auf die verschiedenen Modi in der Theorie, immerhin ist das hier ein Erfahrungsbericht und kein Theoretikertreffen *grinzel.
Jedenfalls wäre es mal interessant, einen Bildfehler-Zähler zur Hand zu haben wie die renommierten Teststudios und -Zeitschriften, für die Cassette, von der ich berichte.

DER TON
'Der Ton macht die Musik' heisst es so schön, und dass beim 'Video Home System' nicht viel Musike drinne ist hat sich ja mittlerweile herumgesprochen.
Auch ich fühle ich immer wieder in die Zukunft versetzt, wenn ich von einer Session mit der JVC DF 480 zu einer Mußestunde in meinem Heimkino, mit dem modernsten Euipment dort, wechsle, mir einen Kinokracher in die DVD-Lade lege.
In Anbetracht dessen, dass das auf die D-VHS-Cassette DF 480 aber nur Stereo bezw (manchmal) nur aufgepepptes aufgenommen wird, hält sich das Band wacker - keine Knackser, keine Aussetzer. Der Stereoton ist meines Erachtens um Klassen besser als beim Mitbewerber und führenden Hersteller für S-VHS-Cassetten (der soweit ich weiss ja nun auch schon geraume Zeit in der östlichen Hemisphäre fertigen lässt) und: Kopftrommelumschaltgeräusche auch nicht! Ich erwähne das deswegen, weil wohl kaum jemand bedenkt, dass nicht nur der Recorder selber für die gefürchteten Kopftrommelgeräusche verantwortlich zeichnet.
Wenn das für Sie, werter Leser, werte Leserin meines bescheidenen Berichtes selbstverständlich ist, kann man nur gratulieren - glauben Sie mir, es gibt sie tatsächlich auf dem Markt, diese Recorder und diese Cassetten. Aber das ist eine andere Geschichte...

FAZIT
Leider konnte ich hier und heute aus naheliegenden Gründen (durch den beschränkten Einsatz des Produktes bei mir) nicht ganz so weit ausholen wie ich gerne gemocht hätte.
Ich bin jedoch der Überzeugung, dass die Video-Leercassette JVC-DF-480 unverdientermaßen ein Dornröschendasein im großen Markt der bespielbaren Medien auf dem Markt inne hat.
Auch bin ich überzeugt, dass die Haltbarkeit von VHS-Bändern (regelmäßiges Umspulen und lichtgeschützte Lagerung vorausgesetzt) in keinem Falle der DVD nachsteht. Jedenfalls laufen meine ein Jahr alte D-VHS-Bänder einwandfrei (noch) - näheres in 50 Jahren*smile.
Leider wird dieses Spitzenprodukt der Magentbandtechnologie, die Krönung der VHS-Cassettentechnik sozusagen, mit seinem Wirt, dem VHS-System, untergehen - so wie die Dinosaurier auf den Gipfel ihrer Evolution schnell verschwanden.
Ich jedenfalls beweine diesen Verlust schon heute (und versuche noch schnell die letzten kaufbaren Exemplare einzusacken, rofl).


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
farnbauk

farnbauk

16.07.2005 17:10

Sehr schöner Bericht!

Muellwars

Muellwars

15.07.2005 14:18

Wow war das dein erster Bericht? Der ist ja klasse....

semmelkuh

semmelkuh

29.06.2005 19:34

Sehr ausführlich geschrieben!

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