Erfahrungsbericht über "Jacques Lemans Nevada 1-1334 D"

veröffentlicht 09.06.2017 | RisingPhoenix
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Über sich :
Auch meine neue Armbanduhr wurde abgelehnt, wohin gegen andere Modelle vom Hersteller hier gelistet sind. Ich weiß langsam nicht mehr, worüber ich noch schreiben kann und überlege langsam meine Zelte hier abzubrechen.
Ausgezeichnet
Pro wunderhübsche Optik, gute Verarbeitung, achte Jahre zuverlässig im Betrieb
Kontra Datumsanzeige machte Mucken
besonders hilfreich
Design
Lebensdauer:
Bedienungsanleitung
Bedienung
Preisklasse:

"Get well soon! (updated 13.07.2017)"

Jacques Lemans Nevada 1-1334 D

Jacques Lemans Nevada 1-1334 D

Zeit für mich euch meinen treuen Begleiter vorzustellen, den ich inzwischen seit gut acht Jahren mit mir herumtrage. Schade nur, dass der Anlass ein Unguter ist. Neulich habe ich bei dem Besuch eines Dampfbades vergessen meine Armbanduhr abzunehmen. Nun haben sich Kondenströpfchen auf der Innenseite des Ziffernblattes gebildet. Der Patient aus dem Hause Jacques Lemans - wobei die Manufaktur verwirrenderweise in Österreich ansässig ist - liegt momentan beim Hersteller. Wenn eine Uhr erst einmal komplett in ihre Einzelteile zerlegt wurde, ist sie hinter nicht mehr die Selbe :-(


Seit acht Jahren gucke ich mit wachsender Begeisterung auf dieses Ziffernblatt

Da ich euch die Uhr momentan im originalen Zustand nicht präsentieren kann, sondern sie nur angeschlagen im Bild festhalten konnte, hier zunächst ein verlinktes, hochauflösenderes Bild aus dem Netz als Ciao es oben links anbietet:

Das auffällige orangefarbene Ziffernblatt ist zweifellos ein echter Blickfang. Nicht nur dank seiner rötlichen Signalfarbe, sondern auch da es mit stattlichen 44 Millimeter im Durchmesser - selbst für eine Herrenuhr - sehr groß geraten ist. Das zugehörige Edelstahlarmband steht dem mit seiner Breite von 16 Millimeter in nichts nach. Die orangene Farbe des Ziffernblattes schimmert matt-metallisch und der Innenbereich jenseits der Stunden -und Minutenanzeige ist zusätzlich mit dunklen, geschwungenen Lamellen durchzogen, die mir schon beim ersten Anblick besonders aufgefallen sind. Sie geben dem Design das gewisse hochwertige Etwas. Die Stunden-, Minuten- und Sekundenmarkierungen befinden sich in einem schmalen Streifen auf schwarzen Grund und werden durch weiße Striche signalisiert und zwar bis hinunter in den Bruchsekundenbereich (5 Striche für eine Sekunde). Durch den Kontrast ist das Ziffernblatt und natürlich prioritär die Zeit stets gut ablesbar. Desweiteren befindet sich im inneres Kreis noch auf Höhe der drei Uhr Position eine Datumsanzeige. Die Anzeige ist das Einzige an der Uhr, was nicht hundertprozentig lief. Vermutlich weil sie schon vor dem Kauf falsch eingestellt wurde. Also vermutlich kein technischer Mangel. Jedenfalls verhaspelt sich die Anzeige schon von Anfang an beim Tagesdatum. Mit dem ständigen Wechsel von 31 Tage Monaten, 30 Tage Monaten und dem Februar als Sonderfall kommt sie leider gar nicht zurecht. Nun, ich habe mich damit abgefunden dies einmal im Monat manuell korrigieren zu müssen. Man kann damit leben. Der Stunden -und Minutenanzeiger sind ebenso wie die Stundenmarkierungen "nachttauglich". Soll heißen sie wurden mit einer lumineszierenden Schicht überzogen und leuchten in der Dunkelheit und das durchaus kräftig und langanhaltend. Der Sekundenzeiger aus einer metallenden Nadel ist hingegen nicht zu erkennen. Aber wer will auch nachts um drei Uhr morgens auf die Sekunde genau die Uhrzeit wissen. Geschützt wird das Ziffernblatt durch gehärtetes Mineralglas, dass erstaunlicherweise in acht Jahren höchstens ein paar oberflächliche Kratzer abbekommen hat. Erstaunlich, da die Uhr doch recht klobig ist, neben der Ausmaße des Gehäuses ist hier die Dicke von nachgemessenen sieben Millimetern zu erwähnen. Eine Größe, die nicht jedem steht, aber mir gefällt sie. Außerdem weiß man bei den etwa (ebenfalls selbst bestimmten) 165 Gramm, was man da trägt. Das Edelmetallgehäuse mit seinen einzelnen Gliedern ist äußerst solide und hat ähnlich wie das Mineralglas schon so Einiges mitgemacht. Ein Nachteil an großen Uhren ist nämlich, dass man sich leichter einmal stößt und an ihr hängen bleibt. Die Anpassung der Länge an das Handgelenk ist dank der herausnehmbaren, über Stiften gesicherten, Einzelglieder gar kein Problem und kann mit etwas handwerklichen Geschick auch selbst durchgeführt werden.


Ein Modeaccessoire ohne Funktionsvielfalt

Die Le Mans Nevada dient ausschließlich als willkommenes Schmuckstück am Handgelenk und natürlich der Zeitnahme. Weitere Funktionen wie etwa eine Stoppuhr sind nicht verbaut worden. Vor dieser Uhr hatte ich einen Chronographen mit allerhand Funktionen, aber um ehrlich zu sein, habe ich diese nie genutzt. Und heute in Zeiten, wo ohnehin fast jeder immer und überall ein Smartphone griffbereit hat, ist dies im Grund genommen ohnehin obsolet. Auch auf eine Weckfunktion wurde verzichtet. Die Zeit lässt sich mittels der auf Höhe der neun Uhr Position angebrachten Krone einstellen, welche von dem Firmenlogo von Jacques Lemans verziert wird. Die Krone lässt sich in zwei Stufen einrasten. Ganz herausgezogen, lassen sich die Zeiger drehen um die Uhrzeit festzulegen. Halb herausgezogen lässt sich das angezeigte Datum abändern, wobei man hierbei ein wenig Geduld aufbringen muss. Bis sich die Datumsanzeige bewegt, sind so einige Drehungen notwendig. Hier hat die Krone ein zu leichtes Spiel. Die Krone selbst lässt sich sehr leichtgängig drehen und lässt sich dank Riffelung gut bedienen.

Die Uhr trägt sich sehr angenehm und auch an das Gewicht von 165 Gramm habe ich mich schnell gewöhnt. Allerdings erweist sich die Uhr im Sommer als durchaus problematisch. Einmal aufgeheizt, sammelt sich unter dem großen Gehäuse manch ein Schweißtröpfchen und es kommt durchaus vor, dass ich mit Hitzepickelchen zu kämpfen habe. Auf das Edelstahlarmband selbst habe ich keinerlei Hautreaktionen gehabt. Immerhin wirbt Jacques Lemans damit, das "medizinische Edelstahl 316L" zu verwenden. Was auch immer dies in der Praxis bedeuten mag. Verschlossen wird die Uhr mittels eines Bügels - abermals verziert mit dem Firmenschriftzug - mit einem Druckverschluss, womit die Uhr bombensicher am Handgelenk sitzt. Die Uhr läuft nun schon seit acht Jahren ohne Ausfall, mal abgesehen von dem einen notwendigen Batteriewechsel. Das Quarz-Uhrwerk hat sich bewehrt und scheint dazu noch sehr leichtgängig zu sein. Jedenfalls wurde der Batteriewechsel erst nach gut dreieinhalb Jahren fällig, was meines Wissens durchaus überdurchschnittlich lang ist. Die angegebenen 10 bar zulässigen Wasserdruck oder eine Tiefe von 100 Meter habe ich als Nicht-Tiefseetaucher nicht ausloten können. Aber bisher hat die Uhr Chlor -und Meerwasser durchaus trotzen können. Leider stieß sie nun im Dampfbad an ihre Grenzen...


Die ersten Probleme kamen mit dem zweiten Batteriewechsel

Vor etwa einem Monat war es dann doch soweit und ein zweiter Batteriewechsel stand an. Da der Gehäusedeckel ein Schraubverschluss ist und ich ohnehin ein wenig Skrupel habe mich an der Uhr selber zu schaffen zu machen, ging es wieder zum Uhrmacher - oder besser den freundlichen türkischstämmige Uhrenstand im örtlichen Kaufhof. Die Batterie hat er gewechselt, allerdings scheint er mit dem Dichtungsring so seine Probleme gehabt zu haben.
Seitdem die Batterie getauscht wurde, ist jedenfalls von "wasserdicht" leider keine Rede mehr, wie ich auf unsanfte Art nach einem Schwimmbadbesuch feststellen musste als sich ein einzelner Tropfen direkt auf dem Ziffernblatt abzeichnete. Nun kam es wie es kommen musste. Der Super-GAU. Einmal vergessen, die Uhr abzunehmen und schon sieht es unter dem Mineralglas aus wie im tropischen Regenwald. Da mir die Uhr als Geschenk von meinen beiden - inzwischen verstorbenen - Großeltern viel bedeutet, habe ich sie nach Österreich einschicken lassen. Ich werde berichten, sobald ich etwas von Le Mans höre.


Get well soon!

Es gibt schon einen Grund, warum ich diese Uhr acht Jahre lang fast immer getragen habe - und nicht nur weil es ein Geschenk meiner Großeltern war. Das Design, insbesondere das feurige Orange des Ziffernblattes gepaart mit den feinen Lamellenmuster, hat es mir angetan. Die Tatsache, dass sich die Uhr in dieser langen Zeit als nahezu unverwüstlich entpuppt hat, spricht für einen sehr hohen Qualitätsstandard bei Le Mans. Auch wenn ich zugeben muss, dass mir die aktuellen Modelle der Österreicher nicht so zusagen. Da sind meine Problemchen mit dem Datumsfenster fast nur eine Randnotiz. Der Ladenpreis von ungefähr an die 100 Euro ist sicherlich gut und auch langfristig investiert. Drückt mir die Daumen, dass ich die Uhr wieder im gebrauchsfähigen Zustand zurückbekomme.

--- Update 23.06.2017 ---
Die Uhr kam heute erfreulich flott wieder von Le Mans zurück nach Hause. Nachdem ich zuvor zähneknirschend einem Kostenvoranschlag von 50 Euro für die Reparatur zugestimmt habe. Wenn das für mich kein besonderes Erinnerungsstück wäre, hätte ich sie wohl nicht mehr instandsetzen lassen. Nun war die Freude um so größer, dass sich ein Transportschaden ereignet hat. Zwei Striche für die Stundenanzeige haben sich gelöst und sich im Ziffernblatt verselbstständigt. Die Uhr ist abermals unterwegs nach Österreich...

Ich denke nicht, dass ich die Uhr jemals wieder im Alltag tragen werde. Viel mehr hebe ich sie als Erinnerungsstück auf - soll heißen, wenn ich sie noch einmal im halbwegs brauchbaren Zustand zu Gesicht bekommen werde...

--- Update 13.07.2017 ---
Nun ist sie endliche wieder zu Hause und das sogar voll funktionsfähig. Trotzdem werde ich mich jetzt nach einer anderen Uhr umsehen und diese hier irgendwo aufbewahren und in Ehren halten.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • logo6600 veröffentlicht 21.08.2017
    toller Bericht, hochverdienter Brilli
  • Brionys veröffentlicht 15.08.2017
    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße 🐾🐾🐾von Briony .•:*¨ ¨*:•.
  • BellaSwan veröffentlicht 03.08.2017
    bh
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Produktdaten : Jacques Lemans Nevada 1-1334 D

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Long Name: Nevada 1-1334 D

Typ: Herrenuhren

EAN: 4040662087588

Hersteller: Jacques Lemans

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 09/12/2009