Jamba Kamera Schutzbrief

Jamba Kamera Schutzbrief

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Viel Lärm um Nichts
Erfahrungsbericht von Lilliane über Jamba Kamera Schutzbrief
01.06.2007


Produktbewertung des Autors:   


Pro: die Idee als solche klingt gut
Kontra: die Erfahrung zeigt, dass sich die Investition nicht lohnt

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Eigentlich ist es nicht mein Ding, ständig zu meckern und mich zu beschweren, aber da diese Schutzbriefe praktisch mit jedem verkaufen Artikel bei Mediamarkt & Co. angeboten werden, möchte ich hier von meinen Erfahrungen mit Jamba berichten um vielleicht anderen viel Ärger und Rennerei zu ersparen.

Aber von Anfang.

Letztes Jahr im Juni ist meine Tochter 12 geworden und hat sich ganz doll eine Digitalkamera gewünscht. Bis dato hat sie Aufnahmen mit einer gewöhnlichen Kamera gemacht. Da sie sehr gern und auch sehr gut, fast schon künstlerisch fotografiert, sind die Kosten für die Abzüge ganz schön ins (Taschen)Geld gegangen. Außerdem war mir klar, dass sie mit einer Digicam viel mehr Möglichkeiten hätte, die Bilder auch zu bearbeiten und da sie mit Feuereifer bei der Sache war und diese Kamera ihr einziger Geburtstagswunsch habe ich ihn gern erfüllt.

Natürlich kauft man für so ein kleines Mädchen nicht das teuerste Modell, aber 111 Euro - genau soviel hat die Kamera im Angebot gekostet, regulär 179 Euro - sind auch schon eine Menge Geld. Der Verkäufer bei Mediamarkt wies mich darauf hin, dass die Möglichkeit bestehe, die Kamera zu versichern. Und zwar gegen Bruch, Diebstahl und "verloren gehen".

An dieser Stelle schon mal ganz kurz: lassen Sie sich nichts vormachen. Gegen Verlust durch Verlieren ist Ihre Kamera definitiv NICHT versichert, auch wenn der nette Mediamarkt-Mann das noch so oft behauptet (ich habe mindestens 5x nachgefragt)

Doch die Idee leuchtete mir ein. Schließlich sollte meine Tochter mit der Kamera ja fotografieren - und zwar auch wichtige Ereignisse wie z.B. ihren Landschulheimaufenthalt, den Urlaub und die Geburt und Entwicklung "ihrer" Gänseküken. Da in der Schule häufiger mal was geklaut wird und bei Kindern nie auszuschließen ist, dass sie mal was fallen lassen, habe ich beschlossen, die Kamera zu versichern. Die Versicherung hat mich rund 26 Euro für ein Jahr gekostet. Das war mir die Sache wert.

Bis Ende Oktober war die Kamera das ganze Glück meiner Tochter. Und natürlich nahm sie sie auch in den Herbsturlaub nach Spanien mit. Komplett mit Extra-Speicherchip und Ersatz-Akkus. Eine Woche lang machte sie die herrlichsten Bilder in und um Barcelona. Wir waren begeistert.

Der Tag der Abreise kam und da ich immer in Panik bin, etwas zu vergessen, habe ich das Gepäck mehrmals kontrolliert. Als wir aus dem Hotel ausgechecked haben, war die Kamera noch im Rucksack meiner Tochter sicher verstaut.

Der Schreck kam erst zu Hause beim Auspacken. Denn da war die Kamera nicht mehr da. Ich war sauer, meine Tochter total geknickt wegen der vielen verlorenen Bilder.

Doch zumindest, so dachte ich, war die Kamera versichert, so dass wenigstens dieser Verlust ersetzt werden konnte. Und damit fing das Drama erst richtig an.

1. Akt:
Ich suche die Unterlagen (Schutzbrief, Rechnung) von der Kamera zusammen, kopiere sie und schreibe einen ausführlichen Bericht dazu. Das ist Mitte November.

Da ich bis Ende November nichts von Jamba höre, melde ich mich dort telefonisch. Man hat meine Unterlagen nicht erhalten ....

2. Akt:
Ich schicke das Ganze nochmal, diesmal per Einschreiben. Mitte Dezember bekomme ich Nachricht. Die Unterlagen sind eingegangen, der Fall wird bearbeitet.

Ich weiß ja nicht, was Sie im Winter so alles machen, aber bei uns ist von Mitte Dezember bis Mitte Januar Weihnachts- und Silvestertrubel angesagt, mit vielen Feiern und einer Menge Besuch. Darum komme ich erst Ende Januar dazu, den Fall weiter zu verfolgen. Denn bis dahin habe ich nichts von Jamba gehört.

3. Akt:
Ende Januar rufe ich wieder bei der Hotline an, was denn mit meinem Schadensfall ist. Dort sagt man mir, die Sache wird noch bearbeitet.

Und tatsächlich: etwas zwei Wochen später, etwa Mitte Februfar, bekomme ich von Jamba einen Brief.

Einen Brief, in dem ich aufgefordert werde, die polizeiliche Diebstahlmeldung sowie eine Kopfe des Versicherungsscheins zu schicken. Dieser würde nicht vorliegen.

Hallo !!!!

Letzteren habe ich inzwischen schon 2x geschickt. Ersteren habe ich garnicht. Das liegt ja wohl in der Natur der Sache. Ich weiß ja noch nicht mal, wann und wo die Kamera aus dem Rucksack geklaut worden ist. Ausserdem ist mir bis jetzt noch nicht die Idee gekommen, dass man für so etwas eine Anzeige machen kann. Die nächste Polizeistation ist ca. 20 km entfernt. Soll ich da wegen 111 Euro und ohne irgendwelche machbaren Angaben hinfahren ?


4. Akt:
Ich rufe nochmal bei der Hotline an und erkläre den ganze Fall erneut. Die nette Dame versteht die Situation (angeblich=, bittet mich jedoch, die Kopie des Schutzbriefes nochmal zu schicken ( ... kann schon mal passieren, dass so etwas verloren geht ...) und in einem Brief zu schildern, warum es keine polizeiliche Anzeige gegeben hat.

Ich schreibe also nochmal einen Brief in dem ich die Situation NOCH auführlicher erkläre und lege eine weitere Kopie des Schutzbriefes bei (jetzt schon die 3te).

5. Akti:
April. Immer noch keine Nachricht. Ich rufe nochmal dort an. Mein Fall ist angeblich noch in Arbeit.

6. Akt:
Mitte Mai erhalte ich einen Brief von Jamba:

"Sehr geehrte Frau XY,
um den Vorgang bearbeiten zu können, benötigen wir noch folgende Unterlagen / Angaben:

- Kopie des Kaufbeleges vom versicherten Gerät (Seriennummer, Kaufpreis und Kaufdatum ersichtlich)
- polizeiliche Anzeigebestätigung (Tatzeit, Tatort, Anzeigedatum u. gestohlener Gegenstand ersichtlich)
- Wo genau wurde das Gerät aufbewahrt
- Wer hatt eid eMöglichkeit auf das Gerät zuzugreifen
- wurde das Gerät oder die Tasche in der das Gerät aufbewahrt wurde, zwischenzeitlich abgelegt
- Wie ist die Beschaffenheit der Tasche ? War diese verschlossen oder ggf. zu verschließen ?
- Wie wurde die Tasche getragen (auf dem Rücken, seitlich)?
- Wann wurde das Gerät zuletzt bemerkt (ungefähre Uhrzeit)?
- Wann bemerkten Sie den Verlust (ungefähre Uhrzeit) ?
- Haben Sie verdächtige Beobachtungen gemacht ?
- Woraus wird auf einen Diebstahl geschlossen ?
- Können Sie ein Verlieren ausschließen ? (Falls ja, warum ?)
- Gab es Zeugen (Name, Anschrift) ?

.....

Wenn ich es nicht Schwarz auf Weiß gesehen hätte, wäre ich jetzt noch der Meinung, das sei ein Witz. Ein halbes Jahr hat Jamba gebraucht, um mir DIESEN Brief zu schreiben. In dieser Zeit war es den Damen und Herren dort anscheinend nicht möglich, MEINE Briefe zu lesen. Vielleicht haben sie sie auch gelesen, waren aber nicht in der Lage, sie zu verstehen ? Oder vielleicht ist es reine Schikane, mich hinzuhalten in der Hoffnung, dass mir die Sache irgendwann zu doof wird und ich sie einfach fallen lasse.

Sorry, aber jetzt geht es mir ums Prinzip.


7. Akt
(so viele gibt es noch nicht mal in Goethes "Faust")

Ich rufe nochmal dort an, lasse mich von der Hotline zum Call-Center-Leiterin verbinden. Dieser sage ich, dass sie mir klipp und klar sagen soll, wenn Jamba kein Geld oder keine Lust hat, meinen Schaden zu ersetzen. Damit ich mir wenigstens die Zeit sparen kann, weitere unnütze Briefe zu schreiben und Telefonate zu führen.

Die Dame versichert mir, dass es ihr sehr Leid tut (mir auch) dass aber ohne vollständige Unterlagen nichts zu machen sei. Ich solle ihr alles nochmal schicken und auch nochmal einen Brief aus dem der Tatbestand hervor geht. Sie würde mich ganz sicherlich in der nächsten Woche Mittwoch anrufen um alles zu klären. Zähneknirschend schreibe und kopiere ich das Ganze nochmal und schicke es erneut per Einschreiben ab.

8. Akt
Heute ist Freitag. Nächsten Mittwocht wird meine Tochter 13. Merken Sie was .... ?

Wie es nun endgültig ausgeht, steht noch in den Sternen. Aber wie gesagt - inzwischen geht es mir echt ums Prinzip. Dass mich der Spaß inzwischen mehr gekostet hat als die Kamera, dürfte jedem klar sein. Aber machen wir doch mal die Rechnung auf (zumindest in Etwa):

111,00 Euro (Preis für die Kamera)
- 13,00 Euro (Preis für die Versicherung, die nach Verlust-
meldung ja beendet ist)
- 0,90 Euro (Kopien, die ich im Copyshop machen muss)
- 3,00 Euro (Briefporto ohne Einschreibegebühr)
- 6,15 Euro (Porto für Einschreiben)
- 4,00 Euro (in etwa Benzinkosten, da die nächste Post ca. 10
km entfernt ist und ich das Einschreiben nicht
beim fahrenden Postmann abgeben kann)
- 7,20 Euro (Telefonkosten, ca. 60 min alltogether à 12 Cent
pro Minute - oder dachten Sie, dort geht sofort
jemand ans Telefon, wenns klingelt ? Nee - erst
läuft ein Band und Warteschleife, wahrscheinlich
habe ich insgesamt noch länger telefoniert)
- 45,00 Euro Zeit die ich investiert habe, wäre ich Putzfrau.
Meine Putzfrau bekommt 10 Euro pro Stunde.
Nur, dass ich keine Putzfrau bin und normaler-
weise deutlich mehr verdiene.

Alle weiteren Kleinigkeiten, die der "Spass" kostet, will ich einfach ignorieren. Ganz zu schweigen von den Nerven und der Entäuschung meiner Tochter, die zur Strafe, weil sie nicht gut genug auf ihre Kamera aufgepasst hat, bisher keine neue bekommen hat.

Mein Resümee:
Die Hotline ist telefonisch schwer zu erreichen, Unterlagen werden verschlampt oder nicht weitergeleitet, Briefe nicht gelesen, die Bearbeitungszeit bis Rückfragen gestellt werden, dauert deutlich zu lang, Absprachen werden nicht eingehalten. Wenn dieser Fall auch nur annähernd repräsentativ ist, lohnt sich die Versicherung definitiv nicht.

Und mal ehrlich: wie oft kommt es vor, dass Ihnen etwas geklaut oder beschädigt wird ?

Wenn ich so die letzten 20 Jahre zurückblicke, wurde ich noch nie bestohlen und habe erst 1x eine PC-Tastatur mit einem Glas Cola ruiniert. Die hat 50 Euro gekostet. Und wahrscheinlich wäre mir das wegen fahrlässigem Cola-Trinken wärend der Arbeit sowieso nicht ersetzt worden.

Na ja. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Nächste Woche wird meine Tochter 13. Eine Kamera bekommt sie sicher nicht. Ich schenke ihr lieber einen Malkurs. DEN muss ich nicht versichern ...


UPDATE am 4.6.2007

Heute um 12:00 Uhr ruft mich eine Dame von Jamba an !
Das Fax mit der neuen Rechnungskopie ist - ja, ihr habt es richtig erraten - NICHT angekommen. Und ohne die vollständigen Unterlagen kann die nette Dame den Fall halt leider, leider nicht abschließend bearbeiten.

Ich jage meine Tochter (langsam geht sie mir auch auf die Nerven mit ihrer blöden Kamera, hätte sie doch besser drauf aufgepasst) zu meiner netten Nachbarin, die mich inzwischen bestimmt für total bescheuert hätl, damit sie das Ganze nochmal faxt.    

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