Wieviel Bond braucht die Welt
18.06.2001
Pro:
s . o .
Kontra:
s . o .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Action:
Romantik:
mehr
 SteveZero0
Über sich:
Mitglied seit:15.09.2000
Erfahrungsberichte:67
Vertrauende:4
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 22 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Es war einmal vor langer, langer Zeit, da kam ein cleveres Kerlchen auf die Idee, den britischen Agenten James Bond 007 aus der Taufe zu heben. Um den nahezu unsterblichen Superhelden noch interessanter zu machen, bekam er obendrein noch andere stolze Gaben verliehen und jagte fortan als wortgewandter Lebemann, Charmeur und Frauenliebling den übelsten Bösewichten hinterher. Allerdings glaube ich kaum, das damals auch nur im Traum jemand auf den Gedanken gekommen wäre, das über das Jahr 2000 hinaus der Name Bond in aller Munde sein würde. Nun ist es aber so und trotz mehrfachem Darstellerwechsel bleiben die Abenteuer des Helden der englischen Krone ein stetiger Begleiter auf dem Weg ins neue Jahrtausend. "Die Welt ist nicht genug" lautet der neue Streich des Superagenten. Doch keine Sorge, wie der Abspann verriet wird Bond wiederkommen. An ein Ende der 007-Saga ist also nicht zu denken. Pierce Brosnan ist es nun, der bei seinem dritten Einsatz als James Bond den bösen Buben das Fürchten lehrt und den hübschen Frauen das Herz erweicht. Doch wie man sieht, ist das nicht immer so einfach, denn sowohl die gemeinen Verbrecher sind nicht von gestern und leisten erbitterten Wiederstand, aber auch die Damen sind nicht gerade leicht handzuhaben und nur schwer zu durchschauen. So muß dann Bond auch wirklich alles aufbieten, um am Ende siegreich zu sein. Irgendwie paßt diese Kurzbeschreibung wohl auf alle bisherigen Bond-Filme, und trotzdem waren auch diesmal zwei atemberaubende Stunden angesagt, die vor Action und kühlem britischen Witz nur so überliefen und für jede Menge Spannung und Spaß sorgten.
Diesmal heftet sich Bond an die Fersen des Terroristen Renard, der mit ein bißchen Plutonium herumspielt und davon besessen ist, ein gekapertes russisches Atom-U-Boot in die Luft zu jagen. Abgelenkt wird 007 dabei durch die wunderschöne Elektra, die das Öl-Imperium ihres Vaters übernommen hat und eine Pipeline baut, die der Konkurrenz ein Dorn im Auge ist. Wer James Bond kennt kann sich denken, das er sich nur schwer von der Dame losreißen kann um seiner Arbeit nachzugehen. Die jedoch macht es ihm dann etwas leichter, indem sie immer mehr in die Geschichte hineingerät und möglicherweise sogar mit Renard in Verbindung steht. Doch warum, weshalb und ob überhaupt, das bleibt für Bond zunächst im Dunkeln. Die Frauen sind halt schwer zu durchschauen. Als dann auch noch die attraktive Atomphysikerin Christmas Jones den Weg unseres Superagenten kreuzt, wird es dann ganz brisant, zumal die kühle Wissenschaftlerin scheinbar immun ist gegen Bond-Fieber und dem verdutzten Frauenhelden die kalte Schulter zeigt. Aber bald muß er ja dem verruchten Bösewicht Renard seine ganze Aufmerksamkeit schenken, da sonst eine schreckliche atomare Katastrophe droht. Aber Bond wirds schon richten. Eigentlich hatten alle bisherigen Bond-Darsteller ein ganz besonderes Etwas, mit dem sie die hungernden Fans stets gut zu füttern wußten. Mal abgesehen von George Lazenby bei seinem Gott sei Dank einzigen Auftritt konnten Sean Connery, Roger Moore, Timothy Dalton und nun auch Pierce Brosnan dafür sorgen, das ihnen die Herzen der Damenwelt zu Füßen lagen und James Bond zur vielleicht größten Kultfigur der Filmindustrie wurde. Wenn für mich persönlich auch feststeht, das der Ur-Bond Sean Connery Maßstäbe gesetzt hat, die wohl nicht mehr zu übertreffen sind, denn schließlich ist das Original immer besser als die Kopie, so ist ihm Pierce Brosnan dicht auf den Fersen. Wärend Roger Moore den berühmten kühlen britischen Humor auf die Spitze trieb und manchmal fast schon zur Witzfigur wurde, hat man nun mit Brosnan wieder die perfekte Mischung aus Charme und Actiontalent zusammengebracht. So war für mich "Die Welt ist nicht genug" der beste 007-Film seit Sean Connery sein Amt aufgegeben hat.
Die Garde der Schauspieler ist mal wieder beeindruckend. Dabei glänzen nicht nur die großen Namen, sondern auch die Leistungen sind durchaus zu würdigen. Die schöne und undurchsichtige Elektra wird gespielt von Sophie Marceau, die mit ihren Blicken wirklich jeden Mann zu betören weiß. Selbst Bond kann die Frau nicht durchschauen, da hilft ihm auch seine Röntgenbrille nicht weiter. Die zweite Schönheit im Bunde ist Denise Richards, die als kühle Wissenschaftlerin Christmas Jones ihre Talente ins Spiel bringt. Wer ist bloß auf den Namen Christmas gekommen? Der Bösewicht schließlich wird von Robert Carlyle verkörpert, der schon durch sein fieses Aussehen nichts Gutes erahnen läßt und irgendwie an den guten alten Blofeld erinnert. Was für ein Zufall. Übrigends ist auch in diesem Bond Desmond Llewelyn in der Rolle des begnadeten "Q" zu sehen, der wie immer an den kuriosesten Erfindungen bastelt. Der ist wirklich seit Beginn der Bond-Ära mit dabei und hat wohl als einziger Schauspieler fast alle Filme mitgemacht. Nun scheint aber auch er an einen Rücktritt zu denken, denn man konnte bereits sein Nachfolger belachen, der von Ulknudel John Cleese gespielt wurde. Na, das kann ja heiter werden... Am Ende kann ich "Die Welt ist nicht genug" nur empfehlen, denn hier werden zwei actionreiche und atemberaubend unterhaltsame zwei Stunden dargeboten, die einfach alles bieten. Auf diesem Niveau kann es ruhig noch weitere Bond-Abenteuer geben. Denn ob zu Lande, zu Wasser, in der Luft oder im Schnee, James Bond 007 ist einfach nicht zu schlagen. Auch die Titelmusik von Garbage ist die Beste seit langer Zeit. Also bleibt nur noch, auf die versprochene Rückkehr des Helden Ihrer Majestät zu warten...
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18.06.2001 11:39
Also ich finde jeder Bondfilm ob neu oder alt ist immer Kult gewesen und wird es sein. So seh ich die Sache. Guter Bericht von dir.
18.06.2001 11:31
Hallöle. Mir sind die Filme alle viel zu übertrieben und unrealistisch, sowas ist nicht mehr mein Fall. 007 sollte in meinen Augen eher Superbond heißen :o) Gruß Verena
18.06.2001 11:23
jaaaah, 007 ist Kult ... Kansas