Jede menge Ärger

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Ein duzend kleine Geschichten, die nach und nach zusammengeführt werden um am Ende ein Ganzes zu ergeben – die Idee ist zwar nicht die aller neueste, wurde jedoch sehr witzig von Barry Sonnenfeld (Addams Family) in seinem neuen Film „Jede menge Ärger“ (OT: Big Trouble) inszeniert. ... Bericht lesen





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Überdreht, übertrieben und absolut cool
Erfahrungsbericht von Raziel2901 über Jede menge Ärger
11.06.2003


Produktbewertung des Autors:   


Pro: eigentlich alles
Kontra: eigentlich nichts

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Ein duzend kleine Geschichten, die nach und nach zusammengeführt werden um am Ende ein Ganzes zu ergeben – die Idee ist zwar nicht die aller neueste, wurde jedoch sehr witzig von Barry Sonnenfeld (Addams Family) in seinem neuen Film „Jede menge Ärger“ (OT: Big Trouble) inszeniert. Schrullige Charaktere, eine Wahnwitzige Geschichte und lauter kleine, famose Ideen machen aus dem Film zwar kein Meisterwerk, aber eine beachtlich witzige Komödie die extrem kurzweilig ist, aber gerade deswegen überzeugt. Ein kurzer Film eben, Straight erzählt ohne Tiefpunkt oder zu besonderen Erkenntnissen führend (außer vielleicht das die Fans der Miami Gators allesamt Idioten und Schwachköpfe sind).

VON LOSERN, KILLERN, KRÖTEN UND ATOMBOMBEN

Wir treffen auf Eliot Arnold (Tim Allen), einst erfolgreicher Verfasser einer geachteten Kolumne, der aber gefeuert worden ist weil er den Monitor seines Chefs zertreten hat. Von seiner Ehefrau geschieden, sorgt er für seinen Sprößling Matt (Ben Foster). Dieser hält seinen Dad für einen Loser der nichts richtig machen kann. Matt macht gerade bei einem Spiel, welches die Schüler seiner Schule spielen mit. Sein Kumpel Andrew (DJ Qualls) hilft ihm dabei ein „Killer“ zu sein, was bedeutet das sie sich nachts an eine Mitschülerin anschleichen müssen um sie mit einer Wasserpistole voll zu spritzen. In dieser Nacht ist Jenny Herk (Zooey Deschanel) die auserwählte.

Diese lebt unter einem Dach mit ihrer Mutter Anna (Rene Russo) und ihrem unerträglichen Stiefvater Arthur (Stanley Tucci), einem Geschäftsmann der seine Bosse um einige Millionen erleichtert hat und bisher dachte, sie hätten es nicht gemerkt – was wohl an der Attraktiven Haushälterin Nina (Sofia Vergara) liegt, bei der er sich stets anschleicht um seine Passion auszuleben. Arthur lutscht gerne Zehen, sehr zum Mißfallen seiner Frau und natürlich Nina, die ihre Füße nicht allzu gern in Arthurs Mund steckt.

Während dessen sind die Profikiller Henry Desalvo (Dennis Farina) und Leonard Ferroni (Jack Kehler) in Miami gelandet um im Auftrag besagter Firma Arthur umzubringen. Die beiden verdammen die Stadt in die sie gekommen sind, halten alle für Verrückt und wollen bloß schnell wieder in den nächsten Flieger um dem Moloch Miami wieder zu entkommen. Im selben Flugzeug saß auch Puggy (Jason Lee), ein durchs Land ziehender, ruhiger Mensch der sich hauptsächlich von Kartoffelchips ernährt. An seinem ersten Tag in Miami bekommt Puggy einen Job bei russischen Waffenschiebern und lebt sich auf einem Baum ein der auf dem Grundstück der Herks steht und quasi einen Logenplatz besitzt um die folgenden Ereignisse zu betrachten.

Snake Dupree (Tom Sizemore) und Eddie Leadbetter (Johny Knoxville) haben sich damals im Knast kennen gelernt und wurden aufgrund ihrer unsagbaren Dummheit die besten Freunde. Zwei Ganoven die sich ein Ziel gesetzt haben – das Geschäft der russischen Waffenschieber auszurauben. Doch die beiden kommen erst später zum Zug.

Officer Monica Romero (Janeane Garofalo) und Officer Walter Kramitz (Patrick Warburton) fahren gerade Streife und Walter, der vor einiger Zeit Monicas Unterwäsche zu Gesicht bekam (eine kleine Handgreiflichkeit war der Auslöser) und diesen Anblick einfach nicht mehr vergessen kann, ist auch nicht gerade mit dem Segen der Intelligenz ausgestattet, macht seinen Job jedoch Professionell und mit genug Elan um den typischen KlischeeCop raushängen zu lassen. Auch diese beiden befinden sich, ohne es zu ahnen, im Strudel der Ereignisse.

Matt und Andrew schleichen sich also ins Grundstück der Herks um Jenny zu „killen“. Gleichzeitig sind auch Henry und Leonard am Ziel und stehen kurz davor Arthur zu ermorden. Puggy sitzt auf seinem Baum und verliebt sich beim ersten Augenkontakt in Nina und auf einmal geht es drunter und drüber.

Schließlich liegt Nina in Puggys Armen, Arthurs Fernseher wird erschossen, Anna verknallt sich in Eliot, Matt sich in Jenny, Andrew ist auf der Flucht, Henry und Leonard ebenso, Arthurs Hund steht unter Drogen, Snake und Eddie bekommen eine Atombombe in die Hände die sie für einen mit Gold gefüllten Tresor halten und Walter und Monica werden dem Schwachsinn und der Dummheit der beiden möchtegern Gangster ausgesetzt. Und das ist erst der Anfang einer wilden Achterbahnfahrt...

85 MINUTEN PURER WAHNSINN

„Das war tätlicher Angriff, sie wissen das!“
„In der Tat weiß ich das. Es gab mal eine Zeit in der man dafür noch kräftig zuschlagen mußte.“

Sonnenfeld hat es geschafft, ohne viel Tiefgang eine Komödie zu schaffen, die wohl niemanden kalt lassen kann. Zu genial sind die absurden Ideen mit denen er Arbeitet und zu lustig ist die Geschichte an sich, angefangen bei den Profikillern die sich nichts sehnlicher wünschen als wieder weg zu kommen bis hin zum Hund, der Dank eines Halluzinogens seinen Schwanz für ein Steak hält. Alle Darsteller machen ihre Sache herausragend, verleihen dem Kreis der Verrückten ein Gesicht und bewegen sich gekonnt zwischen Wahnwitz und Schwachsinn. Die Erzählstruktur, die Witze die Pausenlos auf den Zuschauer einhämmern und der grandiose Score des Film den James Newton Howard ergeben mit den Schauspielern ein erstklassiges Erlebnis. Natürlich kann der Freund Anspruchvoller Filmkunst den Tiefgang mit der Lupe suchen. Auch ein wenig Vorhersehbarkeit ist nicht von der Hand zu weisen. Doch dies sind nur kleine Mankos wenn man sich auf „Jede menge Ärger“ einläßt um 85 Minuten lang zu lachen und sich gekonnt Unterhalten zu lassen.

Für jeden, der den nächsten Videoabend plant, ein paar Kollegen eingeladen hat und sich köstlich amüsieren will, ist „Big Trouble“ ein gefundenes Fressen. Und für alle anderen natürlich auch.

Danke für eure Zeit.

   


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01.01.1970

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