... Nachdem es mir in Bezug auf „Täuschung“ so ging, hat sich bei der Lektüre von
Jedermann an diesem Gefühl nichts geändert ~ und doch reizt es mich in diesem Fall, ein paar Worte über das 158seitige Werk, welches die Leser wie kaum ein anderes in zwei Lager spaltet, zu verfassen.
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Jedermann, Philip Roth
2008, 160 Seiten, Maße: 11,5 x 19 cm, Taschenbuch, DeutschDtsch. v. Werner SchmitzPhilip ... mehr
Roths neuer Roman ist eine intime und doch universale Geschichte von Verlust, Reue und stoischem Gleichmut. Roth zeichnet das Schicksal seines Jedermann nach, von ...
Jedermann - Philip Roth
Jedermann, das ist nicht zuletzt Teil des Namens vom Juwelierladen seines jüdischen ... mehr
Vaters. Jedermann, das könnte aber auch sein eigener Name sein: Drei Exfrauen hat er hinterlassen, zwei Söhne aus erster Ehe, die ihn hassen, eine Tochter aus zweiter, ...
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Pro: Angabe "Leserschaft jedermann" ist in diesem Fall ein Gag ohne Gag; Thematik, Schreibstil Kontra: sonderlich spannend ist das Buch nicht; wenngleich dennoch fesselnd.
Es gibt unabstreitbar Bücher oder auch Filme, die nur schwerlich zu beschreiben sind, ohne dass sie sich ~ zumindest durch meine Worte ~ nach etwas völlig anderem anhören, als sie tatsächlich darstellen. Insbesondere in Bezug auf Philip Roth fällt es mir ...
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Pro: geht ans Herz, macht nachdenklich Kontra: vllt. genau das?!
Bücher wähle ich immer anhand zweier Kriterien aus. Sie dürfen, außer Strandlektüre, nicht zu pink sein (Frauen im Einkaufswahn und Liebesstress-Gefahr) und der letzte Satz muss bewegen. Den lese ich immer zuerst. Und weil "Jedermann" von Philip Roth ein ...
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Vaters. Jedermann, das könnte aber auch sein eigener Name sein: Drei Exfrauen hat er hinterlassen, zwei Söhne aus erster Ehe, die ihn hassen, eine Tochter aus zweiter, die ihn vergöttert. Diese Tochter, Nancy, war es auch, die alle an sein Grab gerufen hat. Bereits hier, bei der beschriebenen Beerdigung im Anfangskapitel, der letzten Konfrontation Jedermanns mit dem Tod, entfaltet der US-amerikanische Schriftsteller Philip Roth gekonnt die psychologische Zusammensetzung der Gruppe, die einzig durch die Person des toten Helden zusammen gehalten wird. Danach entfaltet er aus der Retrospektive das Leben eines Werbefachmanns und späteren Frauenhelden, sein Siechtum im Alter: eine Biografie, die in der Einsamkeit mündet und den Protagonisten zu einer Gestalt werden lässt, der er nie hatte sein wollen. Würde es nicht jeder Durchschnittsmensch genauso machen? fragt sich der Held an einer Stelle des Buchs, nachdem er in die Gefangenschaft der Ehe geschlittert ist. Später wird er eine treu sorgende Frau heiraten, die er wegen eines wesentlich jüngeren Fotomodels verlässt. Und am Ende wird er dies wie vieles andere bereuen. Der Leser aber ist angezogen und abgestoßen vom Lebenswandel dieser Figur, von seinen Schwächen und Fehlern zugleich: das große Verdienst des sezierenden Blicks von Philip Roth. Jedermann ist ein trauriges, fast schon deprimierendes Buch. Unerschütterlich beschreibt es das Altern als eine Aneinanderreihung von Abschiednahmen: Von Freunden, die sterben, von Lieben, die vergehen, von Gesundheit, die nicht wiederkehrt -- und damit vom Leben selbst. Dadurch aber wird Jedermann auch zu einem überaus ehrlichen Buch, das zudem -- dem Autor sei dank -- wieder einmal blendend geschrieben ist. Mit diesem Roman ist Philip Roth vielleicht noch radikaler als bei seinen Vorgängern gewesen und hat damit einmal mehr beweisen, dass er zu den großen alten Männern der US-amerikanischen Literaturszene gehört. Schon deshalb möchte man ihm ein langes Leben wünschen. Denn Bücher wie dieses zu schreiben gelingt nur den Wenigsten. --Stefan Kellerer
Vaters. Jedermann, das könnte aber auch sein eigener Name sein: Drei Exfrauen hat er hinterlassen, zwei Söhne aus erster Ehe, die ihn hassen, eine Tochter aus zweiter, die ihn vergöttert. Diese Tochter, Nancy, war es auch, die alle an sein Grab gerufen hat. Bereits hier, bei der beschriebenen Beerdigung im Anfangskapitel, der letzten Konfrontation Jedermanns mit dem Tod, entfaltet der US-amerikanische Schriftsteller Philip Roth gekonnt die psychologische Zusammensetzung der Gruppe, die einzig durch die Person des toten Helden zusammen gehalten wird. Danach entfaltet er aus der Retrospektive das Leben eines Werbefachmanns und späteren Frauenhelden, sein Siechtum im Alter: eine Biografie, die in der Einsamkeit mündet und den Protagonisten zu einer Gestalt werden lässt, der er nie hatte sein wollen. Würde es nicht jeder Durchschnittsmensch genauso machen? fragt sich der Held an einer Stelle des Buchs, nachdem er in die Gefangenschaft der Ehe geschlittert ist. Später wird er eine treu sorgende Frau heiraten, die er wegen eines wesentlich jüngeren Fotomodels verlässt. Und am Ende wird er dies wie vieles andere bereuen. Der Leser aber ist angezogen und abgestoßen vom Lebenswandel dieser Figur, von seinen Schwächen und Fehlern zugleich: das große Verdienst des sezierenden Blicks von Philip Roth. Jedermann ist ein trauriges, fast schon deprimierendes Buch. Unerschütterlich beschreibt es das Altern als eine Aneinanderreihung von Abschiednahmen: Von Freunden, die sterben, von Lieben, die vergehen, von Gesundheit, die nicht wiederkehrt -- und damit vom Leben selbst. Dadurch aber wird Jedermann auch zu einem überaus ehrlichen Buch, das zudem -- dem Autor sei dank -- wieder einmal blendend geschrieben ist. Mit diesem Roman ist Philip Roth vielleicht noch radikaler als bei seinen Vorgängern gewesen und hat damit einmal mehr beweisen, dass er zu den großen alten Männern der US-amerikanischen Literaturszene gehört. Schon deshalb möchte man ihm ein langes Leben wünschen. Denn Bücher wie dieses zu schreiben gelingt nur den Wenigsten. --Stefan Kellerer
Vater zweier Söhne aus erster Ehe, die ihn verachten, und einer Tochter aus einer späteren Ehe, die ihn vergöttert. Er, der einsame Ex-Ehemann von drei ganz verschiedenen Frauen. Am Ende ist er zu einem verbitterten Mann geworden, der mit seinem Schicksal hadert - ein Mann, der er nie sein wollte.Eine intime und doch universale Geschichte von Verlust, Reue und stoischem Gleichmut. Im Mittelpunkt steht der lebenslange Kampf eines einzelnen Mannes gegen die Sterblichkeit - einfühlsam gelesen von Peter Fitz, dessen nachdenkliche Stimme im Hörer noch lange nachschwingt.
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Pro: regt intensiv zum Nachdenken an, zeigt schonungslos Missstände auf, Sprachgebrauch Kontra: eine unbequeme Wahrheit; sozusagen.
...erfriert, sobald sich der Umstand, dass jene Dinge eigentlich alles andere als spaßig sind, auf die Oberfläche des Verstandes übertragen hat.
Hervorzuheben vor allem wohl auch der Usus, wie nebenbei Sachverhalte stetig von zweierlei Seiten zu betrachten: so findet mitunter der Umstand seinen Platz, dass an für sich Angehörige wie auch Betroffene im Grunde auf den erlösenden Tod des Letzteren warten ~ jedoch gleichzeitig alles verhindert werden soll, dass eben jener an der Pforte klopft.
?In einer erdfernen Welt? erinnert bedingter Natur an Philip Roth's ?Jedermann?, in dem der Protagonist sich ebenfalls rückerinnerte und sein beinahe abgelebtes Leben mit völlig anderen Augen betrachtet, vielmehr fast schon damit hadert und die ein oder andere Entscheidung bereut. Auch Hans Zengeler lässt seinen Protagonisten gedanklich Halt machen an...
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