Der Jeep Wrangler
12.07.2005
Pro:
Geländewagen mit Cabrioverdeck und Hardtop - Garantieter Fahrspaß
Kontra:
Teuer im Unterhalt
Empfehlenswert:
Ja
 fastchap
Über sich:
Mitglied seit:11.07.2005
Erfahrungsberichte:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 22 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Meine Erfahrungen mit dem Jeep Wrangler. Da ich schon von frühester Kindheit an auf Jeep/ Geländewagen geeicht war, war vollkommen klar, dass ich nach bestandener Füherscheinprüfung im Jahr 1988 hinter einem Steuer eines Geländewagens Platz nehmen würde. Die ersten 7 Monate meines Autofahrerdaseins verbrachte ich in/ unter / mit einem DKW Munga, der angetrieben durch einen Zweitaktmotor nicht wirklich langstrecken- und alltagstauglich war. Ich wollte schon immer einen Jeep. Da aber damals der Jeep CJ 7 gebraucht noch immer sehr teuer in der Anschaffung sowie im Unterhalt war, musste eine Alternative gefunden werden. Die fand ich in Form eines Mahindra CJ 3 B. Diesen Mahindra fuhr und reparierte ich 3 Jahre lang. 1991 wurde der Jeep Wrangler 4.0 High Output vorgestellt. Den Motor kannte ich bereits von dem Cherokee meines Vaters, und war von Anfang an von der Charakteristik begeistert.
Jeep No 1: Wir kauften also einen Jeep Wrangler 4.0 High Output. Zwischen Vertragsunterzeichnug und Auslieferung lagen sage und schreibe 6 Monate. Nach 6 Monaten stand er dann gebohnert im Showrom unseres Chrysler / Jeep Händlers in München. Schwarz mit Laredo Ausstattung. Stolz übernahm ich das Auto. Bis dahin von puristischer Ausstattung verwöhnt, war der Jeep ein Luxusautomobil. Wie oben bereits erwähnt, kannte ich die Motorleistung von dem Cherokee meines Vaters. Dass aber 185 PS, gekoppelt mit einem knackigen 5 Gang Getriebe und 1600 kg Leergewicht derart bissig sein können, hätte ich niemals geträumt. Ich war schier begeistert. Ein Verbrauch zwischen 17- 22 l musste ich in Kauf nehmen. Viele Leute berichten über lange Schaltwege des Getriebes, die ich aber niemals als störend empfand, zumal sich der Wrangler zum einen sehr schaltfaul bewegen ließ und sich zum anderen das Getriebe butterweich schalten ließ.
Teuer im Unterhalt In diesem Jahr begann ich meine Ausbildung in Bremen. München Bremen von Haustür zu Haustür waren exakt 755 km Entfernung. Etwa 2 x monatlich verwendete ich den Jeep als Autobahn- und Km Fresser. Die Spritkosten waren astronomisch. Diese konnte ich aber meistens durch die Mitfahrzentrale und Dank finanzieller Unterstützung meiner Eltern im annehmbaren Rahmen halten. So kamen auch andere Leute in den Genuss des Jeep Fahrens. Liebe oder Hass Und hier kommen wir zum Punkt: Entweder man liebt den Wrangler oder man hasst ihn. Kompromisse kann man mit einem Jeep nicht eingehen. Er ist laut, er springt wie ein wild gewordener Mustang. Aber das ist auch schon alles - und macht den Charakter dieses Fahrzeuges aus. Ich habe zumindest niemals eine Verkaufsanzeige gelesen, in der der Jeep als Langstreckenauto mit Luxusausstattung beschrieben wurde.
Sommer und Winterauto Im Sommer bin ich wahlweise mit Softtop oder Bikinitop gefahren. Das Verdeck habe ich alleine in 2 min. zurückgeschlagen und in 4 min. wieder aufgesetzt. In all den Jahren hatte ich 3 Verdecke. Eines wurde mutwillig mit Messern zerstochen, das nächste flog mit einem lauten Krach bei 160 km/h weg. Von Besttop bekam ich nach einem netten Brief kostenlosen Ersatz incl. Halbtüren. Diese hatte ich aber nur an Bord, um sie einzuhängen, wenn ich von der Polizei aufgehalten wurde. Mit der Polizei hatte ich im Übrigen nur positive Erfahrungen. Nachdem mir eine mündliche Ermahnung ausgesprochen wurde, wechselten wir zumeist das Thema und fachsimpelten über sinnvolle Um - und Anbauten. Das Hardtop, das man selbst mit wenigen Schrauben ( passendes Werkzeug beim Händler kaufen, da amerikanische Maße) lösen kann, ließ ich mit Stoff auskleiden. Außerdem bekam es ein Glas- Schiebe-/ Hebedach, welches leider niemals richtig dicht war. Im Winter waren wir zu viert beim Skifahren. Eine Skihalterung für den Ersatzreifen und 2 x Koffer auf´s Dach geschnallt. Samsonite macht Werbung für ihre stabilen Koffer - zu Recht!! Das Hardtop mit Heckscheibenwischer und Heizung macht aus dem Cabrio einen absolut wintertauglichen Geländewagen. Gut.. es gibt modernere Allradkonzepte. Im Allradmodus nicht schneller als 100 km/h . Aber wer fährt denn bitte auf einem verschneiten Alpenpass schneller als max. 80 km/h? Da nützt auch kein noch so modernes Konzept, wenn man hirnlos am Gas hängt.
Rost: Ja, den gibt es. Hier und da blühen schöne Rostblumen. Die kann man aber, etwas Geschick vorausgesetzt, beheben, oder so wie ich damals getan, den Wagen ab und an mit etwas mehr Hingabe pflegen und polieren. Nach einer Geländefahrt ruhig mal mit dem Dampfstrahler unters Auto kriechen und säubern. Warum andere Autos nicht rosten? Ganz einfach… mit einem PKW fährt ja auch niemand ins Gelände. Bereifung / Zubehör Der typische New Yorker Rammbügel fand vorne Platz. Seitenrammen aus Stahl und die typischen Horse rear Bumper fanden seitl. und hinten Platz. Sidepipes waren für eine Saison angeflanscht, flogen dann aber wieder raus, nachdem eine im Gelände abriss. Hinter der Rücksitzbank montierte ich einen Safe, ebenfalls bei Besttop erhältlich. So konnte ich den Wagen auch nachts offen stehen lassen.
Ich habe verschiedene Bereifungen mit Verbreiterungen verbaut und eintragen lassen. Von 275 Bereifung auf 8 Zoll über30 ´ 31´bis 33´Bereifung auf 10 Zoll. 275 Schuhe sind ideal für Vielfahrer und zum KM spulen. - jedoch meines Erachtens nichts für einen Geländewagen. Ab und an sieht man Geländeautos mit 295 Niederquerschnittbereifung durch die Leopoldstr. in München flanieren. Hallo!!!! Wo sind wir denn. Fahre ich nun einen Geländewagen oder ein Sportwagen. Na wie auch immer- Geschmäcker sind verschieden.
- 30 ´Bereifung kommt eigentlich der Serie schon sehr nah - 33´Bereifung und Fahrwerk hat mich nicht wirklich überzeugt, weil der Jeep dadurch nur eingeschränkt straßentauglich war und ich nach einem Ausritt im Winter großen Respekt vor dieser Kombination hatte. Als Idealbereifung + 2 cm Höherlegung durch Maas Fahrwerk empfand ich die 31´Bereifung mit Mud Terrain Profil. Gute Optik - gute Straßenlage - gute Geländeeigenschaften Für Fahrwerksänderungen kann ich nur empfehlen, eine Fachwerkstatt aufzusuchen. Von Bodylifting halte ich überhaupt nichts. Die komplette Fahrgastgeometrie ändert sich. Und von selbstgeschweißten und verlängerten Schaltknüppeln würde ich die Hände lassen. Ist zwar sehr billig aber meiner Meinung nach keine gute Lösung. Saubere Fahrwerke haben nicht umsonst einen stolzen Preis. Außerdem sollte man sich bei Reifenänderungen auch über eine angepasste Übersetzung Gedanken machen. Dies führt aber ausdrücklich zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und wird meines Wissens nur mit ungeheuerem finanziellem Aufwand vom Tüv eingetragen. Wer sagt dass ein Fahrzeugkonzept, das aus 1940 stammt, perfekt ist? Wenn es mal wirklich schnell gehen musste, düste ich mit knappen 160 km/h mit der 31´Bereifung über die Autobahn. Wirklich Spaß hat das aber nicht gemacht, da das Auto bei diesen Geschwindigkeiten die volle Konzentration des Fahrers abverlangt. Das rührt von der Plattfederkonstruktion, die aber im Vergleich zum Vorgänger, dem CJ 7 schon ein Meilenstein in der Evolution des Fahrwerks darstellt. Ein Durchschnitt von 130 km/h empfand ich als sehr angenehme Reisegeschwindigkeit. Zudem macht sich das auch im Verbrauch bemerkbar, den man so um 2 Liter reduzieren kann.
Diesen Wrangler fuhr ich 3 Jahre und verbrauchte in dieser Zeit 4 x Kreuzgelenke und 1 x Hinterachsdifferenzial, das bei einem Geländeparcourt den Dienst quittierte. Es hat sich aber schon Wochen zuvor durch ein mahlendes Geräusch angekündigt. Auch diese Reparatur wurde schnell und günstig ausgeführt. Anfällig war auch der Kupplungsnehmer Zylinder. Die Elektrik spielte mir ab und an Streiche. Aber im Großen und Ganzen waren es kleine Ausfälle, die ich selbst beheben konnte. Ab und an glänzten die Blinker mit einem Eigenleben. Niemals hatte ich Probleme mir Motor und dessen Peripherie. Nehmerqualitäten Auch als Zugfahrzeug konnte er voll überzeugen. Als wir eines Sommers offen auf der Heimreise von Italien waren, stand ein Mercedes G mit Wohnanhänger auf der Standspur bei Venedig. Zylinderkopfdichtung defekt. Ich bot ihm an den Wohnanhänger nach München zu ziehen. Gesagt getan. In München angekommen entpuppte sich dieser Anhänger als rollende Garage für Motorräder und einer eingerichteten Werkstatt. Was ich denn ziehen dürfte, wollte der nette Mann wissen. 1.500 kg entgegnete ich. Es waren volle 2.700 kg. Gemerkt habe ich nichts davon. Den Irschenberg ist der Wrangler hochgestampft, als gäbe es kein Morgen.
Aufsehen: dafür bekommt der Wrangler die volle Punktzahl. Ob nun gepuzt und glänzend an der Ampel stehend, oder dreckig und voll getrocknetem Schlamm meine Eltern von der Oper abholend. ( Zum Leid meiner Mutter) Immer machte er eine gute Figur und brach sofort alle Barrieren zwischen alt und jung. Warum wir seinerzeit immer im Jeep zu den Discos und Partys fuhren, muß ich hier wohl nicht erläutern.
Jeep No 2: Als ich 1994 meinen Wrangler zur Inspektion zu unserem Jeep Händler brachte, stand da ein Jeep Wrangler in Broadway Ausführung. Ich hatte in der Presse schon viel davon gelesen - aber nun stand er leibhaftig in voller Größe vor mir. Der Verkäufer muss diese Verbindung zwischen mir und dem Broadway gespürt haben. Ohne darüber zu sprechen, ließ er rote Nummern anbringen und gab mir den Broadway als Ersatzwagen mit. Am nächsten Tag holte ich meinen Wrangler von der Inspektion ab. Der Deal war gemacht. Mit 90.000 km auf der Uhr, gab ich den Wrangler in Zahlung. Ich kaufte den Broadway. Musikanlage, Fahrwerk und Reifen ließ ich gleich umbauen und eintragen. Was mir optisch nicht zusagte, war der Überrollbügel der auf Grund der neuen EU Regelung nun die Aufnahme für die hinteren Sicherheitsgurte beinhaltete. Optisch nun einem Affenkäfig ähnlich, musste ich mich damit abfinden. Ansonsten im Aufbau/ Motor identisch, war ich auch mit diesem Auto sehr zufrieden Ein Jeep mit Klimaanlage, Holzapplikationen und Lederausstattung. Noch dazu das Hardtop mit elektr. Sonnendach.. Dieses Fahrzeug war ein absolutes Highlight. Und endlich ein dichtes Hardtop!!!! Mit diesem Auto fuhr ich etwa 60.000 km.
Der Job verlangte es, dass ich sehr viel unterwegs war. So trennte ich mich 1998 von dem Jeep und kaufte einen Land Rover Discovery Turbo Diesel. Nach 7 Monaten und etlichen Werkstattaufenthalten trennten sich unsere Wege. Ich entschied mich, einen normalen Pkw für den beruflichen Alltag zu fahren.
Jeep No 3: Und ..um an den Wochenenden cruisen zu können, fand noch ein Jeep CJ 7 V8 Automatic seinen Weg in meine Garage. Diesen verkaufte ich aber nach 2 Jahren wieder, da ich zwischenzeitlich den Wert durch Reparaturen und Zubehör fast verdoppelt hatte. Das war im Jahr 2002. Seitdem beschränkt sich meine Leidenschaft leider auf das Studieren von Fachzeitschriften. Nun endlich, auch meine Frau von den Unarten eines Jeeps überzeugt, suchen wir nun wieder ein Spielzeug, um das Kind im Manne zu befriedigen.
Soviel steht fest… es wird definitiv ein YJ. Die neue, seit 1996 erhältliche Baureihe ( TJ ) mit Schraubenfahrwerk, kommt mir nicht in die Garage. Ich werde darüber berichten Jeep No 4… to be continued….
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14.07.2005 11:52
Guter Einstandsbericht, willkommen und viel Spaß bei ciao.
13.07.2005 12:12
Schon ganz guter Erstbericht. Vielleicht würde eine Gliedrung mit einzelnen Überschriften noch ganz gut tun...
12.07.2005 19:34
Herzlich Willkommen bei ciao.de! Klasse Bericht! Weiter so! Liebe Grüße, Blue.Angel