Teufelsarbeit
09.10.2004
Pro:
Interessantes Design, gelungener Grusel - Soundtrack, viele Rätsel, sympathischer Held, gute 3D - Perspektive und Steuerung, selbst Profis werden gefordert
Kontra:
Wenig Feinde, phasenweise extrem schwere Rätsel und Hüpfpassagen
Empfehlenswert:
Ja
 juni79
Über sich:
Was passiert hier momentan eigentlich? Liebe Grüße jedenfalls nach wie vor (nur) an alle lieben User...
Mitglied seit:16.08.2004
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 94 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Alle Fans von Jump and Runs aufgepasst! Solltet Ihr nämlich 3D-Hüpfspiele mögen, nicht so viel Geld ausgeben wollen, eine alte Playstation besitzen und habt auch nichts gegen mittlerweile etwas in die Jahre gekommene Videospiele, ja dann habe ich wahrscheinlich genau das Richtige für Euch. Denn „Jersey Devil“ gehört in meinen Augen ganz klar zu den besseren Jump and Runs auf der Playstation, dürfte aber vielen von Euch unbekannt sein, denn es wurde eigentlich nie so richtig berühmt, glaube ich. Was mir an diesem 1998 erschienenen Hüpfabenteuer denn so gut (und natürlich auch, was mir eventuell weniger gut gefiel), erfahrt Ihr jetzt. Im Mittelpunkt der Geschichte von Jersey Devil steht ein kleiner lilafarbener Teufel, der einem eigentlich auf Anhieb gleich sympathisch sein muss. Doch dürft Ihr Euch von dem zunächst niedlich erscheinenden Äußeren nicht täuschen lassen, denn das kleine Teufelchen hat es faustdick hinter den Ohren. Zunächst einmal steckt der Kleine aber mächtig in der Klemme, er kann so gerade eben noch den teuflischen Experimenten des gemeinen Dr. Knarf entfliehen. Einige Jahre sind seitdem vergangen, als wir urplötzlich erfahren, dass geheimnisvolle finstere Dinge an jenem Ort vor sich zu gehen scheinen. Der Sache müssen wir natürlich unbedingt auf den Grund gehen und so machen wir uns, wenn auch mit gemischten Gefühlen, auf in Richtung unserer einstigen Heimat. Schnell merken wir, dass dort etwas nicht stimmen kann, eine merkwürdige Gemüsearmee terrorisiert die Umgebung und es überrascht uns eigentlich nicht, wir ahnten es schon, dass dahinter der böse Doktor Knarf zu stecken scheint. Dieser hat tatsächlich gefährliche Killerpflanzen entwickelt, die wir natürlich unbedingt vernichten müssen. Ein nicht ganz alltägliches Abenteuer hat begonnen.
Insgesamt warten 50 teils umfangreiche Level auf Euch, die sehr unterschiedlich sind. Unter anderem treiben wir unser Unwesen im Labor des bösen Doktors, in seiner Villa, besuchen aber auch geheimnisvolle Tempelanlagen, schaurige Friedhöfe und müssen leider Gottes auch in den Untergrund in die Kanalisation abtauchen. Was mir auf Anhieb sehr gut gefiel war die 3D-Umgebung, in welcher wir unaufhörlich die Killerpflanzen bekämpfen. Denn ohne den Überblick zu verlieren, schwenkt die Kamera hin und her und sorgt für eine sehr gute Spielatmosphäre. Das Tolle dabei ist, dass wir es selbst in der Hand haben, wie wir genau die Spielwelt betrachten wollen. Denn Ihr müsst nicht unbedingt die vom Computer vorgegebene Perspektive wählen, sondern könnt sie selber so drehen, wie es Euch gerade gefällt. Im Gegensatz zu vielen anderen 3D-Abenteuern wurde mir erstaunlicherweise eigentlich nie so richtig schwindlig dabei, das hat mir natürlich sehr gut gefallen. Wir behalten also den totalen Überblick und können uns völlig frei in der 3D-Welt von Jersey Devil bewegen, selten hatte ich das vorher auf der Playstation sehen können. Was ich dann als ein weiteres Plus ansehe, ist die Tatsache, dass wir über zahlreiche Manöver verfügen, mit denen wir uns gegen die zahlreichen Feinde zur Wehr setzen können. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, neben der in Jump and Runs so üblichen Hüpfattacke auch andere sehr wirkungsvolle Kampfaktionen anzubringen. Mit einem Faustschlag, sozusagen einem klassischen linken Haken könnt Ihr die Gegner niederstrecken und auch Euer wirbelnder Teufelsschwanz wird zu einer guten Waffe umfunktioniert. Als feldermausartiges Teufelchen besitzen wir natürlich auch Flügel und setzen diese mehrfach gekonnt ein. Denn oft müssen wir Abgründe überwinden, die ohne den Einsatz unserer Flügel ein unüberwindbares Hindernis darstellen würden. Auf eine sehr ästhetische Art und Weise setzen wir dann zum Flug an und landen schließlich butterweich auf der anderen Seite. Ein großes Lob gilt dabei nicht nur der gelungenen Perspektive, sondern auch der vorzüglichen Steuerung, denn sehr genau werden Eure Eingabebefehle umgesetzt, mir fiel in diesem Punkt jedenfalls nichts Negatives auf.
Während wir in den Parks, auf Friedhöfen und in Lagerhallen so umherwandern und den Feinden das Fürchten lehren, finden wir „so ganz nebenbei“ nützliche Gegenstände, welche uns das Leben doch deutlich leichter machen. Die mit einem großen „K“ gekennzeichneten Kisten erhöhen beispielsweise unsere Stärke, doch damit nicht genug, Ihr müsst in einem Level immer fünf wichtige Buchstaben finden, dies ist praktisch das Hauptziel. Zusammen gesetzt ergeben diese Buchstaben das Wörtchen „Knarf“, der Bezug sollte jedem von Euch, der meinen Bericht auch nur halbwegs überflogen hat, nun aufgefallen sein. Erst nach dem Einsammeln aller fünf Buchstaben, öffnet sich eine Türe und es ist Euch dann möglich, den nächsten Level zu betreten. Ganz so einfach, wie sich das nun eventuell anhört, ist dies aber nicht, denn sehr oft müsst Ihr gar nicht einmal so leichte Rätsel knacken oder schwierige Hüpfpassagen über wacklige Plattformen überstehen oder auch bestimmte Monster ausschalten, um an den begehrten Buchstaben gelangen zu können. Dabei fiel mir auf, dass es zwar vergleichsweise wenig Gegner gibt, was auch für viele Entspannungsmomente sorgt und mir eigentlich ganz recht war, aber dafür die Rätsel phasenweise derart knackig schwer sind, dass Anfänger möglicherweise frustriert aufgeben werden. Da auch die Hüpfpassagen nicht ohne sind, würde ich den Schwierigkeitsgrad von Jersey Devil insgesamt sogar als „schwer“ bezeichnen, dies hatte ich so nicht erwartet. Ich würde lügen, wollte ich Euch erzählen, dass ich das gesamte Hüpfabenteuer ganz alleine ohne fremde Hilfe durchgespielt hätte, nein, dem war nicht so, gerade gegen Ende des Spiels musste ich mir öfters helfen lasen, aber das war schon okay so, denn richtig unfair wurde das Spiel eigentlich nie.
Zwei entscheidende Gründe dafür, dass ich dieses Spiel (unter anderem auch mit vereinten Kräften) dann schließlich tatsächlich durchspielte, waren die Grafik und der Sound. In beiden Punkten wurde ich völlig zufriedengestellt, gemessen am damals Möglichen wurden sowohl die etwas schrille Optik als auch die stimmungsvolle Akustik gut umgesetzt. Sowohl die Figuren als auch besonders die Landschaften sind extrem bunt, ohne dass es aber irgendwann einmal zu kitschig wirkte. Auch die Animationen sind sehr schön anzuschauen und deutlich zu erkennen. Dabei sehen die Landschaften von Level zu Level sehr unterschiedlich aus, eigentlich an keiner Stelle konnte ich irgendwo Grafikfehler ausmachen. Die gruseligen Begleitmelodien sorgen dafür, dass sich eine exzellente Spielatmosphäre ergibt, auch hier wurde ich wahrlich nicht enttäuscht. Jersey Devil ist eigentlich ein Pflichtkauf für jeden Spieler beziehungsweise für jede Spielerin. Ich habe es mir damals ungefähr ein Jahr nach seinem offiziellen Erscheinungstermin für circa 40 DM gekauft und keine einzige Mark bereut. Das Spiel ist jede Mark (beziehungsweise heute jeden Euro) wert, außerdem müsst Ihr mittlerweile sicher nur noch einen Bruchteil des damaligen Betrags ausgeben, 10€ sind da sicher schon sehr viel. Einsteiger in dieses Genre muss ich allerdings vorwarnen, denn dieses Abenteuer ist einfach zu schwer, auch ich schaffte es nicht ohne Hilfe. Dies liegt weniger an den Gegnern (diese tauchen erstaunlich selten auf), sondern an den extrem schweren Sprungpassagen, den knackigen Rätseln und nicht zuletzt daran, dass die Speicherpunkte leider nur sehr selten vorzufinden sind. Kann ich die beiden ersten Punkte noch akzeptieren, so halte ich das mit den seltenen Speicherpunkten für unnötig, das hat den Spielspass leider etwas gesenkt. Ansonsten habe ich überhaupt nichts zu meckern gefunden, die nicht gerade alltägliche Präsentation hat mir sehr gut gefallen, Grafik und Soundtrack sind richtig gut und sorgen für ordentlich Stimmung, ebenso gelungen sind die Kameraführung und die Steuerung unseres kleinen Helden. Profis fühlen sich jedenfalls hier nicht unterfordert, genau für diese ist Jersey Devil das richtige Spiel. So oder so ist dieses 3D-Hüpfabenteuer jedem Fan von Jump and Runs zu empfehlen, aber auch solchen, die ansonsten nicht allzu viel von Hüpfspielen halten, denn es handelt sich hier um kein gewöhnliches Hüpfabenteuer. Ich möchte Euch allerdings noch einmal ausdrücklich warnen, der Schwierigkeitsgrad ist wirklich nicht ohne. Traut Ihr Euch aber trotzdem zu, auch ein solch schweres Jump and Run durchzustehen, steht einem hohen Spielspass in meinen Augen eigentlich nichts im Wege.
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16.10.2004 17:32
Hab das nur bis zur Mitte ungefähr gedaddelt, erstens weil Jump 'n Runs eh nicht mein Ding sind und zuwenig Feinde da waren.Frustig, wie mein Vorschreiber unter mir, fand ich es eigentlich nicht....mehr langweilig.Aber das ist ja klar, wenn manchmal kaum was los ist auf die Gegnerpräsenz bezogen.
10.10.2004 01:14
Mein Pad hat damals nur knapp überlebt, frustiges Teil. Gruß Martin
09.10.2004 17:43
Ein Schöner Bericht :) Liebe Grüße