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Die Schocknachricht der Woche

4  07.04.2001

Pro:
Mischung aus deutschen Nebenwerten, teilweise Topperformance

Kontra:
Neuer Fondsmanager

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Kosten für Fondsanlage:

durchschnittliche Wertentwicklung der Anlagen/Jahr

Service

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Fireball75

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Erfahrungsberichte:35

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Diese Nachricht schlug am Montag an der Börse ein wie eine Bombe : Julius Bär hat ihren Fondsmanager Kurt Ochner entlassen ! Kurt Ochner ist wohl der bekannteste Fondsmanager am Neuen Markt gewesen und er wurde mehrfach als Fondsmanager des Jahres ausgezeichnet. Viele Hobbytrader folgten seinen Entscheidungen und Kaufempfehlungen mehr oder minder blind.

Wie kam es zu dieser für viele überraschenden Entscheidung ? Dazu muß ich erstmal sagen ,daß Ochner Vorstandsmitglied bei Julius Bär war und Fondsmanager des Special German Fonds. Daneben war er seit geraumer Zeit bei GAM, Nestor und Santander im Management. Offiziell hat sich Julius wegen "unterschiedlicher Auffassungen über die Strategie im Unternehmen" von Ochner getrennt.

Auf jeden Fall führte die Entlassung zu einem weiteren Kurseinbruch des Nemax. Insbesondere die Favoriten Kurt Ochners wie Caatoosee, Cybio oder Biodata verbuchten heftige Kursabschläge. Bei Caatoosee sogar bis zu 70 % Verlust innerhalb von zwei Tagen !

Wie wird es nun mit dem Special German Fonds weitergehen ? Sollen die Anleger aussteigen und damit Verluste realisieren ? Ich meine ganz klar : Nein !
Zum einen sind die Kurse am Neuen Markt für einen Verkauf viel zu niedrig und zum anderen ist der Markt stark überverkauft. Der "Ochner-Effekt" der vergangenen Woche war eine Übertreibung nach unten.
Zudem hat Julius Bär mit Carlo Seregni einen kompetenten Nachfolger gefunden, der den Fonds allerdings ausgewogener und weniger agressiv managen wird. Sprich er wird weniger Titel vom Neuen Markt kaufen. Hier sollte man auf jeden Fall erstmal cool bleiben und abwarten wie die Strategie aufgeht oder nicht.

Bis zum März letzten Jahres kannte die Performance des Julius Bär Special German nur eine Richtung : nach oben. Der Fonds war im 3-Jahres-Vergleich in seinem Sektor so gut wie immer auf Platz 1. Die Erfolgsstory war besonders dem Topfondsmanager Kurt Ochner , auch "König der Nebenwerte" genannt, zu verdanken.

Das Hoch des Fonds lag um die 460 Euro, nach dem Weggang Ochners stürzte er bis auf 130 Euro ab ! Die Durststrecke begann jedoch schon ein Jahr früher : Mit dem Einbruch des Neuen Marktes begann auch für Ochner eine schwache Phase. Der Kurs des Fonds brach noch stärker ein als der Nemax. Dabei investiert der Julius Bär nicht nur in den Neuen Markt, sondern auch in andere Nebenwerte, welche z.b. am MDax notiert sind. Trotz dieses Einbruches ist der Julius Bär immer noch für mich der beste Fonds bei den deutschen Nebenwerte. Dies bestätigt auch die Presse immer wieder : erst neulich wurde der Fonds im Bereich Deutschland von der "Euro am Sonntag" als einer von zwei Fonds mit der Note 1 eingestuft. Hier hat man zum Glück die langfristig sehr positive Performance im Vordergrund gesehen.

Der Ausgabeaufschlag des Fonds beträgt übrigens 5 % , aber bei jeder Direktbank gibt es ihn ohne Ausgabeaufschlag. Ich halte ihn wegen seiner Volatilität besonders geeignet für Sparpläne.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
binci

binci

11.07.2001 12:02

Jetzt versteh ich schon ein bisschen besser, warum mein Depot so zusammengekracht ist! Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Bericht...hoffen wir das beste für die Zukunft! CU...binci

andylanger

andylanger

03.06.2001 12:39

Ich habe mit dem JB Special leider auch große Einbrüche im letzten Jahr hinnehmen müssen, daher ist ein Verkauf für mich ausgeschlossen. Allerdings würde ich niemandem raten, in diesen Fonds weiter Geld zu stecken, da Aussichten auf eine Erholung nicht wirklich gegeben sind. Zudem stuft die Capital den Fonds inzwischen als "Verkauf" ein, was ich bisher bei Fonds noch nie gesehen habe... Ich würde eher sagen abwarten. Gruss, Andy.

Invest

Invest

03.05.2001 17:40

Die Entlassung von Herrn Ochner war wieder einmal bezeichnend für die Schweizer. Ich hatte den Eindruck, daß dies für alle überraschend kam. In der Zeit als der Fonds gestiegen ist und Julius Bär mit Herrn Ochner ein Aushängeschild hatten um Millionen von den Anlegern zu erhalten war alles "in Butter". Der Fonds hatte auch keinen grösseren Kursverlust als die anderen Fonds, die im Neuen Markt investiert haben. Schlimm ist, daß die Anleger nunmehr eine veränderte Anlagepolitik vorfinden. Der Nachfolger hat von Zürich die anweisung die Anlagepolitik zu ändern. Dies erfolgt bei ausgebombten Kursen. Die Entlassung Ochners war der Wendepunkt am Neuen Markt. Wenige Tage später hat der Markt gedreht. Nur grosse Bestände an Aktien wurden vom neuen Manager verkauft. Die Anleger sind hier die Dummen. Aber Herr Ochner wird bald wieder auftauchen. Neue Gelder sollten Anleger nicht bei Julius Bär anlegen, sondern einen anderen Fonds aus diesem Bereich auswählen. Invesco Neue Märkte oder dergleichen. Der Vorteil diesen kann man auch mit Discount auf den AA kaufen.

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