Mein JURA-F70-Bericht war zwar schon recht ausführlich, hatte aber doch ein paar kleine Schwächen, die ich hier mit nun hoffe, beseitigt zu haben. Außerdem habe ich noch ein paar weitere Erfahrungen eingefügt.
Meine Kaufentscheidung
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Ich hatte mehrere Jahre lang keinen Kaffee getrunken, weil ich fast immer der Meinung war, dass der dafür verantwortlich war, wenn ich eine Stunde nach dem Trinken aufs "stille Örtchen" rennen musste.
Ohne Kaffee kam ich auch gut zurecht. Es hat nur viele Leute verwundert, wenn ich gesagt habe, dass ich kein Bier und keinen Kaffee trinke.
Nachdem ich nun im Jahre 2003 bei Media Markt in der Haushaltsabteilung anfing, wurde ich nun fast tagtäglich mit dem alkoholfreien dieser beiden bisher von mir gemiedenen Getränke konfrontiert. Ob ich denn nicht wirklich mal probieren wolle.
Denn schließlich gab und gibt es bei uns im Laden immer mal wieder Vorführungen von Kaffeemaschinen der Marken JURA, SAECO, ROTEL, SOLIS, FrancisFrancis, TURMIX, KOENIG...
Aber ich blieb standhaft, bis mich dann doch eines Tages die Präsentatorin der Firma JURA überreden konnte. Ich brauche keine Angst zu haben. Den Kaffee, den ich aus meiner alten ostdeutschen Heimat aus Filterkaffeemaschinen gewöhnt war, könne man nicht mit dem aus Vollautomaten vergleichen. In Vollautomaten werde schließlich unter Hochdruck der Kaffee gebrüht, was die Reizstoffe weitestgehend zurückhält und nicht wie bei Filtermaschinen fast vollständig herausschwemmt.
Tatsache: der Espresso wirkte lediglich anregend, mich plötzlich von der Arbeit entfernen wegen eines dringenden Bedürfnisses musste ich nicht. Na, was für ein Glück, dass es mich in die Schweiz verschlagen hatte, der Heimat der Kaffeevollautomaten ;-)
So gewöhnte ich mir das Kaffeetrinken wieder an und nach einigen Monaten stand daher für mich fest, dass ich mir auch einen Vollautomaten zulegen wollte. Sicher, eine gewöhnliche Espressomaschine mit Siebhalter hätte es ja auch getan, aber das ständige Kaffeepulvernachfüllen und -festdrücken und schließlich Siebauswaschen und Aufpassen-dass-die-Einsatz-Siebe-nicht-verloren-gehen wirkte auf mich nicht sehr sympathisch. Außerdem sieht so ein Automat doch schöner aus.
Und das Nespresso-System, für welches sich schon einige Kollegen von mir entschieden, ist für mich wegen des Aluminium-Mülls und der hohen Kosten für die Kapseln absolut kein Thema. (Mehr zu Nespresso in einem anderen Bericht von mir.)
Nur welche Maschine sollte es sein?
Vom Geschmack des Kaffees her ist es mehr oder weniger egal, da das Innenleben der Automaten im Großen und Ganzen das gleiche ist und ich nicht der große Geschmacksexperte bin. Entscheinend sind Bedienung aber eben auch der optische Eindruck.
Und da musste ich ganz klar feststellen: SOLIS, bei vielen Schweizern nach wie vor ein Inbegriff für Kaffeemaschinen, hat nicht wirklich schönes zu bieten. TURMIX ebenfalls nicht, da die sich, wie auch KÖNIG, auf Nespresso konzentrieren. Alle drei lassen ihre Vollautomaten sowieso bei SAECO produzieren.
ROTEL, früher ebenfalls ein Abnehmer aus SAECO-Produktion, wirkt mit seinen heutigen Kastenmaschinen etwas gewöhnungsbedürftig. FrancisFrancis mit seinen Aparaten, die nur Portionsbeutel nehmen, kam für mich überhaupt nicht in Frage.
Blieben nur noch SAECO und JURA. Und auch wenn SAECO-Geräte vielleicht etwas einfacher in der Reinigung sind, machte auf mich im Sommer 2004 keines der Geräte einen wirklich bestechenden Eindruck.
Einzig JURA war wirklich in jeder Hinsicht ein Genuss für die Sinne.
Dass es ein F-Gerät sein sollte, wegen des wirklich schönes Designs, war mir schon klar. Nur welches?
Ich wollte unbedingt dieses Tochscreen-Display mit den auswählbaren Tassengrößen und Kaffeepulvermengen. Aber die Funktionalitäten des Drehschalters sprachen mich ebenso an.
Da kam es wirklich wie gerufen, als etwa Mitte 2004 die Jura Impressa F 70 auf den Markt kam.
Und nachdem ich mir aus dem Bekanntenkreis so einiges an üblen Gerüchten über JURA-Maschinen anhören durfte - und langsam auch nicht mehr ertragen konnte -, lautete meine Devise: JETZT ERST RECHT!
Und so kaufte ich mir Ende August 2004 die Impressa F 70.
Bei uns im Laden hat sie 1299 Franken gekostet, also etwa 850 Euro umgerechnet. Inzwischen (2007) ist der Preis auf 1349 Franken geklettert, was jedoch wegen des gestiegenen Euro-Kurses nunmehr etwa 820 Euro entspricht.
Mein Chef hat dann seinerzeit noch mit dem Lieferantenvertreter telefoniert und hartnäckig verhandelt, was denn für einen sehr guten Mitarbeiter zu machen sei. Naja, nur soviel: der Franken-Preis, den ich habe bezahlen müssen, lag unter dem umgerechneten EURO-Preisen ;-)
Am Ende waren alle glücklich: der Lieferant, weil er einen Mitarbeiter vom Media Markt ein wenig auf seine Seite ziehen konnte - aber wirklich nur ein wenig; mein Chef, weil er noch etwas mehr Umsatz hatte an jenem Tag; die JURA-Präsentatorin, die in der Woche auch gerade da war und am Ende ich :-)
Die JURA-Vollautomaten allgemein
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Von der Schweizer Firma JURA Elektroapparate AG wird ja eine recht große Menge an Kaffeevollautomaten vertrieben. Wie behält man da den Überblick?
Nun, es gibt die Linien C, E, F, J, S, Z, X und außerdem noch N und ab September 2007 ganz neu die ENA-Reihe.
Ein bisschen kann man sich ja auf diese Weise orientieren:
E wie Einsteiger
F wie Fortgeschrittene
S wie Spezialisten
X wie eXperten (Gastrobereich)
N wie Nespresso (also nur mit den berühmten Kapseln nutzbar)
Für das C, J und Z sind mir noch keine griffigen Entsprechungen in den Sinn gekommen. Jedoch hat die C-Linie die E-Linie abgelöst. Die J-Linie liegt qualitativ und preislich zwischen F und S und die Z-Linie sind die teuersten Geräte, mit Cappuccino- und Latte-Macchiato-Bezug auf einen Knopfdruck.
Die ganz neue ENA-Reihe mit den Modellen ENA3 und ENA5 liegt preislich im Bereich der C-Linie, fällt jedoch duch ihr sehr schlankes Design aus dem Rahmen des üblichen.
...und nun zur F 70
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Wenn man sich die F70 so anschaut und mit anderen (F-)Modellen vergleicht, fällt eines auf: die spartanische Ausrüstung mit Bedienelementen.
Man sieht am (komplett ausgeschalteten) Gerät zunächst nur jene beiden Drehknöpfe links und rechts und sonst nur eine dunkle Deckfläche. Der Kaffeeauslass und die Heißwasser- und Dampfdüse springen zwar auch ins Auge, aber die selber gehören nicht zu den Bedienelementen.
Und mit so einer Maschine kann man also Kaffee in - laut JURA-Angaben - 36 Varianten zubereiten und außerdem auch noch, wie bei jedem vernünftigen Kaffeeautomaten, Heißwasser und Dampf rauslassen!?!
Aber wie denn?
Nur mit diesen zwei Drehschaltern???
Naja, der ganze Umfang und die volle Schönheit der Bedienelemente offenbart sich erst nach dem Einschalten des Gerätes.
Aber schön der Reihe nach.
Die Ausstattung
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Die JURA-Automaten sind stets so verpackt, dass man den Karton öffnet, ihn quasi auf den Kopf stellt und dann nach oben zieht, wobei die Maschine von beiden weißen Styropor-Schutzhüllen stoßgesichert bleibt und so keine Fallgeburt erlebt.
Dem Gerät ist - wie bei allen JURA-Vollautomaten - ein Startpaket beigelegt. In diesem findet sich
- ein Teststreifen für den Kalkgehalt des Leitungswassers.
- eine Aufschäumdüse, die anstelle der Heißwasserdüse angebracht werden kann
- ein Claris-Wasserfilter, mit dem das Wasser entkalkt und von sonstigen störenden Stoffen befreit wird
- eine Packung mit zwei Reinigungstabletten
- ein Kaffeelot
- ein Pflegetuch
- und natürlich die Bedienungsanleitung
Letztere sollte man sich ruhig erst einmal zu Gemüte ziehen, da diese sehr vorbildlich verfasst ist und alle Funktionen Schritt für Schritt beschreibt.
Die Inbetriebnahme
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Nun, damit es richtig losgehen kann, sollte der Stecker in der Steckdose stecken und außerdem das Gerät eingeschaltet sein. Die F 70 ist an der Rückseite mit einem Kippschalter fürs komplette Ein- und Ausschalten ausgerüstet. Wer das Gerät nur auf Bereitschaft abschalten will, tut dies über das Abschaltfeld im Display.
In den Wassertank gibt man Wasser hinein, bis maximal zur vorgegebenen Markierung. Etwa 1,9 Liter fasst er und ist - wie bei jedem Vollautomaten - abnehmbar.
Des weiteren füllt man nun Kaffeebohnen in den Bohnenbehälter ein.
In den Bohnenbehälter passen etwa 200 Gramm Bohnen. Mehr wäre nicht sinnvoll, denn das Aroma würde sonst zu schnell verfliegen. Und wem 200 Gramm pro Tag nicht ausreichen, sollte entweder seinen Kaffeekonsum überdenken oder eher auf ein Gerät aus dem Gastronomiebereich umsteigen :-)
Vor dem allerersten Betrieb nun wird man aufgefordert, die Maschine zu entlüften. Im Display erscheint eine Aufforderung, den Heißwasserhahn zu öffnen. Das ist jener Drehknopf auf der rechten Seite des Gerätes, der sich auch nur um 90 Grad drehen lässt. Alle dafür vorgesehenen Leitungen im Gerät werden nun also gewässert. Dieser Prozess
Bilder von Jura Impressa F70
muss wirklich nur beim ersten Mal durchgeführt werden.
Ausnahme: man führt eine Entwässerung durch, etwa wenn man bei einem Umzug verhindern will, dass die Leitungen im Gerät durch das Wasser einfrieren. Dann muss bei der Wiederinbetriebnahme natürlich auch wieder eine Entlüftung stattfinden.
Dagegen wird man künftig nach jedem Einschalten und bei jedem Abschalten mit dem Schauspiel einer automatischen Spülung des Kaffeeauslaufs konfrontiert. Das mag manchen etwas stören, dass immer so ein Spülgang nötig ist und nicht umgangen werden kann, aber auf die Weise werden kleine Partikel und lösliche Stoffe in den Leitungen entfernt und außerdem wird der Kaffeeauslauf vorgeheizt. Somit kommt der erste Kaffee dann nicht lauwarm aus dem Gerät.
Wenn er dann trotzdem in der Tasse nur lauwarm sein sollte - vor allem bei Espresso - dann war einfach die Tasse zu kalt :-)
Wie lässt man nun einen Kaffee raus?
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Nachdem sich das Gerät mit "BEREIT" meldet, wird man nun mit einem wunderschönen Touchscreen-Feld konfrontiert. Sämtliche zur Verfügung stehenden Bedienelemente - die übrigens nur durch Berührung aktiviert werden - leuchten nun in rot auf.
Dabei finden sich drei Tassengrößen (klein, mittel, groß) und drei Kaffeemehlmengen (mild, normal, stark), wobei die von Werk aus voreingestellten Angaben bzw. die im späteren Verlauf zuletzt benutzen Varianten extra stark leuchten.
Will man also nun einen Kaffee aufbrühen, wählt man eine Kaffeetassengröße und eine Kaffeemehlmenge aus. Ist dies getan, berührt man das Feld mit der Aufschrift ST@RT. Das @-Zeichen spielt dabei keine Rolle. Denn die F70 besitzt zwar das (fast) gleiche Sensortastenbedienfeld wie die F90/F9, doch hat die F70 keine Internet-Connectivity, auf die jenes @-Zeichen hinweisen soll.
Nach der Berührung des ST@RT-Feldes springt auch die Mühle an, und nach einigem Rattern und Klackern fließt dann auch in schöner brauner Farbe der Kaffee in die Tasse - die man hoffentlich unter den Auslauf gestellt hat. Unter diesen passen übrigens Tassen bis zu einer Höhe von 10 cm.
Die Funktionen des Drehschalters Teil I
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Was aber hat es nun mit dem linken Drehknopf auf sich?
Dieser hat von JURA den Namen "Rotary Switch" erhalten - auf gut Deutsch: Drehschalter.
Dieser besteht aus drei Elementen: dem drehbaren Ring, einem Druckknopf und einer festinstallierten Ring, der mitunter mal rot aufleuchtet - und zwar immer dann, wenn eine per Drehschalter getätigte Änderung per Druckknopf bestätigt werden kann.
Der Drehschalter dient in erster Linie zur Programmierung der Wassermengen für die drei Kaffeetassengrößen. Man kann zwischen 30 und 240 Millilitern wählen, jeweils in 5 Milliliter-Schritten. Dazu berührt man einfach das entsprechende Tassengrößensymbol und dreht den Drehschalter nach links für weniger und nach rechts für mehr Wasser.
Welche Mengen man auf welcher Tassengröße programmiert, ist egal. Wer gemein ist, kann ja auf der großen Tasse eine kleine Menge programmieren und umgekehrt ;-)
Das Gerät zeigt aber nach dem Betätigen von ST@RT immer die Wassermenge an, die nun gleich aufgeheizt durchs Kaffeepulver gejagt werden soll. Und ab diesem Moment hat man dann immer noch die Möglichkeit, die Wassermenge zu beeinflussen. Selbst während der Kaffee in die Tasse fließt, kann man mit Hilfe des Drehschalter die eingestellte Wassermenge noch ändern. Auf diese Art kann man auch die optimale Füllmenge für seine Kaffeetassen herausfinden.
Was die Kaffeepulvermenge angeht, die gemahlen wird: hier sind die Kaffeemengen MILD (7-8 Gramm), NORMAL (9-10 Gramm) und STARK (11-12 Gramm) fest eingestellt und nicht veränderbar.
Alternativ kann man statt Bohnenkaffee auch gemahlenen Kaffee verwenden. Wie jeder JURA-Vollautomat verfügt auch die F70 über einen Pulverschacht.
Bei anderen Geräte findet sich dazu oftmals eine separate Taste (meist mit Kaffeelot-Symbol), die zunächst gedrückt werden muss, damit die Maschine weiß, dass sie die Mühle nicht in Gang setzen muss. Eine solche Taste findet sich bei der F70 nicht.
Denn allein durch das vollständige Öffnen des Deckels über dem Schacht wird dem Gerät signalisiert, dass nun gemahlenes Pulver verwendet werden soll. Entsprechend steht im Display die Meldung "PULVER FÜLLEN". Hier darf dann aber nur soviel Kaffeepulver eingefüllt werden, wie für eine oder auch für zwei Tassen nötig sind. Der Pulverschacht ist kein Vorratsbehälter! Macht man den Deckel wieder zu, ohne Pulver eingefüllt zu haben, legt die Maschine erst einmal los, gibt aber schließlich die Meldung ab: "ZU WENIG PULVER".
Der Pulverschacht hat aber noch eine weitere Aufgabe, nämlich zur Reinigung der Maschine. Dazu im späteren Verlauf mehr.
Man kann natürlich auch zwei Tassen auf einmal beziehen. Dazu muss man das gewünschte Kaffeetassengrößensymbol zweimal kurz berühren. In der Anzeige erscheint dann zum Beispiel "2 KAFFEE". Nachteil an der Methode: es können nur "MILDE" Kaffees gebrüht werden. Das liegt schlicht und einfach an der Brühkammer, die maximal 16 Gramm Kaffee fasst.
Übrigens: bei jedem Kaffeebezug - egal auf welche Art - und bei jedem Spülen, wird das Tassenfeld beleuchtet. Es leuchten also nicht nur die Bedienelemente. Das mag man für eine Spielerei halten. Im Dunkeln ist es ein herrlicher Anblick :-)
Heißwasser und Dampf
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Nun ein paar Worte zum Heißwasser- und Dampfbezug.
Öffnet man den Hahn für die Heißwasserdüse einfach, so erscheint im Display die Anzeige "DAMPF". Das heißt, nach ein paar Tropfen Heißwasser kommt dann aus der Düse Dampf, den man in der Regel zum Milchaufschäumen benutzt. Hat man genug gedampft oder geschäumt, schließt man den Hahn einfach wieder. Nach spätestens 120 Sekunden wird der Dampfbezug eingestellt.
Man kann aber auch die Dauer des Dampfbezuges regulieren - mit Hilfe des Drehschalters. Auf die Weise kann man sekundengenau einstellen, wie lange man Dampf beziehen will.
Will man Heißwasser aus dem Gerät haben, öffnet man ebenso den Hahn. Doch nun muss man zusätzlich noch das ST@RT-Feld berühren.
Auch hier kann man den Bezug einfach durch Schließen des Hahns beenden. Nach 480 Millilitern ist aber stets Schluss. Gelegentlich auch schon eher, wenn der Wasserstand im Behälter eine Mindestmarke unterschritten hat. Dann ist kein Wasserbezug mehr möglich und es muss Wasser nachgefüllt werden.
Auch beim Heißwasserbezug kann man wiederum per Drehschalter die Bezugsmenge regulieren. Zwischen 5 und 480 Millilitern kann in 5 ml-Schritten jede gewünschte Menge eingegeben werden. Dieser Wert bleibt dann gespeichert bis zur nächsten Veränderung.
Gut gemacht ist auch die Art, wie das Heißwasser ausströmt. Es fließt eher gemächlich heraus. Bei vielen anderen Maschinen ist der Wasserstrahl deutlich dünner aber dafür viel höher im Druck. Das empfinde ich als nachteilig. Es spritzt schneller mal und evt. reißt so ein Strahl mal einen Teebeutel auf.
Die Funktionen des Drehschalters Teil II
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Der Drehschalter aber hat noch wesentlich mehr Funktionen inne. Nicht ohne Grund spricht JURA von "Ein-Knopf-Bedienphilosophie" und dass man mit der F70 den Dreh raushabe.
Um ins Einstellungsmenü der Maschine zu gelangen, drückt man den Druckknopf etwas länger, bis die Anzeige FILTER erscheint. Dies ist der erste Menüpunkt. Es folgen dann noch PFLEGE, AROMA, TEMPERATUR, UHR, GERÄT EIN, AUS NACH, BEZÜGE, SPRACHE, ANZEIGE und schließlich EXIT.
EXIT findet sich auch in jedem Untermenü und muss ausgewählt werden, um das Menü zu verlassen, wenn man keine der Funktionen aufruft oder aktiviert.
Der jeweils ausgewählte Menüpunkt wird durch Drücken des Druckknopfes angewählt. Der rot leuchtende Ring signalisiert, dass dies möglich ist.
Ich gehe mal die Menüpunkte der Reihe nach durch:
FILTER
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Unter dem Punkt FILTER wird der Maschine einprogrammiert, welche Wasserhärte das verwendete Leitungswasser hat. Mit Hilfe des im Startpaket beiliegenden Teststreifens kann man dies ermitteln. Vom Werk aus ist Stufe 3 voreingestellt. Wer hier also die Werkseinstellungen unverändert übernimmt, wird nach einer bestimmten Anzahl an Kaffeebezügen von der Maschine den Hinweis VERKALKT erhalten - auch wenn das vielleicht noch gar nicht der Fall ist.
Bei einer niedriger eingestellten Verkalkungsstufe wird der Hinweis entsprechend später erscheinen.
Wer nun der Meinung ist, er schmecke das selber anhand der Temperatur, wann eine Entkalkung nötig ist - ein verkalkter Heizblock heizt nicht mehr so gut - kann diese Funktion auch ganz abstellen.
Wer dagegen ganz auf Nummer sicher gehen will, setzt den im Starterpaket beiliegenden Claris-Filter in den Wassertank ein und wählt die Option FILTER (Häkchen) aus. Auf die Weise wird dem Gerät angezeigt, dass ebenfalls keine Verkalkung angezeigt werden soll. Jedoch wird nach etwa 50 Liter Wasser, die durch den Filter liefen, auf "FILTER WECHSELN" hingewiesen.
Der Claris-Filter entzieht dem Wasser einen Großteil des Kalks und sorgt so dafür, dass die Maschine gar nicht entkalkt werden muss. Ein kleines bisschen Kalk muss im Wasser bleiben, denn sonst schmeckt der Kaffee nicht - und der Heizblock würde mit destilliertem Wasser auch Schaden nehmen, denn nun würde sich der umgekehrte Prozess abspielen: es lagert sich nichts am Heizblock an sondern aus dem Heizblock würden Metallionen herausgelöst.
Der Claris-Filter hat jedoch auch eine begrenzte Kapazität: nach etwa 50 Litern ist er erschöpft. Spätestens nach zwei Monaten aber sollte er ausgestauscht werden, da nun auch durch die permanente Feuchtigkeit sich Mikroben ansiedeln, die am Ende zu einer Verschleimung der Leitungen im Bereich vor dem Heizblock führen können.
Es ist das gleiche Phänomen wie bei BRITA-Filtern. Das ist auch der Grund, warum kein BRITA-gefiltertes Wasser in den Wassertank gegeben werden sollte.
Der Claris-Filter aber ist auch ganz anders aufgebaut als ein BRITA-Filter. Während im BRITA-Filter das Wasser einfach von oben nach unten der Schwerkraft folgend durchläuft, wird im Claris-Filter das Wasser von unten her hineingesogen und strömt auch an der unteren Stelle wieder heraus. Das verhindert das ständige Stehen im Wasser, was bei BRITA-Filtern stets der Fall ist.
In der Schweiz ist der Claris-Filter für 14 Franken erhältlich.
PFLEGE
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Der Menüpunkt PFLEGE enthält die Funktionen Spülen, Reinigen und Filter wechseln bzw. Entkalken.
Spülen tut die Maschine - wie schon erwähnt - um, den Kaffeeauslauf von kleinen Partikeln zu reinigen und den Auslauf aufzuheizen bei jedem Einschalten. Und auch bei jedem Ausschalten wird gespült, wenn ein Kaffee aufgebrüht wurde.
Somit dient der Menüpunkt SPÜLEN eher zum Extraspülen. Das kann dann sehr sinnvoll sein, wenn der Kaffeeauslauf ein wenig verstopft zu sein scheint, wenn der Kaffee also nur noch als dünnes Rinnsal fließt oder gar nur raustropft.
Wenn abermaliges Spülen jedoch nicht mehr hilft, sollte man eher den Menüpunkt REINIGEN aufrufen. Im Gegensatz zu SAECO-Vollautomaten, wo man die Zentraleinheit (die Brühgruppe) aus dem Gerät entnehmen und unter dem Wasserhahn ausspülen kann, können JURA-Geräte nur durch das stets installierte Reinigungsprogramm innerlich gesäubert werden. Dazu ist dann auch stets eine Reinigungstablette nötig, die nach Aufforderung durch das Programm in den Kaffeepulverschacht eingeworfen werden muss.
Nach dem Schließen des Deckels vom Pulverschacht legt dann das Reinigungsprogramm los. In bestimmten Abständen wird die Reinigungslösung zum Kaffeeauslauf hinausgespült.
Der ganze Vorgang zieht sich 15 bis 20 Minuten hin.
Die Reinigungstabletten sind als 6er-Packung erhältlich und kosten in der Schweiz 10 Franken.
Der Punkt ENTKALKEN ruft das Entkalkungsprogramm auf.
Dazu empfiehlt JURA den Einsatz seiner Entkalkungstabletten, die man in Wasser auflösen soll und diese Lösung dann in den Wassertank geben soll. In den JURA-Tabletten ist aber - wie auch in allen anderen Entkalkern auch - Amidosulfonsäure enthalten. Ob da nun noch irgendwas spezielles in den JURA-Tabletten drin ist, weiß ich nicht. Soweit bin ich chemisch nicht bewandelt :-)
Ein wenig verwirrend ist dann aber schon die Dosierung dieser Entkalkungstabletten. Eine Packung enthält drei Blister, jeder Blister enthält drei viereckige Tabletten. Früher waren in jedem Blister nur zwei Tabletten enthalten - der Preis war der gleiche. Als Grund für diese Änderung wurde angegeben, dass die großen Maschinen auch größere Wassertanks haben und daher etwas mehr Entkalkungsmittel brauchen. Ergo brauche man für die Geräte der E- und F-Linien nur zwei Tabletten und nicht alle drei eines Blisters.
Aber wer denkt da schon dran, wenn es soweit ist?
Eine solche drei-Blister-Packung kostet in der Schweiz 13 Franken.
Wer einen Claris-Filter nutzt und diesen auch einprogrammiert hat, wird statt des Menüpunktes ENTKALKEN den Menüpunkt FILTER finden. Dieser dient dann dazu, den Filter auszuwechseln. Dabei wird dann nach Einsatz eines neues Filters dieser richtig durchgespült. Das ist nötig, um ihn komplett zu befeuchten und kleine Partikel zu entfernen.
Der Einsatz des Claris-Filters wird ab Wasserhärten über 10 Grad deutscher Härte empfohlen. Wer weicheres Wasser hat, für den lohnt sich der Einsatz des Filters eher nur, weil man das Entkalkungsprogramm umgehen kann, welches etwa 45 Minuten dauert und zwischendurch schon zwei-/dreimal den Nutzer auffordert, Wasser nachzufüllen und die Schale zu leeren.
Allerdings ist es empfehlenswert, wenigstens ein- oder zweimal im Jahr das Entkalkungsprogramm durchlaufen zu lassen. Allerdings ist das Aufrufen des Entkalkungsprogramms bei Installiertem Filter nicht vorgesehen. Daher muss der Filter also herausprogrammiert werden, um das Entkalkungsprogramm laufen zu lassen.
AROMA, TEMPERATUR
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Unter dem Menüpunkt AROMA kann zwischen "normalem" und "intensivem" Aroma des aufgebrühten Kaffees ausgewählt werden. Der Unterschied liegt einfach darin, dass bei "intensiv" die gemahlene Kaffeepulvermenge um etwa 1 Gramm höher liegt als bei "normal", die Mühle läuft also einfach etwas länger.
Bei TEMPERATUR kann zwischen "normal" und "hoch" ausgewählt werden. Die ideale Kaffeewassertemperatur ist ja eine Wissenschaft für sich und von den persönlichen Vorlieben abhängig. Fakt aber ist: ein Kaffee, der in eine kalte Tasse fließt, verliert schnell an Temperatur. Und unter einer bestimmten Temperatur schmeckt man die Aromen nicht mehr so intensiv. Wer also eher Espresso aufbrüht, sollte die "hohe" Temperatur wählen - die von Werksseite auch voreingestellt ist. Für längere Kaffees dagegen ist die "normale Temperatur" ausreichend. Laut Angaben von JURA beträgt die Brühtemperatur 94 Grad bei "normal" und 96 Grad bei "hoch".
Die Kombinationsmöglichkeiten aus Temperatur (2), Aroma (2), Tassengrößen (3) und Kaffemehlmengen (3) ergibt nach JURA-Logik also 2 mal 2 mal 3 mal 3 = 36 Kaffeevarianten, die man aufbrühen kann.
Nun ja, Werbung halt... denn nach dieser Logik müsste man alle 43 Wassermengenschritte zwischen 30 und 240 Millilitern berücksichtigen, was dann zu 516 Varianten führen würde. Aber da tippt sich wohl jeder an die Stirn... :-)
UHR, GERÄT EIN, AUS NACH
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Unter dem Menüpunkt UHR kann die interne Uhr der JURA-Maschine eingestellt werden. Diese wird leider stets gelöscht, wenn das Gerät vom Netz getrennt wird. Angezeigt wird die Uhrzeit jedoch praktisch nie. Sie dient viel mehr dazu, den anderen Menüpunkt GERÄT EIN korrekt zu steuern.
Allerdings ist das automatische Einschalten des Gerätes wenig sinnvoll. Die Maschine heizt sich auf - und wenn das geschehen ist, wartet sie darauf, dass jemand das SPÜLEN-Symbol berührt. Denn automatisch spülen tut das Gerät nicht.
Eigenartig, denn bei der automatischen Abschaltung findet auch immer ein solcher Spülgang statt, ohne dass eine Taste gedrückt werden muss, was aber auch durchaus sinnvoll ist.
Die Funktion AUS NACH läuft auch ohne korrekte interne Uhrzeit. Denn hier wird dem Gerät einfach mitgeteilt, wie lange nach dem letzten Tastendruck sich das Gerät selbst ausschalten soll. Von einer halben Stunde bis zu neun Stunden reicht die Spanne. Wird keine Zeit eingegeben, läuft das Gerät bis zum Ausschalten durch den Benutzer - was jedoch nicht wirklich energiesparend ist, da ja der Heizblock in ständiger Bereitschaft bleibt.
BEZÜGE, SPRACHE, ANZEIGE
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Unter BEZÜGE kann man sich anzeigen lassen, wie viele Tassen Kaffee bislang aufgebrüht wurden, sowohl insgesamt als auch nach Tassengrößen aufgeschlüsselt. Dieser Speicher kann auch nicht gelöscht werden. Wer also eine Maschine gebraucht erwirbt, kann sich so anzeigen lassen, wie oft sie schon genutzt wurde.
Was vielleicht weniger bekannt ist: in jedem JURA-Vollautomaten wird in der Steuereinheit eine Art Logbuch geführt. So werden nicht nur die Tassenbezüge gezählt sondern auch das Datum der ersten Inbetriebnahme ist festgehalten, die Anzahl der Reinigungs- und Entkalkungsvorgänge bzw. der Filterwechsel.
Das sagt dann schon so einiges über das Nutzerverhalten aus.
Deswegen werden bei einem (guten) Service zunächst immer die Daten ausgelesen und ein Protokoll erstellt. Wer also etwa mit einer F 70 daherkommt, die nach einem halben Jahr defekt ist, sich auf die Garantie beruft, mit dem Gerät aber nachweislich innerhalb dieser Zeit - sagen wir mal - über 10000 Tassen Kaffee bezogen hat, hat Pech. Denn für gastronomische Zwecke ist diese Maschine nicht zugelassen.
Soviel dazu.
Unter SPRACHE schließlich kann man eine von sieben Sprachen einstellen, in denen das Textdisplay seine Mitteilungen machen soll. Zur Auswahl stehen deutsch, englisch, französisch, italienisch, niederländisch, spanisch und portugiesisch.
Der Menüpunkt ANZEIGE schließlich dient dazu, zwischen den Wassermengeneinheiten Milliliter (ml) und Unzen (oz) zu wechseln
Weitere Erfahrungen
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Wie schon eben erwähnt: ich finde es nicht sehr sinnvoll, wenn man das Gerät einschaltet und dann zum Drücken des Spülganges aufgefordert wird. Das Spülen sollte automatisch geschehen.
Dass es eben nicht nur allein auf die Kaffeemaschine ankommt sondern sehr entscheidend auch auf den verwendeten Kaffee, habe ich mit der JURA sehr eindrücklich feststellen können. Nun werde ich durch die gute Zusammenarbeit mit den Präsentatorinnen immer mal wieder mit Gratis-Kaffee versorgt, so dass ich mir eigentlich nie welchen kaufen musste. Als aber doch mal der Kaffee alle war, versuchte ich mal so ein Aktionspack aus der MIGROS mit dem Namen "exquisit". Dass selbst in der verwöhnten Schweiz derart scheußlich schmeckender Kaffee angeboten werden kann, hat mich doch sehr erstaunt.
Aber warum auch habe ich zum Günstigen gegriffen? Naja... :-)
Das Reinigen der Ablaufschale ist einfach, sollte nach Möglichkeit täglich passieren. Also vorsichtig die Schale herausziehen - es ist Ablaufwasser drin, was bei ruckhaftem Ziehen rausschwappen könnte -, den Kaffeesatz wegschütten, alles schön abspülen, abtrocknen und wieder einsetzen.
Da bei mir jeden Tag höchstens drei oder vier Tassen herausgelassen werden, warte ich nicht die Anzeige "TRESTERBEHÄLTER LEEREN" ab, denn im Satzbehälter haben etwa 15 Portionen Platz - und im feuchten Milieu vermehren sich Schimmelpilze ja besonders gern.
Das ist an sich nicht weiter tragisch, wenn man die Maschine regelmäßig nutzt; denn durchs regelmäßige Spülen und das hin und wieder nötige Reinigungsprogramm werden die Schimmelpilzkeime entfernt.
Wer allerdings seine Maschine mal für einige Wochen unbenutzt stehen lässt und einen gefüllten Tresterbehälter drin vergisst, wird im Gerät eine kleine Schimmelpilzkultur vorfinden.
Das dürfte wohl auch der Grund sein, warum immer wieder mal gern von Service-Technikern die Rede ist, die beim Aufschrauben einer JURA alles verschimmelt vorgefunden hätten. Jedenfalls ist mir aus zwei Fällen bekannt, dass eine SAECO-Präsentatorin dies kolportiert hat, um einen geneigten JURA-Kunden umzustimmen.
Wenn also wirklich mal der volle Tresterbehälter längere Zeit im Gerät vergessen wurde, ist das kein Grund zum verrückt spielen. Man starte erst das Reinigungsprogramm und anschließend das Entkalkungsprogramm. Das Gerät ist dann zwar eine Stunde lang damit beschäftigt, sich selbst zu reinigen, kann dann aber bedenkenlos wieder benutzt werden.
Wie schon erwähnt: bei eingeprogrammiertem Claris-Filter wird das Entkalkungsprogramm nie in Erinnerung gerufen.
Ich lasse aber das Entkalkungsprogramm trotzdem einmal im Jahr laufen, um auf Nummer sicher zu gehen. Von Servicetechnikern wird dies auch so empfohlen. Nur muss eben zum Aufrufen des Entkalkungsprogramms der Filter wieder rausprogrammiert werden.
Wie schon erwähnt, ist das Gerät für den Haushaltsgebrauch gedacht, was so bei maximal 20 Tassen pro Tag seine Grenze findet. In der Weise ist es bisher nur mal auf zwei Partys genutzt worden. Ich bin nach nunmehr drei Jahren auf 2100 Tassenbezüge gekommen, was an sich nicht sehr viel ist.
Probleme irgendwelcher Art gab es bislang keine.
Die Profi-Auto-Cappuccino-Düse
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Diese Düse ist im Lieferumfang der Impressa F 70 inklusive, allerdings erst seit Anfang 2006.
Ich habe mir diese Düse noch separat kaufen müssen.
Diese Düse wird einfach anstelle der normalen Heißwasser- und Dampfdüse aufgesetzt. Man kann ja auch mit der normalen Düse Milchschaum erzeugen, aber das erfordert ein wenig Geschick sowie Auf-und-Ab-Handarbeit... was vielleicht nicht jedermanns Sache ist... aber vielleicht doch etwas weniger aufwändig, wie sich noch zeigen wird.
Die Profi-Düse besteht aus der Mischbatterie - oder wie soll ich dieses zentrale Teil mal nennen? -, einem Regler, einem Zulaufschläuchlein, einem Druckventil und dem Düsenaufsatz, aus dem dann der Milchschaum kommt.
Damit das Profi-Teil auch richtig arbeit, muss zunächst das Schläuchlein richtig angeschlossen werden. "RICHTIG" heißt vor allem ins richtige Loch der Düse, und zwar jenes, welches im Winkel von 90 Grad zur Auslassdüse angebracht ist.
Es gibt ja tatsächlich Leute, die schließen das Schläuchlein an jenes Loch an, welches genau gegenüber der Auslassdüse angebracht ist, wo eigentlich das Druckventil drin sitzen muss - und wundern sich dann, warum ein paar Augenblicke nach dem Dampfbezug die nähere Umgebung der Maschine plötzlich einem Schlachtfeld gleicht, allerdings mit weißen Spritzern ;-)
Der Regler an der Düse dient zum Einstellen der Funktion. Zeigt er in Richtung Schläuchlein, dann kommt nach Öffnen des Dampfhahns nichts weiter als heißer Dampf, denn der Milchfluss ist so versperrt.
Zeigt der Regler in Richtung Auslassdüse, wird zwar Milch angesaugt, aber sie wird nur erwärmt: das ist die Café-Latte-Funktion und wird auf der Düse durch ein Glas mit schwarzer Krone symbolisiert.
Milchschaum erhält man nur, wenn der Regler auf das Druckventil zeigt, da wo auch eine Tasse mit Schaumkrone als Symbol dargestellt ist.
Speziell, wenn man Milchschaum beziehen will, sollte man vorher erstmal statt Milch nur Wasser durch die Düse laufen lassen, damit diese sich aufwärmen kann. Denn sonst wird der erste Bezug nicht richtig schaumig, weil der Dampf schon beim Eintritt in die Düse zu Wasser kondensiert.
Wer Milch direkt aus dem Kühlschrank zum Aufschäumen nimmt, wird zwar gut geschäumte Milch erhalten, die aber wird eher lauwarm schmecken, was auch nicht so das wahre ist. Also entweder aufgewärmte Milch nehmen oder aber die Milch in einem ersten Durchlauf mit der Café-Latte-Funktion anwärmen und dann im zweiten Durchlauf mit der Cappuccinofunktion aufschäumen.
Ein eher marginales Problem zeigt sich dann im Anschluss beim Kaffeebezug. Da der Heizblock erst wieder mit Wasser gefüllt werden muss - er stand ja quasi unter Dampf - kommt nicht ganz so viel Kaffee raus, wie eigentlich erwartet. Maschinen mit zwei Heizblöcken haben dieses Problem nicht - kosten dafür aber auch einige Hunderter mehr und sind auch deutlich größer.
Das eigentlich Heikle ist letzten Endes, dass man die Profi-Düse nicht zu lange nach dem Einsatz einfach hängen lassen sollte. Die Milchreste in der Düse setzen sich fest. Daher sollte möglichst bald nach dem Milch(schaum)bezug mit Wasser nachgespült werden.
Das bedeutet am Ende:
Man hat die Milchpackung neben der Maschine stehen, das Cappuccinogefäß zum Trinken und noch mindestens ein Glas - sei es für den oben beschriebenen Zweifachdurchlauf als Zwischengefäß für die Milch oder für die Reinigung der Düse mit Wasser gefüllt.
Es wird also schon ein wenig umständlich. Aber wenigstens lässt sich die Düse deutlich leichter von Milchresten säubern als die gewöhnliche Heißwasser- und Dampfdüse.
Über JURA
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JURA ist in der Schweiz ein Traditionsunternehmen und wurde in den 1930er Jahren gegründet.
Während man früher Haushaltsgeräte unterschiedlicher Art gefertigt hat, ist das Sortiment heute fast ausschließlich auf Kaffeevollautomaten ausgerichtet. 97% des Umsatzes werden in diesem Bereich getätigt.
Die restlichen 3% entfallen fast vollständig auf Bügeleisen und Dampfbügelstationen.
Der Tradition halber hat man auch noch einen "Türli-Toaster" im Sortiment - jene rustikalen Toaster, die noch keine Abschaltautomatik hatten und mit zwei Klappen versehen sind - und auch ein Brezeleisen wird noch verkauft.
Zudem gibt's auch noch eine Fritteuse mit rotierendem Frittierkorb und Möglichkeit zum Ölablauf und -filterung. Auch in Deutschland ist es erhältlich, wird aber vom eigentlichen Hersteller De Longhi vermarktet.
JURA selbst stellt nichts mehr her - auch wenn so mancher angesichts der von der Autobahn aus gut sichtbaren Servicefabrik und dem Verwaltungsgebäude den Eindruck hat.
JURA entwickelt jedoch intensiv sein Sortiment von Kaffeevollautomaten und Dampfbügeleisen weiter.
Gefertigt werden die Kaffeevollautomaten von der Firma Eugster Frismag AG in Romanshorn, ebenfalls in der Schweiz. Da andere bekannte Haushaltsgeräteproduzenten ebenfalls Kaffeevollautomaten ins Sortiment nehmen wollten, jedoch selber gar kein Know-how in diesem Bereich besaßen, lassen sich diese auch von Eugster beliefern. Inwiefern nun die Geräte der Marken ROTEL (nur in der Schweiz vertreten), SIEMENS, BOSCH und AEG wirklich identisch mit den JURA-Geräten sind, kann ich nicht sagen. Fakt ist aber, dass JURA -Technologie eingesetzt wird. JURA wird allerdings auch daran interessiert sein, gewisse neue Schlüsseltechnologien erst einmal exklusiv nur bei den eigenen Geräten einzusetzen.
Der JURA-Service
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Nicht jedem Nutzer ist es vergönnt, alle Funktionen im Überblick zu behalten und so kann es mal kommen, dass man vor einem Problem steht und nicht mehr weiter weiß.
Wer nun den Deckel des Bohnenbehälter hochklappt, findet dort einen Aufkleber mit den Service-Rufnummern der Firma JURA.
In Deutschland: 0180 3 52 3333
In Österreich: 0820 001 1250
In der Schweiz: 062 389 82 33
Nun ist mir nur bekannt, dass ein Anruf auf der deutschen Nummer mit 9 Cent/min berechnet wird, bei der österreichischen Service-Nummer ist mir der Preis nicht bekannt. Es heißt hier nur, es sei Ortstarif... naja.
Interessanterweise aber ist die schweizerische Nummer eine ganz normale Festnetznummer.
Da man deutlich günstiger als für 9 Cent/min in die Schweiz telefonieren kann, könnte sich ein Anruf dort eher lohnen. Aber ich habe keine Ahnung, ob dies auch so akzeptiert wird oder ob Anrufe aus Deutschland automatisch abgewiesen werden. Man spricht auf jeden Fall hochdeutsch :-)
Dort kann man auch anrufen, wenn das Gerät eventuell überhaupt keinen Mucks mehr von sich gibt oder irgendwie nicht mehr richtig funktioniert. Es wird dann, so gut es eben am Telefon geht, aus der Ferne analysiert, was mit dem Gerät schief gelaufen sein könnte.
Nun hatte die Stiftung Warentest im Dezember 2005 ein Ergebnis zum Service von JURA veröffentlicht, der eher katastrophal ausfiel. Mir sind die Zustände von JURA in Deutschland nicht genauer bekannt. Ich weiß nur, dass es den Zentralservice in Singen am Hohentwiel gibt, wohin man sein Gerät einschicken oder höchstpersönlich vorbeibringen kann. Da Singen am Hohentwiel alles andere als zentral liegt, nämlich nur wenige Kilometer von der schweizer Grenze entfernt, ist die letztere Option eher nur was für Leute aus der dortigen Region.
Es wird wohl eher der Fall sein, dass die meisten JURA-Geräte in Deutschland von Vertragspartnern im ganzen Land gewartet bzw. repariert werden. Und da dürfte wohl auch letzten Endes der Hase im Pfeffer liegen, da sich die Qualität vieler Werkstätten kaum überblicken lässt.
Es sollte allerdings im Interesse der Firma JURA sein, hier für guten Service zu sorgen, zumal die Geräte teuer genug sind.
Auch in Österreich sitzt der Zentralservice nicht unbedingt zentral, nämlich in Röthis (Vorarlberg), was auch nur wenige Kilometer von der Grenze zur Schweiz - und Liechtenstein - entfernt ist. Weiteres dazu ist mir nicht bekannt.
In der Schweiz dagegen ist man mit dem Stammsitz in Niederbuchsiten eher mittendrin gelegen, quasi auf halber Strecke zwischen Basel und Bern bzw. Bern und Zürich. Hier befand sich bis 2002 noch der alte Zentralservice, dessen Gebäude jedoch 2002 völlig niederbrannte. Da man ohnehin diverses Verbesserungspotenzial hatte, nutzte man diesen Schicksalsschlag und baute die neue Service-Fabrik, die nicht nur optisch neue Maßstäbe gesetzt hat.
Man kann sein Gerät höchstpersönlich vorbeibringen und - wenn man will - noch am gleichen Tag wieder abholen. Im schnellsten Falle ist das Gerät nach zwei Stunden wieder abholbereit.
Alternativ kann man sein Gerät natürlich auch nach Niederbuchsiten einschicken, aber dann dauert es etwa eine Woche, bis man es wieder zurück hat.
Aufgrund von qualitativen Mängeln bei Geräten aus der Produktion Mitte der 1990er Jahre hatte JURA einige Jahre mit Image-Problemen zu kämpfen und ist natürlich hinterher, den wiedererstarkten guten Ruf zu verteidigen.
Daher hat man in der Schweiz das Ergebnis der Stiftung Warentest zum JURA-Service in Deutschland anno 2005 mit sehr viel Verwunderung aufgenommen.
HINWEISE
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Zu kalter Kaffee?
Vor allem, wer einen kurzen Kaffee - sprich Espresso - zubereiten will, hat oftmals das Problem, dass der Kaffee in der Tasse lauwarm ist. Aus diesem Grund gibts ja bei vielen Maschinen diese aktiv oder passiv beheizten Aufwärmplatten, wo man die Tassen abstellen und vorwärmen lassen kann. Auch die F 70 hat so eine Abstellfläche.
Es ist aber grundsätzlich wenig sinnvoll, die Tassen auf diese Weise vorwärmen zu lassen. Denn dazu müsste das Gerät rund um die Uhr in Bereitschaft sein, was den Stromverbrauch jedoch unnötig erhöht.
Stattdessen sollte man lieber die Espressotasse mit ein wenig Heißwasser füllen und so aufwärmen lassen. Das kostet ein paar Augenblicke.
Beim Kaffeezubereiten kommt immer zuerst ein winzige Menge und dann nach ein paar Augenblicken die ganze Menge?
Das hat schon seine Richtigkeit.
Das Geheimnis liegt darin, dass alle (besseren) Espressomaschinen eine Art Vorbrühsystem haben. Es wird also zunächst ein wenig Wasser aufs Kaffeepulver gegeben, damit es kurz aufquellen kann. So kann dann das Aroma besser ans nachfolgende Kaffeewasser abgegeben werden.
Das Display zeigt "entkalken" an, obwohl ein Kalkfilter im Wassertank eingebaut ist?
Dann hat man einfach vergessen, den Filter einzuprogrammieren. Denn das Gerät ist vom Werk her auf Wasserhärtestufe 3 (von insgesamt 4) eingestellt. Das geht über den Menüpunkt PFLEGE. Einfach den Unterpunkt FILTER aufrufen und die Option JA auswählen. Von nun an wird man alle zwei
21.10.2007 11:05
toller Bericht
08.10.2007 10:36
Klasse Bericht. LG Sandra107
16.09.2007 13:04
Wenn das kein Spitzenbericht ist...........BH und LG