Nach einem langen Kreuzweg von fast 2 Jahren mit einer Saeco Primea war ich vor ein paar Wochen wieder auf der Suche nach einer perfekten Kaffeemaschine für mich. Da ich meine Saeco ausgetauscht und ein Großteil mir gutgeschrieben wurde entschied ich mich erneut für ein Gerät im höheren Preissektor.
""Warum eine Jura?""
Zugegeben: Ich war lange Zeit von Geräten der Marke Jura abgeneigt. Grund hierin lag, das man die Brühgruppe nicht herausnehmen kann. Manche beschwerten sich mit damit zusammenhängenden Problemen, worauf vor 2 Jahren meine Wahl - leider - auf Saeco fiel. Zuerst dachte ich an eine Delonghi. Das Leihgereit vom Service, eine ESAM 4000, konnte mich aber in Sachen Kaffeequalität nicht sehr überzeugen. Sehr gut gefallen haben mir auch die WMF-Geräte aber ... preislich eben auch so eine Sache. Somit war der Entschluss fest: Jura, der Mercedes der Kaffeemaschinen.
Jura Impressa F70
""Warum eine Impressa F70?""
Es ist etwas schwierig eine geeignete Maschine zu finden. Manche waren einfach zu teuer, andere hingegen hatten nicht die gewünschte Ausstattung. Allgemein sind alle Jura im Innenleben gleich und der Kaffee schmeckt aus einer ENA3 genauso wie aus einer Z5. Da ich eben schon eine Primea hatte und von der Ausstattung doch schon reichlich verzogen war musste auch hier wieder ein gewisses Maß vorhanden sein. Auf jeden Fall musste ein Display vorhanden sein, da mir Leuchtsymbole und Lämpchen einfach zu wenig sind. Die Verkäuferin selbst riet mir von diesen wenig ausgestattenen Geräten als verzogener Vollautomatenvorbesitzer ab.
Vom Aussehen her hat mir am Anfang die F50 am besten gefallen, doch diese wird jetzt vom Markt genommen und die F70 ist jetzt die einzig überbleibende der F-Serie. In Katalogen sah ich vormals die F70. Das Gerät strich den Testsieger bei Stiftung-Warentest ein und wurde vom Plus-X-Award wegen dem Design und dem Bedienkomfort ausgezeichnet - und Design darf man sich bei einem Gerät dieser Preisklasse durchaus erwarten!
""Der Kauf""
Die Impressa F70 gibt es hauptsächlich in Elektrofachmärkten. Man sollte aber ein Jura-Gerät UNBEDINGT bei einem autorisierten Händler kaufen. Da ist Jura sehr konsequent und verweigert schnell mal die Garantie. Eine Liste mit autorisierten Jura-Händlern gibt es auf www.jura.com.
Eine Jura kostet je nach Gerät im Schnitt zwischen 600 und 2.300 Euro. Die F70 bewegt sich relativ im Mittelfeld und hat einen UVP von 1.029 Euro. Der Hauspreis des Händlers betrug 999 Euro und ich konnte ihn noch auf 949 Euro runter handeln.
""Lieferumfang""
Man erhält die F70 mit dem Welcome-Pack mit Bedienungsanleitung, zwei Reinigungstabletten, eine kleine Flasche Auto-Cappuccino-Reiniger und Heißwasserdüse. Im Lieferumfang ist lobender Weise auch die Profi-Auto-Cappuccino-Düse mit dabei, damit das Aufschäumen noch leichter fällt.
Die Bedienungsanleitung ist nicht groß bebildert aber sehr ausführlich geschrieben.
""Die Benutzung""
Ich war voller Freude als ich Zuhause die Jura aus dem Karton nahm. Viel war nicht zu machen. Aufstellen, Wassertank füllen, Bohnenbehälter füllen, einstecken und schon ist das Gerät startklar. Die Impressa hat einen Hauptschalter auf der Rückseite. Nach Betätigung leuchtet das Standby-Leuchtsegment am Display. Wird dieses berührt ist die Maschine in Betrieb. Beim ersten Betrieb wird zunächst die Sprache abgefragt und das System gefüllt. Danach heizt die Maschine auf und das zu berührende Pflege-Symbol leuchtet. Die Maschine spült.
Danach kann alles mögliche zubereitet werden. Die Maschine hat zur Kaffeewahl sechs Leuchtsegmente. Es gibt eine "Große Tasse", "Kaffee" (normale Tasse) oder "Espresso". Weiterhin kann man die Stärke einstellen: Mild, normal oder stark. Die Füllmenge ist ebenfalls einstellbar. Bereits vor der Kaffeezubereitung kann anhand des Rotary-Switch eingestellt werden. Die Einstellung bleibt bis zur nächsten Änderung erhalten. Die Ausgabe wird durch die Berührung von "ST@RT" gestartet. Die laufende Kaffeeausgabe kann durch den "ST@RT" gestoppt werden.
Die Zubereitung von Milchschaum und heißer Milch ist ebenso leicht. Es wird einfach nur der Hahn geöffnet. Danach tritt automatisch Dampf aus. Je nach Einstellung der Düse strömt die Milch aus. Die Düse gibt an oberer Position Schaum aus, Mittelposition steht für Dampf und die untere hitzt lediglich die Milch ohne sie zu schäumen. Die Bedienung dieser Düse ist sehr einfach. Heißwasser lässt sich auf dem gleichen Weg zubereiten nur wird nach dem Aufdrehen der "ST@RT" gedrückt. Für einen guten Strahl aber vorher lieber die Wasserdüse aufstecken.
Die Maschine verfügt über eine Energiesparfunktion. Nach einer Stunde schaltet sie automatisch auf Standy um den Stromverbrauch zu reduzieren und das sind immerhin 1450 Watt.
""Der richtige Kaffee""
Es ist Geschmackssache welche Röstung verwendet. Man darf aber nur unvorbehandelte Bohnen verwenden, weil sonst das Mahlwerk beschädigt werden kann. Selbstverständlich kann auch die beste Technik nichts mehr retten, wenn die Bohnen schon und alt und schlecht sind. Deshalb darauf achten.
Ich persönlich mische Espressobohnen mit Café-Crema-Bohnen. Schon beim Vorbrühen strömt cremiger Kaffee aus den Düsen und ein guter Duft verbreitet sich. Die Maschine setzt kurz danach den Vorgang fort und es wird fertig gebrüht. Der Kaffee schaut sehr schön aus - nette Crema und duftet wunderbar. Der Geschmack des Kaffees ist wirklich atemberaubend - der Kaffee ist zudem auch schön heiß.
""Reinigung und Pflege""
Die Maschine hat integrierte Pflegeprogramme dennoch muss man auch selbst Hand anlegen. Die Restwasserschale und der Tresterbehälter muss täglich gereinigt und gespült werden. Die Brühgruppe wird mit Tabletten gereinigt jedoch sollte man einmal täglich mit einem feuchten Lappen in das Gerät gehen und alle zugängigen Teile der Brühgruppe abwischen.
Die Cappuccino-Düse sollte einmal täglich abgenommen und unter fließendem Wasser gespült werden - dass selbe gilt für den Schlauch. Den Spezialreiniger verwende ich nur einmal die Woche sonst wird es zu teuer.
Entkalkt muss das Gerät je nach Wasserhärte werden. Wir haben sehr weiches Wasser und somit wird auch die Aufforderung noch länger auf sich warten lassen. Wichtig ist die Entkalkung nicht nur zur Vermeidung von Geräteschäden, sondern auch zur Energieeinsparung.
""Hersteller""
Jura Elektrogeräte Vertriebs-GmbH
Postfach 99 01 44
D-90268 Nürnberg
Jura-Geräte werden von Eugster-Frismag produziert.
Fazit
Die F70 ist wirklich ein sehr gutes Gerät unc ich hoffe, dass dieses auch bleibt. Der Kaffee schmeckt einfach sehr gut und die Bedienung ist sehr einfach. Der Stein des Anstoßes war für mich eben das fest eingebaute Brühsystem aber auch dass sollte bei regelmäßiger Pflege mit dem Lappen nicht so leicht stecken bleiben. Insgesamt ist die Impressa ein ausgezeichnetes Gerät.
10.04.2010 22:53
So, jetzt schaffe ich es auch den Kommentar zu schreiben :-) Viel Spaß mit deiner Jura. Meine hat nach 6 Jahren in meinen Händen den Geist aufgegeben (ich hatte sie ja gebraucht gekauft).
26.09.2009 00:24
Schaut sehr schick aus :) LG Anika