ein Koreanischer Allrounder zum günstigen Preis
14.08.2000
Pro:
günstiger Preis
Kontra:
hakelige Schaltung
Empfehlenswert:
Ja
 pbelsr
Über sich:
Mitglied seit:17.07.2000
Erfahrungsberichte:87
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 5 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Karosserie: Daß die Koreaner etwas von Design verstehen, demonstrieren sie mit dem offenen Kia Sportage. Moderne Klarglasscheinwerfer, die wuchtige (Kia typische) Frontstoßstange und ein großer Kühlergrill verleihen ihm ein bulliges Aussehen. Offen zeigt er seine ganze Schönheit, die geschwungene Seitenlinie ein verchromter Überrollbügel sowie eine Metallabdeckung für das Reserverad geben ihm eine gewisse Elegance. Schade nur, dass vorne über den Sitzen ein festes Blechdach thront und nicht wenigstens ein Glasdach. Die Motorhaube und das Heck lassen sich gut überblicken, die breite B-Säule hingegen versperrt erheblich die Sicht nach schräg hinten. Was ist das für ein Auto? Das sieht aber gut aus! So oder ähnlich sind die Reaktionen der Menschen auf der Straße. Ob jung oder alt, der Kia Sportage versteht zu begeistern. Innenraum/Kofferraum: Der Kia Sportage beweist, daß sich ein günstiger Preis nicht zwangsläufig negativ auf die Qualität bzw.Verarbeitung auswirkt. Im Inneren ist alles da, wo man es erwartet. Neben einer guten Übersichtlichkeit der Instrumente gefällt der Sportage auch in Sachen Bedienung und Funktion. Der Platz für das Radio ist alles andere als günstig, denn es sitzt tief unten im Armaturenbrett. Der Sportage ist gut verarbeitet, selbst im Gelände war kein Klappern und Knacken zu hören. Mit einem modernen, ordentlich verarbeiteten Innenraum zeigt sich auch hier der Kia sich von seiner guten Seite. Ärger machten nur die beweglichen Teile. Der Beifahrersitz ließ sich nur mit Tricks verstellen, der Sicherheitsgurt auf der Beifahrerseite verriegelte von selbst wenn das Auto bergab stand, was ein Anlegen unmöglich machte. Hoffentlich steckte nur bei unserem Testwagen der Teufel im Detail! Sogenannte "Gurtpeitschen" an den vorderen und hinteren Sitzen sind nicht mehr auf der Höhe der Zeit, zumal sie eine ordentliche Befestigung z.B. .für Kindersitze fast unmöglich machen. Der Sportage bietet im Inneren einige nette Details, wie Getränkehalter, ein Fach für Münzen und sonstige Ablageflächen, ein abschließbares Handschuhfach allerdings sucht man bei diesem "Cabrio" leider vergebens. Die Kopfstützen der vorderen Sitze sind für große Leute zu niedrig, im Fond fehlen sie ganz, auch die Auflageflächen für die Oberschenkel könnten größer bemessen sein. Apropos Sitze, klappt man die Sitze nach vorn, um einen trotzdem beschwerlichen Einstieg nach hinten zu schaffen, zieht dies immer eine mühsame Neueinstellung nach sich. Der Kofferraum ist mit 247 Liter recht klein, eine asymetrisch teilbare Rücksitzbank ist auch nicht gegen Aufpreis erhältlich, so bleiben bei einer Vergrößerung des Ladevolumens gerade mal zwei Sitze übrig, dann allerdings passen je nach Ladehöhe 522 bis 1.032 Liter hinein. Das Öffnen des Kofferraums wird jedesmal zur Tortur, denn dies ist immer mit mühevoller Arbeit verbunden. Das gleiche trifft auch auf das Stoffverdeck zu, schwer zu handhaben benötigt es einige Zeit und Übung um dem Kia die Kleidung wieder anzulegen. Bei einem solch umständlichen Mechanismus werden die Tage gezählt sein, wo man einen Sportage "oben ohne" zu sehen bekommt. Komfort/Fahrwerk/Bremsen: Das Fahrwerk besteht aus Schraubfedern an beiden Achsen, Einzelradaufhängung an doppelten Querlenkern und einem Stabilisator vorn sowie einer hinteren Starrachse mit drei Längsträgern und Panhardstab hinten. Das Fahrverhalten auf Asphalt ist für einen Allrounder wie diesen erfreulich gut, und obwohl Fahrbahnunebenheiten und Schläge ungefiltert bis zum Fahrer gelangen, überzeugt er durch eine gute Straßenlage und standfeste Bremsen. Dank seiner ausgefeilten Fahrwerkstechnik bleibt der Kia Sportage 2-Türer auch bei übermütigen Manövern sicher in der Spur und leicht zu kontrollieren. Der Sportage ist mit zuschaltbarem Allradantrieb und einer ebenfalls zuschaltbaren Untersetzung ausgestattet, damit ausgerüstet fängt der Spaß dort an, wo für andere schon lange Schluß ist. Auch im Gelände erzielte er befriedigende Ergebnisse, hier überzeugte er durch einen guten Federungskomfort und ordentliche Bodenfreiheit. Dank des zuschaltbaren Allradantriebs mit Differentialsperre, sind Matsch und Schlamm kein Hinderniss für dieses Auto. Die serienmäßigen Straßenreifen verhinderten aber im schwierigen Gelände bessere Ergebnisse. Fazit: Ein Auto mit guten Fahreigenschaften das sich überall zu Hause fühlt.
Motor/Getriebe: Der von uns gefahrene vier Zylinder mit Vierventil-Technik und zwei obenliegenden Nockenwellen mobilisiert aus 1.998 Kubikzentimetern Hubraum 128 PS. Der Kia Sportage ließ sich dank ordentlich abgestuftem Getriebe flott bewegen, der laute Motor und das klappernde Faltdach sind auf Dauer jedoch störend. Für den Spurt von 0 auf 100 vergehen nur 14,7 Sekunden, und auch bei der Elastizität machte das Zweiliter-Aggregat einen guten Eindruck. Trotz guter Fahrleistungen und des hohen Gewichts geizte er mit dem Sprit, so flossen auf unserer Teststrecke nur 9,4 Liter bleifreien Benzins in die Brennräume. Die Schaltung des Sportage sorgte eher für Frust, zeigte sie sich mit langen, hakeligen Schaltwegen nicht von ihrer besten Seite. Kia sollte sich überlegen den Sportage mit einer zuschaltbaren Differentialsperre auszurüsten, um den Allradantrieb für den Alltag gebrauchsfähiger zu machen, um radierende Räder und das typische Bremsen in engen Kurven zu vermeiden. Sicherheit: Die Zweikreis-Bremsanlage des offenen Kia Sportage ist mit einem Drei-Kanal-ABS mit jeweils drei Sensoren versehen. Vorn sorgen innenbelüftete Scheibenbremsen für optimale Verzögerung, an den Hinterrädern werden sie von Trommelbremsen unterstützt. Zum Sicherheitsstandard des Sportage gehören außerdem Airbags für Fahrer und Beifahrer sowie Seitenaufprallschutz in den Türen und ein extrem solider Überrollbügel.
Ausstattung/Kosten: Der Kia Sportage 2-Türer kostet mit einer reichhaltigen Serienausstattung 32.390 DM, dazu gehören neben einer Servolenkung, dem in der Höhe verstellbaren Lenkrad und der transpondergeseuerten Wegfahrsperre, eine Zentralverriegelung sowie elektrisch betriebene Fensterheber und ebenfalls elektrisch verstellbare Außenspiegel. Auch die Reserveradabdeckung aus Metall, die Radiovorbereitung einschließlich Lautsprechern und Antenne sowie Veloursteppiche gehören zum Standard. Eine Klimaanlage kostet 2.250,- DM extra.
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