Eh, da wollte ich hin ....
27.03.2012 (23.11.2012)
Pro:
variabler Spielplan, für 2 Spieler, toller Mechanismus
Kontra:
gaaaaar nichts ! ! !
Empfehlenswert:
Ja
 RIESENFUSS
Über sich:
Auf besonderen Wunsch von Ciao, teile ich hiermit mit, dass ich nicht bei Kosmos angestellt bin und ...
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Moin Zusammen, heute kommt mal wieder ein Spiel und ja, wie sollte es anders sein, eine Frühjahrsneuheit von Kosmos. Mit Targi lebt bei Kosmos wieder eine Spielereihe auf, die in den letzten Jahren abgesehen von Deluxe-Ausgaben in der Blechdose etwas schlummerte. Spiele für 2. Aber wie gewohnt bei mir zunächst die „spieltechnischen Details“ und später meine Erfahrungen und das Fazit sowie als Bonbon ein Interview mit dem Autor und das Ergebnis eines Telefonats mit seiner Frau. Zur generellen Info an meine Leserschaft. Ich habe den Bericht am 26.3. ca. 22:15 bis 1:50 Uhr begonnen und am 27.3.2012 von 9:00 bis ca.11:30 Uhr fertiggestellt. Somit steckt hier also locker 6 Stunden Arbeit drin, die mir allerdings durchaus Spaß gemacht hat. Selbst wenn ich nicht so blauäugig bin, dass wirklich jeder den kompletten Bericht liest, ihr dürft euch gern mit Kommentar outen, wenn ihr es gemacht habt und falls ihr der Meinung seid, dieser Bericht ist einen Diamanten wert, dann solltet ihr mir euer BH bis spätestens 31.3. abliefern. Ich bin schon jetzt gespannt. Bevor ihr wieder geht ohne das „standardmäßige sh“ abzugeben, bin ich auch mit dem zufrieden, hier würde es mich dann aber doch interessieren, was euch an dem Bericht fehlt, oder was zu viel ist. Das ich den Spielmechanismus so genau beschrieben habe hat seinen Grund. Der ist nicht, dass ich den Bericht unnötig strecken will, sondern weil ich bereits die Rückmeldung bekommen habe, dass jemand ein Spiel er nah dem Lesen eines meiner Spieleberichte richtig verstanden hat. Das Inhaltsverzeichnis soll dazu dienen, Punkte die einen nicht interessieren einfach zu überspringen. ;-) Update 23.11.2012 Da es zu Unsicherheiten bezüglich meines Verhältnisses zu Kosmos kam, welches mir eine eintägige Sperre eingebracht hat, folgende Klarstellung. Ich bin nicht bei Kosmos angestellt noch bekomme ich von Kosmos irgendetwas dafür, dass ich über Kosmosartikel berichte. Ich bin wie in vielen Berichten bereits erwähnt Kosmossupporter, dass heißt, ich erkläre Kosmosspiele auf Veranstaltungen. Nicht mehr und nicht weniger. Brettspiele sind meine große Passion und alles in allen dürften sich, da Jane auch bereits einige Spile hatte bevor wir zusammen kamen, ca. 500 Brett-, Karten- und ähnliche Spiele befinden. Wer alle meine Spielerezensionen gelesen hat, wir feststellen, dass ich über Spiele andere Verlage genauso gut oder schlecht berichte, wie über Kosmosspiele. Die chinesische Mauer ist zum Bespiel ein Kosmosspiel, dass es verdienter Maßen nicht mehr zu kaufen gibt, welches bei mir komplett durchgefallen ist. Update 17.11.2012 Zwei wichtige Dinge gibt es zu berichten. 1. In der 2. Auflage von Targi ist das Problem der zu geringen Anzahl der Siegpunkte eleminiert, indem es Siegpunkte im Wert 1,3 und 5 gibt.2. Am 7.12.12 in der Zeit von 17 bis 21 Uhr findet ein Event Stuttgart statt: Targi gegen den Autor Andreas Steiger spielen und das Spiel auf diese Weise gut kennenlernen.Stadtbibliothek am Mailänder Platz Mailänder Platz 1 70173 Stuttgart Ach ja ich werde Andy da unterstützen. Inhaltsverzeichnis 1. Produktdetails 2. Der Autor 3. Begriffsklärungen 4. Die Schachtel, die Regel und der Verlag 5. Spielmaterial 6. Spielziel 7. Spielvorbereitung 8. Ablauf eines Zuges 9. Erläuterung der Auslage und der Karten 10. Spielende und Wertung 11. Telefonat mit der Frau des Autors am 27.3.2012, um 3 Regelfragen zu klären 12. Meine Erfahrungen 13. Fazit 14. Interview mit dem Autor 1.Produktdetails Verlag: Kosmos Spieler: 2 Alter: ab 12 Jahre (einem fitten 10- oder 11-jährigen traue ich es auch zu) Spieldauer: 60 Minuten Spielart: Taktisches Workerplacementspiel mit variablem Spielaufbau (da widerspreche ich dem Autor, der dem Spiel in dem Interview Strategie zuordnen will) Autor: Andreas Steiger Redaktion: TM-Spiele Illustration: Franz Vohwinkel Grafik: Imelda Vohwinkel Preis: 15,99 € (Über mich auf Anfrage für 9,99 € erhältlich) Erschienen: 2012 Im Internet: www.kosmos.de == 2. Der Autor, die Designer sowie die Redaktion ==
Andreas Steiger Diese Info finden sich in der Spielanleitung. Andreas Steiger, geboren 1973, wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in der Nähe von Stuttgart und arbeitet als Erzieher in einem Kindergarten. Neben Brettspielen spielt er gerne Videospiele und Improvisationstheater. Bei Gesellschaftsspielen ist es ihm besonders wichtig, dass diese die Spieler immer wieder vor neue Entscheidungen stellen. Da er Spiele bevorzugt, die zu zweit sehr gut funktionieren, hat er mit „Targi“ ein reines „Spiel für Zwei“ entwickelt, das seine erste Veröffentlichung ist. Ich habe noch etwas weiter geforscht und auf www.brettspieloase.de ein Interview mit dem Autor gefunden. Für den interessierten Leser habe ich es ans Ende des Berichts gestellt. Es soll den Bericht nicht künstlich strecken ich fand es interessant und die Wahrscheinlichkeit, dass es jemand liest, wenn es hier steht ist bedeutend höher, als, wenn ich nur einen Link angebe. Da Targi das Erstlingswerk von Andreas Steiger ist findet man noch nicht so viele Infos über ihn im Netz. Im Interview erfährt man auch interessantes zur Spielentstehung.
Franz Vohwinkel Franz Vohwinkel (* 1964 in München) ist ein deutscher Grafiker, der mehr als 200 verschiedene Brett- und Kartenspiele illustriert hat und als Fantasy- und Science-Fiction-Zeichner erfolgreich ist. Wer mehr erfahren will kann bei Wikipedia schauen oder auf seine Website: http://www.franz-vohwinkel.com
Immelda Vohwinkel Mit ihrem Mann Franz lebt er heute in Seattle, im nordwestlichen US-Bundesstaat Washington. Für die Karte vom Siedler vom Catan Kartenspiel Burgfräulein Immelda stand sie Pate.
TM-Spiele Die TM-Spiele GmbH ist ein Spieleverlag. Die Abkürzung „TM“ steht für den durch Die Siedler von Catan bekannt gewordenen Spieleautor Klaus Teuber und den Spieleredakteur Reiner Müller. Neben Reiner Müller ist Wolfgang Lüdtke als zweiter Geschäftsführer und Spieleredakteur in dem Kleinverlag beschäftigt. TM-Spiele ist seit 1997 als externer Dienstleister für die Produktentwicklung und redaktionelle Bearbeitung des Kosmos-Brettspielprogramms verantwortlich. Zuvor, von 1995 bis 1997, hatte TM das Goldsieber-Spieleprogramm des Konzerns Simba Toys entwickelt. 3. Begriffsklärungen
Workerplacementspiel (WPS) Gelegenheitsspieler werden mit diesem Begriff wenig anfangen können. Da Andreas in dem Interview den Begriff zwar nennt, aber nicht erläutert, will ich es mal übernehmen. Frei übersetzt für unsere Freunde, die der englischen Sprache nicht so mächtig sind, heißt es „Arbeiter-Einsetz-Spiel“. Dabei müssen es vom Spiel her nicht wirklich Arbeiter sein. Es sind einfach Spielfiguren, die man auf den Spielplan setzt, um später die mit der Spielfigur, auch Pöppel genannt, gewählte Aktion ausführen zu können. Somit gibt es verschiedene Arten von Workerplacementspielen. Carcassonne lebt zwar einerseits von geschickten legen der Karten, nur ohne Einsatz der Pöppel macht man dort keine Punkte. Von mir hier bereits rezensierte WPS sind z.B. Die Säulen der Erde, Stone Age, Carcassonne Jäger und Sammler, der Pate, auch wenn man hier statt Spielfiguren Würfel einsetzt oder Helvetia, wo man 4-6 Aktionsscheiben zur Verfügung hat. Unter Vielspielern bereits ein Klassiker aus dem WPS-Segment ist Agricola.
Unterschied Strategie und Taktik Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Unterschied in einer anderen Rezi bereits erklärt habe, aber da ich ja auch kaum davon ausgehen kann, dass jeder alle meine Rezis gelesen hat, erkläre ich es gern erneut. Ich zitiere mich dabei mal selbst, da ich die Erläuterung am 10.2.2012 Schumu ins Gästebuch geschrieben habe. Moin Markus, Taktik und Strategie sind beides Begriffe aus dem Militärwesen. Im Krieg ist die Strategie z.B. ob ich einen Angriffs- oder Verteidigungskrieg führe. Die Taktik ist der Teil einer Schlacht, wo ich auf die Aktionen meines Gegners reagieren muss. Somit ist Strategie immer das über geordnete. Deshalb hat auch ein Strategiespiel immer taktische Elemente. Spiele wo man sich nicht von vornherein eine Strategie zurecht legen kann, die man dann mehr oder weniger konsequent bis zum Ende durchziehen kann, sondern auf das reagieren muss, was der Gegner macht, sind Taktisch. Weniger erfahrene Spieler werden bei strategischen Spiel mit geringen Glückselementen gegen erfahrene immer den Kürzeren ziehen. Klar die wissen auch nicht welche Strategien möglich sind. Ein klassisches Strategiespiel ist z.B. Schach. Der Großmeister hat eine Strategie, er weiß genau was er wann spielen will, eventuell ging es taktische Abweichungen von der Grundstrategie. Anfänger spielen eher taktisch, sie reagieren nur auf die Züge des Gegners. Mühle ist ganz klar taktische. Die generelle Strategie sollte es sein möglichst schnell eine Zwickmühle aufzubauen, aber ansonsten muss man immer auf den Zug des Gegners reagieren. Ich rege mich immer auf, wenn Leute Poker als Strategiespiel bezeichnen, es ist eine Mischung aus Glück, Bluff und Wahrscheinlichkeiten. So ich
Bilder von KOSMOS - Targi
hoffe dich nicht gelangweilt zu haben. Ciao Thorsten 4. Die Schachtel, die Regel und der Verlag Naja, wer meine Spieleberichte bereits aufmerksam verfolgt hat, der weiß, dass eine oder andere vom Kosmosverlag. Der Sitz des Verlages ist in Stuttgart und mit seinen Kosmossupportern von denen ich einer bin, haben sie eine gute Möglichkeit geschaffen, die Spiele der richtigen Zielgruppe nämlich den Spielern näher zu bringen. Ich denke ich bin nicht ganz unschuldig, dass das eine oder andere Kosmosspiel im Schrank oder Spieleregal des einen oder anderen steht. Bei Interesse an diesem oder einem anderen Kosmosspiel, kurze Info an mich im PGB, über mich gibt es auf jeden über die Kosmosseite bestellbaren Kosmosartikel Rabatt. Das Format der Schachtel ist ein altbekanntes, welches ehemals die Serie der Spiele für 2 gekennzeichnet hat. Wie in der Einleitung beschrieben, gab es kaum noch Neuheiten in diesem Segment und von einer Kosmosschulung weiß ich auch, dass die Serie nicht weiter ausgebaut werden sollte. Die Neuauflagen der alten Spiele für 2 und dieses Top 2er-Spieler lassen die Serie ja vielleicht generell wieder aufleben. Eine große Zielgruppe gibt es da sicher. Ich hatte absolut keine Problem das Spiel durch das Studium der Regel sofort zu verstehen. Gelegenheitsspieler werden sich da vielleicht etwas schwerer tun, aber generell ist die Regel gut strukturiert und leicht verständlich und bis auf die 3 Fragen blieb bei mir nichts offen. 5. Spielmaterial 16 Randkarten 45 Stammeskarten 19 Warenkarten 8 Gold 15 Siegpunktplättchen (Silberkreuze) 30 Warenplättchen ( je 10 mal Pfeffer, Datteln und Salz, welches Jermaine gern als Zucker tituliert) 1 Startspielerzeichen (Amulett) 1 Räuberfigur 6 Targi-Figuren (3 weiße und 3 blaue) 4 Stammesmarker (2 weiße und 2 blaue) 1 großer Zippbeutel für das Spielmaterial (diesen haben wird durch mehrere kleine ersetzt, so dass in jeweils einen kleinen Zippbeutel wie folgt verteilt wird: Ein Startset pro Spieler, die restlichen Datteln, Pfeffer und Salz jeweils in einen extra Beutel, das restliche Gold, die Siegpunkte. Gemäß unserer Hausregeln, da Jane und ich meist zu 2. spielen, kommen das Startspieleramulett und der Räuber immer in den Beutel des Verlierers, der im folgenden Spiel Startspieler wird.) 6. Spielziel Ziel des Spiels ist es am Ende die meisten Siegpunkte gesammelt zu haben. Dies ist mit den Siegpunktplättchen möglich, die meisten Siegpunkte macht man allerdings über die ausgelegten Stammeskarten und wenn man die geschickt auslegt dabei auch noch Sondersiegpunkte. Aber dazu später mehr.
7. Spielvorbereitung Die 16 Randkarten werden in fester Reihenfolge ausgelegt. Zur Hilfe sind sie mit 1 bis 16 gekennzeichnet. Diese werden wie folgt im Uhrzeigersinn ausgelegt. Oben links wird die 16 ausgelegt, rechts daneben folgt die 1 und bis zur 4 geht es horizontal weiter. Die 5 bis 8 folgen vertikal unter der 4. Links von der 8 folgen die 9 bis 12. Über der 12 folgen jetzt 13 bis 15, wobei die 15 unter der 16 landet und damit das Rechteck schließt. Somit ergibt sich in der Mitte eine freie Fläche von 3 mal 3 Karten. Dies ist der variable Teil des „Spielbretts“ hier werden von den zuvor gemischten Warenkarten 5 benötigt und von den ebenfalls gemischten Stammeskarten 4. Die werden wie folgt verteilt. In der obersten Reihe Warenkarte-Stammeskarte-Warenkarte, in der mittleren Stammeskarte-Warenkarte-Stammeskarte und in der unteren schließlich wieder Warenkarte-Stammeskarte-Warenkarte. Die übrigen Stammeskarten werden links neben die Randkarte 14 (Stammeserweiterung) gelegt und die Warenkarten links neben die Randkarte 13 (Karawane). Als Startausstattung bekommt jeder Spieler je 2 Datteln, Pfeffer und Salz, sowie 4 Siegpunkte und 1 Gold. Außerdem natürlich die 3 Targifiguren seiner Farbe, sowie die 2 Stammesmarker. Der Startspieler erhält das Startspieleramulett. Zur Spielbeginn wird der Räuber auf die Randkarte 1 (Adliger) gesetzt. 8. Ablauf eines Zuges Ein Spielzug läuft in 2 Phase ab. Der Einsetzphase und der Aktionsphase.
Die Einsetzphase Beginnend mit dem Startspieler werden abwechselnd die 3 Targifiguren eingesetzt, dabei sind folgende Regeln zu beachten. Eine Targifigur darf nie, mit einer später erwähnten Ausnahme, auf das gleiche Feld wie der Räuber und nie gegenüber einer gegnerischen Targifigur platziert werden. Auch sind die 4 Eckfelder, wo Überfälle liegen tabu. Theoretisch könnten so am Ende der Einsetzphase die Targifiguren eines Spielers nur auf Randkarten in der Senkrechten stehen und die Targifiguren des anderen nur auf Randkarten der Waagerechten stehen. Dieser Fall wird in der Regel nicht behandelt, macht aber auch nur am Spielende aus destruktiven Überlegungen heraus Sinn. Normalerweise hat am Ende der Einsetzrunde ein Spieler 2 Figuren in der Waagerechten und eine in der Senkrechten und der andere Spieler umgekehrt. So dass, wenn nicht ein Spieler eine Targifigur einer eigenen gegenüber gestellt hat, zwingend notwendig pro Spieler 2 Schnittpunkte jeweils einer zwischen 2 eigenen Targifiguren, entstehen. Hier werden entsprechend die Stammesmarker platziert. Damit endet die Einsetzphase und der Startspieler folgt mit der Aktionsphase.
Aktionsphase In der Aktionsphase, kann der aktive Spieler frei entscheiden, in welcher Reihenfolge er seine Aktionen, die durch Targifiguren und Stammesmarker auf den entsprechenden Karten markiert sind ausführt. Die richtige Reihenfolge ist dabei sehr wichtig. Die Aktionen der Stammesmarker bringen nur entweder Waren, Gold oder einen Siegpunkt, wenn der Marker auf einer Warenkarte steht oder den Erwerb einer Stammeskarte, wenn der Marker dort platziert ist. Die Stammeskarte kann entweder durch Zahlung der oben angegebenen Kosten direkt ausgelegt werden, zur Auslage gibt es gleich noch einen separaten Punkt, oder, so man noch keine Handkarte hat, auf die Hand genommen werden. Sobald eine Aktion mit Stammesmarker ausgeführt wurde, kommt die Warenkarte auf den Ablagestapel. Für die Warenkarten ist der Ablagestapel neben der Randkarte 12 (3. Überfall gib 3 Waren oder 2 Siegpunkte ab). Die Stammeskarte wird ausgespielt, auf die Hand genommen oder auf den Ablagestapel gelegt. Der Ablagestapel ist neben der Randkarte 15 (Nehme dir 1 Salz) Die Lücken, die durch die Aktionen mit den Stammesmarkern entstehen weder kontrahierend aufgefüllt, dass heißt, wenn eine Warenkarte entfernt wurde, wird mit einer Stammeskarte aufgefüllt und umgekehrt. Bei den Randkarten gibt es ebenfalls Waren, aber auch noch spezielle Aktionen, auf die ich unter dem Punkt Randkarten näher eingehe. Wenn der Startspieler seine bis zu 5 Aktionen ausgeführt hat, man kann oder muss auch manchmal auf das Ausführen verzichten, macht der andere Spieler seine Aktionen. Danach wechselt der Startspieler und als erstes zieht der Räuber im Uhrzeigersinn ein Feld weiter. Ach ja am Ende seines Zuges darf man nur maximal 10 Waren und 3 Gold haben. Waren mussten wir deshalb schon abgeben, Gold noch nicht. 9. Erläuterung der Auslage und der Karten
Die Auslage Jeder Spieler kann maximal 12 Stammeskarten vor sich auslegen, dabei darf er 3 waagerechte Reihen mit jeweils 4 Karten bilden. Karten die einmal liegen, dürfen mit einer Ausnahme nicht mehr vertauscht werden. Sondersiegpunkte gibt es am Ende für Reihen mit 4 Stammeskarten mit dem gleichen Symbol bzw. mit 4 verscheidenen.
Randkarten Die bisherige Beschreibung der Punkte 6. bis 9. die Auslage erfolgte aus dem Kopf, da ich jetzt am Esstisch in der Küche sitze, strenge ich meine Hirse nicht ganz so arg an. Ja, ich habe jetzt die Karten vor mir. Wie bereits erwähnt gibt es 4 Überfallkarten (Randkarte 4, 8, 12 und 16), wobei der Tribut von Überfall zu Überfall steigt. Der 4. Überfall muss allerdings oft nicht mehr abgewickelt werden. Nachdem der Überfall abgewickelt wurde wandert der Räuber noch vor dem Einsetzen der Targifiguren ein Feld im Uhrzeigersinn weiter. Auf die Randkarten, wo man eine Ware bekommt gehe ich nicht extra ein, sondern stelle hier nur zum besseren Spielverständnis die Sonderaktionen vor und nutze den Text auf der Rückseite der Randkarten und erläutere näher, wenn dieser meiner Meinung nach nicht eindeutig ist.'Randkarte 1 Adliger:' Du darfst deine Handkarte in deine Auslage legen, wenn du die Kosten bezahlst. Oder du darfst deine Handkarte abwerfen. 'Randkarte 5 Händler:' Du darfst 3 gleiche Waren in 1 Gold tauschen oder 2 gleiche waren in eine andere Ware. (Du darfst beliebig viele Tauschaktionen ausführen.)'Randkarte 9 Fata Morgana:' Du darfst 1 deiner Stammesmarker von einer Karte im Mittelfeld auf eine andere unbesetzte Karte im Mittelfeld versetzen und stattdessen diese nutzen. 'Randkarte 10 Silberschmied:' Du kannst Siegpunkte erhalten: Für 2 gleiche Waren 1 Siegpunkt oder für 4 gleiche Waren 3 Siegpunkte. Oder für 1 Gold 2 Siegpunkte oder für 2 Gold 4 Siegpunkte. (Anmerkung von mir: Der Goldtausch macht nur am Spielende Sinn, da es vorher mehr Sinn macht mit dem Gold Stammeskarten auszulegen.)'Randkarte 13 Karawane:' Decke die oberste Warenkarte vom Nachziehstapel auf und nimm, was darauf abgebildet ist: 1 oder 2 Waren oder 1 Gold oder 1 Siegpunkt. 'Randkarte 14 Stammeserweiterung:' Decke die oberste Stammeskarte vom Nachziehstapel auf. Du darfst sie sofort auslegen, wenn du die Kosten bezahlst. Oder du kannst sie auf die Hand nehmen (wenn du noch keine Handkarte hast) oder sie abwerfen.Wie ihr seht musste ich keine Karte näher erläutern, abgesehen von dem taktischen Hinweis zum Silberschmied, sondern sie haben sich selbst erklärt. Nach spätestens 2 Spielen spielt man mit der Symbolseite oben.
Warenkarten Es gibt eine Warenkarte über die man 1 Siegpunkt bekommt. Drei Warenkarten bringen ein Gold als „Einkommen“. Es gibt 3 Warenjoker, wo man entscheiden muss, ob man 1 Salz, Pfeffer oder eine Dattel haben will. Dann gibt es 6 Warenkarte mit 1 Ware, je 2 pro Sorte und schließlich 6 Karten wo man 2 Waren bekommt, da sind es alle 6 möglichen Kombinationen.
Stammeskarten Hier stellen ich nicht explizit jede der 45 Karten vor nur die 4 verschiedene Arten von Sonderaktionen. Sowie den generellen Aufbau einer Stammeskarte. Ich starte mal mit dem Aufbau. Rechts oben auf der Seite ist das Symbol abgebildet, da wird zwischen 5 verschiedenen unterschieden. Oase, Brunnen,Targia, Zelt und Kamelreiter. 30 der 45 Stammeskarten haben eine Sonderfunktion, die entweder einmalig oder einmal pro Zug nutzbar ist. Unten rechts sieht man schließlich wie viele Punkte die Karte bringt, wenn man sie in der Auslage platzieren konnte. Jede Karte bringt ohne eventuelle Sondersiegpunkte immer 1 bis 3 Siegpunkte. Alle Karten mit 3 Siegpunkten haben keine Sonderfunktion und je Symbol eine mit 2 Siegpunkten auch nicht. Die kostet aber auch 4 Waren. Pro Symbol gibt es eine Karte, die für das weitere Auslegen des gleichen Symbols einen Rabatt von einer Ware gewährt. Für jedes Symbol gibt es eine Karte mit einem anderen Symbol, wo man am Spielende pro 2 ausgelegter Karten, z.B. Kamelreiter, 1 Sondersiegpunkt bekommt. Es gibt 3 Karten, wo man jeweils einmal pro Zug eine entsprechende Ware mehr bekommt, wenn man die Ware in der Runde über Waren-, nicht Randkarten, erhalten hat. Also z.B. 1 Pfeffer mehr wenn man mindestens einen Pfeffer erhalten hat. Es gibt immer nur insgesamt einen Pfeffer mehr, auch wenn man in dem Zug über 2 oder 3 Warenkarten Pfeffer erhalten hat. Von den weiteren 17 Stammeskarten werde ich jetzt nur 5 Beispiele nennen, da ich sie zum Teil schon erwähnt habe, bzw. weil ich die Karten sehr stark finde, wobei die Stärke variiert, je nach Zeitpunkt wann sie ins Spiel kommen. 2 weiteren finde ihr unter dem Punkt Telefonat erklärt. Ich hatte vorhin von einer Ausnahme gesprochen, was das Setzen einer eigenen Targifigur auf das vom Räuber blockierte Feld betrifft. Dies ist nur dann ausgehebelt, wenn man die folgende Stammeskarte bereits ausgelegt hat: Du darfst deine Targifigur auch auf das vom Räuber besetzte Feld stellen.Des weiteren erwähnte ich, dass einmal ausgelegte Stammeskarten nicht mehr verändert werden können. Die Ausnahme ist direkt nach dem ausspielen der folgenden Karte: Direkt nach dem Auslegen dieser Karte darfst du von deinen Stammeskarten 2 beliebige verschieben. Dies macht natürlich Sinn, um somit entweder Reihen mit 4 gleichen oder verschiedenen Symbolen zu erzeugen oder einen Kamelreiter nach rechts zu bekommen, der dann, wenn er rechts liegt 2 Sondersiegpunkte bringt. Wenn es keine Sinn macht kann man auf das Vertauschen der Karten der Auslage auch verzichten. Eine Schutzkarte vor den Überfällen. Beim Überfall musst du nichts mehr abgeben. Ist natürlich am stärksten, wenn man sie bereits vor dem 1. Überfall ausspielen kann. In der Runde nach dem Auslegen dieser Karte darf dein Mitspieler einmalig nur 2 Targi-Figuren einsetzen. Da man auf diese Weise meist 2 Aktionen mehr halt als der Gegner, ist es ein starker Einmaleffekt. Am Spielende erhältst du für bis zu 2 vollständige Reihen mit je vier verschiedenen Stammessymbolen jeweils 4 Siegpunkte statt 2. Mit dieser Karte ist es „relativ“ leicht am Ende 12 Sondersiegpunkte zu kassieren, was oft ein Drittel der Gesamtpunktzahl ausmacht.Wie ihr jetzt unschwer erkennen konntet, sind die Stammeskarten zum einen der größte Punktelieferanten, aber durch die Sonderaktionen auch das Salz in der Suppe. Ich musste mich schwer zusammenreißen nicht jede der 17 „besonderen „ genau vorzustellen. 10. Spielende und Wertung
Spielende Das Spiel kann auf zwei verschiedene Weisen enden. Entweder ein Spieler legt seine 12. Stammeskarte aus. Dann darf der Gegner wenn er während dieses Zuges nicht Startspieler auch noch seinen kompletten Zug ausführen. Die andere Möglichkeit für das Spielende ist, dass der Räuber die Randkarte 16, also den 4.Überfall betritt. Falls dies geschieht, wird der Überfall noch abgehandelt und das Spiel endet danach sofort. Somit geht jedes Spiel über maximal 12 Runden.
Wertung Jede ausgelegt Stammeskarte ringt zunächst sie unten rechts angegebenen Siegpunkte. Des weiteren gibt es eventuell Sondersiegpunkte für vollständige Reihen und über bestimmte Stammeskarten. Wer am Ende die meisten Siegpunkte hat gewinnt. Der erste Tiebreaker ist das noch vorhandene Gold. Erst als 2. Tiebreaker kommen die nicht verwendeten Waren ins Spiel. Herrscht auch hier Gleichstand gibt es ein Unentschieden. 11. Telefonat mit der Frau des Autors am 27.3.2012, um 3 Regelfragen zu klären Wie ihr ja bereits gelesen habt, falls ihr mir bis hier noch gefolgt seid, habe ich die Rezi gegen 22:15 am 26.3.2012 begonnen und ich denke so um Mitternacht bin ich auch die Telefonnummer von Andreas gestoßen. Zu der Zeit hatte ich dann aber keine Lust nochmals aufzustehen, ich lag schon mit Netbook im Bett und jemanden, den man noch nicht kennt um die Zeit anzurufen hätte ich auch etwas deplatziert gefunden. Da ich aus dem Interview wusste, dass Andreas und Antonella zwei kleine Kinder haben, Antonella hat während des Telefonats richtig gestellt, dass Nico erst 2 Jahre ist und nicht 4!, dachte ich mir, da könntest mit Glück auch vormittags jemanden erreichen. Und siehe da, ich habe den AB erreicht, aber mitten im Aufsagen meines Spruches, Klickklack und ich war mit Antonella verbunden, vom ersten Eindruck eine sehr sympathische Person. Sie war auch gar nicht sonderlich überrascht, dass ich anrief, im Gegenteil, sie hat sich gefreut. Meine 3 Fragen zum Spiel hat sie mir bereitwillig beantwortet. Diese lauteten:
Frage 1: Bei der Stammeskarte: „Wenn du 1 beliebige Ware mehr bezahlst als die Kosten angeben, darfst du 1 Karte aus der Hand ohne die Aktion „Adliger“ auslegen.“ Muss die beliebige Ware eine von den sein, die bereits bei den Kosten ist oder kann es, wenn die Kosten z.B. Dattel, Pfeffer und Gold sind, auch ein Salz sein? Antwort 1: Die Ware könnte auf das Beispiel bezogen auch ein Salz sein. Tja, da haben Jane und Jermaine mit ihrer Auslegung des Kartentextes Recht gehabt. Schade eigentlich. ;-)
Frage 2: Bei der Stammeskarte: „In jeder Runde, in der du keine Ware durch Warenkarten bekommst, erhälst du 1 Ware deiner Wahl.“ Bekomme ich die Ware bereits am Beginn des Zuges, wenn klar ist, dass ich in der Runde keine Ware über Warenkarten bekomme, um mit der somit erhaltenen Ware auch eine Stammeskarte auslegen zu können? Antwort 2: Ja, wenn weder über die Warenkarten in der Mitte noch über die Karawane eine Ware zu bekommen ist, dann darf man sich direkt am Beginn des Zuges eine beliebige Ware nehmen. Dies gilt auch, wenn man über die Warenkarten nur Gold oder einen Siegpunkt bekommt. Die Waren durch die Randkarten sind dabei irrelevant. Hier lag ich mit meiner Interpretation richtig.
Frage 3: Ich habe bereits gestern schon den Fall beschrieben, dass ein Spieler sein Targifiguren nur in den Senkrechten platziert hat und der andere nur in den Waagerechten und somit kein Schnittpunkt entsteht. Ich habe in der Regel nichts zu diesem Fall gefunden, aber auch nichts was dagegen sprich ihn bewusst zu erzeugen. Ist das regelkonform oder muss man mindestens einen Schnittpunkt haben? Antwort 3: Ich würde sagen, dass ist dann Pech, dann hat jeder Spieler nur 3 Aktionen von den Randkarten und keine Stammesmarker platziert. Auch hier hatte ich recht. 2 von 3 richtig ausgelegt. Ich bin zufrieden mit mir. ;-)Antonella hat meine Nummer notiert und Andreas, von seiner Frau Andy genannt wird mich vermutlich heute noch zurückrufen, aber dieses Telefonat wird wenn überhaupt nur in Form eines Updates in frühstens 3 Monaten hier erscheinen. 12. Meine Erfahrungen Die Ehre der ersten Partie habe ich Luca (12) zu Teil werden lassen. Mit dem Spiel als solches hatte er keine Probleme nichts desto trotz habe ich das Spiel gewonnen. Ihn hat das Spiel nicht so begeistert. Bis Jane sich mal wieder auf ein neues Spiel eingelassen hat, hat ein wenig gedauert, ob ich sie damit überrumpelt hatte, ob sie gesagt hat, dass sie Targi kennenlernen will weiß ich nicht mehr genau, aber ich vermute mal ersteres. Ich lag mit meiner Einschätzung, dass ihr das Spiel gut gefällt allerdings genau richtig. Es war auf alle Fälle schon März, als sie es kennengelernt hat, aber unsere 20 Partien haben wir sicher schon gemacht. Allein, als ich im Krankenhaus war haben wir dort abgesehen vom Tag der OP, als ich nur bedingt zu einer Partie Würfelwurst in der Lage war, jeden Tag mindestens eine Partie gespielt, oft 2, von wegen Revanche. Wird sind von dem Spiel beide begeistert, weil wirklich jede Partie anders läuft, man den Gegner schön ärgern kann und die Spiele oft recht knapp ausgehen. Ein Unentschieden haben wir noch nicht gehabt. Einmal gewann Jane nur weil sie noch ein Gold hatte und ich nicht, wir aber von den Punkten einen Gleichstand hatten. Mein Rekord waren 45 Punkte, Jane hat immerhin schon 43 erreicht. Partien mit Jane lassen sich locker in 30-45 Minuten spielen. Jermaine gefällt das Spiel ebenfalls sehr gut, er hat mindestens schon 4 Partien gegen mich gespielt und 2 gegen Jane. Gestern hat er durch seine 46 Punkte meinen bisherigen Punkterekord gebrochen. Mit Jermaine dauern die Spielen allerdings locker 25 %-33% länger, da er doch oft etwas länger überlegt. Da passt die Angabe von 60 Minuten dann gut. Gold sollte man bei Targi nicht unterschätzen, da viele Stammeskarten nur mit Gold ausgelegt werden können. Da sollte man durchaus ab und zu beim Händler vorbeischauen. Achtung in keinem der Spiele, die ich bisher gespielt habe kamen alle Stammeskarten ins Spiel, darum solche man seine Auslage nicht auf eine Stammeskarte, die man dann unbedingt braucht auslegen. Ach ich vergaß, mit Mic habe ich es in Kassel ja auch bereits gespielt. Er war auch begeistert und hat gleich ein Exemplar für sich behalten.
13. Fazit Das Thema ist mit dem Spielgefühl sehr stimmig, es passt einfach und ist nicht wie bei dem einen oder anderen Spiel etwas aufgesetzt oder gerade im Trend, um ein schlechteres Spiel attraktiver zu machen. Die taktischen Möglichkeiten sind hier gut vorhanden, klar hat das Spiel durch die Zufälligkeit, wie die Stammes.- und Warenkarten ins Spiel kommen auch einen Glücksfaktor. Dieser ist aber nicht dominant. Der variable Spielplan ist mit den Spielkarte gut umgesetzt. Die Spieldauer ist gut, man hat nicht das Gefühl, wie z.B. bei Tribun, dass das Spiel bereits endet, wenn man gerade richtig im Spiel ist. Ein absolutes Top 2er-Spiel, welches ich allerdings eher für Vielspieler als geeignet ansehe und der Verkaufserfolg sich damit eher in Grenzen halten wird. Wer etwas komplexere Spiel mag und gern auch mal zu zweit spielt sollte schleunigst dafür sorgen, dass das Spiel in seinem/ihrem Spieleschrank landet. Am besten natürlich über mich. ;-)) Ich vergebe 5 Datteln, 5 Salz, 5 Pfeffer, 5 Gold und 5 Siegpunkte und somit die absolute Höchstnote. Ciao Thorsten TARGI – Das unverschleierte Interview mit Autor Andreas Steiger
Andreas 19. Februar 2012 Auf der Messe in Nürnberg Anfang Februar 2012 wurde das neuste Spiel aus der Kosmos 2er-Reihe “Targi” vorgestellt. Ich hatte das große Glück , dem bislang unbekannten Autor Andreas Steiger ein paar Fragen stellen zu dürfen.
“15 Fragen und Antworten: Andreas und Andreas!” 1. Hallo Andreas, Dein Spiel “Targi” aus der Kosmos 2er Reihe ist soeben erschienen. Als Autor bist Du noch ein unbeschriebenes Blatt. Vielleicht könntest Du Dich einfach mal kurz vorstellen. Gerne, mein Name ist Andreas Steiger. Ich bin 38 Jahre alt, habe eine tolle italienische Frau Antonella, und zwei kleine Söhne Luca (5 Jahre) und Nico (4 Jahre). Ich wohne in Kirchheim/Teck, das liegt in der Nähe von Stuttgart. Beruflich arbeite ich seit vielen Jahren in einem privaten Kindergarten als Erzieher. Neben Brettspielen zählen Videospiele, lesen und DVD Schauen zu meinen Hobbies. Zudem spiele ich seit 7 Jahren leidenschaftlich gerne regelmäßig Improvisationstheater. Unser besonders Improbonbon sind abendfüllende improvisierte Krimis, welche wir regelmäßig vor oft ausverkauften Häusern darbieten. Das macht mir sehr viel Spaß. Ja, und seit neustem bin ich nun also auch Spieleautor.
2. Wie fühlt es sich an, sein erstes eigenes veröffentlichtest Spiel in Händen zu halten? Das erste eigene Spiel in den Händen zu halten ist schon ein ganz, ganz tolles Gefühl. Von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung sind ja auch ganze zwei Jahre ins Land gegangen, das ist schon eine sehr lange Zeit. Irgendwie freut man sich auch, dass ES endlich, endlich DA ist. Als meine Päckchen mit dem ersten eigenen Exemplar Anfang Februar bei mir zu Hause eingetrudelt sind, habe ich mich nochmal ganz feste zusammengerissen und gewartet bis die Kinder am Abend im Bett waren, um das erste Spiel ganz in Ruhe auspacken zu können. Da lief mir dann schon ein kleiner Schauer über den Rücken, denn TARGI ist ja wirklich sehr schön geworden. Mein Frau und ich haben es dann am selben Abend gleich wieder gespielt. Und was soll ich sagen? Trotz unzähliger Testspiele hat es uns gleich wieder Spaß gemacht, was natürlich ein sehr gutes Zeichen ist und klar für die Qualitäten von Targi spricht. Das macht einen schon stolz.
3. Wie kamst Du auf die Spielidee von “Targi” und wie lange hat es gedauert, das Spiel zu entwickeln? Ich hatte schon länger den Wunsch eine eigenes Spiel zu machen, mehrere Ideen hin und her geschoben und sie wieder verworfen. Dann habe ich mich hingesetzt und eine Liste gemacht was mir denn eigentlich bei meinem ersten eigenen Spiel wichtig wäre und was es beinhalten sollte. Folgende Punkte habe ich mir notiert:1) Es muß mir selber Spaß machen und ich muss es gerne spielen wollen! 2) Es soll ein Workerplacementspiel mit einem neuartigen Pfiff sein! 3) Es soll ein sich veränderndes Spielfeld haben! 4) Es soll sehr gut zu zweit spielbar sein! 5) Jedes Spiel soll sich ein bisschen anders entwickeln! 6) Es soll eine ausgewogene Mischung aus Glück und Strategie haben! 7) Es sollte ein Spiel mit Karten oder Plättchen sein! Mit dieser Liste gingen plötzlich die Überlegungen zum Spiel viel einfacher von der Hand, so das ich den Kernmechanismus des Spieles, das Einsetzprinzip der Spielfiguren, welches gleich drei Effekte auf einmal beinhaltet, am gleichen Abend fertiggestellt hatte. Wie ich zum Thema kam, ist eigentlich recht witzig, ich hatte eben zu dieser Zeit mir endlich die langersehnten Tiermeeples für Agricola zugelegt, so das ich die weißen, braunen und schwarzen Holzwürfel des Spiels nun zur Verfügung hatte. Damals hatte ich noch kaum Material für meinen Prototypen (Targi war mein Erstlingswerk), so das ich mir dachte, die kann ich doch als Warenwürfel benutzen. Ich stellte mir die Frage was diese denn symbolisieren könnten und dachte mir, weiß könnte Salz oder Zucker sein, braun Datteln und schwarz Pfeffer oder Leder. Dann habe ich ein bisschen gegoogelt ob es Völker gab/gibt, welche mit eben diesen Waren gehandelt haben. Und siehe da, es gab eines, die Tuareg (so hieß das Spiel auch ursprünglich). Einen einzelnen männlichen Tuareg nennt man Targi, daher der Name. Vom ersten Entwurf von Targi im Februar 2010, über die Zusage des Kosmosverlages im Februar 2011, das Spiel zu veröffentlichen bis hin zur Präsentation von Targi jetzt in Nürnberg 2012 sind ganze zwei Jahre vergangen.
4. Targi ist ein reines 2-Personen Spiel. War es von Anfang an klar, dass das Spiel nur für 2 ist oder gab es auch andere Optionen? Im Normalfall spielen beim Spielabend meine Frau und ich zu zweit unsere Brettspiele, deshalb kommen für mich nur Spiele in Frage welche auch zu zweit funktionieren. Deshalb bin ich auch ein großer Fan der Brettspieloase ; – ) Bei Targi hat sich sehr schnell herausgestellt, dass es ein optimales Zweipersonenspiel darstellt, deshalb habe ich gar nicht großartig versucht, es zu einem Mehrpersonenspiel umzubauen. Da es nicht sehr viele Verlage gibt, welche reine Zweipersonenspiele veröffentlichen, ist es natürlich schwieriger ein reines 2er Spiel unterzubringen. Um so glücklicher bin ich natürlich, dass Targi beim Kosmosverlag untergekommen ist, dem Verlag mit der berühmtesten “Spiele für Zwei”-Reihe überhaupt, welcher schon viele tolle Zweierspiele herausgebracht hat. Als es noch nicht klar war ob ein Verlag Targi haben will, habe zu meiner Frau gesagt: “Sollte es kein Verlag wollen, dann haben wir eben ein super Spiel nur für uns beide ganz alleine”.
5. Wie testest Du Deine Spiele? Hast Du einen festen Spielekreis? Bei Targi, als reines 2-Personenspiel, habe ich die meisten Testspiele mit meiner Frau durchgeführt, was natürlich hervorragend funktioniert, da man seinen Testspieler eigentlich fast immer direkt im Haus hat und einfach mal abends kurz die neuste Veränderung am Spiel ausprobieren kann. Mittlerweile besuche ich aber auch regelmäßig den Spieleautorentreff der SAZ Süddeutschland, wo wir als Spieleautoren unsere Prototypen miteinander testen. Zudem habe ich auch direkt zu Autorenkollegen aus der Region Kontakt zum Testspielen. Ansonsten hohle ich mir Freunde ins Haus. Bevor ein Spiel zu einem Verlag geht, lasse ich es aber noch von Leuten aus Spieleclubs testen, welche mich nicht persönlich kennen.
6. Was stand in der Entwicklung des Spiels (von Spielen) im Vordergrund: Spielthema oder Spielmechanismus? Bei mir ganz klar der Mechanismus, wenn der nicht funktioniert, hilft das schönste Thema nicht viel.
7. Hat der Verlag noch wesentlich in die Entwicklung des Spiels eingegriffen? Das schöne bei Targi ist, das der Verlag kaum Veränderungen vorgenommen hat. Als mich der Redakteur anrief, sagte er: “Wir lassen es so wie es ist! Thema super, Mechanismus super, Setting super, Name super. Da ändern wir nichts!” Das ist schon die ganz große Ausnahme, und da bin ich auch sehr stolz darauf. Den ursprünglichen Namen Tuareg mussten wir dann doch noch aus anderen Gründen ändern. Ansonsten kann ich die wesentlichen Veränderungen an einer Hand abzählen:- Die Anzahl der Stammeskarten wurde von 90 auf 45 reduziert. Das waren dann schon langwierige Überlegungen: welche Karten bleiben drin, welche fliegen raus? - Es gab ursprünglich noch bis zu zwei Handlanger des Räubers, welche auf den Mittelkarten ihr Unwesen trieben. Diese konnte man nur vertreiben, wenn die Schnittpunkte aller drei Targifiguren auf eine so blockierte Karte trafen, das wurde von den Testspielern des Verlages als zu frustig und schwierig empfunden. - Die Siegpunkte, welche man durch das Tauschen von Waren beim Silberschmied bekommt, wurden erhöht, da war ich als Schwabe wohl zu sparsam und die Karte wurde im ursprünglichen Zustand kaum genutzt. - die Funktion der Randkarte Fata Morgana wurde verändert. Ursprünglich konnte man damit drei frei ausliegende Mittelkarten austauschen, das wurde auch nicht genutzt, da man damit ja auch unter Umständen dem Gegner hilft. An dieser Karte haben wir lange herumgedoktort, die jetzige geniale Funktion des Versetzten des Stammesmarkers kam dann von meinem fantastischen Redakteur Wolfgang Lüdtke, der auch die Kartentexte überarbeitet und sprachlich verbessert hat. - Ansonsten gab es lediglich noch ein bisschen Feinschliff.
8. Was macht für Dich ein gutes Spiel aus bzw. wo siehst Du die Stärken von Targi? Ein Spiel ist für mich ein gutes Spiel wenn:- man Entscheidungen zu treffen hat, welche den Verlauf des Spieles ändern, also ich spiele das Spiel und nicht das Spiel spielt mich, - es den Spieler für besonders gelungene Coups belohnt, - es verschiedene Strategien zum Sieg gibt, - es immer ein bisschen anders verläuft, - man nicht nebeneinander her spielt, sondern mit- bzw. gegeneinander spielt. Was ich tue, hat auch Auswirkungen für meine Mitspieler (also kein Mehrpersonensolitär). Targi erfüllt meiner Meinung nach alle diese Punkte.
9. Hast Du ein paar Insidertipps, wie man Targi am Besten erfolgreich spielt ; – ) ? Hm, schwierig! Da durch Karten in der eigenen Auslage ja Wechselwirkungen entstehen, kommte es eben immer darauf an was man angebaut hat. Ich denke, der Trick ist, die angebauten Karten auch zu nutzen, so dass sie aktive Karten werden und nicht passiv bleiben. Tja und die Bonuspunkte für die angebauten Reihen sollte man auch nicht unterschätzen. Zudem kommt es natürlich auch darauf an, was der Mitspieler so treibt, so dass man dessen Pläne ab und zu durchkreuzen sollte. Hm, ich glaube ich habe es auch noch nicht wirklich rausgefunden, sorry! Habe aber noch einen Tipp für Targiprofis. Wenn Ihr das Spiel schon öfters mal gespielt habt und den Schwierigkeitsgrad erhöhen wollt, empfehle ich die Anfangsverteilung der Güter (je zwei Waren pro Sorte und ein Gold) einfach je nach gewünschtem Schwierigkeitsgrad zu reduzieren. Je weniger man am Anfang verteilt, um so schwieriger wird das Spiel.
10. Wie bist Du grundsätzlich zum Spielen gekommen. Gab es ein auslösendes Ereignis oder ein besonderes Spiel? Ich würde den Fokus lieber darauf legen, wie ich vom Gelegenheitsspieler zum Vielspieler wurde, denn dass war für mich spieletechnisch der wesentlich entscheidendere Moment. Entstanden ist meine Leidenschaft für Brettspiele durch die Schwangerschaft meiner Frau mit unserem ersten Sohn. Als sie dann schon hochschwanger war und wir nicht mehr so viel durch die Gegend ziehen konnten, suchten wir nach einer Alternative zum nur Lesen und Fernsehnschauen und haben ein paar Spiele aus dem Schrank gekramt, Carcassonne und so. Das hat uns irgendwie gepackt, ich bin dann losgezogen und habe einfach ein paar aktuelle Spiele gekauft und war überrascht, wie viele tolle Spielmechaniken und Spielideen es gibt. Dadurch sind wie zu Spielefans geworden. Mittlerweile spielen wir mindesten an zwei bis drei Abenden die Woche und haben ca. 300 Spiel im Schrank (Tendenz steigend).
11. Welche Art von Spiele magst Du am liebsten? Worker Placement Spiele und Spiele, wo man etwas aufbaut und nicht zerstört. Was ich nicht mag, sind Mangelspiele, Kriegsspiele, Aktienspiele und Versteigerungsspiele.
12. Hast Du im Moment einen aktuellen Favoriten? Ich habe viele Lieblingsspiele, und es kommt auch immer darauf an, auf welches Spiel ich gerade am jeweiligen Abend Lust habe, aber trotzdem ist mein momentaner Favorit ganz klar Trajan.
13. Wie siehst Du die aktuelle Entwicklung der Spielbranche hin zu den elektronischen Brettspielen und den Apps für das Smartphone? Ist das eine Alternative zu den klassischen Brettspielen? Ich hoffe, dass es zu einer Rückführung zu den klassischen Brettspielen wird. Dass jemand, der gerade Carcassonne als App gespielt hat, Lust bekommt und sagt: “Jetzt will ich das mal in echt spielen.” Eine echte Alternative ist es meiner Meinung nach nicht.
14. Welches Spiel hättest Du gerne erfunden und warum? Dominion, 7 Wonders, Jambo und San Juan. Weil alle vier dieser Spiele, je nachdem welche Karten man in der Auslage bzw. im Kartenstock hat, Wechselwirkungen auf das ganze Spiel haben und somit eine große Flexibilität und Varianz erzeugen, und so etwas liebe ich bei Spielen.
15. Kannst Du schon einen Ausblick geben, was zukünftig von Dir zu erwarten ist? Momentan liegt der Prototyp eines weiteren Zweierspiels bei einem Verlag zur Ansicht, eine Spielidee zu einem Kinderspiel bei einem Verlag zur Begutachtung und ich arbeite aktuell an einem Legespiel für 2-5 Personen, welches sich im fortgeschrittenem Stadium befindet. Zudem hätte ich da noch eine fix und fertige Erweiterung für Targi in meiner Schreibtischschublade liegen, mit vielen neuen und schönen Ideen, aber dass diese ein Chance bekommt, veröffentlicht zu werden, da müsste sich Targi schon sehr, sehr gut verkaufen…. Vielen Dank Andreas, dass Du Dir die Zeit für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen genommen hast. Ich wünsche Dir für das vielversprechende Spiel “Targi” den entsprechenden (Verkaufs-)Erfolg und für die Zukunft noch viele tolle Spielideen und Umsetzungen. Ich hoffe, wir werden noch viel von Dir hören.
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