Strolchy lernt fürs ABI - Kabale und Liebe
26. Apr 2002
(17. Mai 2002)
Pro:
Spannend - Leicht zu verstehen
Kontra:
Dramatischer Text
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau:
Unterhaltungswert:
Spannung:
Humor:
Aufmachung:
mehr
 strolchy
Über sich:
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Hallo liebe Leserinnen und Leser, am kommenden Montag Abend habe ich meine erste Abiturprüfung im Fach Deutsch LK. Ich habe mir vorgenommen vorher noch mal alle Lektüren, die wir in der Schulzeit bearbeitet haben, aufzuarbeiten. Ich dachte mir, dass ich das aufarbeiten perfekt mit einem Ciaobericht koppeln kann und so zwei Fliegen mir einer Klappe schlage. Erstens ist es für mich schon mal ein gutes Training für die Abitur – Klausur (aber keine Angst, ich werde mich im Großen und Ganzen sehr kurz fassen und versuchen euch nicht mit irgendwelchem „Geschwafel“ zu langweilen) und zweitens erweise ich euch auch noch einen Dienst, indem ich euch die Lektüren nahe bringe und vielleicht sogar euer Interesse wecke.
Die erste Lektüre die ich vorstellen möchte nennt sich „Kabale und Liebe“ von „Friedrich von Schiller“: ------------ Handlung ------------ Luise Millerin und Ferdinand von Walter verlieben sich ineinander und werden ein Paar. Das Problem an dieser Bindung ist, dass Ferdinands Vater, der Präsident, die Beziehung nicht duldet, da er ein bürgerliches Mädchen wie Luise, als nicht geeignet für seinen Sohn hält. Ferdinand soll eine Adelige zur Gemahlin haben. Der Präsident beschließt, Ferdinand mit der Mätresse des Herzogs zu vermählen. Ferdinand weigert sich jedoch das Verhältnis zu Luise zu beenden. <strolchy 26.04.02>
Der Präsident schmiedet gemeinsam mit seinem Sekretär Wurm
einen intriganten Plan. Er droht Luise an, ihre Familie hart zu bestrafen. Er zwingt sie darauf einen Liebesbrief an den Hofmarschall zu verfassen und sorgt dafür, dass Ferdinand diesen Brief zu lesen bekommt. Ferdinand stellt Luise wütend zur Rede. Aus Angst, dass ihrer Familie etwas zustoßen könne, klärt Luise Ferdinand nicht über die wahren Umstände auf. Die Folgen sind fatal.....
------------- Der Autor ------------- Friedrich von Schiller wird am 10.11.1759 in Marbach geboren. In Ludwigsburg besucht er 1767 die Lateinschule und beginnt 1773 mit seinem Jurastudium. 1775 nimmt er das Studium der Medizin auf. Im Jahre 1780 wird Schiller Militärarzt und praktiziert ab 1781 als Arzt und Dichter in Stuttgart. Ein Jahr später wird sein erstes Drama „Die Räuber“ uraufgeführt und Schiller erntet dadurch viel Rum. 1783 schließt er das Drama „Luise Millerin“ ab, das Stück wird später in „Kabale und Liebe“ umbenannt. 1784 wird „Kabale und Liebe“ dann zum erstem mal aufgeführt, Schiller erreicht damit endgültig den Durchbruch zum Ruhm. 1788 lernt Schiller Goethe kennen, im selben Jahr wird er ehrenamtlicher Professor für Geschichte an der Universität in Jena. 1795 entwickelt sich eine innige Freundschaft zwischen ihm und Goethe. Für die beiden Dichter beginnt damit ihre fruchtbarste dichterische Lebensphase in der Schiller Werke wie „Maria Stuart“ oder „Wallenstein“ verfasst. 1802 erhält Schiller den Adelstitel. Im Jahre 1805 stirbt Friedrich von Schiller an einer heimtückischen Grippe. <strolchy 26.04.02>
--------------------------------------------------------------------- Die literarische Gattung und kurze Interpretationsansätze --------------------------------------------------------------------- Wie erwähnt handelt es sich bei „Kabale und Liebe“ um ein dramatisches Stück. Das heißt auch, dass die Lektüre nicht wie ein normaler Roman verfasst ist, sondern nur aus Dialogen und Regieanweisungen besteht, da das Stück ja eigentlich nicht zum lesen, sondern für das Theater gedacht ist.
„Kabale und Liebe“ ist weiterhin ein „Bürgerliches Trauerspiel“, das heißt das es dabei um bürgerliche Probleme geht. In „Kabale und Liebe“ geht es um den damaligen Konflikt zwischen dem Bürgertum und der Adelswelt. Luise -das bürgerliche Mädchen- verbindet sich mit dem adeligen Ferdinand. Von Anfang an werden den beiden Barrieren in den Weg gestellt. Einerseits von Ferdinands Vater der die Bindung nicht duldet da er um sein Ansehen fürchtet. Ferner ist auch Luises Vater nicht sehr erfreut über die Beziehung, da er ahnt welche Probleme sich entwickeln können und auch um sein eigenes Wohl fürchtet. Im Härtefall hält er jedoch zu seiner Tochter. Das Stück gibt einen Einblick in die damaligen Normen und Werte. Schiller versucht seinen Zeitgenossen die Augen zu öffnen und damit das „ständische Denken“ einzuschränken. Schiller ist sich bewußt über die Unfreiheit des Individuums in der damaligen Zeit und geht mit dem Stück einen Schritt in Richtung Gleichheit und damit Freiheit. <strolchy 26.04.02> ------------ Meinung ------------
Ich muß ehrlich sagen, dass man sich das Stück am besten als Aufführung ansehen kann. Das lesen fiel mir zunächst schwer, da ich es nicht gewohnt war, ausschließlich Dialoge zu lesen. Ich habe mich dann aber schnell an das Neue gewöhnt und muss sagen, dass ich das Stück insgesamt sehr gut und auch spannend fand. Es hat mir die Probleme der Menschen im 18. Jahrhundert gezeigt und wie stark die Leute damals in Klassen eingeteilt wurden. Die Liebe an sich kommt in der damaligen Zeit viel zu kurz, anders in diesem Stück. Schiller zeigt uns, dass in Wirklichkeit auch andere Werte als der Stand in der Gesellschaft zählten. Ich denke, dass er seinen Zeitgenossen die Augen öffnen wollte. Vielleicht hat er und seine Zeitgenossen dazu bei getragen, dass wir heute so unbefangen leben können und uns nicht irgend welchen Adeligen unterordnen (im Prinzip machen wir es dann ja beim Vorgesetzten, aber der kann zumindest nichts daran machen, wenn das Töchterlein mit einem gewöhnlichen Arbeiter durchbrennt). Da einzige was mich an dem Drama gestört hat, ist das Ende. Den Schluß finde ich maßlos übertrieben. Ich möchte ihn euch aber lieber nicht verraten, da ihr euch das Stück ja selber mal vornehmen sollt. Das Stück trotz der altertümlichen Sprache sehr einfach zu verstehen und ist daher jedem Literaturinteressierten zu empfehlen. Ich würde sogar sagen, dass die Kenntnis des Stückes zur Allgemeinbildung gehört, da es von einem der größten deutschen Dichter verfasst wurde. <strolchy 26.04.02> Die ISBN Nummer lautet: 3-87291-060-4 der Preis dürfte bei ca. 5 € liegen.
Morgen ist Goethes „Faust – Der Tragödie Erster Teil“ dran. Viele liebe Grüße,
Euer Strolchy <strolchy 26.04.02> 14.55 Uhr
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22.04.2005 06:45
Und, wie ist Dein Abi gelaufen? Wir haben das Stück damals in der 10. Klasse gelesen, ich fand das Ende eigentlich passend. Interessant fand ich auch die Rolle der Mätresse des Präsidenten (die, die Ferdinand heiraten soll)...
25.03.2005 01:21
Gelungener Bericht! Gruss Katja PS: Ich hoffe, es hat dir damals fuers ABI geholfen!
25.02.2004 17:58
Ich mußte Kabale und Liebe auch erst letztes Schulhalbjahr lesen und habe mir das Stück damals auch im Theater angesehen. Deine Erläuterung zu dem Stück finde ich echt super und sie ist bestimmt sehr hilfreich für Leute die das Stück nicht kenen, wie auch für Leute die es kennen!