Die schwere Geburt meines Sonnenscheins

4  14.01.2012

Pro:
Kind ist gesund und munter, Quälerei hatte endlich ein Ende

Kontra:
.  .  .

Empfehlenswert: Nein 

Nokiatina

Über sich: ♥Vielen Dank für die BH´s zum Geburtsbericht!!! LG Tina♥ ...

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Liebe Ciao- Gemeinde,

ich habe schon sehr, sehr lange keinen Bericht mehr hier geschrieben.
Das hatte natürlich seinen Grund, denn ich wurde schwanger und wurde im Oktober 2010 Mama eines kleinen Mädchens.

Die Geburt war der Horror, wobei ich heute immer noch Tränen in den Augen habe, wenn ich auch nur daran denken muss.
Ich war vor kurzem zur Beratung... wegen der schweren Geburt meiner Tochter. Ich soll mich ausdrücken, darüber reden und dann wird es mit der Zeit besser...
Davon merke ich leider noch gar nichts und deshalb habe ich mich dazu entschlossen, heute hier unseren Geburtsbericht zu veröffentlichen.
Wahrscheinlich erhoffe ich mit hier Gleichgesinnte, die einfach meine Gefühle bestätigen, mich eben verstehen können.

Nun zur Schwangerschaft und Geburt meiner kleinen Tochter.

Die Schwangerschaft war schlimm... ich hatte tierische Kreislaufprobleme, bin ein paar Mal einfach umgekippt und musste schlussendlich dann frühzeitig aufhören zu arbeiten, um mich, um uns zu schonen.
Ansonsten hatte ich einfach vielerlei Leiden... Wassereinlagerungen (mir sind ständig sämtliche Gliedmaßen eingeschlafen, wodurch ich kaum mehr eine Nacht richtig schlafen konnte), dann Sodbrennen ohne Ende und diese ständige "Morgenübelkeit" (diese hat sich bei mir leider auf ganztägig ausgedehnt)...

Dann rückte der Geburtstermin immer näher und 1,5 Wochen vor dem ET hatte ich den voraussichtlich vorletzten Besuch bei meiner Frauenärztin. Diese machte ein CTG und einen Ultraschall.
Alles bestens, Kleine schon sehr groß, aber fest im Becken.
Es könne los gehen, wenn Baby denn will.
Das war am späten Nachmittag. In der folgenden Nacht um halb 1 gingen dann die ersten Wehen los. Nicht sehr schlimm, aber dennoch so, dass ich einfach nicht weiter schlafen konnte.
Ich ging in die Wanne, um zu testen, ob es denn "echte" Wehen waren und sie blieben wirklich. Es konnte also nicht mehr lange dauern... haha, dass ich nicht lache...
Der Tag verging mit Wehen, veratmen und nachmittags waren sie dann endlich im 5-Minuten-Takt. Ich rief meine Hebamme an und wurde von ihr zur Kontrolle ins Krankenhaus geschickt.
Dort waren wir etwa halb 5 nachmittags angekommen.
Die dort diensthabende Hebamme war furchtbar, einfach unsymphatisch und wortkarg ohne Ende.
Sie untersuchte meinen Muttermund und stellte eine Muttermundöffnung von 2cm fest.
Na toll... den ganzen Tag Wehen und das war ein Resultat, dass ich einfach nicht glauben konnte.
Weitere Untersuchungen (z.B. einen Ultraschall) machte die "nette" Hebamme leider nicht...
Dann sollten wir zur Anmeldung... ewiger Zettelkram mit heftigen Wehen.
Die Dame an der Anmeldung hat das leider nicht gekümmert.
Ich war im übrigen einige Wochen vor der Entbindung in diesem KH zur Anmeldung.
Aber das reichte wohl der Dame nicht und somit standen wir über eine halbe Stunde blöd rum und durften Dinge beantworten, die wir Wochen zuvor bereits angegeben hatten.
Mir war schon ganz anders, aber sie stellte stur ihre Fragen...
Dann waren wir wieder im Kreißsaal und ich durfte dann in die Wanne im Nebenzimmer. Dort war es ungemütlich, steril und ich war genervt, denn der schöne Kreißsaal mit Wanne war leer. Keine weitere Entbindung in Aussicht, aber mit der Hebamme war nicht zu reden... Somit lag ich in der Wanne und veratmete fleißig weiter meine Wehen.

Eine gute Stunde später kam die Hebamme und schickte mich mit LG auf mein Zimmer.
Ich sollte mich hinlegen, etwas schlafen. Ich habe gedacht, sie macht Witze.
Aber nix da, Satz ausgesprochen und weg war sie wieder.
Nach einer weiteren halben Stunde schickte ich meinen LG zur Hebamme, um mir einen Pezziball zu holen. Auf dem Zimmer war leider nichts zu finden.
LG kam dann mit Hebamme wieder, welche mich dann endlich mit in den Kreißsaal genommern hat.

Dort untersuchte sie wieder den Muttermund und kam auf 3cm. Es war bereits mitten in der Nacht und nichts ging vorwärts. Dann gab sie mir eine Spritze.
Ihrer Aussage nach solte sie entspannend wirken, die Schmerzen der Wehen aber nicht lindern können.
Ab dann ging der richtige Horror los. Ich musste liegen, immer liegen.
Durfte nicht aufstehen, nicht laufen oder mich ansatzweise bewegen. Ich habe stundenlang auf diesem blöden Bett Wehen veratmet und verschrieen... furchtbar.
Dann durfte ich wenigstens kurz zur Toilette... wie nett von ihr.
Sie saß ansonsten nur immer mal kurz dort, hat aber kein Wort gesprochen oder mir den aktuellen Stand mitgeteilt.
Ich konnte einfach nicht mehr... Nix tat sich und die Hebamme schaute wortlos zu.

Die Wehen gingen dann tüchtig weiter und als es dann morgens um 5Uhr bei 9cm Muttermundöffnung zum Geburtsstillstand kam, ich grünes Fruchtwasser verlor und die Hebamme trotzdem nichts zu vermelden hatte, dachte ich echt ich muss sterben.
Aber es kam dann noch schlimmer. Kurz darauf setzten dann die Presswehen schlagartig ein, aber ich durfte nicht pressen.
Ich sollte veratmen und konnte einfach nicht mehr.
Ich war am heulen, irgendetwas stimmte doch da nicht?!

Nach 2 Stunden Presswehen veratmen kam dann endlich die diensthabende Ärztin und hängte mir zum "wach-werden" mal eben noch den Wehentropf an.
Es ging einfach nicht vorwärts, die Kleine rutschte nicht nach unten, aber mein Körper presste ohne Pause immer weiter.
Dann kamen die beiden Damen doch tatsächlich auf die tolle Idee, mal einen Ultraschall zu machen. Dafür müssten sie echt nen extra Doktor-Titel bekommen...
Dort stellten sie dann endlich fest, dass meine Kleine gar nicht fest im Becken sitzt, sondern ihren Kopf falsch eingestellt hatte und es gar nicht weiter gehen konnte.
Nun haben sie doch noch mal eben den Wehentropf nach oben geschraubt und manuell versucht den Kopf der Kleinen zu drehen. Ein "tolles" Gefühl kann ich euch sagen, schlimm...
Aber auch das funktionierte nicht, es ging nicht weiter und so wurde endlich der Narkosearzt informiert... Kaiserschnitt.
Dieser kam und informierte uns erst einmal in aller Ruhe über die Risiken etc.
Es war einfach furchtbar, dass mir keiner geholfen hat.
Ich unterschrieb dann den Wisch und wurde für den Kaiserschnitt in den OP geschoben. Mein LG musste sich umziehen und kam dann in den OP nach.
Dort sollte ich mich auf den OP-Tisch setzen und einen Katzenbuckel machen.
Leider hatte ich immer noch starke Presswehen und konnte da weder ruhig sitzen bleiben, noch in Ruhe einen Katzenbuckel machen.
Die OP-Schwester fragte mich dann, ob ich denn nicht bereits einen Wehenhemmer bekommen hätte. Aber das musste ich verneinen, irgendwie hatte da jemand mal wieder geschlafen.
Dann bekam ich besagten Wehenhemmer gespritzt und hatte innerhalb weniger Sekunden keine Schmerzen mehr. Welche Wohltat! Nun wurde mir die PDA gesetzt und ich konnte mich hinlegen.
Das OP-Team war super nett und hat mir jeden Schritt erklärt.
Das grüne Tuch wurde gespannt und mein LG setzte sich zu mir, in Kopfhöhe.
Nun ruckelte es fürchterlich und auf einmal dann ein Schrei!
Ich konnte es nicht glauben, unsere Tochter war endlich da!
Es war bereits halb 8Uhr morgens.
Sie wurde mir kurz gezeigt (vielleicht 2 Sekunden lang) und dann konnte mein LG der Hebamme und unserer Tochter in den Kreißsaal folgen.
Ich wurde wieder zugenäht und dann für kapp 1,5 Stunden in ein voll belegtes Zimmer (quasi im Flur des Zimmers) abgestellt. Dort sollte ich mich ausruhen. Toll... da lief einfach alles nicht so richtig rund. Irgendwann kam dann eine andere Hebamme und brachte mir meine Tochter zum ersten Anlegen. Die Hebamme zur Geburt hatte bereits Feierabend...
Nun dauerte es noch etwa eine Stunde und ich konnte wieder prima meine Beine spüren. Somit kam ich auf mein Zimmer. Dort wurde ich dann vor versammelter Mannschaft "gewaschen" und sollte mich weiter ausruhen, Baby schläft sowieso noch.
Ich war fix und fertig und schlief auch erst einmal ein paar Stunden.
In der Nacht kam die Schwester um mir unsere Tochter zum Stillen zu bringen.
Ich konnte mich kaum bewegen vor Schmerzen, hatte links und rechts am Arm einen Tropf hängen und alles war einfach nur schlimm.
Ich stillte mein Kind so gut es eben ging. Dann nahm man sie wieder mit aufs Neugeborenenzimmer. Kurze Zeit später kam eine Hebamme und erklärte mir, dass unsere Tochter wohl unter Säuglingskoliken leiden würde.
Sie lag dort allein im Zimmer und weinte sich die kleinen Augen aus, war einfach nicht zu beruhigen. Das ging dann die nächsten 3 Tage so weiter.
Ich wollte dann einfach nur noch nach Hause.
Hab dann mit der Ärztin gesprochen und mich mit Tochter vorzeitig entlassen.
Zuhause hatte sie die Koliken dann zwar auch, aber ich hatte keine aberwitzig, klugen Schwestern, die mir nicht helfen konnten.
Die Koliken gingen dann fast 4 Monate lang und von heute auf morgen waren sie weg, einfach so. Und heute ist sie schon fast 15 Monate alt und wirklich ein kleiner Sonnenschein. Sie ist mein Leben, meine größte Liebe und ich würde alles für sie tun.
Die Narbe vom Kaiserschnitt ist in der zwischenzeit sehr gut verheilt und so weit unten, dass man sie auch im Bikini nicht sehen kann.

Der Kaiserschnitt musste damals sein, im Brief steht Geburtsstillstand und Lageanomalie des Kindes. Was hätte man sonst tun sollen?
Aber ich hätte sie einfach gerne auf natürlichem Weg entbunden.
Man kommt sich als Versagerin vor, vor allem nach den vielen Stunden Wehen.
Man hat es nicht alleine geschafft und es ist kein richtiges Geburtserlebnis da.
Nix mit Bonding (kuscheln mit Baby gleich nach der Geburt) und man ist tagelang total neben der Spur, kein Wunder vor lauter Schmerzmitteln.

Aber es wird auch viele geben, die sagen oder schreiben werden, dass eine Geburt nun mal kein Zuckerschlecken ist und am Ende nur das Ergebnis zählt.
Das mag sein, aber das Erlebnis kann man auch nicht ungeschehen machen.
Es war schwer für mich, für unsere kleine Familie, mit dieser Horrorgeburt klar zu kommen. Denn für uns war sie einfach der Horror, was wohl vor allem auch an der mangelnden Kommunikation seitens der Hebamme gelegen hat.
Der Kaiserschnitt selbst war durch die PDA schmerzfrei und vor allem schnell vorbei.
Die Narbe schmerzt die ersten Tage nach der Geburt, es wird aber dann von Tag zu Tag besser. Deshalb vergebe ich für die Geburtsmethode an sich 4 Sterne.
Sie hat sicher schon viele Menschenleben gerettet...
Aber als Geburtsmethode, vor der natürlichen Geburt, würde ich den Kaiserschnitt nicht empfehlen. Das Geburtserlebnis fehlt einfach.

Die schwere Geburt meines Sonnenscheins... das war unsere Geschichte.

LG nokiatina
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
yesup

yesup

11.07.2012 20:16

Keine Ahnung ob so ein Bericht hier hin gehört, aber ich wünsche Euch alles Gute

monschischi

monschischi

27.02.2012 15:34

bh

brennecke

brennecke

26.02.2012 23:13

Das Lachen Deines Sonnenscheins entschädigt für alles ...

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