Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
feinsinnig englischer Humor |
| Kontra: |
nix |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Nackte Frauen, die nichts zeigen, trockene Kommentare, die zu schallendem Gelächter nahezu animieren, die Welt, wie sie wirklich ist und wie man sie sich trotz Rückschläge schön machen kann, das zeigt uns "Kalendergirls"
Hallo allerseits,
manchmal gibt es so Tage, da ist die Welt draussen am weinen und alles ist nass und ungemütlich. Das sind die Tage, an denen ich mir in meinem
Wohnzimmer einen Stapel Kerzen entzünde und mir eine richtig gute DVD in den Player schmeisse.
Englischer Humor - man kann drüber streiten.
Aber was uns die "Kalendergirls" zeigen, ist wirklich feinsinniger und kein "Haudrauf"-Humor.
Bevor ich von vorn beginne, wie das eigentlich brav ist, muss ich mal kurz in eigener Sache was einfügen.
Wenn ein Computer die Hufe hochklappt, ist das ärgerlich. Wenn aber, wie in diesem Hause geschehen, dies binnen 3 Wochen 5 Computer nacheinander tun (und alle mit anderen Symtomen), dann ist das eine schlichte Katastrophe! Wir waren 3 Wochen lang nur notweise arbeitsfähig (was das für ne Firma bedeutet, muss ich nicht weiter erklären) und privates war gaaaaaaaaaanz hintenan gestellt. Also auch ciao.de. Ich kann sorry sagen, aber ändern kann ich es nicht, zumal ne Menge e-Mails dabei auch den Weg alles Irdischen gegangen sind. Ich hoffe, Ihr verzeiht mir.
Kalendergirls, die waren doch unser Thema.
Zunächst mal den Film in Daten und Fakten:
- Darsteller: Julie Walters, Helen Mirren, Penelope Wilton
- Regisseur(e): Nigel Cole
- Komponist: Patrick Doyle
- Format: Dolby, PAL, Surround Sound
- Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Italienisch (Dolby Digital 5.1), Türkisch (Dolby Digital 2.0 Surround), Englisch (Dolby Digital 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Türkisch, Arabisch
- Region: Region 2
- Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
- FSK: Ohne Altersbeschränkung
- Studio: Touchstone
- Erscheinungstermin: September 2004
- Produktionsjahr: 2003
- Spieldauer: 104 Minuten
- DVD Features:
Die Entstehung des Kalenders
Die nackte Wahrheit
Zusätzliche Szenen (Späte Zustellung; Ein Vater-und-Sohn-Gespräch; Die Medien; In der Lounge mit Anthrax)
Aber jetzt gehts endlich los mit dem Film:
Und wie!!!!
Männer, wenn Ihr meint, Ihr habt schon alles gesehen, wenn Ihr den Pirelli-Kalender aufgeschlagen habt - vergesst es.
Frauen, wenn Ihr meint, dass nur junge Frauen sexy und attraktiv genug sind, um per Kamera abgelichtet zu werden - lasst Euch eines anderen belehren.
Wieso???
Lasst es mich mal so erklären.
Eine typische englische Kleinstadt namens Knapely - landschaftlich toll gelegen inmitten von Yorkshire mit kleinen Häusern, typisch durchschnittlichen Menschen, die ihre Teatime pflegen, die ihren Arbeiten nachgehen, wo sich die Männer nach Feierabend auf ein Guinnes im Pub treffen und bei denen eigentlich ein Tag wie der andere ist, wird über Nacht umgekrempelt.
Na ja, am Anfang ja nicht, da ist alles, wie es immer ist. Dafür sorgt schon WI....und zwar deutlich.
Wisst Ihr, wer oder was WI ist?
Nix zu essen!
Nein, das ist das "Rylstone and District Women's Institute" - ein typisch englischer Hausfrauenverein, der sich wöchentlich trifft und in dem so wichtige Probleme geklärt werden, wie der leckerste Bisquitt zu backen sei, welches die hübscheste Kirche in der Umgebung ist, über die Kunst des Knüpfens von Teppichen, wie einheimische Gemüsesorten angepflanzt werden und wie gross ihre Wichtigkeit ist, dazu jedes Mal natürlich Vorträge von Fachleuten....all so unheimlich wichtige Dinge sind neben der unerlässlichen Vereinshymne regelmässig zu zelebrieren. Zuspätkommen ist ein Sakrileg und Gelangweiltsein höchst unschicklich.
Die Vereinsvorsitzende führt ihr Regime mit harter Hand, denn Disziplin muss ja sein. Sollte jedenfalls - aber Frauen sind nun mal Frauen und nicht unbedingt Schosshündchen.
Chris (dargestellt von Helen Mirren) und Anni (dargestellt von Julie Walters), zwei von den Vereinsfrauen, fühlen sich nicht ganz zu Unrecht gelangweilt und fallen immer wieder durch Charme und viel Witz auf. Sie versuchen, mit feinsinnigem Humor der trockenen höchst konservativen Vereinsvorsitzenden entgegenzutreten, was zumeist die anderen zu einem Schmunzeln hinreisst und Frau Vereinsmeierin natürlich missmutig stimmt.
Annis Leben ist allerdings leider nicht so lustig, wie sie sich gibt. Ihr wunderbarer, höchst liebevoller Ehemann ist an Leukämie erkrankt und so verbringt sie mit ihrer besten Freundin Chris viele Stunden im Krankenhaus. Im Krankenhaus, in dem ein äusserst unbequemes durchgesessenes Sofa steht, was unbedingt austauschwürdig wäre.
Nur woher das Geld nehmen.
Ich sollte erwähnen, dass der Verein jedes Jahr einen Fotokalender verkauft mit verschiedensten höchst konservativen Motiven wie Bildern aus der Umgebung - zum Beispiel die bereits erwähnten Kirchen oder auch Brücken, Blumen - halt langweilig und bieder. Der Erlös kommt allemal einem guten Zweck zu, aber was für Erlöse kriegt man, wenn man sich immer und immer wieder nur die gleichen langweiligen Motive vor der Kamera sucht. Kommentar wohl überflüssig!
Wie auch immer, das Schreckliche passiert - Annis Mann stirbt an den Folgen seiner Leukämie.
Was nicht stirbt, ist das Projekt, dem Krankenhaus ein Sofa spenden zu wollen und damit nachfolgenden Familien die Stapazen der derzeitigen defekten Couch zu ersparen.
Nur wie und was tun?
Durch Zufall kriegt Chris einen Pinupkalender in die Finger - lauter junge knackige Mädchen, findet ihn eigenwillig und legt ihn beiseite.
Junge Mädchen - makellos, ohne jede Falte, von Zellulitis nix zu sehen und auch keine Schwangerschaftsstreifen oder die Spuren, die die Reife einer Frau mehr oder minder mit sich bringt....also keinesfalls so wie Chris oder Anni oder die anderen Frauen des WI.
Und doch, der Funke eines Gedanken ist geboren und der Funke erhält Nahrung, zur Flamme einer Idee und zum Feuer eines Projektes zu werden.
Chris weiht Anni ein - und gemeinsam überzeugen sie ihre Vereinsfreundinnen, einen Pinup-Kalender zu machen. Die Damen sind alle über 50, also im besten Alter, das eine Frau haben kann, um noch mal vor eine Kamera zu treten, wie sie selbstbewusst und voller Zuversicht von sich behaupten - auch wenn sie anfänglich voller Zweifel sind.
Das Raffinierte bei der Sache ist, dass die Frauen durchaus nackt vor die Kamera treten...aber man sieht nur ihre Gesichter und ihre Silhoutetten. Ihre Körper sind ins Bild gesetzt hinter Blumen, hinter einer Giesskanne, hinter Notenblättern - alles dezent, alles wunderschön gemacht und alles sehr ästhetisch.
Ein Fotograf war fix gefunden, der Pfleger, der Annis Mann John im Krankenhaus betreut hatte, jung und dynamisch, hat eine Kamera und kann sehr hübsche Fotos vorweisen.
Und anfänglicher Scham gegenüber dem jungen Mann weicht einem ungeheuren Selbstbewusstsein und Spass für die Fotografiererei.
Pirelli war eindeutig gestern, denn diese Frauen sind weder verschönert noch ist an den Fotos rumkorrigiert worden! Nix da, alles echt.
Die Männer (ja, dort gibts auch Männer) sind anfänglich der Meinung, dass sich nicht genug Frauen finden, sie sitzen missmutig im Pub, als es immer mehr werden und als dann alle Kalenderblätter gefüllt werden können, werden sie langsam neugierig.
Nur der Mann von Chris ist und bleibt kontra - er will seine Frau für sich allein, er mag den Rummel nicht, den die energische lebenslustige und vor allem resolute Frau zeigt.
Wer noch dagegen ist, ist klar. Frau Vereinschefin zetert vor sich hin und versucht alles, den Kalender und seinen Vertrieb zu verhindern. Aber die alleroberste Vereinsspitze (typisch England, ein Verein und in jedem Dorf nen Nachkömmling) sieht den Erfolg, der sich abzeichnet und genehmigt das Projekt.
Die Kalender werden verkauft, sie werden nicht verkauft, sie sind rasend schnell vergriffen, es muss nachgedruckt werden, in der Kleinstadt tummeln sich Zeitungsreporter, Radio und Fernsehen - und auf mehr oder minder verschlungenen Pfaden gelangen die Damen sogar nach Hollywood in die Traumfabrik.
Warum das so ist, ob die Ehe von Chris und ihrem Mann zerbricht, was aus der Vereinschefin wird und wie das neue Sofa aussieht, verrate ich Euch garantiert NICHT.
Überhaupt - ich habe Euch schon viel zu viel verraten! Ihr sollt den Film doch eigentlich selber angucken, dazu wollte ich Euch animieren.
Mein Fazit:
"Kalendergirls" wurde vom gleichen Regisseur gedreht, der schon mit "Grasgeflüster" grosse Erfolge hatte. Wer "Grasgeflüster" auch nicht kennt, hat eigentlich die Welt verpennt. Ich glaub, den sollte ich Euch bei Gelegenheit auch mal vorstellen.
Wie auch immer. Die Kameraführung des Filmes ist einfach als hervorragend zu bezeichnen, die Landschaftsaufnahmen von Yorkshire sind wunderbar, der Film lebt von feinsinnigem Humor. Das ist nix für Fans von ausschliesslich-und-einzig-im-englischen-Monty Python-Gucker, sondern was für Menschen, die auch mal zuhören. Kein Film, bei dem man nebenher Essen bereitet, die Kids ins Bett schickt, telefoniert und zwischendurch mal noch ne Runde mit dem Hund dreht.
Der Film ist so wunderschön, dass man dabei bleibt, wenn man sich einmal festgesehen hat. Er mag der jüngeren Jugend nicht unbedingt zusagen, aber auch die jüngste Jugend wird irgendwann mal etwas älter.
Es gibt weder Blut, noch Mord und Totschlag - es gibt einfach nur das wahre Leben mit Lachen und Weinen, mit Liebe und mit Konfrontation, mit Scham ebenso wie mit Erotik
und
mit den wundervollen Kalendergirls, die sich nicht um ihre Falten kümmern, die sie im Gegenteil toll finden und die wirklich toll ins Bild gesetzt sind.
Ach ja, das ist kein Film ausschliesslich für Frauen - hier sind die Männer genauso gefragt und ich kenne Männer, die fanden ihn besser, als ihre Ehefrauen.
Tja, über Geschmack lässt sich halt nicht wirklich streiten.
Aber das Allerbeste am Film ist: Die Geschichte hat sich wahrhaft so zugetragen und mit den Kalendern wurden hunderttausende englische Pfund für die Leukämieforschung eingenommen - und das ist doch allemal perfekt!
Ich wünsche Euch einen schönen Tag und ein hübsch anzusehendes Kalenderblatt auf Eurem Kalender!
Anette
| weitere Erfahrungsberichte |
Adrette Pin-Ups ab 45 gesucht!
Bewertung für Kalender Girls (2003) von
CeRi
Pro: einzigartige Schauspielerinnen, wunderschöne Landschaften, gute Filmidee, very british
Kontra: Einige Leute finden die Story und den Film sicherlich langweilig
1. Mein Vorwort
2. Inhalt
3. Randdaten
4. Die Kritik zu Film und Darstellern
5. Anmerkung nur für Interessierte - die wahre Geschichte
6. Das Fazit
-= 1. Mein Vorwort =-
Ich habe einen sehr unkonventionellen Geschmack, der von Liebesschnulzen ...
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|
sehr hilfreich
05.07.2004
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Man ist immer nur so alt, wie man sich fühlt...
Bewertung für Kalender Girls (2003) von
tylerfan
Pro: Helen Mirren (!!!), ungezwungen, aus dem wahren Leben, zum Schreien komisch
Kontra: ---
„Diesen Film guck’ ich mir bestimmt nicht an...“ – das waren meine Gedanken, als ich im Kino die Vorschau von diesem Film gesehen habe. Je mehr Vorschauen ich jedoch gesehen habe, desto mehr habe ich gedacht, dass der Film doch auch ganz lustig werden kön ...
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sehr hilfreich
28.01.2004
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Die Blumen sind wie die Frauen von Yorkshire!!
Bewertung für Kalender Girls (2003) von
Lucky2112
Pro: sehr unterhaltsam und witzige Story, tolle Schauspielerinnen
Kontra: ist eben einfach nur nett anzusehen
Die letzten Tage und Wochen hab ich mir einige Filme angesehen, so auch diesen, der erst vor kurzem im Kino lief. Ein richtiger Kassenschlager war der Streifen wohl kaum, sonst hätte man mit Sicherheit mehr von dem Film gehört. Ich fand die Story von „Kal ...
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sehr hilfreich
15.02.2004
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SEX SELLS... Auch im reifen Alter...
Bewertung für Kalender Girls (2003) von
ZordanBodiak
Pro: Eine blendend gutaufgelegtes Ensemble... Eine wunderschöne Geschichte, die zum Lachen und Schluchzen einlädt...
Kontra: ...aber leider im Finale abschwacht...
Die Blumen von Yorkshire sind wie die Frauen von Yorkshire. Jeder Schritt ihres Werdens hat etwas Bezauberndes. Aber in der letzten Phase erstrahlen sie am allerherrlichsten...
Jaja, die Briten. Die sind schon ein kauziges Völkchen – und sie habe ...
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sehr hilfreich
07.01.2004
(17.01.2004)
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Der Zweck heiligt die Mittel
Bewertung für Kalender Girls (2003) von
marianowa
Pro: eine Geschichte, die das Leben schreibt
Kontra: nichts
Hallo!
Heute möchte ich euch einen Bericht über einen Film schreiben, den ich gestern Abend im Kino gesehen habe und der mich sehr begeistert hat. Mit einer sehr guten Freundin waren wir auf der Suche nach einem richtigen „Mädel-Film“. Wir habe ...
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sehr hilfreich
22.01.2004
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