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Die weiteren Daten zu "Kalte Hölle" sind:
ISBN: 3 453 43179-0
EAN: 978 3 453 43179-9
Libri: 5402379
Originaltitel: "A cold Treachery"
Übersetzt von Uschi Gnade
2. Auflage August 2006 - kartoniert - 416 Seiten
Es handelt sich um einen Krimi aus der Reihe um Inspector Rutledge, von ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von Bavaria123 über Kalte Hölle / Todd, Charles 19. Januar 2009
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
durchschnittlich
Unterhaltungswert:
durchschnittlich
Spannung:
durchschnittlich spannend
Humor:
wenig humorvoll
Aufmachung:
ok
Pro:
die beschriebene Landschaft, der Sprachstil
Kontra:
fehlende Spannung, zu flache Charaktere
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Ganz zum Wetter passend habe ich zu Weihnachten ein Buch geschenkt bekommen, das ich in den kalten ersten Wochen dieses Jahres gelesen habe.
Das Buch ==========
Das Cover wird als Bild mitgeliefert. Die weiteren Daten zu "Kalte Hölle" sind: ISBN: 3 453 43179-0 EAN: 978 3 453 43179-9 Libri: 5402379 Originaltitel: "A cold Treachery" Übersetzt von Uschi Gnade 2. Auflage August 2006 - kartoniert - 416 Seiten Es handelt sich um einen Krimi aus der Reihe um Inspector Rutledge, von der es mittlerweile 10 Fortsetzungen gibt. Erschienen ist das Buch beim Wilhelm Heyne Verlag München und kostet 8,95 €. Der Autor ==========
Im Buch wird der Autor so dargestellt: " Charles Todd lebt in London. Er wurde mit dem "Edgar" ausgezeichnet und war bereits der Mal Autor des Jahres der New York Times." Wenn man aber etwas nachforscht, stellt sich heraus, dass diese Angabe nicht so ganz richtig ist.
Charles Todd ist das Pseudonym von Charles und seiner Mutter Caroline. Der genaue Nachname ist anonym und aufgrund des Jobs bzw. der Hauptbeschäftigung von Charles und seinem Vater soll dies angeblich auch so bleiben. Mutter und Sohn arbeiten gleichberechtigt an den Büchern und beide sind zusammen Charles Todd. Mit diesem Eigennamen unterschreiben sie auch jeweils ihre Werke.
Die Geschichte
======Man schreibt das Jahr 1919. Es herrscht eine winterliche Kälte, die den berühmten Landstrich "Lake District" im nördlichen England erstarren lässt.
Auch bei Inspector Rutledge kommen keine warmen Gefühle auf, als er bei tiefen Temperaturen im Dezember in diese Region aufbrechen muss. Er soll ein furchtbares Verbrechen aufklären. Eine ganze Familie, Vater, Mutter und drei Kinder, wurden ermordet. Der älteste Sohn, der achtjährige Josh, ist spurlos verschwunden. Es deutet nichts auf einen Raubüberfall hin, denn Kampfspuren sind nicht zu finden.
Rutledge selbst sucht nun nicht nur den Mörder, sondern kämpft auch noch mit seinen aus dem Krieg mitgebrachten Erinnerungen, die ebenfalls von Blut durchtränkt sind.
Nur langsam kommt er mit seinen Nachforschungen voran. Er findet zwar Verdächtige, aber keine Beweise ihrer möglichen Schuld. Dann wird Josh gefunden, aber er ist sehr verstört und schweigt über den Tathergang.
Leseprobe =========
Seite 8
Paul Elcott stand neben Sergeant Miller in der Küche. Sein Gesicht war blass, und seine Hand zitterte, als er sich zum dritten Mal unbewusst mit dem Handrücken über den Mund strich. "Die sind tot, oder? Ich habe sie nicht angerührt - das hätte ich nicht über mich gebracht. Hören Sie, können wir nicht nach draußen gehen, Mann, mir wird nämlich schlecht!" Miller, der aus einer Metzgerfamilie stammte, sagte gleichmütig: "Ja, von mir aus. Der Arzt ist auf dem Weg, aber er kann nichts mehr für sie tun." Außer ihren Tod feststellen, fügte er in Gedanken hinzu. Die armen Seelen. Was zum Teufel hatte sich hier abgespielt? "Wir könnten eigentlich ebenso gut in der Scheune warten, bis er mit ihnen fertig ist." Elcott wankte zur Tür. Er schaffte es bis zur Scheune, wo er sich in einer der leeren Pferdeboxen heftig übergab. danach ging es ihm keine Spur besser. Das Bild war nicht zu löschen: der Küchenboden, schwimmend in Blut, der Ekel erregende süßliche Gestank.
Meine Meinung
=======Ich hatte mich zunächst über das Buchgeschenk sehr gefreut. Ich kenne die Landschaft, in der die Geschichte spielt, wenn ich auch etwa 80 Jahre nach dem Geschehen in diesem Buch und in den wärmeren Sommermonaten dort war. Wer geographisch einen kleinen Hinweis braucht, dem sei hier gesagt, dass der Lake District vollständig in der Grafschaft Cumbria im Nordwesten Englands liegt. Es ist einer der vielen malerischen Gebiete in Königreich. So hatte ich auf jeden Fall einen Anreiz, die Lektüre zu lesen.
Und die Temperaturen, die wir Anfang des Jahres hier in Deutschland hatten, konnten mir durchaus ein Gefühl dafür vermitteln, wie sich Inspector Rutledge in jenem Dezember 1919 gefühlt haben musste. Ich habe zwar nicht an Kutschen gefroren, aber beim Warten auf die Deutsche Bahn dann wohl ebenso gefröstelt, wie der Ermittler.
Es war für mich allerdings das erste Werk aus der Reihe mit dieser Hauptperson. Manchmal ist es ja eher beschwerlich, wenn man so mitten in einer Reihe mit dem Lesen beginnt. Das ist hier aber nicht der Fall. Die Geschichte ist so aufgebaut, dass man auch als Einsteiger gut in das Geschehen hinein kommt. Wenn es Hinweise auf frühere Begebenheiten gibt, so ist das sehr getarnt eingefügt, dass sich vielleicht Dauerleser erinnern, Neulinge aber nicht verwirrt werden.
Was sich wohl durch alle Bücher dieser Reihe hindurch zieht, ist ein "Geist" im Kopf des Inspektors. Der Ermittler hatte wohl im Rahmen des Kriegsrechtes des Ersten Weltkrieges einen tapferen jungen Schotten hingerichtet, der sich nach diversen gescheiterten Angriffen geweigert hatte, einen erneuten wohl wieder sinnlosen Ansturm auf den Feind zu beginnen. Jetzt sitzt jener Soldat im Gewissen von Rutledge und flüstert dort immer wieder auf ihn ein. Mir war das zunächst ein wenig suspekt, aber nach einiger Zeit hat das doch einen gewissen Reiz. Mir kam dieser Hamish dann vor wie ein Dr. Watson bei Sherlock Holmes. Das ist im Gesamten gesehen dann doch ein für mich ungewöhnlicher, aber dennoch ein gelungener Stil der Autoren.
Auch die allgemeinen Beschreibungen sind dem Autorenteam sehr geglückt. Man spürt förmlich die klirrende Kälte, man riecht die dampfenden Pferde, man sieht die weiße Landschaft. Und die Landschaft ist wirklich eine einzigartige. Wer auch immer das Autorenteam letztendlich ist, es scheint eine Vorliebe für dieses Gebiet zu bestehen.
Ich würde sagen, es ist ein sehr solides Werk. Es wird durchaus eine Anspannung aufgebaut, allerdings bleibt diese eine ganze Zeit auf dem gleichen Niveau. Und so etwas tut einer Geschichte, die sich auf einer Spannung aufbauen sollte, dann eher nicht so gut. Auch wenn während der Seiten, die man liest einiges geschieht, so geht die Erzählung nicht unbedingt weiter. Ich denke, nicht jeder schafft es wirklich, diese Stellen zu überstehen. Hier wird der eine oder andere das Buch sicher zur Seite legen, weil eben so richtig nichts passiert.
Vielleicht fehlt mir auch eine erkennbar psychologische Komponente, etwas, was ich an Kriminalgeschichten als Punkt auf dem "i" ansehe. Gerade, weil mich das Buch ab und an an Agatha Christies "Mord im Orientexpress" erinnert, wäre so ein wenig mehr Würze richtig gut gewesen. Möglicherweise fehlt auch einfach eine tiefer gehende Beschreibung der Personen, um sich mindestens mit einem Charakter identifizieren zu können.
Ich habe vielleicht doch mit dem falschen Buch der Reihe begonnen. Mir wurde erzählt, dass die Vorgängerbücher durchweg reizvoll bis dramatisch und sehr lesenswert waren. Ich möchte diesem Buch gerne drei Sterne geben. Es ist auf jeden Fall ein Buch, dass man flüssig lesen kann und das einem den Charme der Landschaft des Lake Districts auch in der Kälte sehr nahe bringt. Aber es ist eben kein Buch, welches den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln vermag.
====== Vielen Dank für`s Lesen, Kommentieren und Bewerten, Bavaria ============
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