Meine beiden gelben Freunde
18.11.2009
Pro:
Singen schön, bringen Freude, hohe Lebenserwartung
Kontra:
Hoher Pflegeaufwand
Empfehlenswert:
Ja
 Summer97
Über sich:
Hallo Ihr ..
ich bin eine 27-Jährige Bayerin und bin ganz gespannt auf die tollen Berichte. Mein...
Mitglied seit:24.04.2001
Erfahrungsberichte:23
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 49 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Seit ca. viereinhalb Jahren bin ich stolze Besitzerin eines Kanarienvogelpärchens. Ihre Namen sind Herr und Frau Zwitschgi. Daraus lässt sich schliessen, dass es sich um ein Männchen und ein Weibchen handelt. Das war aber keineswegs so gewollt. Es war von Anfang an klar, dass es zwei Vögel werden sollen. Die Frage war eher: zwei Männchen oder zwei Weibchen oder doch lieber ein Pärchen?! Bei Recherchen im Internet bin ich nicht so recht weitergekommen. Zwei Männchen würden wunderbar singen, es könnte allerdings zu Streitigkeiten kommen. Weibchen singen gar nicht und ein Pärchen würde mit Sicherheit für Nachwuchs sorgen. Also habe ich mich für zwei Männchen entschieden. Käfig gekauft, eingerichtet und anschliessend in die Zoohandlung und meine beiden neuen Mitbewohner gekauft. Anfangs waren sie noch ziemlich schüchtern. Ich habe dabei den Rat der Dame aus der Zoohandlung beherzigt und sie erst einmal in Ruhe gelassen. Der Käfig steht in meinem Wohnzimmer ca. 1m von der Terrassentür entfernt. Dort ist es sehr hell und bei schönem Wetter bekommen sie die Morgensonne ab. Nach ein paar Tagen hatten sie sich eingelebt und waren schon recht munter. Allerdings haben sie dann angefangen, ihrem Fortpflanzungstrieb nachzugehen, was mir anfangs etwas merkwürdig vorkam. Als dann der eine Vogel angefangen hat, Nistmaterial zu sammeln, kamen mir doch gewaltige Zweifel, dass es sich bei meinen Vögeln um zwei Männchen halten soll. Also bin ich wieder in die Zoohandlung und habe ein fertiges Holznest, Kokusfasern und spezielles Aufzuchtfutter gekauft. Das Nest wird im Käfig aufgehängt und die Kokusfasern auf dem Käfigboden, welcher mit Vogelsand ausgelegt ist, verteilt. Das Weibchen hat dann sofort angefangen, das Nest damit zu bestücken. Nach der Fertigstellung war sie dann auch schon drin gesessen. Ich konnte in einem seltenen Moment einen seltenen Blick auf fünf gelegte Eier erhaschen. Nach ca. drei Wochen war ein winzig leises Piepen zu hören. In der Brutzeit hat sich das Männchen liebevoll um das Weibchen gekümmert. Er war sozusagen auf der Jagd und hat sie mit Nahrung versorgt. Es hat sich herausgestellt, dass zwei Küken geschlüpft waren. Doch leider sind diese nach einer Woche gestorben. Im Internet habe ich nachgelesen, dass dies bei der ersten Brut leider passieren kann. Die Elternvögel haben selbst noch keine Erfahrung bei der Aufzucht der Jungen und vernachlässigen diese oder machen Fehler bei der Fütterung.
Ein paar Monate später hat das Weibchen wieder fünf Eier gelegt. Wieder sind zwei Küken geschlüpft und diesmal ist alles gutgegangen. Sie sind zu zwei hübschen Vögeln herangewachsen. Diese konnte ich an eine gute Freundin verschenken, wo sie seitdem ein nettes Zuhause haben. Doch mehr Nachwuchs wollte ich nicht mehr. In der Zoohandlung kann man Plastikeier erwerben, die man ins Nest legen kann. Die echten Eier werden entnommen und entsorgt. Das Weibchen brütet weiter wie gehabt, aber es werden natürlich keine Küken schlüpfen.
Nach eineinhalb Jahren habe ich den "Standard"-Vogelkäfig durch eine Voliere ersetzt. Sie ist ca. 80 cm lang wie breit und 1,5m hoch. Diese habe ich mit Holzstangen und Obstbaumzweige bestückt. In den Ästen hängt eine kleine Schaukel, die von den beiden Kanaries sehr gern genutzt wird. Der Boden ist mit Zeitungspapier ausgelegt und wie bereits im alten Käfig mit Vogelsand bedeckt. Die Voliere bietet zwar sehr viel Platz aber nichtsdestotrotz benötigen die Vögel auch ihren täglichen Freiflug. Es ist unbedingt ratsam, das Zimmer vor dem Freiflug "vogelsicher" zu machen, um Unfällen vorzubeugen (z.B. Fenster schliessen, Kerzen auspusten, Schränke ganz an die Wand schieben). Es muss gesagt werden, dass Kanarienvögel extrem neugierig sind. Gefüttert wird mit Kanarienvogelfutter, welches aus Körner und Samen besteht. Fütterungszeit ist 1x am Tag, wenn möglich zur gleichen Zeit. Dazu hängen noch Körnerstangen in den Ästen. Ab und zu gibt es auch Bisquit, welchen man speziell für Kanarien kaufen kann. Ebenso füttere ich abwechselnd ein paar Salatblätter und kleine Obststückchen, wie Apfel oder Banane. Täglich frisches Wasser ist unbedingt notwendig. Kanarien haben einen hohen Wasserbedarf. Was auch nicht fehlen sollte, ist eine kleine Schüssel mit frischen Wasser in der sie ihr tägliches Bad nehmen können. Sie dabei zu beobachten ist sehr drollig.
Am Ende eines Tages kann man die beiden unter dem Dach der Voliere in den Ästen beobachten, wie sie sich in zwei Tennisbälle verwandeln. Sehr süss!! Sie schlafen mit dem Kopf im Federkleid und auf einem Bein. Hätte die Voliere kein Dach, würde ich sie mit einem Tuch abdecken, damit sie ihre Ruhe haben. Fazit: Sie sind mir sehr ans Herz gewachsen und versüssen mir mit ihrer Gesellschaft den Tag. Das Männchen singt wirklich sehr schön. Das Weibchen ist eher ruhig, ausser zur Fütterungszeit, da hat eindeutig sie das Zepter in der Hand bzw. im Flügelchen. Nebenzu muss erwähnt werden, dass sie sehr viel Dreck machen. Tägliches Saugen ist also erforderlich. Auch müssen alle 1-2 Tage die Sitzstangen und die Futternäpfe vom Kot gereinigt werden. Mit ihrer quitschgelben Farbe und ihrer quirligen Art bringen sie Leben und Farbe ins Wohnzimmer, auf die ich nicht mehr verzichten möchte. Und bei einer Lebenserwartung von 10 - 15 Jahren brauche ich auf einen Verzicht noch überhaupt nicht nachzudenken!! Also Daumen hoch für Herr und Frau Zwitschgi !!!
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30.12.2009 10:16
Ein sehr schön geschriebener Bericht, für den ich mit einem bh wiederkommen werde. :) LG Thomas
27.11.2009 19:57
Ich warte immer noch auf Nachwuchs bei meinen Nymphen, na vielleicht im nächsten Jahr.LG
19.11.2009 15:34
och, das ist ja interessant :)