Kap der Angst/Ein Köder für die Bestie [2 DVDs] (DVD)

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Kap der Angst/Ein Köder für die Bestie [2 DVDs] (DVD)

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2 Klassiker über Sadismus und Selbstjustiz

5 9. Dez 2007

Pro:
2 sehr gute Filme

Kontra:
keines, vl die wenigen Specials

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Action:

Anspruch:

Humor:

Romantik:

Spannung:

mehr


donau_movies

Über sich: so mit 28.1. wurde wohl nichts, wie einige besonders aufmerksame beobachter meiner ciao-karriere eve...

Mitglied seit:12.10.2007

Erfahrungsberichte:62

Vertrauende:38

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 97 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Details zu den DVD´s

DVD 1
Kap der Angst - Ein Köder für die Bestie
USA 1961
mit Gregory Peck, Robert Mitchum, Polly Bergen, Lori Martin, Martin Balsam u.a.
Regie: J.Lee Thompson
ca. 102 min.

Format: 1.85:1 Widescreen
Bild: schwarz-weiß
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch.
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Bulgarisch, Tschechisch, Dänisch, Holländisch, Finnisch, Griechisch, Ungarisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Türkisch.

Bonus:
Making Of, Produktionsfotos, Trailer, Produktionsnotizen, Stab & Besetzung, DVD-ROM Features, DVD Newsletter (Juhu noch einer, diesmal von Universal)


DVD 2
Kap der Angst
USA 1991
mit Robert DeNiro, Nick Nolte, Jessica Lange, Joe Don Baker, Juliette Lewis, Robert Mitchum, Gregory Peck u.a.
Regie: Martin Scorsese
ca. 123 min.

Format: 2.35:1 Anamorph Widescreen
Bild: Farbe
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch.
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Bulgarisch, Tschechisch, Dänisch, Holländisch, Finnisch, Griechisch, Ungarisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Türkisch.

Bonus:
Making Of, Produktionsfotos, Trailer, Produktionsnotizen, Stab & Besetzung, DVD-ROM Features, DVD Newsletter.

Einleitung

Wie sinnvoll Neuverfilmungen von Klassikern sind, sei einmal dahingestellt. Es gibt schauderhafte Beispiele, wie Gus van Sant´s Version von "Psycho", oder die Remakes von "Die Zeitmaschine" mit Guy Pearce und "Planet der Affen" mit `Marky´ Mark Wahlberg.
Wenn es allerdings darum geht, daß Gewalt in frühen Filmen nicht gerade explizit dargestellt werden durfte, kann das Konzept doch aufgehen. Und ich rede hier nicht von Splatter, sondern von einem gewissen Realismus, den Filme führen sollten, wenn es um Mord, Psychopathen oder dergleichen geht. Ich bin kein Freund von übertriebenen Darstellungen, alla Flaschen wie Tarantino oder seinem Spezi Rodriguez, die Gewalt ausschließlich verherrlichen und uns als "cool" oder Kunst verkaufen.
Es ist ein schmaler Grat, auf dem man sich als Regisseur bewegt, aber es gibt ohne Zweifel künstlerisch wertvolle Mordszenen, wie zum Beispiel in "Der zerrissene Vorhang" von Alfred Hitchcock. Darin wird ein Stasi-Mann in einer über 10-Minütigen Sequenz mit einem Messer eingestochen (die Klinge bricht ab), auf ihn wird eingeschlagen, er wird gewürgt und schließlich im Gasofen erstickt. Beinahe schon grotesk, wie kompliziert manchmal ein Mord sein kann, vor allem wenn das Opfer einfach nicht den Geist aufgeben will…
Somit ist dieser Grat gar nicht so schmal, es kommt nur auf die Machart an, die Musik, die Darsteller, und natürlich darauf, ob das nun alles wirklich so kommen muß.
Ein satirisches, oft mißverstandenes Beispiel für Gewalt in Filmen ist auch "Natural Born Killers" vom besten Freund vieler Drogendealer, Oliver Stone. Es gibt Menschen, die hier nur 2 Stunden lang einen Mann und eine Frau herumlaufen und irgendwelche Leute töten sehen, während sie die eigentliche Botschaft nicht erkennen. Wenn Rodney Dangerfield seine Familie zu eingespielten Lachern, wie bei einer Sitcom, tyrannisiert, kann man sich entweder über den kranken Scheiß ärgern, für den man sein Geld an der Kinokasse ausgegeben hat, oder man beginnt den Film als das zu sehen, was er ist; eine zynische Satire auf unsere Medien, aus der aber in jeder Minute die Verzweiflung der gebrochenen Charaktere zu erkennen ist. Mir ist bewußt, daß Tarantino das Drehbuch zu dem Film geschrieben hat, ich weiß aber auch, daß er ihn ganz anders machen wollte, und wahrscheinlich wäre mit ihm auf dem Regiesessel ein frühes "Pulp Fiction" entstanden.
Und hier bin ich auch schon bei einem schlechten Beispiel für Gewalt. Nach den 148 Minuten Pseudo-Kunst war ich gleich gescheit, wie am Anfang; um es auf den Punkt zu bringen, ist "Pulp Fiction", wie alle Tarantino-Filme maßlos überschätzt, und eine Zeitverschwendung, die ihresgleichen sucht.
Gewalt in Filmen ist ein schwieriges Thema; wenn es keine Horrorfilme sind, sollte sie jedoch nur dazu genutzt werden, um den Zuschauer die Bedrohung zu verdeutlichen, nicht, um ihn zu belustigen.
Aber zurück zum eigentlichen Thema, den 2 "Cape Fear" Verfilmungen.

Inhalt

Nach 14 Jahren im Gefängnis wird Max Cady entlassen und hat nur Rache im Sinn: Rache an seinem damaligen Pflichtverteidiger Samuel Bowden. Der Anwalt hatte ein Gutachten während der Verhandlung zurückgehalten und damit dafür gesorgt, dass Max wegen brutaler Vergewaltigung verurteilt wird. Nun sinnt Cady nach Rache und macht dem Anwalt das Leben schwer. Er vergewaltigt die Geliebte des Anwalts (im Original eine Zeugin), macht sich an seine minderjährige Tochter Danielle heran und terrorisiert die Ehefrau Leigh, u.a. tötet er den Hund der Familie. Er bleibt jedoch stets so geschickt, dass er rechtlich nicht belangt werden kann. Zudem hat er sich in seiner Haftzeit autodidaktisch juristische Kenntnisse angeeignet, nebst einem philosophisch und religiös übersteigertem Selbstbild.
Bowden entschließt sich dazu, Cady am Cape Fear eine Falle zu stellen. Der Köder für die Bestie: seine eigene Familie...

Kritik, Ein Köder für die Bestie

Für die damalige Zeit ein ungewöhnlicher Film; kompromisslos, und ohne wahre Helden, auch wenn man dem Anwalt das Zurückhalten der Beweise angesichts der Schuld Cady´s nicht verübeln kann, wird Selbstjustiz legitimiert.
Zudem scheint sie auch der einzige Ausweg aus der Situation.
Robert Mitchum ist wiedereinmal ein ultimativer Bösewicht, was er in "Die Nacht des Jägers" schon zur Schau stellen durfte. Er ist im Vergleich zu De Niro charmanter, gemeiner und wirkt verschlagener. Die Bedrohung geht im Original davon aus, was alles sein kann, was man nicht sieht und von der Hilflosigkeit des Protagonisten. Bowden´s Familie ist intakt, er hat keinerlei persönliche Probleme, und somit hat er unsere volle Sympathie. So war das damals, zwiespältige Helden wollte niemand.
Aus dieser Sicht ist es ein ungemein spannender Psychothriller, mit klarer Abgrenzung zwischen Gut und Böse.

Kritik, Kap der Angst

30 Jahre später waren die Ansprüche anders, wir wollten nicht nur eindeutige Schwarz-Weiß- Gemälde, unser Held durfte auch selbst nicht ganz astrein sein.
Scorsese stellt Bowden als Trinker, schlechten Vater und Ehemann dar, und da Nick Nolte nicht gerade ein Charmbolzen ist, breiten sich gemischte Gefühle aus.
Robert De Niro ist als Max Cady nicht nur eine psychische, sondern auch physische Bedrohung; zum Beispiel schleicht er sich in das Haus der Familie und ermordet einen Detektiv und die Haushälterin; seine sexuellen Neigungen werden verdeutlicht, indem er Bowden´s Tochter nicht nur belästigt, sondern auch "verführen" will. Cady ist hier eher der Gewalttäter, als der Psycho, den Mitchum darstellte.
Alles in allem ist das Remake um einiges härter als das Original, wie von Scorsese nicht anders zu erwarten war.
Durch die zerbröckelnde Familie Bowden´s kommt auch noch ein dramatisches Element hinzu.

Fazit

Schwer zu sagen, welcher der beiden Filme nun besser ist;
Thompson´s Werk ist düster, für 1961 seiner Zeit voraus, extrem spannend und subtiler, während Scorsese 1991 mehr Gewalt, eindeutigere Szenen und zerrüttete Familien zeigen durfte.
Noch einmal, De Niro ist ein gewalttätiger Rächer, während Mitchum den undurchsichtigen Psychopathen mimt; ich mag Letzters viel lieber…
Ich bin kein besonderer Fan von Scorsese, mir gehen diese Mafia-Filme ehrlich gesagt ziemlich auf den Senkel, und auch wenn jetzt viele Cineasten den Kopf schütteln werden, sage ich, daß "Kap der Angst" neben "Taxi Driver" und "Die letzte Versuchung Christi" sein wohl bester Film sein dürfte.

Auf jeden Fall ist es eine sehr gute Idee 2 Filme in verschiedenen Versionen in einer Box zu veröffentlichen, vor allem, wenn sie beide als Kultfilme gehandelt werden.
Das Bonusmaterial könnte mehr sein, aber ich für meinen Teil sehe mir so Zeug ohnehin selten an; die meisten Making Of´s bestehen nur daraus, daß Darsteller und Erzeuger davon erzählen, wie toll die Zusammenarbeit war, und wie sie sich doch alle gegenseitig bewundern.

Also, unterm Strich:
2 sadistische Meisterwerke in 2 Variationen.

Was ham en die sonst noch so gmacht?


  1. J. Lee Thompson:
    Die schwarze 13 (1967), Eroberung vom Planet der Affen (1972), Die Schlacht um den Planet der Affen (1973), Quatermain - Auf der Suche nach dem Schatz der Könige (1985)…
  2. Martin Scorsese:
    Taxi Driver (1976), Wie ein wilder Stier (1980), Die letzte Versuchung Christi (1988), GoodFellas (1990), Casino (1995), Kundun (1997), Bringing out the Dead (1999), Gangs of New York (2002), Aviator (2004), Departed (2006)…
  3. Robert Mitchum:
    Goldenes Gift (1947), Fluß ohne Wiederkehr (1954), Die Nacht des Jägers (1955), El Dorado (1966), Schlacht um Midway (1975), Fackeln im Sturm (1985)…
  4. Gregory Peck:
    Spellbound (1945), Der Fall Paradin (1947), Schnee am Kilimandscharo (1952), Moby Dick (1956), Weites Land (1958), Die Kanonen von Navarone (1960), Das war der wilde Westen (1962), Das Omen (1976), The Boys from Brazil (1978)…
  5. Robert DeNiro:
    Der Pate 2 (1974), 1900 (1976), Taxi Driver (1976), Wie ein wilder Stier (1980), Es war einmal in Amerika (1984), Brazil (1985), Angel Heart (1987), Die Unbestechlichen (1987), Casino (1995), Heat (1995), Ronin (1998), Meine Braut, ihr Vater und ich (2000)…
  6. Nick Nolte:
    Die Tiefe (1977), Nur 48 Stunden (1982), Herr der Gezeiten (1991), Lorenzos Öl (1992), U-Turn (1997), Der schmale Grat (1998), Hulk (2003)… 



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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
mama-von-paul

mama-von-paul

20.01.2008 22:23

Pulp Fiction und / oder Tarantino maßlos überschätzt? Da gehe ich nun gar nicht mit. ;o) Natural Born Killers einfach so "abgehakt"? Also nein, so einfach ist das ja nun nicht. Ich kenne die spätere Verfilmung mit de Niro, die habe ich als ausgesprochen gut empfunden, aber das ist nun wiederum wahrscheinlich wirklich Geschmackssache. ;-)

LoloMay

LoloMay

07.01.2008 02:23

Bis auf Planet der Affen (den mochte ich, aber ohne Vergleiche zu ziehen!) empfinde ich auch alle von Dir aufgeführten Neuverfilmungen als halbe Vergewaltigungen unserer Nerven! :)

DocT.

DocT.

28.12.2007 11:40

"BH "! LG vom DocT. !!

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