Über sich: * *☼ ☼ - Gerade aus Südafrika zurück...muss mich erstmal wieder ins Klima einfinden~ ...
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Ich lese gern und viel... allerdings nur recht wenig Comics. Da gibt es nur sehr wenige Ausnahmen und diese Serie ist eine davon. Mit dieser Reihe fühle ich mich ganz besonders verbunden, denn ich habe eine geraume, sehr schöne Zeit meines Lebens im Rheingau verbracht und noch während ich dort wohnte, erschien der erste Band der Comic-Serie „Karl“. Mittlerweile ist gerade recht frisch der 12. Band erschienen. Mein Bericht widmet sich aber dem Band 11 mit dem Titel „Das Boot“.
= Die Verantwortlichen =
...sind zum einen Michael Apitz, der 1965 im Rheingau geboren wurde und an der Fachhochschule in Wiesbaden Grafik und Design studiert hat. Wenn er nicht für Comics zeichnet und textet, restauriert er besonders gern Fachwerkhäuser.
Eberhard Kunkel (Jahrgang 1931) studierte Psychologie und Englische Literatur in Mainz, Marburg, Innsbruck und London. Er ist Ideengeber....und wie man in den Geschichten immer wieder festellen kann, ein großer Verehrer von Goethe.
Sein Sohn Patrick Kunkel, der an der Uni Mainz Geschichte studiert hat, ist ebenfalls für die Texte und die Planung zuständig.
Simone Apitz, Marie-Luise und Eva-Maria Kunkel kümmern sich um das Rechnungswesen, die Produktion und den Vertrieb. Somit werden die Werke um „Karl“ familiär produziert und vermarktet.
1997 wurde diesem Team der Kulturpreis des Rheingau-Taunus-Kreises verliehen.
= Das Comic-Heft =
Leider gibt es hier keine Abbildung, so muß ich kurz den Einband beschreiben. Er ist in grau und hellgelb gehalten. Man blickt mitten in einen Fluß, der von grauen Hügeln umgeben ist. Ein dampfendes Schiff fährt davon und im Vordergrund treiben zwei Männer und ein Hund, der zumindest einen Rettungsring ergattern konnte, im Fluß dahin. Oben steht in großen roten Buchstaben „KARL“ und ganz unten in grau „Das Boot“. Auch auf der Rückseite sieht man den grauen Hund in seinem Rettungsring treiben... er träumt von einem Glas Weißwein. Darunter sind die Titel der bisher erschienenen Bände aufgelistet.
Das 48 Seiten umfassende Heft kostet 8,60 € und ist im September 2002 unter der ISBN 3-925771 – 37 – 9 im Buchhandel erschienen. Gedruckt und verlegt wurde es in der ak-verlag-GmbH in Walluf. Wer mehr zu diesen Verlag und über Karl erfahren möchte, kann dieses im Internet unter der Adresse www.ak-verlag.de machen.
= Die Geschichte =
Wir befinden uns an einem sonnigen Tag im Jahr 1788 im wunderschönen Rheingau, der sich zwischen Eltville und Lorch am Rhein entlang erstreckt. Genauer gesagt blicken wir auf einen Weinhang zwischen Rüdesheim und Bingen, in dem zwei Männer arbeiten und schwitzen. Der eine heisst Oskar, ein blonder kräftiger Bursche, der eher mit den Händen als mit dem Kopf arbeitet... aber auch das nur, wenn er wirklich muß. Der andere Mann, Karl, macht einen jungen, dynamischen Eindruck...aber auch er scheint vom Hacken im Weinberg mehr als genug zu haben. Da kommt ein Holz-Boot der Firma „Treidel Tours“ vorbei. An Bord ist nicht nur die Chefin der Firma Frau Reise-Lust sondern auch ein paar Briten, die sich so für die Arbeit der beiden Männer interessieren, daß sie selbst gleich mitmachen. Allerdings ist das doch sehr ungewohnt und so machen sie schnell schlapp ... und brauchen am Abend eine Aufmunterung in Form von Riesling. Einer der Reisenden ist der Schotte James Watt, der die Insel verlassen hat, denn seine Erfindung, die Dampfmaschine, erzeugt eben soviel Dampf, daß der britische Nebel kaum noch zu erkennen ist. Besonders Oskar interessiert sich sehr für diese Neuentwicklung und überlegt, wie er sie als Antriebskraft nutzen kann...sei es für die Arbeit oder aber auch für die Schiffe auf dem Rhein. So bastelt er voller Inbrunst und kann zusammen mit Karl bald einen Prototypen eines Dampfschiffes präsentieren. Es ist ein kleines Schiffchen, welches auf einem nahegelegenen Tümpel der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Doch der Stapellauf des Rheindampfschifffahrtsgesellschaftspräsentationsmodells wird eine Enttäuschung, denn das Modell explodiert! Wird es noch gelingen, ein funktionierendes Modell und dann auch ein großes Schiff zu erbauen? Wie verhält sich Ferdinand, der permanente Widersacher von Karl und Oskar? Gibt es ein Happy End? Nun...einfach selber weiter lesen!
= Meine Meinung =
Für mich ist dieser Comic aus mehreren Gründen sehr gelungen.
Zum einen ist es eben die Gegend, in der er spielt. Der Rheingau ist auch wunderbar dargestellt...das Schloß Johannisberg, einige Wirtschaften und selbst einige Gebäude der Forschungsanstalt und Fachhochschule sind sehr eindeutig zu erkennen. Selbst wenn diese Motive nur im Hintergrund zu sehen sind, sind sie deutlich gemalt und haben somit einen großen Widererkennungswert. Es lohnt sich aber auch noch weiter auf die farbigen Zeichnungen einzugehen. Karl wurde dem Johannisberger Spätlesereiter nachempfunden...und wer einmal am Schloß Johannisberg die Standfigur dort genauer betrachtet, sieht die großen Ähnlichkeiten. Auch andere lebende oder verstorbene wichtige Personen des Rheingauer Lebens trifft man auf den Zeichnung wieder an. So wandert natürlich Goethe, der einige Zeit im Rheingau verbracht hat, durch die Weinberge oder ist bei einem guten Schoppen anzutreffen. Andere, eher nur regional bekannte Menschen, wie beispielsweise Pater Anselm, sind ebenfalls deutlich auszumachen. Aber es werden auch noch andere bekannte Persönlichkeiten eingefügt...Frau Reise-Lust hat große Ähnlichkeit mit Frau Schröder-Köpf, ein Bootsvermieter hat das Konterfeil von Hans Joachim Kuhlenkampf und Johann Lafer spielt sich auf seiner Stromberg selbst. Sehr humorvoll ist die Darstellung von Teiger Wutz...ein golfspielendes Schweinchen mit Tigerstreifen. Wenn auch kein geschichtsträchtiger, aber ein sehr liebenswerter Bestandteil der Geschichten ist auch immer der graue Hund Granpatte, der aus Frankreich stammt und deie typische französische Lebensweise präsentiert. Er trinkt gern, ist den Hundedamen nicht abgeneigt und geniesst sein Essen (Originalton : Die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind die Leberwurstbrote, viel von die gut Riesling und die ´übsch ´ündin für eine Bordservice).
Wobei ich schon bei dem Wortwitz angelangt bin. Die Dialoge sind gespickt mit kleinen Wortspielen oder Bezügen zum jeweiligen aktuellen politischen oder gesellschaftlichen Themen. Hier verschwindet beispielsweise das Geld in dunkle Kanäle...das sind tatsächlich dümpelnde Gewässer und wird dann in der Schweiz gewaschen...in einem großen Blechzuber von einem sehr schweizerisch aussehenden Mann (wie es eben dem Klischee entspricht) auf einer Bank, die eben wie die Flagge der Schweiz bemalt ist. Und wenn ein Rheingauer von „Good bye“ spricht, so sagt er nicht etwa „Auf wiedersehen“...sondern bedankt sich bei den Briten für ihren umfangreichen Einkauf. Damit macht das Lesen wirklich Spaß und bringt einen desöfteren zum Grinsen...manchmal auch zum herzhaften Lachen.
Die Grundlage eines jeden Bandes von „Karl“ ist immer ein wirklich stattgefundenes historisches Ereignis. Hier geht es um die Erbauung der ersten Dampfmaschinen als effektive Antriebsmöglichkit. James Watt war der erste Erbauer...wenn auch nicht der Erfinder. Auf dem Rhein war tatsächlich aufgrund von starken Strömungen ein Einsatz von Segeln nur bedingt möglich und so mußten die Schiffe eben auf Ruderantrieb zurückgreifen, oder sie wurden getreidelt...das heißt, sie wurden von Pferden oder menschlichen Treidelknechten gezogen (daher als die Treidel-Tours). Das erste Dampfschiff auf dem Rhein war die englische „Defiance“, die 1816 in Köln anlegte. Viele weitere Hintergrundinformationen liefern Apitz und Kunkel in einem Anhang, der jeweils den Band abrundet.
Somit stehen diese Comics für mich zum einen für Unterhaltung, sei es mit den herrlichen Zeichnungen, aber auch dem Sprachwitz zugleich aber auch als kleine geschichtliche Lektion, die man sehr gern liest.
= Überblick über die bisher erschienenen Bände =
Der Spätlesereiter Das Faß der Zisterzienser Die Revolution Der Fall der Loreley Das Gold der Nibelungen Ballon Bonarparte Lord am Rhein Die Krönung Italiänische Reise Paris, 9. Thermidor Das Boot Das Erbe
Danke für`s Lesen, Kommentieren und Bewerten, Bavaria
da habe ich dein Bericht über den Karl doch glatt übersehen. Die Comics sind einfach Spitze. Es soll oder ist sogar schon ein James Bond Comic aus diesem Verlag erschienen.
"Karl, der Spätlesereiter" kenne ich. Seitdem weiß ich auch, wie die Spätlese entstanden ist...*g*. Aber dass es davon nun schon 12 Bände gibt - unglaublich! Liebe Grüße, Tanja ....Ääh, ich sehe gerade, bin ich hier die Einzige, der diese Comics überhaupt bekannt sind?
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24.06.2006 22:46
da habe ich dein Bericht über den Karl doch glatt übersehen. Die Comics sind einfach Spitze. Es soll oder ist sogar schon ein James Bond Comic aus diesem Verlag erschienen.
17.12.2004 22:56
"Karl, der Spätlesereiter" kenne ich. Seitdem weiß ich auch, wie die Spätlese entstanden ist...*g*. Aber dass es davon nun schon 12 Bände gibt - unglaublich! Liebe Grüße, Tanja ....Ääh, ich sehe gerade, bin ich hier die Einzige, der diese Comics überhaupt bekannt sind?
17.12.2004 22:47
Teiger Wutz?*weglach* Allein dafür werd ich mich nach dem Comic mal umsehen. Gruß, Claudia.