Karl

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Karl (1) Der Spätlesereiter
Erfahrungsbericht von schorschl über Karl
05.06.2002


Produktbewertung des Autors:   


Pro: siehe Text
Kontra: mit über 8 Euro nicht billig

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

0. Einleitung
1. Die Autoren
2. Allgemeines zum Karl-Comic
3. Der Spätlesereiter - geschichtlicher Hintergrund
4. Der Spätlesereiter - Der Comic
5. Fazit

0. Einleitung

Anfürsich bin ich gar kein Comicleser mehr, nur in meiner Jugend las ich neben Donald & Dagobert auch Clever & Smart. Vor etwa 3 Jahren aber wurde ich durch meinen Schwager (Grüße an Gundolf) auf einen, wie ich meine, besonderen Comic aufmerksam. Es handelt sich dabei um den Comic 'Karl', der Held aus dem Rheingau.

Das Rheingau ist das Fleckchen Erde zwischen der Main(Rhein-)mündung über Wiesbaden, Rüdesheim bis nach Lorchhausen. Unser Held Karl macht im Laufe seiner inzwischen 10 Ausgaben aber auch Abstecher darüber hinaus, so z.B. nach Speyer oder Worms.

Da ich mit diesen Bericht auch die Autoren und dergleichen vorstellen möchte, fällt der Bericht ein wenig umfangreicher und zu Lasten der eigentlichen Ausgabe aus.


1. Die Autoren

Das Autorenteam Apitz & Kunkel wirft ungefähr jedes Jahr dem hunrigen Volk ein neues Karl-Abenteuer vor. Und dieses wird mit wachsender Begeisterung verschlungen, wohl eher regional, aber dies sollte dem Verlag (AK-Verlag GmbH) gleich sein.

Für die Zeichnungen zeichnet sich im wahrsten Sinne des Wortes Michael Apitz verantwortlich. Ergänzt wird dieser durch Eberhard und Patrick Kunkel. Nicht zuletzt werden diese noch durch Ihre Frauen unterstützt. Schließlich steht hinter einem erfolgreichen Mann eine kluge Frau.

Für die vorbildliche Arbeit für die Region wurde den Autoren 1997 der Kulturpreis des Rheingau-Taunus-Kreises für Literatur verliehen.


2. Allgemeines zum Karl-Comic

Neben dem Hauptdarsteller Karl begegnet man immer wieder seinem Hund Grandpatte, einem Hund wie er gemäß seiner Abstammung nicht französischer nicht sein kann. Dem Wein niemal abgeneigt - 'Die gut' deutsche Wein' bringt es das Autorenteam auch fertig die französische Lebenskultur mit in dem Comic einzubinden. Sein Gehilfe Oskar glänzt wohl nicht mit Intelligenz, dafür um so mehr mit Hilfsbereitsschaft und ein Stück Gelassenheit, wie man sie durchaus bei dem Menschenschlag im Rheingau findet.

Pater Anselm unterstützt Karl ebenso wie ab und an der wohl allen bekannte Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe. So werden nicht nur zeitgenössische Größen in dem Comic zitiert, ja auch aktuelle Bekannte, wie Michael Schumacher, Helmut Kohl und Gérard Dépardieu zieren die Seiten dieses Comic?s.

Es ist der Mix aus geschichtlicher Aufarbeitung und Information und der mäßig eingesetzen Ironie und der immer vorhandene Witz, welcher Karl zum Erfolg macht. Auch begegnet uns immer wieder der Zaubertrank - ich möchte keine Parallelen zu Asterix herstellen ? der in dieser Region liebevoll angebaute Wein, bevorzugt der Riesling.


3. Der Spätlesereiter - geschichtlicher Hintergrund

Genug der allgemeinen Infos, kommen wir zum Thema: ?Der Spätlesereiter?. Weinkenner können mit dem Begriff Spätlese etwas anfangen, aber auch der Laie vermag dem Wort bereits die Bedeutung zu entlocken: eine späte bzw. verspätete Weinlese (Ernte). Der Laie liegt damit goldrichtig; geeignet für die Lese sind im vollreifen Zustand der Trauben die Sorten Grau-, Weiß- und Spätburgunder und wie in unserem Falle der Riesling. Die Trauben sind zu diesem Zeitpunkt bereits wieder geschrumpft und mit Fäulnis überzogen, nicht gerade das beste Ohmen für einen guten Wein.

Die erste Spätlese bzw. späte Lese erfolgte unfreiwillig auf Schloss Johannisberg, nord-östlich von Rüdesheim, im Jahre 1775. Zu diesem Zeitpunkt musste sich der verantwortliche Kellner des damaligen Benedikterklosters die Leseerlaubnis beim Fürstabt in Fulda holen, dies geschah mittels eines Kuriers, welcher Trauben nach Fulda zur Begutachtung brachte und mit der Leseerlaubnis zurückkehrte. In Jahre 1775 ritt dieser sehr spät zurück, wobei man nicht so recht weiß ob dies in seinen Händen lag oder nicht. Nach Rückkehr dessen entschloß man sich aber trotzdem die Ernte einzufahren, und daraus entstand dann dieser Prädikatswein. Durch das späte lesen wird die Weintraube mit der Edelfäule konzentriert, sodaß das Mostgewicht erheblich höher ist als bei einem üblich gelesenem Wein.


4. Der Spätlesereiter - Der Comic

Unser Held Karl gewinnt bei einem Wettstreit zum schnellsten Reiter den Kurierritt nach Fulda und wird damit zum späteren Spätlesereiter. Ein Mitstreiter names Ferdinand unterliegt nicht nur bei dem Wettstreit sondern auch bei der Gunst um die bildhübsche Maria, welche Dank Ihres wohlhabenden Vaters auch eine gute Partie ist. Diese beiden Niederlagen sind für den hinterhältigen Ferdinand Grund genug Karl übel zu zusetzen. Die Rollen der Guten und des Bösen sind klar verteilt und natürlich siegt am Ende auch wie immer das Gute.

Mit dem Wettstreit gewinnt Karl allerdings nicht nur den Kurierritt, er gewinnt dazu auch noch als Zusatzpreis den französischen Rassehund Grandpatte, welcher Ihm auch nicht nur in diesem Abenteuer zur Seite steht, sondern auch in den Folgenden.

Amüsant sind die dezenten Pfeilspitzen in viele Richtungen, so findet man z.B. im Rahmen der Wettkampfveranstaltung auch eine Kapelle, welche wohl besser nicht zusammen spielen sollte. Kapellmeister ist der damalige Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl. Unter seinem Taktstock bilden sich durch die ?Bandmitglieder? F.J. Strauß, H.D.Genscher und einem weiteren Politiker, dessen Name mir nicht mehr einfällt (Bernhard Vogel?), nur Mißtöne.

Vielmehr soll zum Inhalt hier nicht verraten werden. Schließlich möchte ich Euch die Spannung nicht nehmen, den Comic auch zu lesen


5. Fazit

Die Comic-Figur Karl wurde mit viel Witz und Liebe zum Detail inszeniert. Das Lesen und Bilder anschauen wird zu keiner Zeit langweilig. Ich freue mich schon auf die elfte Ausgabe und habe doch noch nicht einmal die bisherigen 10 Ausgaben alle gelesen.

Karl ist mehr als ein Comic, Karl vermittelt und verbindet Geschichte, Weingenug und Humor auf vorbildliche Art und Weise.


Viel Spaß beim Lesen
Grüße Michael

   


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