Fast Nacht
19.02.2004 (20.02.2004)
Pro:
sit der Gemütlichkeit, aber nicht zu oft - sonst drohen unangenehme
Kontra:
ktionen der Magenwände und übles Hirngrimmen
Empfehlenswert:
Ja
 Gemeinwesen
Über sich:
"Dumm sein und Arbeit haben, das ist das Glück" (Gottfried Benn) ciao-Merksatz 2006: "...
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Fast Nacht (in memoriam Hans Davidsohn)Dem Manne geht perdu der spitze Schlips, so will der alte Brauch die Narretei. Biertrinker stürzen ab, es gibt Gespei Bei Aldi, heißt's, sind ausverkauft die Chips. Das Rathaus fällt, und wilde Möhnen lupfen die Larven, um dicke Dämel zu bützen. Im Gesicht trägt man jetzt bunte Tupfen. Obacht: vor Entgleisung und Filmriss schützen! --- Und hier noch, auf dass die Länge des Textes auf die geforderte Mindestlänge von 120 Wörtern anwachse, ein Tipp für alle Närrinnen und Narren, die mit "Word" (Achtung, das wird wohl, wie so oft, nicht bei allen Versionen funktionieren) arbeiten: Schreiben Sie in eine ansonsten leere Zeile den Text =rand(), und drücken Sie danach [Enter]. Word erzeugt nun einen Blindtext, der aus Wiederholungen des Satzes "Franz jagt im komplett verwahrlosten Taxi quer durch Bayern" besteht.--- Aus aktuellem Anlass geselle ich dem obigen Gedichtlein noch ein paar Begriffserklärungen hinzu: g l o s s a r i u m _ c a r n e v a l e n s i s
1. Was ist eine "Möhnensitzung"? Woher stammt das Wort "Möhne"?Eine "Möhnensitzung" ist eine Sitzung des Karnevalsvereins, dem nur Möhnen angehören (im allgemeinen etwas ältere Damen oder, bösartig ausgedrückt, alte, zänkische Weiber). Deshalb halten auch manche Vereine Damensitzungen ab. Im Mendiger Karneval (Mendig liegt nahe bei Koblenz in der Eifel) gibt es pro Session mehrere "Möhnensitzungen" Das Wort "Möhne" gehört zum moselfränkischen Dialekt; sein sprachlicher Ursprung liegt wohl bei Möddersch = niederdeutsch für Mudder / Mutter bzw. oberfränkisch für Tante / Muhme / Schwester der Mutter. Quelle: Sprachberatung der Martin-Luther-Universität, Halle (http://mlucom6.urz.uni-halle.de/erzwiss/wegwei/vereine/sb.htm)2. Was ist ein "Dämel"?Ein "Dämel" ist ein "Dummkopf" bzw. ein "alberner Kerl": Dämel, der; -s, - (ugs. für Dummkopf, alberner Kerl) Quelle: Duden 1, Die deutsche Rechtschreibung, 21. Auflage. Mannheim 1996. Noch Fragen? Für weitere Auskünfte / Wörterbuch-Erweiterungen stehe ich Euch jederzeit gern zur Verfügung. Und falls der eine oder die andere von Euch heute einen kleinen Kater miauen hört: Im Gästebuch gibt's frischen Kaffee - und ein herzhafter google-hupf ist auch schon in Arbeit.
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17.02.2006 03:59
Ein bisschen mehr Erklärung zum Thema hätte ich mir wirklich gewünscht. Grüße aus Deutschlands wildem Süden Sabine
06.07.2004 17:05
Das Versmaß geht ja in der 2. Strophe doch deutlich den Bach hinunter. Was die erste Strophe den Jambus noch perfekt durchhält, vermischt sich die zweite Strophe nach gelungener ersten Verszeile in ein ziemliches Mischmasch aus Jambus, Trochäus und Daktylus mit sogar einem Tribrachys. 1 Kreuzreim, 1 umarmender Reim, ein paar Alliterationen, keine Anapher. Mit Zäsuren, Synkopen und Versfuß-Kombinationen kenne ich mich leider nicht aus :-(( Dennoch, sehr gut gelungen :-)) Hank
13.03.2004 21:04
fast nacht bei so manch einem im karneval auch "fast" dunkel", wenn der tunnelblick auftritt, nach - ja, nach was eigentlich? ich wage mich nicht, zu behaupten es ginge um die möhnen ... dafür bin ich zu "unmutig" und habe angst vor "fast nacht" oder auch "fast dunkel". macao, mit einem leichten rückfall in die narretei