Katzenhaltung - Tipps & Tricks

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Der Chef bin ich!

5  14.01.2002

Pro:
Freude, Liebe, Streicheleinheiten

Kontra:
Beschädigungen, Abhängigkeit

Empfehlenswert: Ja 

gabi66

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:12

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 342 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vorgeschichte:
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Vor ca. 6 Jahren wünschte sich mein Mann eine Katze. Da auch ich die Samtpfoten mag, machte ich mich einige Wochen vor seinem Geburtstag auf die Suche nach einem geeigneten Tier.
Aus Angst vor dem Verkehr und "bösen" Menschen sollte die Katze nur im Haus gehalten werden.

Nach wenigen Tagen wurde ich bei einer Arbeitskollegin fündig. Sie hatte einen Wurf im Alter von 4 Wochen. Zum Geburtstag waren sie exakt 8 Wochen alt.


Der große Tag:
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Am Geburtstag meines Mannes durfte ich bei der Kollegin das Kätzchen abholen. Ich hatte die Wahl zwischen zwei Katzen und zwei Katern. Meine Entscheidung viel sofort auf einen süßen, graugetigerten Kater.

Am Vorabend hatte ich einen Transportkorb, eine Katzentoilette, Freßnäpfe, Streu und Futter besorgt. Damit die Überraschung nicht weg war, hatte ich alles über Nacht im Kofferraum deponiert.

Die Heimfahrt mit dem kleinen Tiger war kein Vergnügen. Der kleine Krümel jaulte die ganze Heimfahrt. Ich dachte erst wegen der Trennung von Mutter und Geschwistern. Inzwischen weiß ich das es am Autofahren lag. Nein – nicht an meinem furchtbaren Fahrstil, unser Kater haßt auch heute noch das Autofahren generell.

Als wir zuhause ankamen, wurde alles schnell anders. Mein Mann war platt vor Freude, der kleine Tiger fühlte sich sofort wohl und ging auf Erkundungstour.
Nach 15 Minuten fraß er das erste Mal, nach 30 Minuten benutzte er die Katzentoilette (der Kater, nicht mein Mann). Danach war alles kein Problem mehr.


Die Leidensgeschichte (Tipps und Tricks):
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Katzen sind äußerst intelligente Tiere. Sie verstehen nach kurzer Zeit fast alles. Das Faszinierende an den Katzen ist wahrscheinlich ihre Ignoranz. Du kannst mit ihnen reden wie mit einem Menschen, verstehen tun sie fast alles, vieles geht ihnen aber am Allerwertesten vorbei.

Unser Tiger hatte sich sofort gut bei uns (gut für ihn) eingelebt. Vom ersten Tag an war er der uneingeschränkte Chef im Haus. Er betrachtete alles (wirklich alles) als sein Eigentum.
Mit der Zeit konnten wir ihm zwar einige Dinge durch laute Nein-Worte abgewöhnen, alleine mit einer Sahnetorte dürfen wir ihn aber auch heute noch nicht im Zimmer lassen.

Deshalb der wichtigste Tipp am Anfang – akzeptiert, daß die Katze Chef im Ring ist und nur bedingt erzogen werden kann.

Akzeptiert, daß alles der Katze gehört und vieles von dem was ihr macht von der Katze nur geduldet wird.

Akzeptiert, daß Katzen von Natur aus Raubtiere sind und sich gelegentlich auch so verhalten. Manche Dinge werden durch die Katze im Spiel beschädigt. Wer davor Angst hat, sollte sich eine Katze NIE anschaffen. Es wäre für beide Seiten kein Vergnügen.


Essen und Trinken:
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Über den Punkt habe ich mir vor der Anschaffung zu viele Gedanken gemacht. Es gibt genügend Naß- und Trockenfuttersorten im Handel. Was die Katze mag und nicht mag merkt man schnell selbst.

Vom Tierarzt wurden wir darauf hingewiesen, daß man nicht nur Trockenfutter geben soll, da sich sonst in den Harnleitern irgendwelche Verkrustungen bilden können.
Bei reinen Hauskatzen sollte man auch sehr sparsam mit sonstigen Dingen wie Wurst, Nudeln und Essensresten sein. Die Gewürze werden oftmals nicht gut vertragen und dazuhin werden die Katzen davon fett.
Auch sollte man daran denken, daß einem Kind das nie Schokolade gegessen hat Schokolade nicht fehlt. Ähnlich ist es bei den Katzen. Katzen die nie Wurst gefressen haben fehlt die Wurst nicht.

Frisches Wasser (keine Milch) sollte immer bereit stehen.


Toilette:
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Bei Hauskatzen ist die Katzentoilette selbstverständlich ein Muß. Auch davon gibt es im Handel eine große Auswahl. Beachten sollte man, daß die Toilette einen hohen, nach innen gebogenen Rand hat.
Katzen wühlen mit Vorliebe nach ihrem Geschäftchen in der Streu.
Die Toilette sollte auch nicht zu groß gewählt werden, denn Katzen bringen es fertig wegen ein paar abgeworfener Krümel die ganze Hütte durchzuknödeln.


Spielzeug:
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Die Anschaffung von Spielzeug ist kein unbedingtes Muß. Da sowieso alles im Haus der Katze gehört, sucht sie sich auch ihr Spielzeug davon aus.
Wer allerdings die Schäden im Haus reduzieren möchte, sollte zumindest einen Kratzbaum und ein paar kleinere Spielsachen kaufen.

Der Kratzbaum wird von den Katzen gerne benutzt, für die Krallen ist das Kratzen auch notwendig. Ohne Kratzbaum wird so manche Tapete und manches Möbelstück herhalten müssen.

Die kleineren Spielsachen wie Fellmäuse dienen dem Jagd- und Spieltrieb der Katze. Unser Kater jagt noch heute mit Vorliebe Fellmäuse mit Ohrfeigen durch das ganze Haus.


Türen:
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Geschlossene Türen sind für Katzen ein Horror. Katzen müssen ihr Revier regelmäßig durchstreunen. Wie schon gesagt, alles im Haus gehört der Katze, deshalb sollte der Zugang zu allen Räumen für das liebe Tier immer möglich sein. Wehe, wehe wenn nicht – das könnte böse Folgen haben.

Ein besonderes Problem ist das Schlafzimmer. Unser Kater schläft mit Vorliebe im Bett. Seit er das erste mal in den Bettgenuß kam, möchte er diesen Schlafplatz nicht mehr missen. Wird er aus Versehen einmal Nachts ausgesperrt macht er sich deutlich bemerkbar.
Er randaliert, jault und trommelt mit den Pfoten an die Tür bis ihm aufgemacht wird.
Deshalb – wer die Katze nicht im Schlafzimmer möchte – nie, gar nie reinlassen. War sie einmal drin, ist es zu spät.


Tierarzt:
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Auch mit reinen Hauskatzen sollte einmal jährlich der Tierarzt für Untersuchung und Impfung aufgesucht werden. Wir haben die Erfahrung gemacht, daß Kleintierpraxen für Katzen besser als normale Tierärzte geeignet sind.
Begeistert sind die lieben Kumpelinnen und Kumpels vom Tierarzt nicht, sie wollen einfach nicht verstehen das es zu ihrem Besten geschieht.


Kosten:
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Die Futterkosten unseres Katers – morgens Trockenfutter, abends Nassfutter – belaufen sich auf ca. 80 Cent am Tag.
Die Katzenstreu kostet bei wöchentlichem Wechsel etwa 30 Cent am Tag.
Für Spielzeug, Tierarzt und sonstige Dinge kann man mit ungefähr 100 Euro im Jahr rechnen, am Tag also ca. 30 Cent.
Insgesamt kostet das liebe Tierchen damit 1,40 Euro täglich, monatlich ca. 40 Euro.
Ein Lebewesen sollte zwar nie in Geld aufgewogen werden, wissen was auf einen zukommt schadet trotzdem nicht.
Zu den 40 Euro monatlich muß ich aber noch sagen, daß unser Kater lebt wie Gott in Frankreich.

Urlaub:
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Mit Urlaub meine ich nicht die Urlaubsplanungen für die Katze, Katzen gehen nicht gerne in den Urlaub. Sie verlassen ihr Revier nur äußerst ungern.

Mit Urlaub meine ich vielmehr die Unterbringung der Katze, während die Halter im Urlaub sind.
Darüber sollten sich alle vor der Anschaffung einer Katze Gedanken machen.
Katzen sind keine Dinge oder Spielsachen, jede Katze ist ein liebenswertes Lebewesen. Lebewesen sollten wegen Urlaub nicht abgeschoben oder schlecht behandelt werden.
Der oder die Katzenhalter sind verantwortlich für ein Lebewesen, auch bei Abwesenheit. Mir liegt deshalb dieser Punkt besonders am Herzen. Vor der Anschaffung einer Katze muß unbedingt geklärt sein, wie und von wem das Tier bei Abwesenheit versorgt wird.
Die Halter sollten sich auch darüber klar sein, daß eine Katze bis zu 20 Jahren alt werden kann.


Mein Fazit:
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Vor der Anschaffung einer Katze muß einiges durchdacht und angeschafft werden.
Ist alles richtig geplant, macht eine Katze ungeheuer viel Spaß.
Katzen sind faszinierend, brauchen Streicheleinheiten, sind schmusig und spielen gerne.

Katzen sind sehr besitzergreifend, geben aber viel an den Menschen durch Liebe und Freude zurück.

Was sind ein paar beschädigte Möbelstücke im Vergleich zu Liebe und Freude?

Falsch wäre es allerdings, eine Katze als Spielzeug anzuschaffen. Erfahrungsgemäß verstehen Kinder erst ab einem Alter von ca.12 Jahren den Charakter einer Katze richtig.


Reutlingen, 14. Januar 2002

Grüsse an alle - Gabi


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Pat1

Pat1

15.07.2005 15:25

Unsere Katze hat jetzt entdeckt, das sie nachts nur lange genug vor unserem Schlafzimmerfenster miauen muß, damit sie reinkommt. Ich habe einen recht leichten Schlaf und werde jedesmal wach. Also lasse ich sie rein, setze sie aber gleich wieder vor die Tür auf den Flur. So gerne wir Katzen auch haben, im bett möchten wir sie nicht.

yberfee

yberfee

14.02.2005 18:26

ich werde jetzt erstmal meiner katze sagen das ab heute ich wieder der chef bin!! klasse bericht :-)

Marsira0707

Marsira0707

28.09.2002 20:13

Ich habe meine Katze jetzt schon über 2Jahre und bin sehr zufrieden mit ihr. Tagsüber ist sie in der Wohnung und Nachts straucht sie durch die Wälder. Sie schläft mit Vorliebe in meinem Bett, wie du schon sagtest: wenn sie erst einmal im Schlafzimmer drin waren...LG Marsira0707

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