Kawasaki Ninja ZX-9 R

Erfahrungsbericht über

Kawasaki Ninja ZX-9 R

Gesamtbewertung (41): Gesamtbewertung Kawasaki Ninja ZX-9 R

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Mein kleines grünes Rennsofa

5  13.10.2005

Pro:
Einfache und Solide Technik, gutes Handling, viel Leistung

Kontra:
hohe Werkstattkosten, nichts für große Leute

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Heady978

Über sich:

Mitglied seit:14.11.2001

Erfahrungsberichte:14

Vertrauende:2

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 52 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Inhalt:
1. Einleitung
2. Technische Daten/Leistung
3. Handling
4. Komfort/Alltagstauglichkeit
5. Kosten
6. Fazit

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1. Einleitung
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Seit einigen Jahren habe ich nun den Führerschein fürs Motorrad, doch bisher hat es nie für ein eigenes Motorrad gereicht. Statt dessen hab ich immer fleißig im Bekanntenkreis gebettelt, um mal wieder fahren zu dürfen, doch dieses Jahr sollte sich das alles ändern und ich begab mich auf die Suche, nach einem eigenen Bike.

Was Sportliches sollte es auf jeden Fall sein, aber auch nicht zu alt und am liebsten eine Honda CBR 600. Schnell durfte ich jedoch feststellen, dass gerade für die CBR 600 utopische Preise verlangt werden und wenn das mal nicht der Fall war, waren die Bikes schon steinalt oder total "verbastelt". Also begann ich bei allen anderen japanischen Herstellern zu gucken, mit der Feststellung, dass es auch bei Suzuki, Yamaha und Kawasaki wenig nach meinen Vorstellungen gab. Letztendlich blieb ich aber bei Kawasaki hängen, da mir die ZX-6R Ninja gut gefiel und mit der ZXR400 noch eine kleinere Alternative vorhanden war, aber auch hier hatte ich immer irgendwo etwas auszusetzen, bis ich eines Tages ein Angebot für eine ZX-9R Ninja Bj. '99 für meiner Meinung nach winzige 3750 Euro sah …

Also eigentlich war die ZX-9R ja schon weit mehr als ich wollte, aber sie war günstig, scheinbar super gepflegt und anschauen konnte man sie sich ja mal. Naja beim Anschauen blieb es natürlich nicht. Einmal kurze Probefahrt in 5 Minuten zum Nachbarort und wieder zurück und ich war süchtig. Die musste es jetzt sein, auch wenn es total unvernünftig ist.


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2. Technische Daten/Leistung
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Kommen wir erstmal zu den trockenen Fakten:

Hersteller: Kawasaki
Modell: ZX-9R Ninja ZX900C
Baujahr: 1999
Motor: Flüssigkeitsgekühlter 4-Zylinder-Viertakt-Reihenmotor
Hubraum: 899cm³
Leistung: 104 KW / 141 PS @ 11000 U/min
Maximales Drehmoment: 101 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 275 km/h
0-200 km/h: 9,2 sek.
Getriebe: 6-Gang
Leergewicht: 209 kg
Tankinhalt: 19 Liter ( nach ca.16 Litern ist man auf Reserve )
Sitzhöhe: 801mm
Radstand: 1.415 mm
Besonderheiten: ungeregelter Katalysator, Vergasermotor und daher mit Choke für Kaltstart

Ich denke, allein diese Daten sprechen schon eine sehr deutliche Sprache: Hier gibt's schon mal massig Leistung mit relativ wenig Gewicht, was für Beschleunigung und Geschwindigkeit scheinbar ohne Ende sorgt. Auch wenn es inzwischen eine ganze Hand voll Bikes mit mehr Leistung gibt, bin ich nach wie vor der Meinung 141 PS sind mehr als ausreichend. Die kleinste Berührung des Gasgriffes bewirkt schon, dass man weit

Bilder von Kawasaki Ninja ZX-9 R
Kawasaki Ninja ZX-9 R Bild 5500101 tb
So sah sie beim Kauf aus (1)
jenseits jedes Tempolimits ist. Man sollte also ein ruhiges Gemüt und Selbstdisziplin mitbringen um nicht gleich am nächsten Brückenpfeiler zu kleben. ;-)

Interessant ist aber auf jeden Fall noch, dass die Maschine wahlweise einen ungeregelten Kat hat, bei Kawasaki auch als "Kleen"-Version bezeichnet. Da ja in Planung ist in Zukunft auch bei Motorrädern einen Abgastest(ASU) zur Pflicht zu machen ist dieser U-Kat sicherlich hilfreich. Wer meint er hat das nicht nötig kann natürlich auch auf den Kat verzichten und hat dann noch 2 PS mehr zur Verfügung.


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3. Handling
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Hier kann ich schon mal ganz klar sagen, ich war angenehm überrascht wie leicht sich diese 209kg bewegen lassen. Ich persönlich würde mich ja ehr als schmächtigen und nicht besonders großen Motorradfahrer bezeichnen, dennoch bereitet es mir kaum Probleme die Ninja zentimetergenau um die Kurven zu bewegen und auch bei der Schräglage scheint es kein Ende zu geben. Erst wenn's dann wirklich scharf um die Ecke oder schnell um die Ecke gehen soll merkt man, dass der ZX-9R doch noch Grenzen gesetzt sind, besonderst wenn man dann von den kleinen 250ern gezeigt bekommt wie man da rumdüsen kann. Aber wir wollen uns ja nicht mit 250ern messen, oder?!

Die Leistungsentfaltung hingegen finde ich etwas gewöhnungsbedürftig, aber dennoch treibt sie mir ein breites Grinsen ins Gesicht. Im Leerlauf dreht man mit etwa 1000 Umdrehungen, ganz genau nimmt die Ninja es da nicht und schon der kleinste Millimeter, den der Gasgriff anders stehen bleibt, sorgt schnell für 200 Umdrehungen mehr oder weniger. Bis etwa 2500 Umdrehungen kann man dann zwar fahren, aber man hat das Gefühl, die Maschine säuft fast ab. Mit 3000-4000 Umdrehungen kann man dann auch mal gemütlich durch die Gegend cruisen. Wer den Gasgriff schön am Anschlag hält hat aber auch eine ordentliche Beschleunigung von 3000 bis so etwa 7000 Umdrehungen. Nein, danach hört die nicht auf, sonder ab so etwa 7000 Umdrehungen bekommt man noch mal so richtig einen Tritt ins Kreuz und darf erfahren, was richtige Beschleunigung ist. Wenn man darauf nicht vorbereitet ist, bekommt man auf jeden Fall erstmal einen Schreck und hat gut zu tun sich noch auf dem Motorrad festzuhalten. Erst bei 12000 Umdrehungen gibt's dann ein Ende und der rote Bereich fängt an, allerdings ist man selbst im 2. Gang dann schon irgendwo bei 180km/h. Wers gern schneller hat, dem stehen dann noch 4 weitere Gänge zur Verfügung und alle 6 Gänge lassen sich superleicht und präzise schalten.

Ansonsten gibt es auch nichts zu meckern, die Bremsen können die dei kleine grüne Rennsau gut wieder einfangen und lassen sich auch sehr gut und gefühlvoll dosieren. Selbst bei einer Notfallbremsung weil mir jemand die Vorfahrt genommen hatte, habe ich keine Probleme gehabt sicher zum stehen zu kommen.

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4. Komfort/Alltagstauglichkeit
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Sicherlicht ist die ZX-9R kein Reisemotorrad, aber dennoch möchte ich ihr ein wenig Reisetauglichkeit nicht absprechen. Zumindest waren bisher 400km an einem Tag für mich kein Problem und auch vom Vorbesitzer weiß ich, dass er oft in Italien und Österreich mit dem Motorrad und Gepäck war. Durch meine doch recht geringe Größe von etwa 1.75m passe ich aber auch wie angegossen auf das Bike. Die Sitzfläche ist für meine Verhältnisse riesig und ich frage mich manchmal, wer bitte so einen fetten Arsch hat um diese Sitzfläche komplett auszufüllen. Aber egal, ich kann bequem knapp hinter dem Tank aufrecht sitzen oder mich klein machen und um den Tank "kuscheln", dann verschwinde ich auch schon fast hinter der kleinen serienmäßigen Frontscheibe. Die Protektoren an den Ellenbogen drücken dann zwar schon leicht gegen die am Knie aber das passt dann gerade noch so. Nachteil des Ganzen ist leider, dass der Sozius (oder besser die Sozia) immer recht weit von mir weg sitzt und eigentlich gezwungen ist sich an den Haltegriffen rechts und links vom Soziussitz festzuhalten. Fahrer mit 1.95m oder noch größer werden allerdings nur bedingt Freude haben, denn hier weiß ich aus guten Quellen unter den Kawasaki-Fahrern, dass man mit 1.95m wie der berühmte "Affe auf dem Schleifstein" hockt und manchmal das Gefühl hat den Helm während der Fahrt zwischen die Knie klemmen zu können.

Das Fahrwerk ist allerdings sehr sportlich. Auch bei der weichsten Einstellung wird's spätestens auf Pflasterstraßen deutlich ungemütlich und die kleine Ninja wird zum zickigen Bock. Wenn man allein fährt kann man das mit etwas Sportsgeist noch ausgleichen, fährt man allerdings zu zweit, wird's zwar für den Fahrer recht angenehm, dafür bekommt der Beifahrer die volle "Rüttelpackung" ab. Auf halbwegs ebenem Asphalt hingegen lässt es sich eine Weile aushalten.

Stauraum gibt es unter dem Soziussitz auch ein wenig. Bei mir fahren da meist Bordwerkzeug, Handy, Geldbörse, ein Getränk für unterwegs und meist auch noch die Digicam mit und dann ist immer noch Platz für andere Kleinigkeiten. Wer für längere Touren mehr Platz braucht kann sich dann Tank-Rucksack und Heck-Tasche zulegen für mehr Stauraum. Was ich bisher noch nicht für die Ninja gesehen hab sind Seitenkoffer, aber ich glaube das würde auch ganz schön sch***e aussehen, es ist ja schließlich kein Tourer.


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5. Kosten
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Umsonst ist der ganze Spaß natürlich nicht. Aber dennoch denke ich, dass man hier viel Spaß für wenig Geld bekommt. Zunächst wären da die Steuern, das sind überall gleich 66 Euro pro Jahr, bzw. falls ihr nur eine Saisonzulassung wollt 5,50 Euro pro angemeldeten Monat.

Die Steuern hängen natürlich von der Region in der die Maschine angemeldet ist und vom Versicherer ab. Bei mir sind das für Brandenburg bei der VHV und einem SF 2(45%) ca. 270 Euro für das ganze Jahr. Natürlich gibt es auch günstigere Versicherungen und sicher auch günstigere Regionen, deshalb ist dies hier nur ein Beispiel. Ein Neueinsteiger mit SF 0(100%) würde bei der VHV z.B. 606 Euro bezahlen und wer seine Maschine auf 98PS drosselt bzw. eingetragen hat, kann den Versicherungsbeitrag um etwa 30% senken. Die meisten Versicherer bieten auch einen Tarifrechner an, wo man das dann für seinen Fall ausrechnen lassen kann, was man dann zahlen müsste.

Natürlich fährt die ZX-9R nicht mit Luft allein. Laut Hersteller will sie Normalbenzin haben, ich allerdings tanke meist Super, ob das allerdings Sinn macht dürft ihr mich nicht fragen, über das Für und Wieder gibt es seitenweise Abhandlungen. Fakt ist auf jeden Fall, dass sie im ehr langsamen Tempo sich mit 5,5 Litern auf 100km begnügt, dann fährt man allerdings wirklich sehr gesittet durch die Gegend. Sobald man ein wenig Spaß haben will, geht der Verbrauch auch schnell mal auf 7 Liter hoch. Von anderen Ninjafahrern habe ich auch schon gehört, dass man bei Dauervollgas und immer schön hohen Drehzahlen auch auf 10Liter kommen kann. Wo die das machen ist mir allerdings unklar, da man für ständig Vollgas kaum genug Platz hat oder die fahren wohl immer nur im 1. Gang. Bei mir reicht der Tank meist bis so 275 km, dann muss ich den Sprithahn auf Reserve stellen und die nächste Tankstelle suchen.

Bis hierhin ist das Ganze noch recht günstig, finde ich zumindest. Bei den Ersatzteilen sieht es da leider anders aus. Für Verkleidungsteile ist man schnell mal ein paar 100 Euro los und auch der Lichtmaschinen-Deckel der auf der linken Seite das erste ist was den Boden berührt wenn man sich hinpackt schlägt mit etwa 170 Euro zu Buche. Für einen Vorderreifen der Größe 120/70 ZR17 (58W) muss man mit etwa 100 bis 140, für hinten in der Größe 180/55 ZR17 (73W) 140 bis 200 Euro rechnen, das hängt dann wieder ganz davon ab, wo ihr die Reifen kauft und welche ihr haben wollt. Sicher ist aber, dass man besonders Hinterreifen recht oft kaufen wird. Um die ebenfalls hohen Preise der Kawasaki-Werkstätten zu umgehen kann man aber auch viel selber an dem Bike schrauben, denn die Technik ist denkbar simpel: Ein einfacher Vergasermotor ohne großartige elektrische Helferlein.

Typische Macken sind mir übrigens weder von meinem Bike noch von anderen ZX-9R's dieses Baujahrs bekannt. Damit ist man also meist nur wegen Verschleißteilen am Schrauben oder falls man sich doch mal hingepackt hat.


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6. Fazit
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Tja was soll man da noch sagen? Dieses Motorrad bringt Spaß ohne Ende, hat keine mir bekannten Macken und das Preis/Leistungsverhältnis stimmt meiner Meinung nach voll und ganz. Man sollte schon ein wenig körperliche und geistige Fitness mitbringen, da die ZX-9R sicher auch kein Einsteigermotorrad ist. Wer aber nicht zum ersten Mal Motorrad fährt wird sich schnell an sie gewöhnen und sie nie wieder hergeben wollen. :-)
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
nubinichauchhier

nubinichauchhier

14.11.2007 16:17

Hallöle Batzel, also, als ich diesen Bericht gelesen hatte wurde ich in allen Punkten informiert und wollte genau das alles wissen was man aber sonst nirgends zu hören bekommt. Gerade beim Händler kriegt man solche Infos nicht... Dank Dir mein Schatz habe ich mein Traumbike gefunden und vor allem wegen dem Bike dann auch Dich! ;) *kussi*

suttorm

suttorm

27.09.2006 20:25

Super Bike, klasse Bericht, gute Bilder, was soll man sagen....Bh...Gruß MS

Sky112

Sky112

19.06.2006 00:55

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