Kawasaki ZXR 400

Erfahrungsbericht über

Kawasaki ZXR 400

Gesamtbewertung (19): Gesamtbewertung Kawasaki ZXR 400

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ZXR 400 - Eine Drehorgel

4  25.04.2007

Pro:
Handling, Gewicht, Vmax,

Kontra:
Hoher Verbrauch, Federung suboptimal, Lichtausbeute mäßig, Getriebe teilweise hakelig, Leistungsloch

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

xStingrayx

Über sich:

Mitglied seit:25.04.2007

Erfahrungsberichte:1

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 29 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Zunächst die trockenen Daten.

Der Motor ist ein wassergekühlter 4-Zylinder 16V Reihenmotor (4Takt) mit 398 Kubik. Die Leistung beträgt 48,5 kW was 65 PS entspricht. Maximaldrehzahl ist 13.000 upm.Maximales Drehmoment liegt bei 12.000 upm an und beträgt zirka 37 Nm.
Das Motorrad hat ein 6 Gang Getriebe und einen Endantrieb über Kette. Gestartet wird über einen E-Starter. Das Trockengewicht beträgt 159 kg. Vorderreifen ist mit 120/60-17 dimensioniert, Hinterreifen mit 160/60-17. Die Vorderen Bremsscheiben haben einen Durchmesser von 310mm mit 4-Kolben-Bremssattel. Hinten greift eine 220mm 1-Kolben- Scheibenbremse. Die Sitzhöhe beträgt 790mm.

Soviel zu den technischen Daten, nun der eigentliche Bericht. Ich habe das Fahrzeug, welches 1993 gebaut wurde, im Jahr 2006 mit einer Laufleistung von ca 28.000 Kilometern im tadellosen Zustand erworben. Bis heute musste nichts repariert oder erneuert werden, bis auf die üblichen Verschleißteile.

Das Fahrzeug entspricht sicherlich nicht mehr den neusten Designkonzepten, sticht in einer Reihe von 600er Supersportlern nicht raus. Das liegt vor allem daran, daß die ZXR400 breit und massig wirkt. Schon beim vom Ständer nehmen wird einem dann jedoch klar, daß sie nicht so schwer ist wie sie scheint. 159kg Leergewicht und etwa 185kg fahrbereit sind im Vergleich zu anderen Fahrzeugen aus jener Zeitepoche ein Fliegengewicht. Das Fahrzeug lässt sich mit dem Gewicht ohne Probleme schieben und ziehen. Dieses Gewicht entspricht dem moderner 600er Supersportler.

Für den Supersportfahrer ergibt sich beim ersten Aufsitzen ein gewohntes Bild. Die Fußrasten weit zurückverlegt am rechten Platz, die Stummellenker tief, der Tank nicht zu breit und das Cockpit spartanisch. Der Choke befindet sich am linken Lenkerstummel und ist gut erreichbar. Die Bedienelemente sind nach Norm alle am richtigen Ort. Links also die Hupe, der Blinker, Abblend/Fernlicht- Schalter und die Lichthupe. Rechts Starter, Killschalter und Lichtschalter (Aus, Standlicht, Abblend).
Im Cockpit links der Tachometer, mittig der Drehzahlmesser und rechts die Temperaturanzeige. Die Kontrollleuchteneinheit umfasst Öl, Neutral, Blinker und Fernlicht.
Das wars. Nicht mehr und nicht weniger. Der gewohnte Supersportfahrer vermisst bei diesen Anzeigen nichts. Eine Tankanzeige würde jedoch nicht schaden, oder wenigstens eine Warnleuchte für niedrigen Tankinhalt.

Ist die Sitzposition auf der ZXR400 für Sporterfahrene gewohnt, bringt sie für Anfänger, die ihre Ausbildung nicht auf einem Supersportler gemacht haben eine Umstellung mit sich und erfordert etwas Gewöhnung, die nach einigen Hundert Kilometern erfolgt sein sollte. Hauptaugenmerke liegen dabei besonders bei der Position der Fußrastenanlage und dem Lenker. Auf langen Strecken (ohne Pause) über 200 km wirkt die Sitzposition ermüdend und verschafft Anfängern Rückenschmerzen. Der Druck auf die Handgelenke ist beim Bergabfahren deutlich spürbar und kann je nach Gesundheitszustand des Fahrers sehr unangenehm sein.

Beim Starten des Motors per E-Starter fällt zunächst auf, daß man die ZXR400 scheinbar zum Start zwingen muss. Im kalten Zustand ist der Choke zwar nicht nötig, muss man jedoch den Gasgriff beim Starten etwas öffnen und möglichst die ersten Sekunden nach dem Start auch noch nicht ganz schließen. Danach bleibt der Motor an, und die Drehzahl pendelt sich irgendwann innerhalb der ersten 0,5 bis 1,5 Minuten bei der eingestellten Leerlaufdrehzahl ein. (Diese lässt sich über ein Rädchen an der rechten Fahrzeugseite beim Kühlmittelbehälter einstellen). Beim Startvorgang schon überrascht der Sound der aus dem Serienendtopf tönt. 4Zylinder-in-Reihe-typisch dumpf mag man ihm den kleinen Hubraum gar nicht abkaufen. Der Sound klingt tatsächlich nach mehr, als die ZXR tatsächlich ist. Dieses positive Klangerlebnis wird durch die Tatsache verstärkt, daß die ZXR relativ hohe Drehzahlen ermöglicht, in denen der Motor schöne kreischende, und bei Fahrt heisere 4-Zylinder-Sounds aus dem Endtopf schickt.

Kupplungshebel, Bremshebel und Fahrwerk sind einstellbar und können nach den Bedürfnissen des Fahrers angepasst werden.

Nun zum eigentlichen Teil. Dem Fahren.
Nachdem der erste Gang eingelegt wurde und mit dem relativ geringen Anfahrdrehmoment die Fuhre ins Rollen gebracht wurde, lässt sich schon relativ früh das Drehzahlspektrum charakterisieren. Bis 4000 Umdrehungen ist Vorankommen problemlos möglich, jedoch fehlt hier leider Druck, der aufgrund des geringen Hubraums hingenommen werden muss. Dies habe ich bei den "Kontras" oben als Leistungsloch bezeichnet, was genau genommen die falsche Bezeichnung ist. Bis 7/8.000 Umdrehungen ist spürbar schneller und druckvoller Vortrieb möglich. Die ZXR jedoch liebt hohe Drehzahlen und so ist der Schub typisch höher je näher man sich dem Begrenzer nähert. In diesem letzten "Abschnitt" des Drehzahlbands ist der Vortrieb tatsächlich sehr massig, das Fahrzeug beschleunigt sehr gut. Beim vollen Ausfahren der Gänge ist die Vmax schnell erreicht. Diese liegt real bei ca. 230 km/h. Jegliche Angabe die mehr als diese Zahl verkündet ist ohne dass Umbaumaßnahmen am Fahrzeug erfolgten nicht ernstzunehmen. Die Schaltwege sind weder sehr kurz, noch lang. Die Leerlauffindung erfolgt problemlos. Teilweise hakt das Getriebe trotz Vorbelastung der Gänge jedoch. Lastwechsel des Motors sind spürbar!
So gut die ZXR400 in hohen Drehzahlen beschleunigt, so gut sind auch die Bremsen. Die Verzögerung der Vorderbremse ist supersporttypisch gut. Bei der Hinterradbremse scheiden sich jedoch generell die Geister. Fakt ist, daß die Hinterradbremse ohne ABS nicht so effektiv genutzt werden kann wie die Vorderbremse. Die Verzögerung nur mit Hinterradbremse ist in hohen Geschwindikeiten kaum spürbar, im Stadtverkehr jedoch mehr als ausreichend. Trotzdem sollte man sich einen Bremsvorgang mit beiden Bremsen angewöhnen. Beim Bremsen am Hinterrad neigt selbiges schnell zum Blockieren was jedoch nicht abschrecken sollte.

Mit einer Tankfüllung kommt man bei sportlicher Fahrweise nicht weit. Der 16l Tank (inkl Resrve) erfordert einen Tankstopp bei maximal 180 Kilometern. Um diesen hohen Verbrauch zu umgehen, der von den hohen Drehzahlen her rührt, müsste man untertourig fahren was nicht eingefahrene Motoren zerstört und an sich völlig gegen einen Supersportler spricht. Leider ist dies jedoch ein großer Minuspunkt. Schon ein etwas größerer Tank würden hier positiv ausfallen. Wenigstens läuft sie auf günstigem Normalbenzin........

Die ZXR400 ist eine Schräglagensau.
Der im Vergleich zu bei 600ern verwendete 160er Hinterreifen ermöglicht leichtes einleiten von Schräglagen, aufsetzende Fußrasten oder Stiefelkanten im Kreisverkehr sind problemlos möglich. Tatsächlich zeigt die 400er ihre wahre Stärke in Kurven. Ein mithalten mit größeren Bikes ist hier ohne weiteres, je nach Können des Fahrers, möglich. Die ZXR lässt sich wundervoll sanft in die Kurven legen, zeigt jedoch keine Klappneigung wie manch moderne 600er oder 1000er. Beim Bremsen in Schräglage vorne, zeigt sie ein deutliches Aufstellmoment. Schnelle Kurvenkombinationen sind problemlos und leicht zu bewältigen. Die ZXR zeigt ihre Stärke somit vor allem auf kurvigen Landstraßen.

Sonstiges: Die Sicht in den Spiegeln ist O.K. , die Lichtausbeute mäßig. Fahrten mit Sozius sind problemlos möglich, besonders für große Beifahrer auf dauer (sportlertypisch) unbequem und ermüdend.


Alles in allem ist die ZXR 400 ein leicht zu handhabendes Motorrad, welches seine Stärken in den Kurven hat und für Anfänger, die einen relativ günstigen Supersportler wollen, erste Wahl ist. Hinzu kommt die niedrige Sitzhöhe die Fahrern bis 1,70m ein Stehen mit ganzem Fuß ermöglich und Bodenkontakt für Fahrer bis 1,60m ohne Umbaumaßnahmen ermöglicht. Für noch kleinere Fahrer empfiehlt sich das Abpolstern des dicken Sitzpolsters und oder zusätzlich die Tieferlegung über Federbein und Gabeln. Denn all zu groß sollte man die 790mm nicht preisen. Alle modernen Supersportler bewegen sich zwischen 810 und 830 mm was auch nicht viel höher ist...
Der kleine Fahrer, der sich das Fahrzeug anschaut, sollte also nicht überrasch sein, wenn er den Fuß nicht ganz auf den Boden bekommt, wo das Motorrad doch als "so niedrig" angepriesen wurde.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
ML.15

ML.15

13.03.2009 15:05

Echt toller Bericht! Steht wirklich alles Entscheidende drin. Das Motorrad ist aber offensichtlich nicht das Optimum für mich :)

freshmaik

freshmaik

28.04.2007 16:53

super Bericht.. Schön, ausführlich aber nicht detailverliebt. Das ist dein erster bericht? wow.. War grade am stöbern, weil ich ein Angebot für eine ZXR bekommen hab... ich glaub ich hab mich entschieden :-)

billjoel49

billjoel49

25.04.2007 12:35

. º¤¤ø,¸¸, º¤ø,¸¸,ø¤º°`°º¤ø,¸¸,ø¤º WILLKOMMEN bei ciao! º¤ø,¸¸,ø¤º°`°º¤ø,¸¸,ø¤º ,¸¸,ø¤º ,¸¸,ø¤¤º. ................ sehr guter Erst-Bericht! .............. Gruß Edgar

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