Franziska könnte platzen vor Glück. Ein halbes Jahr Freiheit in Rio de Janeiro liegt vor ihr. Sechs Monate in der Stadt ihrer Träume. Im Penthouse ihres Onkels. Mit Blick aufs... mehr
de Janeiro liegt vor ihr. Sechs Monate in der Stadt ihrer Träume. Im Penthouse ihres Onkels. Mit Blick aufs Meer. Und mit seiner kleinen Tochter Clara, um die sie sich als Au-pair kümmern wird. Doch was wie ein Traum beginnt, wird plötzlich zum Alptraum: Clara wird auf offener Straße entführt. Und Franziska ist schuld. Weil sie nicht aufgepasst hat. Doch das ist nur die halbe Wahrheit...
Janeiro liegt vor ihr. Sechs Monate in der Stadt ihrer Träume. Im Penthouse ihres Onkels. Mit Blick aufs Meer. Und mit seiner kleinen Tochter Clara, um die sie sich als Au-pair kümmern wird. Doch was wie ein Traum beginnt, wird plötzlich zum Alptraum: Clara wird auf offener Straße entführt. Und Franziska ist schuld. Weil sie nicht aufgepasst hat. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.
ihr. Sechs Monate in der Stadt ihrer Träume. Im Penthouse ihres Onkels. Mit Blick aufs Meer. Und mit seiner kleinen Tochter Clara, um die sie sich alsAu-pair kümmern wird. Doch was wie ein Traum beginnt, wird plötzlich zum Alptraum: Clara wird auf offener Strasse entführt. Und Franziska ist schuld. Weil sie nicht aufgepasst hat. Doch das ist nur die halbe Wahrheit ...
ihr. Sechs Monate in der Stadt ihrer Träume. Im Penthouse ihres Onkels. Mit Blick aufs Meer. Und mit seiner kleinen Tochter Clara, um die sie sich alsAu-pair kümmern wird. Doch was wie ein Traum beginnt, wird plötzlich zum Alptraum: Clara wird auf offener Strasse entführt. Und Franziska ist schuld. Weil sie nicht aufgepasst hat. Doch das ist nur die halbe Wahrheit ...
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Erfahrungsbericht von mary-p über Keine Wahl / Christoph Wortberg 04.04.2005
Produktbewertung des Autors:
Unterhaltungswert
hoch
Spannung
durchschnittlich spannend
Wie ergreifend ist die Story?
ergreifend
Niveau
anspruchsvoll
Pro:
sehr gut geschrieben . . .
Kontra:
. . . auch wenn die Handlung nichts wirklich Neues bietet
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Ein Urlaub in Brasilien – wer träumt nicht davon, einmal dieses sonnige, südamerikanische Land zu besuchen?
Für Franzsika, die sechzehnjährige Protagonistin des Jugendkrimis „Keine Wahl“ von Christoph Wortberg, der in der Thienemann’schen „Labyrinthe“-Reihe erschienen ist, geht ein Traum in Erfüllung. Ihr Onkel Mike, der nach Rio de Janeiro ausgewandert ist und dort mit seiner brasilianischen Frau Ana und der gemeinsamen Tochter Clara in einem teuren Penthouse wohnt, lädt sie ein, ein halbes Jahr als Au-pair-Mädchen bei ihm zu wohnen. Franziska, seit jeher von ihrem Onkel begeistert, sogar ein bisschen verliebt, sagt mit Freuden zu, auch wenn ihre Aufgabe viel Verantwortung hat. Die zweijährige Clara ist herzkrank und braucht regelmäßig Medikamente, da sie sonst in Lebensgefahr schwebt. Bereits bei ihrer Ankunft zeigt sich Franzi die Stadt von zwei Seiten. Neben den protzigen Anlagen der Superreichen sieht sie die „favelas“, die Armenviertel der Stadt, deren kleine Häuschen, die man manchmal noch nicht mal mehr so nennen kann, an Hängen gebaut sind. In diesen Stadtteilen ist Kriminalität und Gangkrieg an der Tagesordnung und neben Drogendealerei gelten auch Entführungen als sichere Einnahmequelle für die armen Leute. Das bekommt Franzi zu spüren, als sie eines Tages mit Clara von einem Spielplatz nach Hause geht und unvermittelt von einem ihr fremden Mann angesprochen und nach dem Weg gefragt wird. Man schlägt sie nieder und entführt die Tochter von Mike, dessen Schwiegervater nicht nur extrem reich ist, sondern bereits seinen Sohn durch eine Entführung vor ein paar Jahren verloren hat. Der gestrenge alte Herr gibt sich Mitschuld an dessen Tod, weil er – gegen die Anweisung der Entführer – damals die Polizei eingeschaltet hat. Da Mike, der mit seinem selbstaufgebauten Architekturbüro in den Augen des kaltherzigen Despoten ein Nichts ist, das Geld, das gefordert wird, nicht besitzt, muss er das Geld zur Verfügung stellen, um seine Enkelin zu befreien. Dabei stellt er Mikes Haushalt auf den Kopf, indem er jeden einzelnen Angestellten – vom Portier bis zur Köchin und sogar Franzi – der Entführung verdächtigt. Franzi wehrt sich gegen seine menschenunwürdigen Anschuldigungen und macht sich, weil er die Polizei nicht einschalten will und Clara ihre Medikamente nicht bekommt, selbst auf die Suche. Sie möchte nicht Schuld am Tod ihrer Nichte sein und ehe sie sich versieht, befindet sie sich nicht mehr im reichen Rio de Janeiro, sondern in den armen Favelas – und direkt zwischen den Fronten eines Gangkonflikts...
Die Darstellung dieses Konflikts gelingt Wortberg dabei sehr realistisch, indem er eine Schonungslosigkeit an den Tag legt, die man nicht in jedem Jugendbuch findet. Vergewaltigung, Mord, Drogenhandel sind Teil der Geschichte und werden sehr authentisch behandelt und vor allem auch erklärt, so dass man noch etwas dabei lernen kann. Gleiches gilt den Schauplatz des Geschehens, den Wortberg, der seinerseits mit einer Brasilianerin verheiratet ist, wunderbar beschreibt und viel Wissen um die Stadt einfließen lässt, was das Buch besonders für Fans der Stadt interessant werden lassen dürfte.
Der Spannungsaufbau ist ebenfalls gelungen, wobei er allerdings nicht einstrangig auf ein Ende zuläuft, sondern sich auffächert. Es gibt verschiedene Nebenperspektiven, die mal mehr, mal weniger Platz einnehmen. Dabei stehen vor allem die Entführer im Mittelpunkt, was leider etwas an Spannung nimmt, gleichzeitig aber ein breitflächigeres Bild der Situation ermöglicht. Trotzdem ist – vor allem nach dem spektakulären in medias res-Einstieg, der völlig ohne die Nennung von Namen oder Konkretisierungen auskommt – genug Spannung vorhanden, um das sehr ausgereifte Jugendbuch zu einem Erlebnis werden zu lassen. Nicht nur für Jüngere, wie die Rezensentin findet, denn das schöne Bild von Rio de Janeiro, die authentische Geschichte und vor allem der sehr gelungene Schreibstil dürften auch die älteren Semester erfreuen.
Es ist nämlich letztendlich die Schreibe, über die sich das Buch definiert, und die geradezu jugendbuchuntypisch ist. Sie verzichtet zum Beispiel auf kitschige Worthülsen, sondern erzählt in einer nüchternen Alltagssprache im Präsens. Viele Bilder, Vergleiche und Metaphern, wie zum Beispiel die wiederholte Bezeichnung „Schattentänzer“ für Franzis negative Gedanken, sowie oft fast poetische Wortwahl wirken sehr erwachsen ohne Jugendliche zu überfordern. Hinzu kommt der Einsatz von collagenartigen Beschreibungen in sehr knappen Sätzen, die ein breites Bild von der jeweiligen Situation oder dem, was Franzi in der Stadt sieht, geben. Diese kurzen Sätze sind es auch, die immer wieder Spannung erzeugen und durch den abgehackten Rhythmus die Geschichte dynamisieren. Die hauptsächliche Verwendung von unpersönlichen Pronomen anstelle von Namen führt dazu, dass sich zwischen dem einzelnen Personen in den jeweiligen Perspektiven und dem Leser eine spannungsgeladene Distanz aufbaut. Dadurch entwickelt das Buch Pageturnerqualitäten.
In der Summe hat Christoph Wortberg ein beachtliches Buch geschrieben, das von der Handlung her zwar sicherlich nichts wirklich Neues ist, aber dank des Sprachstils zu einem sehr spannenden, ausgereiften und erwachsenen Jugendbuch wird. Wer Geschwistern, Cousinen oder anderen Härtefällen ein Buch schenken muss, das jugendgeeignet, aber dabei nicht zu schnulzig oder seicht ist, ist mit diesem herausragenden Krimi gut beraten.
DATEN Christoph Wortberg Keine Wahl 2005 erschienen im Thienemannverlag als Taschenbuch 252 Seiten 12 Euro
(Zuerst erschienen bei und mit freundlicher unterstützung von www.roterdorn.de)