Die Auferstehung E.T.s

3  19.06.2002

Pro:
Phantasievoll, nettes "Märchen für Erwachsene"

Kontra:
Starker Abklatsch von "E . T . " und "Nr .  5 lebt"

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Niveau

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

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DottiGross

Über sich: Rechtsschreibfehler zu verschenken ;-)

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 39 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Als ich *Das Jesus Video* von Andreas Eschbach gelesen hatte, war ich vom Schreibstil des Autors so begeistert, dass ich beschloss ein weiteres Buch von ihm auszuleihen. In der Bücherei stieß ich auf *Kelwitts Stern*, das 1999 im Schneekluth-Verlag unter der ISBN 3-7951-1624-4 (HB) erschienen ist. Bei amazon.de kann man die gebundene Ausgabe für 9.30 EUR, das Taschenbuch für 7.45 EUR bestellen.

Der Autor bezeichnet sein 383 Seiten umfassendes Buch als *Märchen für Erwachsene*, was - wie ich finde - die richtige Beschreibung ist. Als ich die ersten zwanzig Seiten des Romans gelesen hatte, wollte ich das Buch eigentlich schon wieder weglegen. Zu phantasievoll und kindlich war die Geschichte von dem kleinen Außerirdischen namens Kelwitt. Hinzu kam, dass ich mich erst an die vielen phantasievollen Ausdrücke gewöhnen musste die der Eschbachs Außerirdische verwendet. Begriffe wie *Mu’ati* *Grundschleimer*, *Marktmulde*, *Stimmritze* usw. hielten meine Begeisterung in Grenzen. Doch mit der Zeit merkte ich, das es recht amüsant und unterhaltsam ist, wenn man sich erst einmal an die Ausdrücke gewöhnt hatte.


Worum geht’s?
+++++++++++

Auf Kelwitts Planeten Jombuur ist es üblich, dass jedem Neugeborenen ein Stern geschenkt wird. Später dann besucht der jeweilige Planetenbewohner seinen Stern, um dort - ähnlich wie bei einem Orakel - Näheres über seine Zukunft zu erfahren. Eine Landung ist dabei allerdings nicht vorgesehen - eher ein Vorbeiflug. Kelwitts Stern ist ausgerechnet unsere Sonne und auf dem Weg zu ihr, kommt er an unserer Erde vorbei, wo er notlanden muss - in der Schwäbischen Alb.

Natürlich bleibt die Landung eines UFOs nicht unbeobachtet. Ausgerechnet ein Geheimagent - sein Name ist Hase, Hermann Hase - beobachtet den Absturz und *beschlagnahmt* den Außerirdischen. Doch bei einem Autounfall entkommt Kelwitt und wird von der Familie Mattek aufgegriffen. Vater und Mutter Mattek, die Tochter Sabrina und Sohn Thilo beschließen, Kelwitt so lange zu verstecken, bis sein Mutterschiff sein Fehlen bemerkt hat und ihn wieder abholt.

Und nun beginnen die teils lustigen, teils anrührenden Abenteuer des kleinen Außerirdischen Kelwitt auf dem Planeten Erde...


Schreibstil
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Ein einfacher Schreibstil und phantasievolle Ausdrücke machen das Buch eigentlich zu einem Jugendbuch. Die Geschichte selbst erinnert hat *E.T.* oder *Nummer 5 lebt*. Z.B. wird dem Außerirdischen ein Lexikon vorgelegt, dass er sich durchliest, um die Sprache zu lernen und sein Wissen zu erweitern. Das erinnert mich wirklich sehr an den kleinen Roboter aus den 80er Jahren namens Nummer 5. Die anfänglichen Sprachschwierigkeiten Kelwitts ähneln wiederum denen E.T.s, bringen einen aber trotzdem zum Schmunzeln. Beim Fern sehen lernt er von *Bonanza* und *Inspektor Colombo* die wichtigsten Begriffe und löst damit beim Leser spontane Heiterkeit aus.

Was den Roman zum Erwachsenen-Buch macht, ist die Tatsache, dass der Autor Probleme des täglichen Lebens unter die Lupe nimmt. Dabei wird der Jahrtausendwende - die Geschichte spielt im Dezember 1999 - sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt. Wir erinnern uns: Computer-Crash, Sektenwahn, Weltuntergangsvoraussagen, gesperrte Bankkonten... Andreas Eschbach arbeitet diese Themen in den Roman mit ein und weckt damit auch das Interesse erwachsener Leser. Außerdem werden die Probleme und Problemchen unserer Zivilisation in Frage gestellt. Was hat es zum Beispiel für einen Sinn, Kleidung zu tragen? An die Kälte kann der Körper sich gewöhnen und jeder Körper sieht gleich auch, also bräuchte man sich seines Aussehens doch nicht schämen.... Und die menschliche Fortpflanzung ist auch viel zu kompliziert, meint er.

Interessant ist der Aufbau der Geschichte. Es gibt einige Personen, die den Außerirdischen zu sehen bekommen, ihn aber aus ihren Gedanken verdrängen (denn so etwas wie Kelwitt existiert ja nicht!!). Dann jedoch erinnern sie sich durch einen zufälligen Umstand wieder an ihn, rufen ihn - sozusagen - wieder ins Gedächtnis, kompinieren Gesehenes und neu erfahrenes und nehmen schließlich doch die Verfolgung auf. Dadurch spitzt sich die Situation zu und am Ende des Buch erfährt die Spannung ihren Höhepunkt.


Der Autor
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Andreas Eschbach wurde 1959 in Ulm geboren und lebt in Stuttgart. Er ist gelernter Luft- und Raumfahrttechniker. Er schreibt angeblich schon seit seinem zwölften Lebensjahr und bekam im Sommer 1994 ein Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung *für schriftstellerisch hochbegabten Nachwuchs*.
Bevor er sich entgültig zum Schreiben entschloss, leitete er ein Softwareunternehmen. Unter anderem sind folgende Romane von diesem Autor erschienen: *Eine Billion Dollar*, *Die Haarteppichknüpfer*, *Quest*, *Solarstation*, *Das Jesus Video* und *Das Marsprojekt*.

Andreas Eschbach veranstaltet auch Lesungen. U.a. tritt er am 13. August in Bad Münder, am 4. September in Aue und am 5. September in Erfurt auf. Weiter Termine findet ihr auf seiner Homepage unter www.andreaseschbach.de


Fazit
++++

Auch wenn dieser Bericht jetzt manchen zu kurz erscheinen mag, denke ich, es ist alles gesagt. Ihr habt euch sicher einen Eindruck über *Kelwitts Stern* machen können. Hier also mein Fazit: An *Das Jesus Video* von Andreas Eschbach reicht dieses Buch bei weitem nicht ran. Es ist auch inhaltlich nicht mit diesem Werk zu vergleichen. Wer also *Das Jesus Video* gelesen hat und - so wie ich - ein weiteres Buch des Autors lesen möchte, sollte nicht unbedingt *Kelwitts Stern* auswählen. Er wäre sonst vielleicht enttäuscht. Freunde von E.T. und Nummer 5 sind hier gut aufgehoben und werden viele Details wiederfinden.

Tipp: Leichte Lektüre für schwüle Sommerabende!


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Die_Buchhaendlerin

Die_Buchhaendlerin

21.06.2002 00:33

mir ging es grad anders als dir: ich fand das Jesus Video etwas platt und an den Haaren herbei gezogen (trotzdem spannend) und Kelwitts Stern fand ich absolut lustig und witzig. Aber mehr wie ein Jugendbuch ist es schon, da hast du recht...

Klaus Alfred

Klaus Alfred

20.06.2002 16:38

Die "Haarteppichknüpfer" werden deinen Erwartungen eher entsprechen. Gruß Klaus

jaxen

jaxen

20.06.2002 12:11

Humor ist immer gut, aber Märchen (auch die modernen) sind nicht mein Fall. XU Jaxen

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