Kenia - Safaris

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Kenia - Safaris

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Erfahrungsbericht über "Kenia - Safaris"

veröffentlicht 04.04.2002 | hawasie
Mitglied seit : 27.11.2001
Erfahrungsberichte : 180
Vertrauende : 148
Über sich :
Ausgezeichnet
Pro Wildnis pur, viele Tiere
Kontra ständig steigende Preise
sehr hilfreich

"Kenya Safaris - unvergesslich !"

Vorwort

Im Februar 2002 war ich mit meiner Familie bereits das 5. Mal in Kenya.
Warum ? Das kann ich so einfach nicht sagen , weil die Leute dort sehr nett sind , man in der richtigen Jahreszeit immer Bombenwetter hat, es das Land der Gegensätze ist , es bisher ein sehr gutes Preis-Leisungsverhältnis gab und nicht zuletzt das Obst auch noch nach Obst schmeckt. Ein Grund für mich sind natürlich auch die Safaris.

Preise und Reisezeiten

Leider hat Kenya in den letzten Jahren die Preise angezogen. 50,- Dollar werden pro Person bei der Einreise für´s Visum am Flughafen fällig, ca. 1300,- Euro pro Person kostet die Pauschalreise ( all inklusive),eine gute 2 Tage Safari kostet rund 250,- US-Dollar. Malaria -Tabletten sollte man nehmen ( 8 Stück ca. 50,- € ), Gelbfiberimpfung kann man nehmen ( 60,- € ) und Hepatitis A + B in der Kombi gibts von der Kasse ( man muß ja nicht sagen, daß man in den Urlaub will )

Wer den afrikanischen Sommer mag ( 40 Grad und 30 Grad Wassertemperatur ) sollte im Januar´/ Februar hierher fliegen. Im Juli/ August nach Ende der Regenzeit ist es aber gerade für Safaris angenehmer.Die Temeraturen ligen bei 25 Grad und nachts wird es empfindlich kühl. ( lange Sachen für Safari unbedingt mitnehmen. )

Der Flug von Frankfurt/M. dauert ca. 8.15 Stunden. Während der Hinflug nachts erfolgt, wird zurück am Tag geflogen.

Nord - oder Südküste von Mombasa buchen ?

Nordküste: dieser Teil wurde in der letzten Zeit touristisch weiter entwickelt. Früher war hier die Domäne des African Safari Clubs, inzwischen sind einige Hotels neu entstanden bzw. wurden vom Club verkauft.

Ein Einkaufszentrum in der Nähe ist im Dezember 2001 fertiggestellt worden. Es ist an der Küste Mombasas von der Größe und vom Angebot ( von Zahnbürste bis Computer kann man alles kaufen ) bisher einmalig.
Die Küstenlandschaft ist felsig, ein Strand bei Flut oft nicht vorhanden. Dafür ist die Transferzeit vom Flughafen mit ca. 45 min. günstig.

Südküste: hier finden wir die meisten Hotels vor. Kilometerlange weiße Sandstrände, wirklich wie im Prospekt laden zur Erholung ein. Einige Einkaufscentren werben um Besucher und auch die meisten Safarianbieter haben hier ihren Sitz. Zu erreichen ist die Südküste nur von Mombasa kommend über eine Fähre. Die Transferzeit kann bis zu 2 Stunden betragen.

Informationen aus Deutschland gibts selten ( ist aber von Hotel zur Hotel unterschiedlich). Ein mal die Woche die Sonntags-Bild, ab und zu eine Tageszeitung ( sehr selten !!). Die Beach-Boys verkaufen sie manchmal am Strand. Aber aufpassen : Da es sich um Wegwerfzeitungen aus den Flugzeugen handelt, nach Vollständigkeit schauen und auf keinem Fall den geforderten Preis zahlen !! Wer in seinem Hotel schnell deutsche Freunde finden will, sollte sich einen Stapel Illustrierte oder Tageszeitungen aus Deutschland mitnehmen und am Pool anfangen, diese zu lesen.

Safaris - einmalig und unvergesslich

" Meine" Safari geht 2 Tage - Tsavo-Ost und Thaita Hills - Kostenpunkt 250,- US-Dollar. ( Bei Einzelbettbuchung 280,- US-Dollar).

Gegen 6 Uhr erfolgt die Abholung aus dem Hotel. Die Fahrt führt durch Mombasa in Richtung Nairobi. Die Fernverkehrsstraße ist zwischen Mombasa und Tsavo erneuert worden. Nach einem Zwischenstop, kurz vor dem Nationalpark, erreicht man gegen ca. 9 Uhr Tsavo-Ost durch das Buchuma Gate.

Es beginnt die erste Pirschfahrt. Und wie es meistens ist, erst kommt lange gar nichts und wir die ersten Wasserstellen erreicht haben , sind auch die Tiere da. Tsavo ist sehr groß und die Tiere sind weit verstreut. Aber zu sehen gibt es immer etwas. In Tsavo gibt es die " roten" Elefanten. Das kommt daher, daß die Erde rötlich gefärbt ist. Im übrigen sieht man selbst rot aus, wenn die Safari im Sommer unternommen wurde und es unheimlich viel staubt. Die Elefanten haben in den letzten Jahren stark zugenommen, jedoch sind die Herden nicht so groß wie in Amboselie.

Vor 2 Jahren wurden hier auch 5 Nashörner aus dem Nairobi-Nationalpark " eingeführt", die inzwischen auch Nachwuchs haben. Die Chancen sie zu sehen, sind gleich null. Ich habe in diesem Jahr meinen Führer von vor drei Jahren wiedergetroffen, er hat in der ganzen Zeit 3 mal die Nashörner gesehen.

Die Fahrt führt über den Arusha-Damm ( große Wasserstelle mit Flußpferden und manchmal auch Krokodilen) zur bekannten Voi-Lodge.
Auf dieser Strecke liegt eine kleine, feuchte Niederung, die im allgemeinen das ganze Jahr über grün ist. Meist sind auch Elefanten in der Nähe.

Einer meiner schönsten Begegnungen mit diesen Tieren hatte ich hier:
Als wir ankamen, sahen wir ca. 7 Elefanten in einem Sumpfloch. Aufgeregt, mit wackelnden Ohren und sich dicht drängend standen sie auf einer Stelle. Erst durch Ferngläser und Zoom-Objektive der Kameras konnten wir den Grund für die teilweise in Panik versetzten Dickhäuter entdecken: ein kleiner Elefant, erst einige Wochen alt, war im Schlamm stecken geblieben und rührte sich nicht mehr. Ich habe schon viel von behutsam vorgehenden Elefanten gelesen und gehört, aber bei der Masse von 7 Tieren hatte ich leichte Zweifel. Während 6 Kühe einen aufgebrachten Bullen in Schacht hielten, versuchte die siebente Kuh verzweiflet, das Kleine aus dem Sumpf zu befreien. Mit dem Rüssel wurde es dauernd angehoben und rundherum der Schlamm befestigt. Ab und zu versuchte sie mit den Vorderbeinen das Junge zum aufstehen zu bewegen, doch leblos wurde es nur auf die andere Seite gewendet. Hilflos schauten wir zu und konnten nichts machen. Selbst der Fahrer zuckte mit den Achseln - das ist die Natur, weiterfahren wollte er aber auch noch nicht. Ca. 20 Minuten vergingen, die Bemühungen wurden belohnt, auf wackligen Beinen stand plötzlich das Junge wieder auf und folgte seiner Mutter. Das Gefühl, das ich in diesem Augenblick erlebt habe, läßt sich nicht beschreiben. Irgendwie waren wir alle glücklich über diesen Ausgang. Solch eine Naturszene live zu erleben, ist sehr selten. Den Film, den ich hier aufgenommen habe, schaue ich mir öfter an.

Selbst der Fahrer war wieder gut drauf und meinte, er müßte sich beeilen, es gäbe bald Mittag.
Wir erreichen die Voi-Lodge. Diese Lodge liegt an einem Berghang und bietet einen atemberaubenen Blick über Tsavo. Die unendlich wirkende Ebene das Parks breitet sich vor uns aus. An dem künstlich angelegten Wasserloch sind außer paar Marabus keine Tiere zu entdecken. Kein Wunder - vor kurzem gab es heftige Regenfälle - untypisch für diese Jahreszeit. Die Tiere halten sich also an ihren normalen Wasserlöchern auf. Einige Safari - Busse sind im Januar nicht bis zu Lodge gekommen, sind im Schlamm stecken geblieben und die Touristen mußten in den Bussen übernachten. Auch daran sollte man denken, wenn man eine Safari macht.

Gegen 14 Uhr geht es in die Thaita-Hills, einem kleinen Nationalpark in Richtung Tansania. Auch diese Wegstrecke ist saniert worden, so daß man ungefähr eine Stunde dafür braucht.

Dieser Park ist sehr zu empfehlen. Er ist nicht allzu groß, hat keine Sperrzonen (wie Tsavo )und die Tiere können sich nicht zu sehr verstecken.

( siehe auch Bericht zu Thaita Hills )

Wer hier bucht, sollte unbedingt in der Salt-Lick-Lodge übernachten. ( darüber ein späterer Bericht !
Dies ist ein Hilton-Hotel, auf Pfähle gebaut mitten im Park. Das Essen ist sehr gut. Alle Zimmer sind mit Moskitonetzen ausgestattet.
Man sitzt draußen an der Bar in 15m Höhe,genießt das Bier, die Landschaft und die Tiere, die unter dem Hotel durchlaufen. Mit Ausnahme von verschieden Zeltcamps hat man hier den engsten Kontak zu den Tieren.
Die künstlich angelegte Wasserstelle ist wie üblich nachts beleuchtet und auch über einen Tunnel kommt man sehr dicht ran. Nachts kann man sich vom Wachmann wecken lassen, denn fast alle Tiere kommen nachts zur Tränke. Im letzten Jahr waren es bis 24 Uhr die Elefanten und dieses Jahr um ca. 2 Uhr ca. 300 Büffel. Neben einem Zaun, führt auch ein kleiner Wassergraben ums Hotel. Aus diesem holen sich die Elefanten das Wasser - vom Touristen nur 2m entfernt - und das auch am Tage. ( nachts ist natürlich fotografieren mit Blitz verboten).

Die Frühpirsch beginnt hier ca. 6.20 Uhr, eine ideale Zeit,Löwen,Büffel,Geparden,Giraffen,Elefanten sowie verschieden Antilopenarten sind zu sehen. Allerdings sind die Herden nicht groß.

Eine nächste spannende Begegnung erwartet uns heute früh:
Gerade von Hotel losgefahren, sehen wir eine Zebraherde, offensichtlich auf dem Weg zum Wasserloch des Hotels. Während das Leittier die Straße zusammen mit zwei Artgenossen überquert hat, wartet der Rest auf der anderen Seite. Gespannt gehen die Augen aller Tiere in Richtung eines Baumes, ca. 400 m entfernt. Die Herde wird von diesem Baum aus beobachtet - von einem Löwenweibchen, daß unter dem Baum Deckung gesucht hat. Mein Puls geht etwas schneller. Ich bin hin und her gerissen - einerseits eine Jagd zu erleben oder Mitgefühl für die Zebras zu haben und laut zu rufen - haut ab ! Das Leittier bewegt sich nicht - den Löwen wohl im Auge - umgekehrt dassselbe. 15 Minuten stehen wir schon - mittlerweile mit 7 Bussen - alle gespannt, was nun passieren sollte. Die Vorsicht siegt über den Durst, das Leittier schüttelt den Kopf, dreht sich um und kehrt über die Straße zur Herde zurück. Sie fliehen in die entgegengesetzte Richtung. Und ich weiß wieder nicht, ob ich mich freuen soll oder nicht.

Solche Begegnungen mit den Wildtieren machen jede Safari unvergesslich. Manchmal erwische ich mich bei dem Gedanken, wenn ich das alles sehe, in einem riesigen Tierpark zu sein. Doch Vorsicht : es passieren in jedem Jahr auch tödliche Unfälle. Hier haben Touristen ihre eigenen Möglichkeiten überschätzt bzw. die so lieb aussehenden Tiere unterschätzt. Manchmal kommt es auch vor - daß selbst bei ausgiebiger Safari nichts besonderes gesehen wird ( Großwild wie Löwe oder Büffel, Gepard, Leopard usw. ), dafür entschädigt die Landschaft und wem das nicht reicht - tja der müßte noch mal wiederkommen.

Ciao - Hartmut

PS: Das war mein erster Bericht bei Ciao und ich hatte ihn damals online geschrieben und wurde nicht fertig und hatte ihn trotzdem gepostet. Daher auch die entsprechende Bewertungsstatistik - das nur zur Info **gg**

PPS: Für weiteres Interesse andere Keniabericht von mir :

Kenia - wie alles begann - http://ciao.com/Amboseli_Nationalpark__Test_2294817

Jambo, Hartmut - Willkommen in Tsavo - http://ciao.com/Tsavo_Nationalpark__Test_2385938

Taita Hills - ein schönes Erlebnis - http://ciao.com/Taita_Hills_Nationalpark__Test_2319447

Kenia - Allgemein - http://ciao.com/Kenia_Allgemeines__Test_2554362



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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Leo56 veröffentlicht 12.07.2006
    super Bericht, ja ich liebe auch Afrika. Ein BH für dich! Ich habe jede Menge kenyaberichte eingestellt, alle mit 7 Fotos. Vielleicht hast du Lust, mal vorbeizuschauen? LG Leo56
  • hachingpooh veröffentlicht 13.02.2004
    Sehr cooler Bericht. Safaris sind wirklich wunderbar. Letztes Jahr war ich im Senegal. Leider haben wir nicht soooo viele Tiere gesehen. Grüßle, Uwe
  • Sibbie veröffentlicht 03.07.2003
    Hallo, war letztes Jahr in Kenya und werde dieses jahr wieder fliegen, allerdings nur zur Safari ( 2 Wochen ) ohne Strand. Die Gelbfieberimpfe wurde am Flughafen kontrolliert, das Tropeninstitut hatte sie mir auch als Pflicht gemeldet. Welche Krankenkasse zahlt die Hepatitisimpfe ( es sei denn man arbeitet im Krankenhaus, selbst Arzthelferinnen müssen selber zahlen ! ) ?? Grüße Sibbie
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Produktdaten : Kenia - Safaris

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Ciao

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