Kenia - Safaris

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Kenia - Safaris

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Erfahrungsbericht über "Kenia - Safaris"

veröffentlicht 05.04.2006 | GrafenMark
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Inaktiv. Neu: www.travellingcountess.de ---- Keine Leserunden. LG Carmen
Ausgezeichnet
Pro Alles!
Kontra Naja, es ist nicht umme Ecke!
sehr hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

"Kenia - unendliche Weiten... Teil 2"

Gepard

Gepard


Wir sind in Nairobi.

Nairobi ist die Hauptstadt Kenias und eine Weltstadt. Sie ist in den letzten hundert Jahren aus einem Eisenbahnstützpunkt heraus entstanden.
Der Name leitet sich aus der Massai-Sprache Maa "Enkare Nyarobe" ab und bedeutet "süßes Wasser". Die Stadt liegt 1645 m hoch und ist vom Klima sehr angenehm.
Es ist übrigens genau die Eisenbahnlinie, die man vom Film "Der Geist und die Dunkelheit" mit Michael Douglas kennt.

Von dort ging es am nächsten Tag durch das Great Rift Valley. Der Ostafrikanische Grabenbruch entstand, als sich vor Millionen von Jahren die Erdkrusten aufbäumten und dort zusammen fielen. Er zieht sich vom Jordantal über das Rote Meer, Äthiopien, Kenia und Tanzania bis zum Sambesi-Delta in Mozambique. Teile von bis zu 3000 m Höhe blieben stehen, außerdem erinnen Vulkankegel an diese Zeit.
Wenn man oben um die Haarnadelkurven kommt und den ersten Blick aufs Tal bekommt, ist es einfach gigantisch! Dort gibt es Aussichtspunkte (natürlich mit Souvenirhändlern...), an denen gehalten wird. Man kann kilometer weit sehen. Es ist irre... Fotos können das nicht wiedergeben.

Thema Souvenirhändler. Die gibt es fast an jeder Ecke, natürlich besonders da, wo "touristisch wertvolle Dinge" waren.
Wie geht man mit ihnen um?

Nun, man sollte wissen, ob man etwas kaufen möchte oder nicht. Will man Mitbringsel haben, könnte man an diesen Stellen schauen, denn in Hotels usw. ist es teurer. Man sollte von dem Preis, den sie haben wollen, grundsätzlich die Hälfte herunter gehen und sich dann wiederum mittig treffen. Wenn der Verkäufer partout nicht einsteigen will, dreht man sich um und geht weg. Will er verkaufen, kommt er nachgerannt und spielt doch mit. Na also, geht doch.
Man kann auch 2 Kugelschreiber und 200 KSh bezahlen. Je nachdem, was einem die Sache wert ist.

Will man wirklich nichts kaufen, sollte man dies klar verständlich machen. Nichts anfassen und schon gar nicht zum Portemonnaie greifen.
Man kann schließlich nicht überall alles kaufen.

Handeln ist natürlich auch eine Sache für sich. Klar, es macht ihnen Spaß. Mir auch. Wenn ich aber für 5 geschnitzte Specksteintiere, die sehr gut gemacht sind, 500 KSh bezahlen soll, kann ich nicht mehr handeln, der Preis ist für mich lächerlich und für ihn ein Vermögen. Er freut sich, weil er mich "betuppt" hat, und ich freue mich, weil ich ein Schnäppchen gemacht habe. 500 KSh sind etwa 6,- €...

Wir fuhren weiter zum Lake Naivasha.

Hier kann man mit Booten gefahren werden. Es gab Schwimmwesten, auch wenn der See nicht tief ist, ist das sicherer. Es kostete extra, denn es gehörte nicht zum Safari-Programm. Aber die Sache war es wert.

Es gab so viele Nilpferde zu sehen wie nirgends! Im Wasser waren regelrechte Inseln von 30 Tieren, immer eine Familie. An Land gab es Nachwuchs zu sehen, einfach irre!

Hier wurde auf der Crescent Island Teile des Filmes "Out of Africa" gedreht. Die Insel ist nun eine Halbinsel, da der See stark an Wasser verloren hat. Dies liegt neben der Trockenheit auch an den Blumenfarmen um den See. Hier kommen unsere blühenden Blumen her, wenn hier keine Saison ist: Rosen, Tulpen...
Auf Crescent Island leben einige Antilopen und Gazellen u. a. Wild. Sie sterben am Alter, denn sie haben keine Feinde. Löwen und andere Raubtiere kamen dort nie hin.

Interessant war, daß einer Uferstelle ein "Freibad" war. Sehr hübsch, Mütter mit ihren Kindern. Wie hier auch.
Daneben ihre Rinderherden!!!

Dagegen ist der Lake Nakuru völlig anders. Schon von weitem sieht man die Millionen von Flamingos! Der See ist stellenweise rosa und sieht aus, als würde er brennen.

Der Lake Nakuru Nationalpark ist der einzige Park, der eingezäunt ist. Grund dafür ist die Stadt Nakuru, in der die meisten Staatsangehörigen leben.

Hier sahen wir auch die ersten Nashörner. Im Gegensatz zu unserer 1. Safari haben die Nashörner nun Sender. Man verständigt sich also mit deren Zentrale und - schwups - sehen wir Nashörner!

Diese Tiere sind einfach interessant. So große Tiere, die so plump sind, können nicht gefährlich sein! Schon gar nicht Babys!

Eigentlich sind alle Tiere unmöglich gefährlich! Wenn da so ein netter Löwe liegt, oder Gepard oder... Sie können einfach nicht gefährlich sein!
Man (ich!) muß sich schon anstrengen, daß man nicht mal eben aussteigt und das Kätzchen hinter den Ohren krault!

Guter Übergang zum Themawechsel!

Ich hatte im 1. Teil von Impfungen gesprochen.

Medizinische Vorsorge sollte man schon treffen und in jedem Fall mit seinem Arzt sprechen.
Die hier schon üblichen Impfungen werden auf jeden Fall erneuert, falls nötig. Meistens ist es ja nötig.
Hinzu kommen Impfungen gegen Thyphus, Hepatitis A + B und je nach Region Geldfieber und Cholera.
Bei normalen Safaris, wie wir sie machen, sind Gelbfieber und Cholera nicht nötig.
Hat man allerdings vor, die Safari in Tanzania zu machen, braucht man sie. Dasselbe gilt, wenn man nach Tanzania über Kenia bereist. Und nicht vergessen: plant man den Aufstieg zum Kili, ist man in Tanzania!!
Des weiteren gibt es die Malaria. Gegen sie gibt es noch immer keine Impfung. Wir haben Tabletten zur Prophylaxe bekommen, Lariam. Sie nimmt man nach Vorschrift immer eine an einem bestimmten Tag. Man sollte überlegen, wann der Abflugtag ist, danach ein paar Tage vorher beginnen.
Also wenn man freitags fliegt, beginnt man mittwochs in der Woche vorher. Damit man Nebenwirkungen ausschließen kann und man es beim Flugstress nicht vergisst. Vor Aufregung spielt ja auch schon mal der Darm verrückt, da weiß man dann nicht, woher es kommt. Und noch 2 Wochen nach dem Urlaub. Allerdings hat man dann Tabletten übrig. Wir nehmen sie zu Ende! Ich habe sie schließlich bezahlt!
Bei der Hepatitis A + B Impfung gibt es 2 Varianten. Eine hält 10 Jahre und die andere nur ein paar Wochen. Es ist natürlich ein Preisunterschied.

À propos Preis: Es versteht sich von selbst, daß Impfungen und Lariam selbst zu zahlen sind! Außer den hier üblichen Impfungen, die zahlt die KK.

Wir nehmen morgen die letzte Lariam, damit ist unser Urlaub endgültig vorbei!

Insektenstiche halten sich übrigens in Grenzen. Ich wurde ziemlich im Amboseli gestochen, die Stiche entzündeten sich auch, aber sonst ging alles gut. Naja, wer weiß das schon?? Malaria hat eine Inkubationszeit von 10 - 60 Tagen!!!
D. h. also nun, bei jedem Anzeichen von Fieber und Grippe zum Doc. Denn man weiß ja nie!

Neben diesen Dingen sollte man bei der Zusammenstellung der Hausapotheke durchaus mit dem Apotheker sprechen. Als Wundsalbe tut es hier nicht mal eben Bepanthen & Co., es sollte Jod dabei sein. Sicher ist besser. Pflaster usw. sind selbstverständlich und seine eigenen Medikamente natürlich.

Enorm ist natürlich die Fahrerei! 2100 km in 5 Tagen sind heftig. Vor allem auf diesen Straßen. Man ist abends so durchgerüttelt, daß man auch in jedem fremden Bett ohne Probleme schläft. Im Gegensatz zu sonst...

Sicherheit ist auch wichtig. Unser Fahrer sagte uns kurz vor der Grenze nach Tanzania, daß es sein könnte, daß ein bewaffneter Ranger einsteigt. Ist aber nicht. Aber so wird eben doch für die Sicherheit der Touristen gesorgt. Auch sind alle Lodges bewacht.

Vom Lake Nakuru ging es dann zur Masai Mara. Hier war vor 10 Jahren das Gras mannshoch. Nun war alles knochentrocken und gerade mal 1 cm hoch oder kürzer. Überall lagen tote Tiere, auch hier viele tote Rinder der Massai.

Sie leben von ihren Tierherden. Ziegenfleisch essen sie, Rindfleisch nur zu ganz besonderen Anlässen. Sonst zapfen sie den Rindern nur Blut ab und mischen es mit der Milch. Dieses Gemisch ist für uns ungenießbar und vor allem unvorstellbar, rettet aber den Rindern das Leben.
Sie nutzen die Rinder sonst nur als Felllieferant, wenn sie tot sind. Stirbt ein Tier, egal ob Ziege oder Rind, von allein, rühren sie es nicht an. Dem Rind ziehen sie nur das Fell ab. Sie nehmen es als Unterlage zum Schlafen oder zum Dach decken. Ihre Hütten (Manyatta) sind aus Lehm und getrocknetem Kuhdung.

So konnten wir viele "nackte" Rinder sehen. Ihr denkt jetzt sicher, "iih wie eklig". Ja, sicher. Aber man bekommt eine ganz andere Einstellung zu so was, wenn man dort ist. Es ist Afrika. Da ist es anders.
Es lagen auch Kadaver dabei von weiblichen Rindern mit daneben liegenden toten Kälbchen.
Da denkt man nur "arme Viecher". Und arme Menschen.

Diese Nomadenvölker sind ohnehin ein Volk für sich. Ich habe (natürlich) "Die weiße Massai" gelesen und auch den Film gesehen.
Ich kann das nicht nachvollziehen. Nach Kenia ziehen der Liebe wegen, okay. Aber doch nicht in den Busch! Aber wo die Liebe hinfällt.
Hygiene? Ich habe so darüber nachgedacht... Wenn sie den Rindern das Fell abziehen, wo waschen sie sich die Hände?? Okay, ihre umgehangenen roten Decken (Kanga) sind ja rot....

Wir hatten auch das Glück, eine Büffeljagd zu sehen.

Eine einzelne Löwin erlegte einen einzelnen Büffel, der offensichtlich alt und krank war und verletzt. Wir sahen einige Zeit zu. Es ging völlig unblutig zu, denn sie biss ihm vom Hinterbein erst Sehen durch, damit er nicht flüchten konnte und drückte ihm dann Nüstern und Kehle zu.
Das ganze zog sich in der Mittagshitze allerdings über Stunden hin, so daß wir erst gegen 17 h wieder vor bei fuhren. Der Büffel war tot, die Löwin schlief wachsam unter einem Busch.
Es ist ungewöhnlich, daß eine Löwin allein einen erwachsenen Büffel angreift. Normal hat sie keine Chance.

Ebenso ungewöhnlich war der Versuch eines Löwenrudels, einen jungen Gepard zu reißen. Wir hatten die Gepardenmutter mit den 2 halbwüchsigen Jungen Stunden vorher gesehen. Kurz vor Dämmerung sahen wir sie wieder, als sie den beiden Jungen jagen beibringen wollte. Diese Jagd mußte sie abbrechen, da sich eine Löwin anpirschte. Ein ausgewachsener Gepard ist für Löwen zu schnell, aber Konkurrenz. Also versuchen sie sich an der Jungtieren.
Hier wissen wir nicht, wie es ausging.

Ja, es ist schon irre. Wie schon gesagt, man kann Afrika nicht beschreiben. So viele Eindrücke auf einmal ist überwältigend.

Mal sehen, ob ich in anderen Kategorien noch das eine oder andere schreibe. Ihr werdet es sehen!

Jetzt noch ein paar Fotos!

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • trenker26 veröffentlicht 25.07.2009
    Du schreibst so tolle Sachen, allerdings die Dinge über Nairobi versteh ich nicht ganz. Womöglich warst du da nicht sehr lange. Ich war da insgesamt 7 Wochen und empfand das Klima dort alles andere als angenehm. Zudem hast du die meisten Infos darüber aus dem Reiseführer geschrieben. Das sei aber verziehen, da die anderen Infos wirklich top sind und dazu die herrlichen Fotos. Das passt
  • Leo56 veröffentlicht 20.10.2006
    Ich habe deinen Bericht schon lange in meinen Favoriten und heute ist mal ein BH "frei". Du hast es jedenfalls verdient!
  • SabineG1959 veröffentlicht 09.06.2006
    Toller Bericht und wunderschöne Bilder! Alles Liebe von Sabine :)
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Produktdaten : Kenia - Safaris

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